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Warum gehen wir zur Urne? Eine ökonomische Analyse des politischen Partizipationsprozesses

Termpaper, 2000, 16 Pages
Author: Karl Flubacher
Subject: Politics - Methods, Research

Details

Category: Termpaper
Year: 2000
Pages: 16
Grade: 1,25
Language: German
Archive No.: V12406
ISBN (E-book): 978-3-638-18295-9

File size: 245 KB
Notes :
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand.



Excerpt (computer-generated)

WWZ Basel
WS 1999/2000

Wieso gehen wir zur Urne?
Eine ökonomische Analyse des politischen Partizipationsprozesses

Karl Flubacher

 

1. Einleitung:  3
1.1. Prolog:  3
1.2. Definition:  3
1.3. Einführung:  3

2. Public Choice:  4
2.1. Die Hypothese des rationalen Wählers:  4
2.2 Soziologische Faktoren:  6
2.3 Der Wähler:  7
2.4. Der Nichtwähler:  8

3. Voter’s Paradox:  9
3.1. Einführung:  9
3.2. Ist Rationalität das Problem?  10
3.3. Eine Handlung kann gut für das Individuum und schlecht für die Gruppe sein:  11
3.4. Grundlage der Moral:  11

4. Median Voter Theorem:  12
E  13
AUSGABEN  13

5. Kritik am Modell:  13

6. Fazit: 14

 

1. Einleitung:

1.1. Prolog:

In unserer Arbeit mit dem Titel „Parteien, Ideologie und Wahlverhalten – Wieso gehen wir zur Urne?“ setzen wir einen inhaltlichen Schwerpunkt auf die Fragestellung, weshalb Menschen an die Urne gehen – oder eben nicht. Mit einer ganz einfachen Kosten – Nutzen – Analyse, wie wir sie alle aus der traditionellen Mikroökonomie kennen, kommt eigentlich jede Person (homo oeconomicus) zum Schluss, dass es sich für sie nicht lohnt, an einer Abstimmung oder Wahl zu partizipieren. Die Kosten überwiegen den Nutzen bei weitem. Warum aber gibt es viele Menschen, die jedesmal die Zeit auf sich nehmen, ihren Stimmzettel abzugeben?

Wir werden versuchen, dieser Frage aus einer ökonomischen Sicht nachzugehen, wirtschaftliche Argumente anzubringen, um sie anschliessend möglichst befriedigend beantworten zu können.

Die Neue Politische Ökonomie (engl. public choice) liefert uns die grundlegenden Denkanstösse, Konzeptionen und Modelle, auf welchen wir unsere Argumentation aufbauen.

1.2. Definition:

Neue Politische Ökonomie (engl. „public choice“).

Die ökonomische Theorie der Politik, der Demokratie, beziehungsweise des politischen Wettbewerbs, sind synonyme - beziehungsweise sich überschneidende - Bezeichnungen für einen ökonomisch geprägten Forschungsansatz. Die Neue Politische Ökonomie versucht mit Hilfe von Begriffen und theoretischen Modellen der traditionellen Wirtschaftswissenschaft (individualistischer Ansatz, Rationalitätskalkül, Optimierungsverhalten) ausserökonomische und –marktliche Entscheidungsvorgänge (insbesondere in den Bereichen Parteiendemokratie, Bürokratie und Verbandshandeln) zu analysieren. In Ausweitung des Objektbereichs versucht die Neue Politische Ökonomie das soziale Verhalten in möglichst vielen Lebensbereichen zu erklären.1

1.3. Einführung:

Seit einigen Dekaden ist die Politik Untersuchungsgegenstand der Ökonomie und somit ihrer rationalen Denkweise geworden. Die Neue Politische Ökonomie, zu englisch „public choice“, hat sich umfassend solchen Fragestellungen gewidmet, welche historisch betrachtet nicht dem Bereich der klassischen Ökonomie angehören. Die Frage die sich nun aufwirft: ist die Ökonomie mit ihrer Denkweise fähig und befähigt, sich mit einer solchen Thematik wie der Politikwissenschaft zu beschäftigen und existiert eine Brücke zwischen diesen beiden Disziplinen? Wir denken ja. Die Anwort können wir folgendermassen liefern. In allen Lebensbereichen, in welchen Wahlhandlungen (engl. „rational choices“) vorkommen, vermag die Wirtschaftswissenschaft mit ihrer rationalen Betrachtung und systematischen Analyse Phänomene zu erklären. Bei Wahlhandlungen überlegt man mit einem ökonomischen Denkansatz die Möglichkeit, eine Sache zu tun oder sie zu lassen. Bsp: „Soll ich dies kaufen oder nicht?“ Die „public choice“ – Konzepte versuchen Phänomene in der Politik mit Hilfe einer ökonomisch entwickelten Analyse zu erläutern. „Choice“ ist die Wahlmöglichkeit zwischen sich bietenden Alternativen. „Public“ sagt, dass es sich um Leute, folglich um die Öffentlichkeit handelt. Aber „choices“ werden nicht von Leuten gefällt, sondern von Individuen, und diese Wahlmöglichkeiten können publiker oder privater Natur sein.

Die „rational choice“ – Modelle in der Wirtschaftswissenschaft wurden zur Analyse der individuellen Entscheidungen über Angebot und Nachfrage von Privatgütern entwickelt. Bei der Betrachtung der Politik (Politikwissenschaften) handelt es sich hingegen meist um Kollektiventscheide über öffentliche Güter. Somit ist diese Theorie – die Paradigmen des rationalen privaten Handelns bei Wahlentscheidungen - das Verbindungsstück zwischen den beiden Disziplinen; der Forschungsgegenstand entstammt der Politikwissenschaft, die Methoden der Untersuchung hingegen derjenigen der Ökonomie.

2. Public Choice:

Die „public choice“ – Theorien haben drei wesentliche Erkenntnisse über die politische Partizipation und das Verhalten der Parteien und Regierungen geliefert. Sie erklären

1. das Wahlverhalten von Individuen in der Politik. „Wieso gehen wir zur Urne?“. Hilfsmittel dabei bilden die klassischen Kosten –Nutzen – Kalkulationen.

2. wie Parteien oder Kandidaten Wahlen gewinnen, oder zumindest versuchen zu gewinnen. Mit den simplen Annahmen über die Präferenzen der Wähler und dass Kandidaten und Parteien keine extremen Positionen einnehmen, um die Wahlen zu gewinnen. Bekannt wurde diese Einsicht unter der Bezeichnung „median voter theorem“.

3. dass bei Mehrheitsentscheiden und unter fairen Abstimmungs- oder Wahlbedingungen die Politik oder die Partei, die gewählt wurde, nicht diejenige sein muss, welche die meisten Menschen als die Beste betrachten. Diese grundlegende und erstaunliche Erkenntnis wird „voter’s paradox“ genannt.

Punkt Eins werden wir gleich ausführlicher erläutern, Punkt Zwei und Drei folgen weiter hinten in unserer Arbeit.

2.1. Die Hypothese des rationalen Wählers:

 

[....]


 1 Vgl. Wörterbuch der Soziologie, K.-H. Hillmann, 1994, S. 607


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