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Der Schauspieler im Medialsystem des Theaters

Termpaper, 2008, 17 Pages
Author: Christine Eiche
Subject: Rhetoric / Elocution / Oratory

Details

Institution/College: University of Tubingen
Tags: Rhetorik, Theater, Schauspieler
Category: Termpaper
Year: 2008
Pages: 17
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 13  Entries
Language: German
Archive No.: V124077
ISBN (E-book): 978-3-640-28882-3
ISBN (Book): 978-3-640-28891-5

Abstract

Die Rolle des Schauspielers medienrhetorisch analysiert, wer fungiert als Orator (nach Knapescher Definition) im Medialsystem des Theaters? Anwendung auf George Tabori. I. Einleitung*** Eine Aufführung im Theater: die Person auf der Bühne spricht zu uns, ihre Worte stehen im Einklang mit der Körpersprache, ihr ganzer Habitus vermittelt ein einheitliches Bild. Wir glauben ihr, wir erleben mit, was sie uns kommuniziert. Uns wird hier bei dieser Aufführung eine Figur mir einer ihr eigenen Intentionalität gezeigt, die mit uns kommunikativ interagiert. Es handelt sich um Face-to-face-Kommunikation, deren rhetoriktheoretische Merkmale der Gebrauch der Medien Körper und Schall durch den Kommunikator sind. [...]


Excerpt (computer-generated)

Eberhard Karls Universität Tübingen

Seminar für Allgemeine Rhetorik

SoSe 2008

PS Rhetorik und Theater

Der Schauspieler im Medialsystem des Theaters

Christine Eiche

Allgemeine Rhetorik (2)

Geschichte (2)


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung 3

II.1. Der Orator im medialen Subsystem 5

1.1.

Der Autor als Orator 7

1.2.

Die Künstlerische Leitung als Orator 7

1.3.

Die Regie als Orator 7

2. Die kommunikative Funktion des Schauspieler im medialen Subsystem 8

2.1. Rhetoriktheoretische

Überlegungen 8

2.2. Theatertheoretische

Überlegungen 10

3. Der Orator und die Mediale Tragfläche: Praxisbeispiel George Tabori 12

III. Zusammenfassung 15

Literaturliste 16

2


I. Einleitung

Eine Aufführung im Theater: die Person auf der Bühne spricht zu uns, ihre Worte stehen im

Einklang mit der Körpersprache, ihr ganzer Habitus vermittelt ein einheitliches Bild. Wir

glauben ihr, wir erleben mit, was sie uns kommuniziert.

Uns wird hier bei dieser Aufführung eine Figur mir einer ihr eigenen Intentionalität gezeigt,

die mit uns kommunikativ interagiert. Es handelt sich um Face-to-face-Kommunikation,

deren rhetoriktheoretische Merkmale der Gebrauch der Medien

Körper

und

Schall

durch den

Kommunikator sind.

In der Rhetorik wird der strategische Kommunikator als Orator bezeichnet.1 Die Perspektive

der Rhetorik ist der Blickwinkel des Orators, ihr Forschungsgegenstand die strategische

Kommunikation eines Menschen. Dieser Mensch, der Orator wird definiert als

,,

ein Mensch, der in seinem Bewusstsein Intentionalität (kommunikative

Zielvorstellungen, gerichtete Dynamik) ausprägt, sie im sozialen Handlungsraum per

kommunikativer Intervention über Texte ausagiert, um sie letztendlich im Bewusstsein

seiner Kommunikationspartner zu implementieren.

"2

Dem Orator wird eine richtungsweisende Rolle zugeordnet. Sein Ziel ist die Persuasion, seine

actio

ist einer Intentionalität unterworfen.

Um diese Intentionalität dem Adressaten kommunikativ zu übermitteln, bedient sich der

Orator eines Instrumentariums verschiedener rhetorischer Mittel, Medien genannt.

Auch das Theater ist als Medium zu sehen, genauer: als Medialsystem, gegliedert in mediale

Subsysteme, die alle einer Intentionalität folgend das Endprodukt Aufführung hervorbringen.

Eines dieser Subsysteme ist das Medialsystem der Face-to-face-Interaktion zwischen

Kommunikator und Publikum. Dieses Medialsystem hebt sich von anderen Systemen wie z.

B. der Publizistik oder technisch-elektronischen Systemen durch die korporale Präsenz des

Orators ab. Auf die Kommunikationssituation im Theater übertragen erhebt dies

die vom

Schauspieler verkörperte Figur

als Kommunikator in die strategische Handlungsrolle des

Orators. Nun wird klar, dass diese Parallele nicht ohne Überlegung gezogen werden kann und

es sich im Theater um einen Spezialfall der Face-to-face-Kommunikation handeln muss.

Denn wer genau ist in diesem Subsystem der Orator? Wessen Intentionalität verbirgt sich

hinter der vom Schauspieler verfolgten Figurenintention? Und welche Handlungsrolle

übernimmt der Schauspieler?

1

Vgl. J. Knape: Was ist Rhetorik? Stuttgart 2000, S. 98

2

J. Knape: Was ist Rhetorik? Stuttgart 2000, S. 46 f

3


Der Frage nach dem Orator kann man sich über die Fragestellung der Intentionalität nähern.

Ich möchte nun zuerst auf die Frage nach der Person des Orators in diesem speziellen

Bruchteil des Medialsystems Theater eingehen, anhand dieser Überlegungen die Funktion des

Schauspielers als mediale Tragfläche näher beleuchten und abschließend mein Augenmerk

auf die Beziehung des Orators zum Kommunikator legen sowie die Handlungsrolle des

Schauspielers am Beispiel George Taboris ergründen.

4



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