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Gesundheitsförderliche Ernährungsbildung im Mensch-Natur-Kultur Unterricht

Examination Thesis, 2007, 61 Pages
Author: Seher Kilicaslan
Subject: Nutritional Science

Details

Category: Examination Thesis
Year: 2007
Pages: 61
Grade: 2,5
Bibliography: ~ 32  Entries
Language: German
Archive No.: V124085
ISBN (E-book): 978-3-640-28806-9
ISBN (Book): 978-3-640-28811-3

Abstract

1. Einleitung Die Häufigkeit der ernährungsbedingten Krankheiten steigt immer mehr. Nicht nur Erwachsene sind betroffen, sondern zugleich auch viele Kinder. Ernährungsbedingte Krankheiten können zum Beispiel die Anorexia nervosa im Volksmund Magersucht genannt, Karies und Adipositas sein. Vor allem für Adipositas gibt es besorgniserregende Ergebnisse. Diverse wissenschaftliche Studien, die geführt wurden, belegen, dass viele Kinder übergewichtig sind. Die KiGGS - Studie des Robert Koch Instituts hat festgestellt, das jedes sechste. Kind übergewichtig und jedes 16. Kind adipös ist und das die Zahl immer weiter steigt. „Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnete schon 1997 die Adipositas als „globale Epidemie“ und beschreibt eine besorgniserregende Entwicklung weltweit“. Die Folgen von Übergewicht belasten die betroffenen Kinder psychisch und physisch, darüber hinaus wird auch das Gesundheitssystem mit hohen Kosten belastet. Es gibt diverse Ursachen für diese Situation. Zum einen Überfluss von Lebensmitteln: Süßigkeiten, Knabbereien und Fast Food sind überall erhältlich. Zum anderen die wachsende Tendenz der Armut, eine Situation in der der Kauf von Obst und Gemüse zum Luxus wird. Auch die Berufstätigkeit der Eltern, Migrationshintergründe und die Unwissenheit vieler Eltern spielen eine große Rolle. Weiterhin sind das Sitzen vor Computer und Fernseher interessanter als das Spielen auf der Straße, dadurch wird es für die Kinder noch schwieriger, ihr Gewicht zu halten. Schließlich gehört zu der veränderten Kindheit auch die Medienkindheit.[...]


Excerpt (computer-generated)



Gesundheitsförderliche Ernährungsbildung im

Mensch ­ Natur ­ Kultur Unterricht

Wissenschaftliche Hausarbeit zur ersten Staatsprüfung

für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen nach der

GHPO I v. 22.07.2003

Seher Kilicaslan

Erste Staatsprüfung im Anschluss an das Wintersemester 2006/07

Pädagogische Hochschule Ludwigsburg

Studienfach: Haushalt / Textil


Gesundheitsförderliche Ernährungsbildung im Mensch ­ Natur ­ Kultur Unterricht

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

4

2. Begriffsverständnis

7

2.1 Essen und Ernährung ­ Zwei Begriffe, einen Bedeutung?

7

3. Aktuelle Situation in Deutschland

8

3.1 Die aktuel e Ernährungssituation von Kindern

8

3.2 Mögliche ernährungsbedingte Erkrankungen 12

3.2.1 Karies 13

3.2.2 Adipositas 13

3.3 Studien in Deutschland zur Ernährung

16

3.3.1 DONALD ­ Studie

16

3.3.2 KiGGS ­ Studie

18

4. Ernährungsempfehlungen

24

4.1 Die Ziele der Ernährung im Kindes- und Jugendalter 25

4.2 DGE 26

4.2.1 Ernährungsempfehlung nach DGE 27

4.2.2 optimiX ­ Optimierte Mischkost 35

4.3 Probleme bei der Umsetzung 37

5. Ernährungsbildung 39

5.1 Europäisches Kerncurriculum 40

5.2 Ernährungsbildung durch Institution Schule 43

6. Fächerverbund Mensch ­ Natur ­ Kultur 45

6.1 Bezug zum Bildungsplan 46

6.1.1 Leitgedanken zum Kompetenzerwerb für den Fächerverbund Mensch,

Natur und Kultur 46

6.1.2 Kompetenzen 48

6.2 Gesundheitsförderliche Ernährungsbildung im Mensch ­ Natur ­ Kultur

Unterricht 49

2


Gesundheitsförderliche Ernährungsbildung im Mensch ­ Natur ­ Kultur Unterricht

7. Umsetzung in der Schule 50

7.1 Das tägliche gemeinsame Schulfrühstück 51

8. Resümee 54

9. Literaturverzeichnis 56

10. Internetverzeichnis 57

11. Abbildungsverzeichnis 60

3


Gesundheitsförderliche Ernährungsbildung im Mensch ­ Natur ­ Kultur Unterricht

1. Einleitung

Die Häufigkeit der ernährungsbedingten Krankheiten steigt immer mehr. Nicht nur

Erwachsene

sind

betroffen,

sondern

zugleich

auch

viele

Kinder.

Ernährungsbedingte Krankheiten können zum Beispiel die Anorexia nervosa im

Volksmund Magersucht genannt, Karies und Adipositas sein.

Vor al em für Adipositas gibt es besorgniserregende Ergebnisse. Diverse

wissenschaftliche Studien, die geführt wurden, belegen, dass viele Kinder

übergewichtig sind. Die KiGGS - Studie des Robert Koch Instituts hat festgestel t,

das jedes sechste. Kind übergewichtig und jedes 16. Kind adipös ist und das die

Zahl immer weiter steigt.1 ,,Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnete

schon 1997 die Adipositas als ,,globale Epidemie" und beschreibt eine

besorgniserregende Entwicklung weltweit".2 Die Folgen von Übergewicht belasten

die betroffenen Kinder psychisch und physisch, darüber hinaus wird auch das

Gesundheitssystem mit hohen Kosten belastet.3

Es gibt diverse Ursachen für diese Situation. Zum einen Überfluss von

Lebensmitteln: Süßigkeiten, Knabbereien und Fast Food sind überal erhältlich.

Zum anderen die wachsende Tendenz der Armut, eine Situation in der der Kauf

von Obst und Gemüse zum Luxus wird. Auch die Berufstätigkeit der Eltern,

Migrationshintergründe und die Unwissenheit vieler Eltern spielen eine große

Rol e. Weiterhin sind das Sitzen vor Computer und Fernseher interessanter als

das Spielen auf der Straße, dadurch wird es für die Kinder noch schwieriger, ihr

Gewicht zu halten. Schließlich gehört zu der veränderten Kindheit auch die

Medienkindheit.

Ernährungsbildung sol te zu Hause in der Familie beginnen. Kinder verbringen

aber auch einen großen Teil ihrer Kindheit und Jugend in der Schule, die neben

dem Elternhaus einen großen Anteil der Erziehungsarbeit leistet. Um dieser

dramatischen

Situation,

der

Gewichtszunahme

bei

Jugendlichen

entgegenzuwirken, ist die gesundheitsfördernde Ernährungsbildung auch an

1 Vgl.: Robert Koch Institut: Erste Ergebnisse der KiGGS ­ Studie. Zur Gesundheit von Kindern und

Jugendlichen in Deutschland. KiGGS. 2006. S. 27

2 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Grundlagen der Rahmenbedingungen. Ohne Datum

3 Vgl.: Ebd.

4


Gesundheitsförderliche Ernährungsbildung im Mensch ­ Natur ­ Kultur Unterricht

Grundschulen notwendig. Je früher damit begonnen wird, desto effektivere und

nachhaltigere Ergebnisse können erzielt werden.

Aus diesem Grund beschäftigt sich diese Arbeit mit der Fragestel ung: Was kann

die Institution Schule, speziel das Fach Mensch ­ Natur ­ Kultur tun, um die

Kinder aufzuklären und zu unterstützen in Bezug auf eine gesundheitsfördernde

Ernährungsbildung?

Das Ziel der gesundheitsförderlichen Ernährungsbildung sol te der Aufbau eines

angemessenen

Ernährungsverhaltens

sowie

die

Vermeidung

von

ernährungsbedingten Krankheiten sein. In der Ihnen hier vorliegenden Arbeit

möchte ich im Kapitel 2 auf die zwei wichtigen Begriffe ,,Ernährung" und ,,Essen"

eingehen, da mich diese beiden Begriffe während meiner ganzen Arbeit begleiten

werden. Nach der Klärung dieser beiden Begriffe sol im Kapitel 3 die aktuel e

Ernährungssituation der Kinder in Deutschland geschildert werden. Weiterhin

werde ich zwei möglicherweise ernährungsbedingte Krankheiten vorstel en. Ich

werde mich auf diese zwei Krankheiten beschränken, weil mir diese während

meiner Recherchen als sehr gravierend aufgefal en sind. Unterstützt durch

dieses Wissen wird die aktuel e Ernährungssituation der Kinder durch zwei

ausgewählte Studien, die schon seit längerem laufen und noch nicht endgültig

beendet sind, bewiesen werden. Im Kapitel 4 geht es dann um die Ziele der

Ernährung im Kindesalter. Diese Thematik muss zunächst einmal geklärt werden.

Bis Punkt 4.1 ist die Rede von einer gesunden Ernährung, schließlich sol dann

ab Kapitel 4.2 vorgestel t werden, was eine gesunde Ernährung ist, wie sie

auszusehen hat und was sie beinhalten muss. Nach der Vorstel ung der

gesunden Ernährung werde ich dann darauf eingehen, warum es trotzdem bei

der Umsetzung Probleme gibt und warum die ernährungsbedingten Krankheiten

immer mehr zunehmen. Nach den wissenschaftlichen Ergebnissen und Studien

zur Ernährung werde ich den weiterführenden Teil meiner Arbeit der

Ernährungsbildung widmen. Im Kapitel 5 sol konkret auf die Ernährungsbildung

durch die Institution Schule eingegangen werden. Ich werde ansprechen, welche

Aufgabe der Schule zukommt, und was sie zu einer gesundheitsförderlichen

Ernährungsbildung beitragen kann. Unter Punkt 6 werde ich speziel auf die

gesundheitsfördernde Ernährungsbildung im Mensch ­ Natur ­ Kultur Unterricht

eingehen und somit auch Bezug zum Bildungsplan nehmen. Abschließend stel e

5


Gesundheitsförderliche Ernährungsbildung im Mensch ­ Natur ­ Kultur Unterricht

ich dann im Kapitel 7 ein Umsetzungsbeispiel in der Schule vor: Das tägliche

gemeinsame Schulfrühstück.

An dieser Stel e möchte ich mich zunächst ganz herzlich bei Frau Regine Bigga

für die Übernahme der Arbeit und für ihre Beratung und Unterstützung bedanken.

Weiter bedanke ich mich bei Frau Prof. Dr. Ul a Gohl ­ Völker für die Übernahme

der Zweitkorrektur. Vor al em aber möchte ich mich bei meinen Eltern bedanken,

die mich von Anfang an bis jetzt immer unterstützt haben, ohne ihre

Unterstützung wäre ich nie soweit gekommen. Endlich möchte ich mich noch

ganz herzlich bei meinem Mann Veysel Kilicaslan bedanken, der mir während der

gesamten Zeitspanne des Entstehens dieser Arbeit ständig zur Seite gestanden

hat und mich beraten hat, wo er nur konnte.

6


Gesundheitsförderliche Ernährungsbildung im Mensch ­ Natur ­ Kultur Unterricht

2. Begriffsverständnis

Zunächst wird hier eine Begriffsdefinition gegeben.

2.1 Essen und Ernährung ­ Zwei Begriffe, eine Bedeutung?

Bevor ich mich mit dem Thema ,,Gesundheitsförderliche Ernährungsbildung im

Mensch ­ Natur ­ Kultur ­ Unterricht" auseinandersetze, möchte ich die Begriffe

Essen und Ernährung klären. Schließlich befasst sich die Arbeit mit der

Ernährung. Die Wörter Ernährung und Essen werden die Arbeit begleiten.

Essen und sich ernähren steht für jedes Lebewesen im Mittelpunkt seines

Überlebens. Schon im Bauch der Mutter ernährt sich der Fötus durch die

Nabelschnur. Der sich entwickelnde Fötus wird ausschließlich aus Nährstoffen

gebildet, die aus der Nahrung der Mutter stammen, und daher ist die

bestmögliche Ernährung eine zwingende Voraussetzung für das Wachstum des

Fötus. Daraus lässt sich schließen, dass Essen neben Trinken für uns bis zum

Tod überlebenswichtig ist.

Weiterhin ist Essen ein individuel bestimmter Akt, das bedeutet, was der eine

isst, bleibt dem anderen verwehrt. Die Beschaffung, Zubereitung, Verteilung und

der Verzehr des Essens war immer durch die Gesel schaft organisiert und

geregelt, woraus sich folgern lässt, dass das Essen gleichzeitig ein sozialer Akt

war.

Essen und Ernährung. Diese beiden Begriffe werden durch die Gesel schaft

häufig synonym verwendet. Sogar von Experten werden die Wörter Essen und

Ernährung oft gleichwertig benutzt. Dabei haben die beiden Wörter

unterschiedliche Bedeutungen. Ines Heindl schreibt, ,,dass das Essen sinnlich ­

emotional besetzt ist. Essen steht für Genuss, Freunde und Lust, bis zur Völ erei.

Ernährung dagegen ist auf die Empfehlungen von Experten bezogen und ist eher

mit Verzicht und Unlust verbunden". 4

Auch Barbara Menthfessel macht einen Unterschied zwischen den Begriffen

Essen und Ernährung: ,,Der Begriff Essen wird für den realen Vol zug (bezogen

4 Heindl, Ines: Studienbuch Ernährungsbildung. Ein europäisches Konzept zur schulischen

Gesundheitsförderung. 2003. S. 29

7


Gesundheitsförderliche Ernährungsbildung im Mensch ­ Natur ­ Kultur Unterricht

auf Produkt und Prozess) und die damit verbundenen sozialen und psychischen

Zusammenhänge genutzt. Mit Essen werden mit dem Essprozess verbundene

subjektive Bewertungen (z. B. Geschmack, Gemütlichkeit, Sättigung) verbunden,

bei dem Begriff Ernährung dagegen ,,objektive" naturwissenschaftlich begründete

Erfordernisse (z. B. Nährstoffzufuhr, Gesundheit, Vitamine, Gewicht) und damit

zusammenhängende Normen, z. B. in Form von Wertungen, wie ,,richtig" oder

,,falsch" assozi ert". 5

Es ist durchaus wichtig, einen Unterschied zwischen diesen Begriffen zu machen

und sie dann der jeweiligen Bedeutung entsprechend einzusetzen.

Nach der Klärung dieser beiden Begriffe möchte ich nun gleich mit der aktuel en

Ernährungssituation von Kindern in mein Thema einsteigen.

3. Aktuelle Situation in Deutschland

Anfangs möchte ich erläutern, wie die aktuel e Situation der Kinderernährung in

Deutschland aussieht. Danach werde ich zwei Studien vorstel en und deren

Ergebnisse erläutern. Diese zwei Studien beziehen sich auf die Ernährung der

Kinder in Deutschland.

3.1 Die aktuelle Ernährungssituation von Kindern

Die meisten Eltern sind sich bewusst, wie wichtig gesunde Ernährung für die

gesunde Entwicklung ihres Kindes ist. Leider setzen sie ihr Wissen in der

Realität nicht um. Man hat das Ernährungsverhalten von Schulkindern beobachtet

und hat festgestel t, dass dieses Ernährungsverhalten den aus wissenschaftlicher

Sicht empfohlenen Verzehrmustern kaum genügt. Die Erscheinungsformen

dieses ungesunden Ernährungsverhaltens bewegen sich zwischen Übergewicht

und Untergewicht durch Essstörungen. Viele Lebensmittel, die aus

gesundheitlichen Gründen eher selten verzehrt werden sol ten, sind bei Kindern

besonders beliebt. Bereits im Alter von sieben bis 14 Jahren tritt ein nicht

angemessenes Ernährungsverhalten auf, das durch zu viel, zu fett und zu süß

gekennzeichnet ist. Daraus lässt sich schließen, dass sich das

Ernährungsverhalten der Kinder dem von Erwachsenen angleicht. Die Kinder

5 Menthfessel, Barbara: Fachwissenschaftliche Konzeption: Soziokulturelle Grundlagen der Ernährungsbildung.

2005. S. 5

8



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