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August Wilhelm Schlegel: "Sonett" über das Sonett

Termpaper, 2007, 15 Pages
Author: Heidi Nissl
Subject: German - History of Literature, Eras

Details

Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 15
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 16  Entries
Language: German
Archive No.: V124118
ISBN (E-book): 978-3-640-28776-5


Abstract

Die Arbeit soll den in der romantischen Epoche von nur wenigen erwarteten Gebieten der Literaturtheorie und der Literaturkritik gewidmet werden. Dabei soll versucht werden, das von August Wilhelm Schlegel verfasste Gedicht „Sonett“ mit Hilfe seiner Vorlesungen zu interpretieren, seine Ideale von romantischer Lyrik zu erklären und seine Theorien nachzuvollziehen.


Excerpt (computer-generated)

Universität Regensburg Sommersemester

2007

Philosophische Fakultät IV

Institut für Germanistik

Proseminar II

Romantische Lyrik

Hausarbeit

August Wilhelm Schlegel:

,,Sonett" über das Sonett


Sonett

Zwei Reime heiß ich viermal kehren wieder,

Und stelle sie, geteilt, in gleiche Reihen,

Daß hier und dort zwei eingefasst von zweien

Im Doppelchore schweben auf und nieder.

Dann schlingt des Gleichlauts Kette durch zwei Glieder

Sich freier wechselnd, jegliches von dreien.

In solcher Ordnung, solcher Zahl gedeihen

Die zartesten und stolzesten der Lieder.

Den werd ich nie mit meinen Zeilen kränzen,

Dem eitle Spielerei mein Wesen dünket,

Und Eigensinn die künstlichen Gesetze.

Doch, wem in mir geheimer Zauber winket,

Dem leih ich Hoheit, Füll′ in engen Grenzen,

Und reines Ebenmaß der Gegensätze.1

(August Wilhelm Schlegel)

1 Kremer, Detlef:

Romantik

, S. 270.


Inhaltsverzeichnis

1. Die missverstandene Epoche der Romantik 4

2. August Wilhelm Schlegel: ,,Sonett" 5

3. Der Einfluss August Wilhelm Schlegels auf die Romantik 12

Literaturverzeichnis 14

3


1.

Die missverstandene Epoche der Romantik

Mit dem Begriff ,,Romantik" verbinden die meisten von uns primär das, was im

Brockhaus definiert wird:

eine zum Gefühlvollen, zum Idealisieren, zum Wunderbaren,

Märchenhaften und Fantastischen neigende Weltauffassung und -darstellung.

Vielleicht ist auch das der Grund dafür, dass wir geneigt sind, auch die Epoche der

Romantik auf wenige immer wiederkehrende Grundmotive zu reduzieren. Wir sehen

vor allem die dichterische Behandlung der Natur durch die Romantiker, ihre Vorliebe

für bildhafte Veränderung und unendliche Ferne, den geheimnisvollen Wald, die

Einsamkeit, die Stille, die Nacht und das Mondlicht2. Dabei vergessen wir immer

wieder, dass diese Literaturepoche weit mehr zu bieten hat. So widmete eine Anzahl

Romantiker ihre Zeit dem Schreiben eines Romans, der ihnen hinsichtlich Struktur,

Form und Technik freien Lauf ließ. Sie schufen dabei Werke, die gekennzeichnet sind

durch die Lockerheit der Struktur, das Fehlen einer Einheit, Reichtum an Episoden

und auf Wanderungen erlebten Abenteuern. In Novellen wurden bemerkenswerte

Geschehnisse, Zustände oder Personen dargestellt, in Märchen bekam das

Unwirkliche, Phantastische und Übernatürliche Gestalt. Die von Achim von Arnim

und Clemens Brentano geschaffenen Volkslieder beeinflussten die deutsche Lyrik

erheblich, indem sie zahlreiche Dichter dazu anregten, einfache, einheitliche und

natürliche Texte zu verfassen. 3 Die Romantiker widmeten sich jedoch nicht nur

zahlreichen literarischen Schöpfungen, sondern auch dem Bereich der Literaturtheorie

und der Literaturkritik. Einer von ihnen war August Wilhelm Schlegel. Gemeinsam

mit seinem jüngeren Bruder Friedrich veröffentlichte er seine Vorstellungen im

,,Athenäum", einer von ihnen 1798-1800 in Berlin herausgegebenen literarischen

Zeitschrift und dem Organ der deutschen Frühromantiker.4 August Wilhelm Schlegel

wurde zum Verbreiter der romantischen Ästhetik und gab seine Theorien in den 1801-

1804 in Berlin gehaltenen ,,Vorlesungen über schöne Litteratur und Kunst" weiter.

Dabei sprach er sich in seiner ,,Vorlesung über das Sonett" angesichts des in

Rückbesinnung auf Petrarca wieder aufgekommenen Sonetts innerhalb des

2 Blankenagel, John C.:

Die Hauptmerkmale der deutschen Romantik

, in: Prang, Helmut:

Begriffsbestimmung
der Romantik

, S. 332.

3 Blankenagel, John C.:

Die Hauptmerkmale der deutschen Romantik

, in: Prang, Helmut:

Begriffsbestimmung
der Romantik

, S. 334-335.

4 Blankenagel, John C.:

Die Hauptmerkmale der deutschen Romantik,

in: Prang, Helmut:

Begriffsbestimmung
der Romantik

, S. 326.

4



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