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Research Paper (Pre-University), 2008, 13 Pages
Author: Benjamin Nebelung
Subject: Social Studies/ Civics
Details
Tags: Autonome, Links, Linksextremismus, Ziele, Aktionen, Demokratie
Year: 2008
Pages: 13
Grade: 13 Punkte
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-28753-6
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Abstract
Sehr geehrte Leserinnen und Leser, Diese Facharbeit mit dem Thema „Autonome – Ihre Ziele und Aktionen in der freiheitlich demokratischen Grundordnung“ befasst sich mit einer Randgruppenerscheinung der oftmals linksradikalen Szene. Ich möchte mit dieser Facharbeit einmal einen anderen Blickwinkel darstellen, den die Medien oftmals vernachlässigen. In den Nachrichten werden betreffende Personen oftmals bloß als „Chaoten“ beschrieben, die sich aggressiv und gewalttätig mit Polizisten anlegen und Läden plündern. Doch was sind die Ziele, die sie vertreten, und welche Gründe gibt es für dieses antiautoritäre Handeln? Des Weiteren stellt sich mir die Frage, warum es bei extremen Ausschreitungen, wie zum Beispiel am 2. Juni 2007 in Rostock, wobei 430 Polizisten verletzt wurden, darunter 30 von ihnen schwer, nur zu einer sehr geringen Strafverfolgung kommt? Nach den Ausschreitungen in Rostock ist von 49 Personen die Identität festgestellt worden, und gegen 13 Personen wird ermittelt. Zu diesen Vorfällen werde ich im Hauptteil meine eigenen Erfahrungen beschreiben, um verschiedene Aspekte beleuchten zu können.
Fulltext (computer-generated)
Facharbeit 2008 im Grundkursfach Gemeinschaftskunde
Autonome Ihre Ziele und Aktionen in der
freiheitlich demokratischen Grundordnung
Robert-Schumann-Schule Gymnasium
Verfasser: Benjamin
Nebelung
Abgabetermin:
03.03.2008
Inhaltsverzeichnis
1. Präambel
3
2. Definition ,,Autonome"
4
3. Aktionen
4
3.1 ,,Der Revolutionäre 1. Mai 1987" in Berlin 4
3.2 Ausschreitungen zum G8-Gipfel in Heiligendamm am 2. Juni 2007 6
4. Ziele
8
5. Autonome in der freiheitlich demokratischen Grundordnung
9
6. Literatur- und Quellenverzeichnis
12
2
1.
Präambel
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
Diese Facharbeit mit dem Thema ,,Autonome Ihre Ziele und Aktionen in der
freiheitlich demokratischen Grundordnung" befasst sich mit einer
Randgruppenerscheinung der oftmals linksradikalen Szene.
Ich möchte mit dieser Facharbeit einmal einen anderen Blickwinkel darstellen, den
die Medien oftmals vernachlässigen. In den Nachrichten werden betreffende
Personen oftmals bloß als ,,Chaoten" beschrieben, die sich aggressiv und gewalttätig
mit Polizisten anlegen und Läden plündern. Doch was sind die Ziele, die sie
vertreten, und welche Gründe gibt es für dieses antiautoritäre Handeln? Des
Weiteren stellt sich mir die Frage, warum es bei extremen Ausschreitungen, wie zum
Beispiel am 2. Juni 2007 in Rostock, wobei 430 Polizisten verletzt wurden, darunter
30 von ihnen schwer, nur zu einer sehr geringen Strafverfolgung kommt? Nach den
Ausschreitungen in Rostock ist von 49 Personen die Identität festgestellt worden,
und gegen 13 Personen wird ermittelt. Zu diesen Vorfällen werde ich im Hauptteil
meine eigenen Erfahrungen beschreiben, um verschiedene Aspekte beleuchten zu
können.
Ich habe dieses Thema gewählt, weil ich mich in mancherlei Hinsicht mit
Autonomen identifizieren kann. Für mich persönlich gilt jedoch, dass man mehr mit
Worten erreichen kann, als mit Steinen oder Molotowcocktails1.
1 Mit einer leicht entzündlichen Flüssigkeit gefüllte Flasche, welche mit einem brennenden Tuch
verschlossen ist.
3
2. Definition ,,Autonome"
Das Wort ,,Autonome" setzt sich aus den griechischen Wörtern ,,auto", was ,,selbst"
bedeutet, und ,,nomos", welches mit ,,Gesetz" übersetzt werden kann, zusammen.
Dieser Begriff taucht das erste Mal in der radikalen italienischen Arbeiter- und
Studentenbewegung der 70er Jahre auf. Dort trat die Organisation ,,Autonomia" mit
wilden Streiks in Fabriken und der Sabotage von Produktionsmitteln in Erscheinung.
Propagiert wurde die radikale Ablehnung von bestehenden kapitalistischen
Leistungs- und Konsumgesellschaften. Heutzutage verwendet man den Ausdruck
,,Autonome" als Bezeichnung von Mitgliedern antiautoritärer bzw. anarchistischer
Bewegungen. Autonome sind in keinster Weise strukturiert oder organisiert, es
bestehen lediglich lose Verbindungen zwischen verschiedenen autonomen Gruppen.
Anhänger solcher Bewegungen verfolgen antiautoritäre, sozialrevolutionäre Ideale
und streben danach, selbstbestimmte Freiräume zu schaffen. Autonome nehmen mit
rund 6000 Anhängern den größten Teil der gewaltbereiten linksextremen Szene ein.
3. Aktionen
3.1 ,,Der Revolutionäre 1. Mai 1987" in Berlin
Am 1. Mai 1987 fand die wohl berühmteste Aktion autonomer Aktivisten statt, die es
je in ihrer Geschichte gegeben hat. Der Tag begann, wie jeder 1. Mai, mit einem
traditionellen Straßenfest in Berlin-Kreuzberg, welches bis zum Nachmittag friedlich
verlief. Um 16 Uhr wurde ein Streifenwagen der Polizei umgeworfen, während die
Beamten nicht an diesem standen. Hinzu kam, dass zwei Bauwagen von
Demonstrationsteilnehmern auf die Straße geschoben wurden. Um auf die
vereinzelten Störungen zu reagieren, löste die Polizei unter Einsatz von
Schlagstöcken und Tränengas die Veranstaltung auf. Daraufhin errichteten Besucher
Barrikaden auf den angrenzenden Straßen und griffen die Beamten mit Steinen an,
was zur Folge hatte, dass sich die Ordnungshüter bis gegen 22 Uhr aus dem Gebiet in
4
Kreuzberg zurückziehen mussten. Nachdem die Polizei aus dem Bereich verdrängt
wurde, errichteten Autonome an jeder Ecke der Oranienstraße Barrikaden und
zündeten diese an.
Fahrzeuge der Berliner Feuerwehr, die diese löschen wollten, wurden von Personen
mit Steinen, Molotowcocktails und Zwillen angegriffen. Während eines Einsatzes in
diesem Gebiet wurde sogar ein Wagen von Demonstranten in Beschlag genommen
und ebenfalls als brennende Barrikade verwendet.
Trotz weiträumiger Sperrungen und Einstellung des öffentlichen
Nahverkehrsbetriebes nach Kreuzberg gelangten immer mehr Menschen in diesen
Bezirk, was wohl ein Nebeneffekt der Live-Berichterstattung des Radiosenders
Radio 1002 war.
Während dieser Zeit wurden über 30 Läden von Personen unterschiedlicher
Herkunft geplündert und verwüstet. Darunter war auch eine Filiale der
Supermarktkette ,,Bolle", was erhebliches Aufsehen erregte, da diese angezündet
wurde und komplett abbrannte. Laut Angaben der Feuerwehr soll jedoch nie Gefahr
für die anliegenden Wohnhäuser bestanden haben. Weiterhin wurde der U-Bahnhof
,,Görlitzer Bahnhof" in Brand gesteckt, was zur Folge hatte, dass dieser mehrere
Wochen geschlossen werden musste.
Um ca. 2 Uhr nachts am darauffolgenden Tag konnte die Polizei die Unruhen
beenden. Dies war dadurch möglich, da viele Personen nach den Plünderungen viel
Alkohol konsumierten und dadurch kaum noch Widerstand leisten konnten. Hinzu
kam, dass etliche Akteure seit 10 Uhr morgens auf den Beinen waren und nun die
Müdigkeit einsetzte, wonach sie sich auf den Heimweg begaben. Die Polizei rückte
mit Wasserwerfern und Räumfahrzeugen gegen die noch brennenden Barrikaden und
die verbliebenen Personen vor. Die Bilanz der Polizei sagt, dass über 100 Personen
verletzt wurden, wohingegen die Zahl der Festnahmen zwischen 47 und 55
schwankt. Einer der festgenommenen Personen war Norbert Kubat, welcher nach 3
Wochen Untersuchungshaft in seiner Zelle Suizid beging. Als Reaktion darauf wurde
2 Radio 100 war Ende der 80er Jahre ein linksalternativer Hörfunksender, welcher unteranderem
DDR-Bürgerrechtsaktivisten als Plattform diente.
5
eine Bilka-Filiale in der Nähe der Kottbusser Brücke in Brand gesteckt und ein
Trauermarsch am 28. Mai mit 1500 Teilnehmern organisiert.
Nach dem 1. Mai 1987 etablierte sich eine regelrechte Tradition unter den
Autonomen, die bis heute noch wahrzunehmen ist. Jedes Jahr am 1. Mai kommt es
zu Ausschreitungen in Berlin-Kreuzberg und anderen Großstädten, darunter Leipzig,
Hamburg und Erfurt. Sie versuchen Demonstrationszüge von bekannten Neonazis
(Christian Worch) zu stürmen oder das zu erreichen, was sie schon einmal im Jahr
1987 erreichten.
3.2 Ausschreitungen zum G8-Gipfel in Heiligendamm am 2. Juni 2007
Am 2. Juni 2007 begann der Tag für viele Menschen sehr früh am Morgen, denn
mehrere Tausend Personen machten sich auf den Weg nach Rostock, um gegen den
G8-Gipfel in Heiligendamm zu protestieren. Ich persönlich stand gegen halb 6 Uhr
auf, um gegen 7 einen Regionalexpress zur ostdeutschen Hansestadt zu bekommen.
Mit mir machten sich etwa 300 weitere Personen auf eine 6 stündige Zugfahrt.
Als wir dann angekommen waren, war der Bahnhof mit Menschen gefüllt, wobei an
einigen Stellen mehrere hundert schwarz uniformierte Polizisten standen. Auf dem
Hauptbahnhofsvorplatz hatten sich zu diesem Zeitpunkt 3000 bis 4000 Menschen
eingefunden. Des weiteren stand eine Bühne auf dem Platz, wo mehrere Personen
Reden hielten und um 13 Uhr bekannt gaben, das sich nun alle Demonstranten auf
die Hauptstraße begeben sollten, damit der Demonstrationszug loslaufen konnte.
,,In den Blöcken, die sich am Platz der Freundschaft am Bahnhof auf den Weg
machen, gibt es Clowns, Frauen mit Kindern und Leute, die alle möglichen
politischen Botschaften haben. Aber nicht alle sind bunt und lustig. Zwischen all
diesen Leuten sieht man ein Loch, ein schwarzes Loch." 3 Dieses Zitat beschreibt
ziemlich genau das Bild, was man nun vor sich hatte.
3 Yoatzin Botello, Spiegel Jahres-Chronik 2007
6
Nach einigen wenigen Minuten bewegte sich die Menschenmenge in Richtung
Strand, wo eine weitere Bühne aufgestellt war, auf der hauptsächlich Musik gespielt
wurde und im Verlauf des Nachmittags auch mehrere Bands auftraten. Auf der
vorgesehenen Route fiel mir auf, dass nur relativ wenig Polizei die Route
überwachte. Gelegentlich sah man auf einer Überführung 5 oder 6 Beamte stehen,
wobei mindestens einer eine Kamera auf die Demonstranten richtete. Dieser
Sachverhalt war, wie ich später erfuhr, die sogenannte ,,Deeskalationstaktik" der
Ordnungshüter gewesen.
Die Taktik der Polizei war für mich jedoch etwas fragwürdig, da man immer wieder
zwischen den Protestanten 10 bis 12 Beamte in einer Gruppe sah, welche nach
einiger Zeit von den G8-Gegner umringt wurden. Die Polizisten ihrerseits zogen
dann Schlagstöcke, um Gewaltbereitschaft zu zeigen. Etwas später schritten sie dann
weiter und gingen aggressiv auf Demonstranten los. Dies führte dann zur Eskalation.
Zwar wurde später von der Polizei bekanntgegeben, dass der Angriff eines
Polizeiwagens der Auslöser für das Einschreiten gewesen sei, doch ich persönlich
halte das bloß für einen Vorwand, um die Schuld von sich abzulenken.
Nachdem eine Gruppe von Polizisten meiner Meinung nach die Masse aufgebracht
hatte, schlossen sich nun ca. 200 weitere dieser Gruppe an. Nun sah man ,,eine grüne
Insel" von Ordnungshütern innerhalb einer schwarzen Menschenmenge, wobei ein
stetiger Wall von Steinen und Flaschen auf die die Beamten hernieder ging. Um
nicht komplett aufgerieben zu werden, griffen die Polizisten häufig die
Demonstranten an, doch sie konnten keine Gewalttäter in Gewahrsam nehmen, da sie
in ihrer Situation niemanden festhalten konnten. Nach einer Weile gelang es dann
den Beamten, sich aus der Einkesselung zu befreien, was zur Folge hatte, dass sie
nun gegen einzelne Autonome vorgehen konnten. Hierbei ist interessant zu
erwähnen, dass die Veranstalter der Kundgebung die Demonstranten dazu
aufgerufen haben, weiterhin Widerstand gegen die Polizeiwillkür zu leisten, denn
ihrer Ansicht nach war es die Polizei, die zu den Ausschreitungen geführt hatte. Nach
einer Weile fuhr ein Wasserwerfer auf den Platz der Kundgebung und sorgte dafür,
dass dieser von Demonstranten geräumt wurde. Während der gesamten
Ausschreitungen wurden 3 Fahrzeuge in Brand gesteckt.
7
Für mich endete der Tag in Rostock schon gegen 16 Uhr. Die Ausschreitungen als
solche dauerten jedoch noch bis in den Abend hinein an. Medienberichten zufolge
gab es mehr als 1000 Verletzte, davon ca. 430 Polizisten, wobei von diesen
angeblich etwa 30 stationär behandelt hätten werden müssen. Laut Nachforschungen
des Focus seien diese Zahlen jedoch nur aus der Luft gegriffen, zumindest die der
klinischen Behandlung, da nur 8 Personen hätten behandelt werden müssen.
4. Ziele
Die Ziele der Autonomen Bewegung sind sehr vielschichtig und meist besteht auch
kein direkter Zusammenhang zwischen der vorangegangen Situation und der daraus
resultierenden Ausschreitungen.
Als erstes ist fest zustellen, das Autonome eine grundlegende Abneigung gegenüber
Nationalsozialisten und der Polizei haben, was auch durch ihre Taten gezeigt wird.
Sie kämpfen grundlegend für herrschaftsfreie Räume, welches am Beispiel des 1.
Mai 1987 gezeigt werden kann, da man dort für eine kurze Zeit ein solches
Territorium geschaffen hat. Weiterhin lehnen sie den Kapitalismus in allen Formen
ab. In einem Schreiben zu Räumungen eines Hauses in Berlin heißt es: ,,Wir
erkämpfen Freiräume die Luft brennt. [...] In Zeiten ständiger
Stadtumstrukturierungen, die sich hauptsächlich gegen sozial Benachteiligte richtet,
ist es nötiger denn je, sich Freiräume zu erkämpfen. [...] Luxussanierungen und teure
Mieten nutzen nur den Spekulanten! Lasst euch die Beschneidung eurer Freiheit
(auch der zu wohnen, wie und wo ihr wollt) nicht länger gefallen! Wehrt euch, bildet
Banden! Die Häuser, denen die drin wohnen, Freiräume zu erkämpfen und
verteidigen! Spekulantenwichser in den Mixer!" (INTERIM, Nr. 637 vom 1. Juni
2006, S. 15) Gemeinhin kann man sagen, dass Autonome nach Anarchie4 streben.
Das gesamte ideologische Konzept der Linksextremen beruft sich im Allgemeinen
auf Anti-Einstellungen (,,antikapitalistisch", ,,antifaschistisch", ,,antipatriarchal").
4 Anarchie ist der Zustand der Herrschaftslosigkeit und der Gesetzlosigkeit.
8
Hinzu kommen Teile aus anarchistischem und kommunistischem Gedankengut
(,,Klassenkampf", ,,Revolution", ,,Imperialismus").
Eine weitere grundsätzliche Motivation autonomer Gewalttäter ist die antideutsche
Haltung, was bedeutet, dass sich die Autonomen zum Ziel gesetzt haben, den
deutschen Staat als solchen mit allen Mitteln zu bekämpfen. Oftmals findet man
diese Art der Abneigung auch auf die USA bezogen, da sie die kapitalistischste
Gesellschaft auf der Welt ist. Der freiheitliche Rechtsstaat wird als imperialistisch,
rassistisch und faschistisch deklassiert und muss daher gewaltsam umgewälzt
werden.
Doch nicht alle Aktionen der Autonomen begründen sich auf die genannten Ziele, so
haben einige Personen auch nur Spaß daran, sich mit anderen Menschen zu prügeln.
Diese Form der Auseinandersetzungen findet man jedoch eher bei Fußballfans,
welche auch Hooligans genannt werden.
5. Autonome in der freiheitlich demokratischen
Grundordnung
Im Grundgesetz des deutschen Staates ist die freie Entwicklung eines jeden einzelnen
Menschen gewährleistet. ,,Jeder hat das Recht auf freie Entfaltung seiner
Persönlichkeit [...]" (Grundgesetz Artikel 2, Absatz 1) Auf dieses Recht verweisen
viele Autonome, um ihre Aktionen zu rechtfertigen. Jedoch steht weiterhin in
demselben Absatz ,,[...] soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen
die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt". Dies bezieht sich
auf den ersten Artikel des Grundgesetzes ,,Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Sie zu achten und zu schützen, ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt"
(Grundgesetz Artikel 1, Absatz 1).
Laut diesem Artikel würden Autonome auf Demonstrationen immer wieder gegen
ein Grundgesetz verstoßen, da sie die Würde der Menschen missachten, die sie
angreifen, nämlich der Polizisten. Da der Kläger, in diesem Fall der deutsche Staat,
da die Polizei das vollziehende Gewaltorgan des deutschen Staates ist, in der
9
Nachweispflicht ist, kommt es jedoch selten zu Verurteilungen. Des Weiteren darf
man die Polizei nicht als ,,normalen" Kläger sehen, da sie nur im Aufrag des Staates
handelt. Deshalb kommt es, wenn ein autonomer Gewalttäter in seiner Schuld
bewiesen wurde, nur zu Urteilen von Landfriedensbruch.
,,Wer sich an 1. Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder Sachen oder 2.
Bedrohungen von Menschen mit einer Gewalttätigkeit, die aus einer
Menschenmenge in einer die öffentliche Sicherheit gefährdenden Weise mit
vereinten Kräften begangen werden, als Täter oder Teilnehmer beteiligt oder wer auf
die Menschenmenge einwirkt, um ihre Bereitschaft zu solchen Handlungen zu
fördern [...]" (Strafgesetzbuch § 125, Absatz 1)
Um Schuld nachweisen zu können, werden auf Demonstrationen von der Polizei
Kameras mitgeführt, um eventuelle Gewalttäter überführen zu können. Um dem
entgegenwirken zu können, vermummen sich die Autonomen mit dunkler Kleidung,
was zu dem Phänomen des Schwarzen Blocks führt. Der Staat reagierte darauf und
gab am 28. Juni 1985 das Vermummungsgesetz heraus, worin es verboten ist, sich
während einer öffentlichen Veranstaltung so zu kleiden, dass man seine Identität
nicht mehr feststellen kann. ,,Es ist auch verboten, an derartigen Veranstaltungen in
einer Aufmachung, die geeignet und den Umständen nach darauf gerichtet ist, die
Feststellung der Identität zu verhindern, teilzunehmen oder den Weg zu derartigen
Veranstaltungen in einer solchen Aufmachung zurückzulegen. [...]"
(Versammlungsgesetz §17a, Absatz 2). Dieses Gesetz wird oftmals auch als
Vorwand von Polizeieinsatzleitern genutzt, um Demonstrationen aufzulösen.
Weiterhin stellt sich damit das Problem der Strafverfolgung ein, da man bei
Ausschreitungen mit mehreren hundert Teilnehmern schlecht alle festhalten kann,
um deren Identität festzustellen.
Mitunter baut dieses Gesetz bei Autonomen Unverständnis auf und schürt weiter den
Hass auf den deutschen Staat, da ihm im Allgemeinen eine bevorzugte Rolle
zugeschrieben wird. Dies zeigt sich beispielsweise daran, dass Polizeibeamte ohne
Genehmigung der betreffenden Person Fotos von Demonstranten machen dürfen.
Weiterhin zeigt sich diese hervorgehobene Stellung durch Formulierungen in
Gesetzen wie zum Beispiel beim Versammlungsgesetz deutlich:" Es ist verboten [...]
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auf dem Weg dorthin Schutzwaffen oder Gegenstände, die als Schutzwaffen geeignet
und den Umständen nach dazu bestimmt sind, Vollstreckungsmaßnahmen eines
Trägers von Hoheitsbefugnissen abzuwehren, mit sich zu führen. [...]"
(Versammlungsgesetz § 17a) Selbst für mich ist es unverständlich, warum ich mich
bei einer öffentlichen Versammlungen nicht gegen einen ,,Träger von
Hoheitsbefugnissen", also zum Beispiel gegen einen Polizisten, wehren darf, wenn
man aus der Situation heraus sehen kann, dass ich keine Handlung begangen habe,
die als Straftat gewertet werden kann. Ich habe bei einer Demonstration in Leipzig
selbst erlebt, wie mich ein Polizeibeamter von der Straße gestoßen hatte, weil ich
angeblich irgendetwas blockiert hätte. Dies ist weiterhin ein Anreiz für Autonome,
solche Aktionen wie im Punkt 3 beschrieben zu vollziehen. Generell wird dies als
Polizeiwillkür beschrieben. Gegen diese lässt sich auch schlecht vorgehen, da sich
Polizeibeamte gegenseitig decken können und dann ein einzelner Kläger keine
Möglichkeit hat, sich dagegen zu behaupten.
Letzten Endes bleiben Autonome Straftäter, die sich irgendwann zu verantworten
haben. Ihre Ziele sind meinem Erachten nach legitim, außer dem der Abschaffung
des deutschen Staates. Weiterhin ist Anarchie im Allgemeinen ein heikles Thema,
denn wenn ein Gebiet ohne Gesetz ist, bricht dort das Chaos aus, was zum
Leidwesen aller wird. Grundsätzlich ist die Art entscheidend, wie man versucht,
seine Ziele durchzusetzen. Wenn man Gewalt nutzt, wird man in der Gesellschaft
nicht gehört.
11
6. Literatur- und Quellenverzeichnis
Bundesrepublik Deutschland
(23. Mai 1949).
Grundgesetz
.
Duden
(1990).
Das Fremdwörterbuch.
Meyers Lexikonverlag.
Unbekannt
(kein Datum). Abgerufen am 3. Februar 2008 von Youtube:
http://www.youtube.com
Unbekannt
(2. Juni 2007). Abgerufen am 25. Januar 2008 von Spiegel Online:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,486280,00.html
Unbekannt
(9. Januar 2008). Abgerufen am 25. Januar 2008 von Wikipedia.org:
http://de.wikipedia.org/wiki/Autonome
Unbekannt
(3. Januar 2008). Abgerufen am 3. Februar 2008 von Wikipedia.org:
http://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Mai_in_Kreuzberg#Erster_Mai_1988
Verfassungsschutz
(2006).
Verfassungsschutzbericht.
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