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Seminararbeit, 2003, 19 Seiten
Autor: Martin Knopp
Fach: Romanistik - Französisch - Literatur
Details
Institution/Hochschule: Universität Hamburg (Institut für Romanistik)
Tags: Molière, Figur, Tartuffe, Formen, Komödie, Molière
Jahr: 2003
Seiten: 19
Note: 2
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-18306-2
Dateigröße: 80 KB
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Wintersemester 2002/03
Molière
Die Figur des Tartuffe
Martin Knopp
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Die Querelle du Tartuffe 2
3. Vorbemerkung 3
4. Direkte Charakteristik Tartuffes durch andere Personen 4
4.1. Tartuffes äußeres Erscheinungsbild 4
4.2 Tartuffes soziale Herkunft und seine soziale Stellung bevor er zu Orgon kam und seine Rolle als directeur de conscience 5
4.3 Aussagen anderer über Tartuffes Verhalten und seine Eigenschaften bis zu seinem 1. Auftreten 6-8
5.1 Tartuffes Verhalten selbst 9-11
5.2 Tartuffes Demaskierung 12-14
6.1 Der Begriff der Satire 15
6.2 Die satirischen Elemente in der Komödie Le Tartuffe 15
7. Schlussbetrachtung 16
Literaturverzeichnis 17
1. Einleitung
Die Komödie „Le Tartuffe ou l‘Imposteur“ des französischen Dramatikers Molière (1622-1673), der mit bürgerlichem Namen Jean-Baptiste Poquelin hieß, wurde am 5. Februar 1669, nach einem 5 Jahre langen schwelenden Streit mit hohen Trägern der katholischen Kirche, der Pariser Öffentlichkeit präsentiert und wurde ein voller Erfolg.
Im Tartuffe (1664) erreichte die Politisierung der Komödie in den sogenannten fünfaktigen Verskomödien der Sechszigerjahre des 17. Jahrhunderts ihren Höhepunkt. Im Tartuffe setzt sich Molière mit einer gesellschaftlichen Fehlentwicklung auseinander, nämlich mit den Gefahren, die der zunehmende Einfluss orthodoxer religiöser Kreise sowohl für die Freiheit des Individuums als auch für die Gesellschaft insgesamt mit sich brachte. Das Stück Le Tartuffe erregte so viel Einfluss, da es die Praktiken und geläufigen religiösen (Grund)Haltungen des 17. Jahrhunderts in Frage stellte.
Im Le Tartuffe wird das Leben einer reichen bürgerlichen Familie durch die Ankunft des Eindringlings Tartuffe belastet. Die beiden Hauptcharaktere dieser klassischen Komödie, bestehend aus 5 Akten, sind Orgon, ein reicher bürgerlicher Mann aus Paris, und Tartuffe, ein parasitärer Heuchler, der seine auf vorgetäuschter Religiösität basierende Macht missbraucht und Orgon psychisch und materiell enteignen will. Der Handlungsort der Komödie ist der Salon Orgons.
Ich möchte in dieser Hausarbeit zunächst auf die Querelle du Tartuffe eingehen und dabei die Rolle der katholischen Kirche im 17. Jahrhundert kurz skizzieren, um nach einer Vorbemerkung Tartuffe ausführlich zu charakterisieren, dabei unter anderem seine soziale Stellung vor und während seines Aufenthaltes bei Orgon darlegen, und danach darstellen, wie unterschiedlich Tartuffe von den einzelnen Familienmitgliedern vor seinem ersten Auftritt beschrieben wird und wie er sich danach selbst im Verlaufe der Komödie verhält , wie seine Demaskierung geplant und erfolgreich ausgeführt wird sowie die satirischen Elemente der Komödie Le Tartuffe kurz darstellen.
2. Die Querelle du Tartuffe (1664-1669)
Die erste Version des Tartuffe, dem König am Hof von Versaille 1664 vorgeführt, provozierte einen Aufschrei im Lager der orthodoxen Katholiken. Da es Molière gewagt hatte die falsche Frömmigkeit und die geläufigen Haltungen des 17. Jahrhunderts zu attackieren, wurde das Stück trotz der königlichen Unterstützung von Ludwig XIV verboten.
Es war das erste Mal, dass das Ancien Régime ein Theaterstück verbot. Am 5. August 1667 wurde Tartuffe zum ersten Mal in Paris der Öffentlichkeit vorgeführt, allerdings unter dem Titel “L’Imposteur“ und Tartuffe hieß Panulphe. Doch auch die zweite Version des Stückes wurde am 6.Augsut von Lamoignon, dem ersten Präsident des Parlaments von Paris, in Abwesenheit des Königs verboten.
Die „Compagnie du Saint-Sacrement“, deren Mitglied Lamoignon war, machte die Elite der einflussreichen Katholiken aus, die Krankenhäuser und Schulen gründete. Sie spiegelte den Einfluss der katholischen Kirche in Frankreich wider. Dem Einfluss der katholischen Kirche auf das alltägliche Leben in Frankreich sowie am Hofe konnte sich nicht einmal der König Ludwig XIV widersetzen. Folglich herrschte bei Hofe die Frömmigkeit vor. 5 Jahre lang versuchten diese devoten Kreise Molières Religions- und Autoritätskritik zu verhindern.
Dass sich Molière schließlich gegen diese mächtigen Gruppierungen zu behaupten vermag, ist nur möglich dank des aktiven Schutzes, den er zehn Jahre lang von Ludwig XIV. erhielt. Erst am 5. Februar 1669 erlaubte König Ludwig XIV die öffentliche Aufführung des Tartuffe unter dem ursprünglichen Titel und mit den ursprünglichen Kostümen.
Noch am selben Tag der königlichen Erlaubnis wurde das Stück der Pariser Öffentlichkeit vorgeführt.
Das Stück Tartuffe war ein andauernder Erfolg, da es nicht die Öffentlichkeit schockierte und die Kirche die Aufführung nicht verhindern konnte. Tartuffe wurde das beliebteste Stück des 17. Jahrhunderts. Es ist das am häufigste aufgeführte Stück des klassischen Theaters: fast dreitausend Mal in 3 Jahrhunderten.
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