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Über Johann Heinrich Pestalozzi und seinen „Stanser Brief“ close

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Über Johann Heinrich Pestalozzi und seinen „Stanser Brief“

Termpaper, 2007, 18 Pages
Author: Natalie Schlee
Subject: Pedagogy - History of Pedagogy

Details

Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 18
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 6  Entries
Language: German
Archive No.: V124199
ISBN (E-book): 978-3-640-29059-8
ISBN (Book): 978-3-640-29077-2

Abstract

In seinem "Stanser Brief" hat Pestalozzi über die Erfahrungen seiner Armenanstalt in Stans berichtet. Dabei legte er auch seine Vorstellungen von der Methode der sittlichen Erziehung dar, die er später als Idee der Elementarbildung bezeichnete und zu seinem neuartigen Unterrichtskonzept ausarbeitete. Pestalozzis „Brief an einen Freund über meinen Aufenthalt in Stans“ stellt den Gegenstand der vorliegenden Arbeit dar. Als Erstes wird in der Biografie ein Überblick über die wichtigsten Ereignisse und Daten im Leben von Johann Heinrich Pestalozzi gegeben. Danach folgt eine ausführliche Interpretation des „Stanser Briefs“, die sich vor allem auf die Untersuchungen und Erkenntnisse der Arbeit von Wolfgang Klafki „Pestalozzi über seine Anstalt in Stans“ stützt. So wird analog der Interpretation von Klafki zuerst die äußere Geschichte des Stanser Versuchs dargelegt. Danach wird die Ausgangssituation der Arbeit von Pestalozzi in Stans beschrieben. Im nächsten Schritt werden die drei Stufen der Methode der sittlichen Erziehung, die Pestalozzi in seinem Brief entwickelte, erläutert. Abschließend wird ein Fazit gezogen.


Excerpt (computer-generated)

Universität Osnabrück

Erziehungs- und Kulturwissenschaften

Erziehungswissenschaft

SS 2007

Johann Heinrich Pestalozzi und sein ,,Stanser Brief"













Seminar

Grundlagen I: Theorien der Erziehung

Natalie Schlee

Erziehungswissenschaft (7) / Kunstpädagogik (7)


Inhaltsverzeichnis

Einleitung 3

1. Biografie 4

1.1 Kindheit und Jugend (1746-1769) 4

1.2 Neuhofjahre (1769-1798) 4

1.3 Stans (1798-1799) 5

1.4 Burgdorf und Münchenbuchsee (1800 - 1804/05) 5

1.5 Yverdon (1804 - 1825) 6

1.6 Letzte Lebensjahre (1825 - 1827) 6

2. Pestalozzis Anstalt in Stans und ,,Stanser Brief" 7

2.1 Die äußere Geschichte des Stanser Versuchs 7

2.2 Die Ausgangssituation 8

2.3 Die Methode der sittlichen Erziehung 11

2.3.1 Allseitige Besorgung 11

2.3.2 Das sittliche Handeln 12

2.3.3 Die Reflexion 14

Fazit 15

Literaturverzeichnis 17

2


Einleitung

Johann Heinrich Pestalozzi gilt als einer der großen Klassiker der Pädagogik, dessen

erziehungswissenschaftliche Bedeutung für die Allgemeine Pädagogik und für die Schul- und

Sozialpädagogik enorm ist. Der schweizerische Pädagoge widmete sich vor allem der

Armenerziehung. ,,Deutlicher als jeder andere Pädagoge setzt er sich zum Ziel, die Armut der

Landbevölkerung durch Elementarpädagogik zu beheben. Er glaubt daran, dass durch die

richtige Vermittlung der Elementarbildung auch die sittliche Verbesserung eintritt, die er für

das wichtigste Ziel hält."1 Die sittlich-soziale Erziehung, ,,... verstanden als pädagogisch zu

unterstützende Hilfe der Entwicklung des Kindes und des jungen Menschen zur moralisch

selbstverantwortlichen Person in ihren sozialen Bezügen"2, stellt für Pestalozzi das

Hauptanliegen dar. Einer der zentralen Texte ist hier der ,,Stanser Brief".

In seinem "Stanser Brief" hat Pestalozzi über die Erfahrungen seiner Armenanstalt in Stans

berichtet. Dabei legte er auch seine Vorstellungen von der Methode der sittlichen Erziehung

dar, die er später als Idee der Elementarbildung bezeichnete und zu seinem neuartigen

Unterrichtskonzept ausarbeitete.

Pestalozzis ,,Brief an einen Freund über meinen Aufenthalt in Stans" stellt den Gegenstand

der vorliegenden Arbeit dar. Als Erstes wird in der Biografie ein Überblick über die

wichtigsten Ereignisse und Daten im Leben von Johann Heinrich Pestalozzi gegeben. Danach

folgt eine ausführliche Interpretation des ,,Stanser Briefs", die sich vor allem auf die

Untersuchungen und Erkenntnisse der Arbeit von Wolfgang Klafki ,,Pestalozzi über seine

Anstalt in Stans" stützt. So wird analog der Interpretation von Klafki zuerst die äußere

Geschichte des Stanser Versuchs dargelegt. Danach wird die Ausgangssituation der Arbeit

von Pestalozzi in Stans beschrieben. Im nächsten Schritt werden die drei Stufen der Methode

der sittlichen Erziehung, die Pestalozzi in seinem Brief entwickelte, erläutert.

Abschließend wird ein Fazit gezogen.

1 Simon, S. 111

2 Klafki, S. 40

3


1. Biografie

1.1 Kindheit und Jugend (1746-1769)

Johann Heinrich Pestalozzi wurde am 12. Januar 1746 in Zürich geboren.3 Die ursprünglich

aus Italien stammende Kaufmannsfamilie Pestalozzi war Mitte des 16. Jahrhunderts nach

Zürich übergesiedelt und hatte sich dort das Bürgerrecht erworben. Erst Pestalozzis Großvater

Andreas Pestalozzi gab den angestammten, erfolgreichen Textilhandel der Familie auf,

studierte Theologie und wurde Pfarrer. Sein Vater, Johann Baptiste (1718-1751), der ohne

akademische Ausbildung Chirurg geworden war, verstarb als Pestalozzi 5 Jahre alt war. Seine

Mutter, Susanne Hotz, stammte aus einer sozial angesehenen und wohlhabenden, international

renommierten Ärztefamilie. Nach dem Tod des Vaters wuchsen die Kinder in sozial

ungesicherten Verhältnissen unter der Obhut der Mutter heran.

Pestalozzi besuchte alle Schulen, die einem intelligenten jungen Stadtbürger offen standen

und kam so mit den berühmten Personen der schweizerischen Aufklärung in Kontakt. Im

Kreis der ,,Patrioten" um Johann Jakob Bodmer lernte Pestalozzi die Gedanken alter und

neuer Philosophen kennen, vor allem die Gedanken und Werke von Jean Jacques Rousseau.

In ersten Schriften (,,Agis" und ,,Wünsche") setzte sich Pestalozzi mit der selbstherrlichen

Regierungsweise der Herrschenden auseinander. Theologie- und Jurastudium brach er ab und

begann eine landwirtschaftliche Lehre, um als Bauer bzw. landwirtschaftlicher Unternehmer

zu leben. 1767 verliebte er sich in Anna Schulthess, die aus einer der angesehensten und

reichsten Züricher Familien stammte.

1.2 Neuhofjahre (1769-1798)

1769 begann Pestalozzi nahe bei Zürich mit der Betreibung eines gepachteten Landgutes.

Nach der Heirat mit Anna Schulthess konnte er dank der finanziellen Unterstützung ihrer

Familie ein eigenes Gut, den Neuhof, errichten. 1770 wurde Pestalozzis einziger Sohn

geboren, der zu Ehren des Republikaners und Pädagogen Rousseau Hans Jakob getauft wurde

und nach den Konzepten des Erziehungsromans

Emile

in der Einsamkeit der Natur und ohne

direkten menschlichen Zwang erzogen werden sollte. Das Tagebuch Pestalozzis über die

Erziehung dieses einzigen eigenen Kindes bezeugt die Fixierung des Vaters auf die Konzepte

und den Misserfolg seiner Erziehung.

Bald nach der Errichtung des Neuhofs zeichnete sich infolge schlechter Planung und

3 Die biografischen Daten stammen aus folgenden Quellen: Dollinger, S. 54-60, Scheuerl, S. 171-177 und

www.heinrich-pestalozzi.info

4



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