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Frauenrechte - Menschenrechte

Research Paper, 1995, 28 Pages
Author: Mag. Karin Stepanek
Subject: Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal

Details

Event: Proseminar aus Internationaler Politik
Institution/College: University of Vienna (Politikwissenschaft)
Tags: Frauenrechte, Menschenrechte
Category: Research Paper
Year: 1995
Pages: 28
Grade: Sehr gut
Language: German
Archive No.: V12420
ISBN (E-book): 978-3-638-18307-9
ISBN (Book): 978-3-638-64241-5
File size: 232 KB

Abstract

Prostitutionstourismus ist eine der verschiedenen nachteiligen Auswirkungen des Massentourismus auf die Länder der Dritten Welt. Doch Massenprostitution ist keine zwangsläufige Konsequenz von Massentourismus in die Dritte Welt. Prostitution kann als Attraktion im harten Konkurrenzgeschäft genutzt werden, dann wird sie zum Touristenservice. Massentourismus in die Dritte Welt ist oft kein interkultureller Austausch, sondern ist weitgehend dominiert von den finanziellen und kulturellen Privilegien der weißen Reisenden. Der Markt des Prostitutionstourismus macht sich Armutsverhältnisse und frauendiskriminierende Strukturen zunutze. Prostitution ist eine Folge der Tourismusindustrie zwischen Erster und Dritter Welt. Der Nord-Süd-Gegensatz erfährt eine radikale Widerspiegelung in der Prostitution. Massentourismus selbst bringt nachteilige Veränderungen für breite Bevölkerungsschichten mit sich und verschlechtert häufig die Lebensgrundlage von Frauen noch mehr, womit ihr Weg in die Prostitution gekennzeichnet ist. Werbung für Sextourismus baut auf weitverbreitete sexistische und rassistische Klischees auf. Der Kauf von weiblicher Sexualität wird durch Werbung für Sextourismus unterstützt und gefördert. Mit der konsequenten Unterlassung könnte einiges bewirkt werden: Die Trennung zwischen Sextouristen und „normalen“ Touristen wäre nicht mehr möglich. Der Ausweitung von Sextourismus in andere Länder der Dritten Welt wäre entgegengewirkt.


Excerpt (computer-generated)

 

 

Frauenrechte-Menschenrechte



PROSTITUTIONSTOURISMUS IN THAILAND:

1 Einleitung:


a, Internationaler Tourismus als Wachstumsbranche Nr. Eins

b, Tourismus als Entwicklungsstrategie

c, Prostitutionstourismus

c a, Schätzungen zum Umfang des Prostitutionstourismus
c b, Formen der Werbung für den Prostitutionstourismus
c b a, Werbung für Sextourismus in den Massenmedien
c b b, Werbung der Reiseveranstalter
c b c, Werbung der Reiseführer
c b d, Werbung für Sextourismus durch Pornographie
c c, Organisatorische Zusammenhänge und ökonomische Verflechtungen zwischen Tourismus- und Prostitutionstourismusindustrie
c d, Aktuelle Entwicklungen im Prostitutiostourimus

2 Fallstudie Thailand:


a, Literaturlage

b, Zur wirtschaftlichen Entwicklung

c, Situation der Frauen

c a, Frauenrolle und Religion
c b, Geschichte der Frauenarbeit
c c, Frauenarbeit in der Landwirtschaft
c d, Arbeitsmigration in die Städte
c e Arbeit im Diebstleistungssektor

d, Prostitutionstourismus in Thailand

d a, Geschichte der Prostitution
d a a, Regelung der Prostitution durch Gesetze
d a b, Auswirkungen der Militarisierung im Zuge des Vietnamkrieges
d b, Zentren des Prostitutiostourismus
d c, Arbeit im Sex-Service-Sektor
d c a, Biographische Daten zu den Prostituierten
d c b, Wege in die Prostitution
d c c, Formen der Prostitution
d c d, Psychische Situation der Prostituierten
d c e, Gesundheitsversorgung der Prostituierten
d c f, Profiteure des Sextourismus und Verdienst der Prostituierten
d c g, Unterstützung der Familien mit dem Verdienst aus der Prostitution
d c h, Möglichkeiten des Ausstiegs aus der Prostitution
d d, Staatlicher Umgang mit Prostitution

e, Aktionsgruppen und Widerstand in Thailand


3, Zusammenfassende Bemerkungen


4, Ergebnisse und handlungsorientierte Empfehlungen


a, Zum Schutz der Frauen

b, Strafverfolgung

c, Prävention

 

 


Einleitung:

Prostitutionstourismus ist eine der verschiedenen nachteiligen Auswirkungen des Massentourismus auf die Länder der Dritten Welt. Im folgenden werden die Zusammenhänge von Prostitutionstourismus mit Werbung, Kapitalverflechtung u.a. aufgezeigt, wobei die finanziellen Interessen und Hintergründe herausgearbeitet werden.

a, Internationaler Tourismus als Wachstumsbranche Nr. Eins:

Die Tourismusindustrie gilt mit einer 15 %igen durchschnittlichen Wachstumsquote als Wachstumsbranche Nr. Ein1 . Dies erklärt sich durch die erhöhten Fernreisebedürfnisse der Bevölkerung der industrialisierten Staaten, die es sich leisten kann, immer weitere und längere Reisen zu unternehmen. Als Reflex auf den materiellen Wohlstand in den Industrieländern nach dem 2. Weltkrieg und die Verlängerung der Urlaubszeiten, bildete sich eine massive Nachfrage nach Fernreisen, die sich zunehmend auf Länder der Dritten Welt richtete. Immer mehr Länder der Dritten Welt hoffen auf Tourismus als Entwicklungsstrategie.

b, Tourismus als Entwicklungstrategie:

Wachsender Protektionismus und Preisverfall traditioneller Exportprodukte von Dritte Welt Ländern auf dem Weltmarkt lassen viele Länder auf den internationalen Tourismus als neue Entwicklungsstrategie zurückgreifen. Sie hoffen, ihre desolate Finanzsituation über den internationalen Tourismus lösen zu können.

c, Prostitutionstourismus:

Die Entstehung der Massenprostitution in Südostasien beruht auf der Vorgeschichte des Vietnamkrieges. Die Anwesenheit des amerikanischen Militärs schuf mit einer Nachfrage nach Prostitution riesige „rest and recreation“2 -Märkte. Es entstanden ganze Städte mit „soldatenfreundlichen Infrastrukturen“3 . Nach Kriegsende wurde die vorhandene Infrastruktur des Sexgeschäftes für die Tourismusindustrie genutzt. Schon vor dem Abzug der letzten Militäreinheiten war die Sexindustrie zu einem Bestandteil der internationalen touristischen Attraktion geworden. Dieser problemlose Übergang ist auf die verstärkte Tourismuswerbung zurückzuführen.

Thailand weist heute den größten internationalen Prostitutionsmarkt auf. Die Nachfrage der Männer nach käuflicher Sexualität und der Zwang der Frauen, ihren Körper zu verkaufen, in Kombination mit entsprechender Werbung und infrastruktureller Vermarktung kann leicht zu einem expandierenden Prostitutionsmarkt führen.

c a, Schätzungen zum Umfang des Prostitutionstourismus:

[...]


1 Vgl. agisra, S.20
2 agisra, Frauenhandel und Prostitutionstourismus: Eine Bestandaufnahme, München 1990
3 agisra, Frauenhandel und Prostitutionstourismus: Eine Bestandaufnahme, München 1990


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