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Das Universitätsideal Wilhelm von Humboldts

Termpaper, 2007, 18 Pages
Author: Natalie Schlee
Subject: Pedagogy - History of Pedagogy

Details

Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 18
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V124200
ISBN (E-book): 978-3-640-29096-3
ISBN (Book): 978-3-640-29119-9

Abstract

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem Bildungsideal Wilhelm von Humboldts der deutschen Universität auseinander. Nach einer Biografie Wilhelm von Humboldts werden dabei zunächst der historische Kontext und die Situation an den deutschen Universitäten an der Wende vom 18. ins 19. Jahrhundert erläutert, die für das Verständnis der bildungspolitischen Ideen Humboldts wichtig sind. Als nächstes werden Humboldts vier Prinzipien der universitären Bildung vorgestellt, die das Humboldtsche Universitätsideal kennzeichnen. Als letztes wird die Relevanz der Bildungsvorstellungen Humboldts für die heutige Hochschulreform betrachtet. Abschließend wird ein Fazit gezogen.


Excerpt (computer-generated)

Universität Osnabrück

Erziehungs- und Kulturwissenschaften

Erziehungswissenschaft

SS 2007

Das Universitätsideal Wilhelm von Humboldts









Seminar

"Die Universität als Schule der Freiheit"?

Gegenwärtige (und vergangene) Diskurse zur Zukunft der Universität

Natalie Schlee

Bachelor

Erziehungswissenschaft (7) / Kunstpädagogik (7)


Inhaltsverzeichnis

Einleitung 3

1. Wilhelm von Humboldts Leben und Wirken 4

2. Der zeitgeschichtliche Hintergrund für Humboldts Bildungsreformen 6

3. Die Situation an den deutschen Universitäten an der Wende vom 18. ins 19.
Jahrhundert 7

4. Humboldts Prinzipien universitärer Bildung 9

4.1 Bildung durch Wissenschaft 10

4.2 Einsamkeit und Freiheit 11

4.3 Freiheit von Forschung und Lehre 12

4.4 Einheit von Forschung und Lehre 13

5. Aktuelle Relevanz der Bildungsvorstellungen Humboldts für die heutige
Hochschulreform 14

Fazit 15

Literaturverzeichnis 17

2


Einleitung

Wilhelm von Humboldt gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Neuhumanismus, der

maßgeblich zur Entwicklung des klassischen deutschen Bildungsbegriffs beigetragen hat.

Daneben hat er als Geheimer Staatsrat und Direktor der Sektion für Kultus und Unterricht in

Preußen wegweisend an der Preußischen Bildungsreform mitgewirkt und die Reform der

Schulbildung vom Elementarbereich bis zum Abitur, sowie die Einrichtung der Berliner

Universität wesentlich betrieben. Auch die intensiv geführte aktuelle Diskussion um die

Neugestaltung der Hochschulen tut gut daran, sich der Humboldtschen Vorschläge zur

Einrichtung der Berliner Universität Anfang des 19. Jahrhunderts zu erinnern. Humboldts

Idee der ,,Einheit von Forschung und Lehre", die forschendes Lernen zum Prinzip der

Universitäten erklärt, und die ,,Bildung durch Wissenschaft" in ,,Einsamkeit und Freiheit",

womit Originalität und Unabhängigkeit der wissenschaftlichen Arbeit und

Persönlichkeitsentwicklung gemeint sind, stellen unverzichtbare Qualitätsstandards von

Universitäten dar, auf die auch in Zeiten der Massenuniversität, des starken

Berufsfeldbezuges und der ökonomischen Ausrichtung nicht verzichtet werden sollte.

Es findet sich eine Fülle von Beiträgen, die sich mit der Wilhelm von Humboldts Idee der

Universität auseinandersetzen. Der Spannungsbogen reicht von der Bekräftigung und

Rechtfertigung der Humboldtschen Gedanken zur Universität als nach wie vor geltendes und

anzustrebendes Ideal bis hin zur kritischen Infragestellung und Forderung nach Überarbeitung

seiner Konzeption, begründet durch die veränderten Verhältnisse und mitunter auch durch den

Verweis darauf, dass sich diese Idee bereits zur Zeit der Neugründung der Berliner

Universität nicht entsprechend umsetzen ließ.

Wilhelm von Humboldts Entwurf entstand im Zuge intensiver Reformbestrebungen in

Preußen Anfang des 19. Jahrhunderts, die das Schul- und Erziehungswesen insgesamt, sowie

die Universitäten im Besonderen betrafen. Die traditionellen Universitäten jener Zeit

befanden sich in einer Krise und sollten den Anforderungen der Aufklärung entsprechend neu

strukturiert werden. Dieser Umstand kann als symptomatisch für die gesamte

Universitätsentwicklung bezeichnet werden: Reformdiskussionen

waren und sind in

wiederkehrenden Abständen bestimmend für die Universität. Sie stellen auch im aktuellen

Universitätsdiskurs einen entscheidenden Gesichtspunkt dar.

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem Bildungsideal Wilhelm von Humboldts der

deutschen Universität auseinander. Nach einer Biografie Wilhelm von Humboldts werden

3


dabei zunächst der historische Kontext und die Situation an den deutschen Universitäten an

der Wende vom 18. ins 19. Jahrhundert erläutert, die für das Verständnis der

bildungspolitischen Ideen Humboldts wichtig sind. Als nächstes werden Humboldts vier

Prinzipien der universitären Bildung vorgestellt, die das Humboldtsche Universitätsideal

kennzeichnen. Als letztes wird die Relevanz der Bildungsvorstellungen Humboldts für die

heutige Hochschulreform betrachtet.

Abschließend wird ein Fazit gezogen.

1. Wilhelm von Humboldts Leben und Wirken

Wilhelm Freiherr von Humboldt wurde am 22. Juni 1767 als Sohn eines Offiziers in Potsdam

geboren. Wie die meisten Kinder aus aristokratischen Kreisen hat Wilhelm von Humboldt nie

eine öffentliche Schulausbildung genossen, sondern erhielt als Kind und Jugendlicher

Privatunterricht. Der erster Erzieher und Hauslehrer von Wilhelm von Humboldt und seinem

zwei Jahre jüngeren Bruder Alexander war der berühmte Pädagoge Joachim Heinrich Campe.

Ab 1777 wurden Wilhelm und Alexander in Mathematik, Deutsch, Latein, Griechisch,

Französisch und Geschichte von Gottlob Johann Christian Kunth unterrichtet. In

Vorbereitung auf die Universitätsstudien wurden den Brüdern Privatvorlesungen u.a. in

Nationalökonomie und Statistik, Naturrecht und Philosophie gehalten.

Ab dem Wintersemester 1787/88 besuchte Wilhelm von Humboldt für ein Semester die

Universität Frankfurt an der Oder und wechselte zu Ostern 1788 zur Universität nach

Göttingen über, jener Universität, die 1737 neben Halle als die Reformuniversität der

Aufklärung gegründet wurde. Er studierte Jurisprudenz und Altertumswissenschaften. Neben

den Studien seines Faches hörte er in Göttingen vor allem Vorlesungen des Physikers und

Schriftstellers Georg Christoph Lichtenberg sowie des Historikers August Ludwig Schlözer

und setzte sich im Eigenstudium mit dem Werk von Immanuel Kant auseinander.

Im Juli 1789 beendete Humboldt sein Universitätsstudium und unternahm zusammen mit

Campe eine Bildungsreise nach Frankreich. Drei Wochen nach dem Bastillesturm trafen sie

am 3. August in das von der französischen Revolution bewegte Paris ein.

Anfang des Jahres 1790, nach Beendigung seiner Bildungsreise mit Campe, trat Wilhelm von

Humboldt in den preußischen Staatsdienst in Berlin ein, wird im selben Jahr Legationsrat und

Referendar. Da ihn aber eine Beamtenkarriere nicht sonderlich interessierte, verlies Humboldt

im Mai 1791 auf eigenen Wunsch den Dienst. Im gleichen Jahr heiratete er Caroline von

Dacheröden in Erfurt. Mit seiner Frau zog sich Humboldt 1791 zunächst auf deren

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