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Atmosphäre und Fest

Über einige vergessene Gegenstände des guten Geschmacks

Titel: Atmosphäre und Fest

Essay , 1994 , 19 Seiten , Note: 1

Autor:in: Dr. Reinhard Knodt (Autor:in)

Kunst - Allgemeines, Kunsttheorie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Atmosphären sind gestaltbare Stimmungen, die durch atmosphärische Kompetenz beeinflußbar sind. Untersuchungen zur Atmosphäre von Gegenständen und Räumen. Das Fest als prominenteste Atmosphäre. Hinweise zum Phänomen des Festes als Utopie-Inhalt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Der Atemkreis der Dinge - Vorbereitende Beobachtungen

II. Atmosphäre und Raum - zum atmosphärischen Charakter urbaner Systeme

III. Bewachen und betreuen... - kleine Atmosphärologie urbaner Systeme

IV. Der Trost im Atem der Dinge

V. Das Fest als atmosphärischer Raum

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das Wesen von Atmosphären und deren Bedeutung für die Wahrnehmung unserer gebauten und sozialen Umwelt. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie eine atmosphärische Kompetenz als Grundlage für die ästhetische Verständigung in einer technisierten Welt dienen kann.

  • Phänomenologie und Unfassbarkeit von Atmosphären
  • Wechselwirkung zwischen Raumwahrnehmung und atmosphärischer Inszenierung
  • Einfluss der technischen Lebenswelt auf unser atmosphärisches Erleben
  • Das Fest als Ausdruck gemeinschaftlicher atmosphärischer Identität
  • Analyse des Alltagsflanierens in urbanen Systemen

Auszug aus dem Buch

II. Atmosphäre und Raum - zum atmosphärischen Charakter urbaner Systeme

Der Raum - so lautet ein Gedanke, der sich von Husserl und Cassirer bis zu Heidegger und zeitgenössischen Theoretikern fortsetzt, wird vom Menschen durch dessen soziale Tätigkeit eingerichtet. Er ist Poiesis, und vor allem geographischem, politischem oder naturwissenschaftlichen Interpretationen ist er eine ästhetische Angelegenheit, ein Geschehen nicht nur der Symbole, in dem sich der Mensch ein Netzaus Orten und deren Bezüglichkeiten schafft. Die "Orte" und die "Dinge" sind dabei identisch und in ihrer bedeutungsschweren und magischen Qualität zeichnen sie eine Grundsituation vor, die in die direkte Übertragung des griechischen Wortes "Atmosphäre" führt - Der Mensch lebt - noch bevor er abstrakte Bezüglichkeiten entwirft - im Atemkreis der Dinge, in ihrem Bann als einer Art erstem, grundsätzlichem "Raum sinnlich affektiver Bedeutsamkeit.

Entsprechend herrscht Atmosphäre auch für die philosophische Phänomenologie nicht "in" einem Raum, "in" einer Umgebung oder "in" einer Gegend, sie herrscht vielmehr "als" Raum, "als" Situation bedeutsamer Symbole und Geschehnisse, als "Horizontgeschehen", als "Umhaftes" (Ströker), als "Tönung" (Bollnow) und "gestimmter Raum" (Heidegger) als etwas, das auch in einem psychischen Sinne unsere Handlungen und Wahrnehmungen tingiert und dann natürlich als zweiter Schritt ins Verhältnis zu anderen Interpretationen geometrischer, architektonischer oder politischer Art tritt, so daß man vom Raum auch als einem Geschehen des "Innenaußen" gesprochen hat. (Bachelard)

Zusammenfassung der Kapitel

I. Der Atemkreis der Dinge - Vorbereitende Beobachtungen: Das Kapitel führt in die phänomenologische Schwierigkeit ein, Atmosphären zu definieren, und betont ihre Bedeutung als intuitive, quasi-objektive Gegenstände.

II. Atmosphäre und Raum - zum atmosphärischen Charakter urbaner Systeme: Hier wird die Rolle des Menschen bei der Einrichtung von Raum als ästhetisches Geschehen und die Bedeutung von Orten als atmosphärische Grundsituationen erörtert.

III. Bewachen und betreuen... - kleine Atmosphärologie urbaner Systeme: Dieses Kapitel kritisiert die Anästhesierung durch technische Umgebungen und die Entfremdung, die aus einem rein funktionalen Verständnis von Architektur resultiert.

IV. Der Trost im Atem der Dinge: Der Autor thematisiert hier den Rückzug in private, atmosphärisch aufgeladene Räume als Gegenentwurf zur öffentlichen Betreuungsatmosphäre, exemplarisch verdeutlicht durch den Walkman.

V. Das Fest als atmosphärischer Raum: Abschließend wird das Fest als essenzielles Ereignis analysiert, das Raum und Zeit auflöst und eine gemeinschaftliche atmosphärische Identität stiftet.

Schlüsselwörter

Atmosphäre, Raumwahrnehmung, Phänomenologie, Urbane Systeme, Ästhetik, Festlichkeit, Lebenswelt, Sinnlichkeit, Korrespondenz, Architektur, Design, Technische Rationalität, Flanieren, Stimmung, Partizipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen und phänomenologischen Untersuchung von Atmosphären und deren Rolle in unserer heutigen, stark technisierten Lebenswelt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Wahrnehmung von Raum, die Gestaltung urbaner Umgebungen, das Wesen des Festes und die Bedeutung atmosphärischer Kompetenz für den Menschen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein Verständnis für das "Atmosphärische" als ästhetische Kategorie zu entwickeln, um in einer rationalisierten Umwelt den Zugang zu sinnlicher Erfahrung und menschlichem Miteinander zu bewahren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt primär philosophische, phänomenologische und kulturkritische Analysen, um alltägliche Phänomene und architektonische Strukturen zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Zusammenhang zwischen Raum und Atmosphäre, die Kritik an funktionalistischen Umgebungen sowie die Bedeutung des "Festes" als atmosphärisches Ereignis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Atmosphäre, Phänomenologie, Urbanität, ästhetische Korrespondenz und Lebenswelt.

Warum wird der Walkman als Beispiel für eine neue Atmosphäre genannt?

Der Walkman dient als Beispiel für einen "Hörraum", der es dem Nutzer erlaubt, seine synästhetische Wahrnehmung gegenüber der Umgebung aktiv zu gestalten, statt sich einfach abzuspalten.

Was versteht der Autor unter dem "Fest" in der modernen Zeit?

Der Autor begreift das Fest nicht nur als historisches Ereignis, sondern als notwendigen Gegenentwurf zur technisierten Rationalität, der das Potenzial zur Neubegründung von Gemeinschaft in sich trägt.

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Details

Titel
Atmosphäre und Fest
Untertitel
Über einige vergessene Gegenstände des guten Geschmacks
Hochschule
Universität der Künste Berlin  (Lehrst. f. Kunsttheorie)
Note
1
Autor
Dr. Reinhard Knodt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1994
Seiten
19
Katalognummer
V124422
ISBN (eBook)
9783640296934
ISBN (Buch)
9783640302444
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Atmosphäre Fest
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. Reinhard Knodt (Autor:in), 1994, Atmosphäre und Fest , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124422
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Leseprobe aus  19  Seiten
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