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Subtitle: An den Beispielen: Ruhrgebiet, Glasgow und Bilbao
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 24 Pages
Author: Diplomand Rasso Bernhard
Subject: Environmental Sciences
Details
Institution/College: LMU Munich (Seminar für sozialwissenschaftliche Geographie)
Tags: Deindustrialisierung, Umgang, Erbe, Europas, Städte, Aktuelle, Themen, Prozesse
Year: 2007
Pages: 24
Grade: 1,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-29823-5
ISBN (Book): 978-3-640-32568-9
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Abstract
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Deindustrialisierung anhand von ausgewählten europäischen Staaten darzustellen. Hierfür ist ein kurzer geschichtlicher Rückblick in die Zeit der Industrialisierung angebracht, um später den Strukturwandel im 20. Jahrhundert nachvollziehen zu können. Außerdem befasst sich die Arbeit mit dem Umgang des industriellen Erbes in heutiger Zeit. Beabsichtigt ist aufzudecken, auf welche Weise die Hinterlassenschaften der industriellen Epoche in Altindustriestädten umgewandelt, umgenutzt und auch verwertet werden. Dies geschieht anhand der drei Beispielregionen bzw. -städte Ruhrgebiet, Glasgow und Bilbao. Am Ende werden diese einander gegenübergestellt und die verschiedenen Ansätze verglichen.
Excerpt (computer-generated)
Rasso Bernhard
Hauptseminar: Europas Städte: Aktuelle Themen und Prozesse
Thema:
Deindustrialisierung und Umgang mit dem
industriellen Erbe
Wintersemester 2006/07
Department für Geo- und Umweltwissenschaften
Ludwig-Maximilians-Universität München
Inhaltsverzeichnis:
I. Einleitung
S.3
1. Grund für diese Arbeit S.3
2. Ziel dieser Arbeit S.3
II. Deindustrialisierung und Umgang mit dem industriellen Erbe
S.4
1. Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert in Großbritannien, Deutschland und
im Baskenland (Spanien) S.4
2. Strukturwandel und seine Folgen - von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungs-
bzw. Informationsgesellschaft am Beispiel Ruhrgebiet S.5
3. Formen der Umnutzung von Altindustrie, Denkmalpflege und Industrietourismus S.8
3.1 Flächenrevitalisierung in Altindustriestädten S.8
3.1.1 Stadtumbau in Bilbao ,,Guggenheim Effekt" S.8
3.1.2 Glasgow eine Altindustriestadt im Wandel S.11
3.2 Umgang mit dem industriellen Erbe im Ruhrgebiet S.15
3.2.1 Industriedenkmalpflege im Ruhrgebiet S.15
3.2.2 Industrietourismus im Ruhrgebiet S.18
III. Vergleich und Darstellung der Unterschiede der drei Beispielstädte
S.20
Abbildungsverzeichnis S.21
Literaturverzeichnis S.22
2
I. Einleitung
1. Grund für diese Arbeit
Im Rahmen unseres Hauptseminars ,,Europas Städte: Aktuelle Themen und Prozesse" soll
jeder Kursteilnehmer eine Seminararbeit über ein ganz spezielles geographisches Thema
bearbeiten und dies anhand von drei europäischen Beispielstädten vorstellen.
Ich habe mich für ,,Deindustrialisierung und Umgang mit dem industriellen Erbe"
entschieden, da der Prozess der Deindustrialisierung, der mit einem Strukturwandel
einhergeht, entscheidend für das Verständnis der heutigen wirtschaftlichen Situation in
Altindustrieregionen ist.
Außerdem spielt beim ,,Umgang mit dem industriellen Erbe" vor allem die Umgestaltung und
die Umnutzung bzw. ein Imagewechsel von altindustriellen Regionen eine große Rolle, was
ebenfalls ein interessantes Themengebiet ist.
2. Ziel der Arbeit
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Deindustrialisierung anhand von ausgewählten
europäischen Staaten darzustellen. Hierfür ist ein kurzer geschichtlicher Rückblick in die Zeit
der Industrialisierung angebracht, um später den Strukturwandel im 20. Jahrhundert
nachvollziehen zu können.
Außerdem befasst sich die Arbeit mit dem Umgang des industriellen Erbes in heutiger Zeit.
Beabsichtigt ist aufzudecken, auf welche Weise die Hinterlassenschaften der industriellen
Epoche in Altindustriestädten umgewandelt, umgenutzt und auch verwertet werden. Dies
geschieht anhand der drei Beispielregionen bzw. -städte Ruhrgebiet, Glasgow und Bilbao. Am
Ende werden diese einander gegenübergestellt und die verschiedenen Ansätze verglichen.
3
II. Deindustrialisierung und Umgang mit dem industriellen Erbe
1. Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert in Großbritannien, Deutschland und im
Baskenland (Spanien)
Eine der ersten Stufen der Industrialisierung war die Patentierung der Dampfmaschine, die
durch James Watt im Jahre 1769 in Großbritannien erfunden wurde. Seither gilt
Großbritannien als Mutterland der Industrialisierung. Erstmals konnte ohne Hilfe von Wasser
und Wind Energie erzeugt werden. Für Produktionsverfahren bedeutete dies, dass eine
unabhängige Standortwahl möglich wurde, was auch mit der um die Jahrhundertwende
eingeführten Eisenbahn und dem Ausbau der Wasserstraßen zusammenhing (Wolf S.4).
Fortan bildeten sich erste Industriezentren an den Orten in Großbritannien, wo Kohle,
Eisenerz und Wasser vorrätig waren (Knox & Marston S.82).
Abb1.: Die Ausbreitung der Industrialisierung in Europa
4
In Deutschland setzte der durch technische Entwicklung und neue Erfindungen geprägte
Prozess der Ausbreitung der Industrie und die damit verbundene arbeitsteilige Wirtschaft
(Leser S.342) erst Mitte des 19. Jahrhunderts ein. Verantwortlich dafür waren vor allem die
im Vergleich zu Großbritannien nur zögerlich vorankommende, dann aber rapide zunehmende
Eisenbahnvernetzung, die Erzeugung von Stahl und der Maschinenbau (Knox & Marston
S.83). Industriegebiete entstanden in Regionen, die nahe an Kohle- und Erzlagerstätten lagen,
wie z.B. im Ruhrgebiet oder im Saarland. Kennzeichnend für diese Gebiete waren das enorme
Arbeitsangebot und das starke Bevölkerungswachstum. Uebbing schreibt hierzu: ,,Die
wachsende Montanindustrie brauchte Arbeitskräfte. Mit jedem Bergwerk, das abgeteuft, mit
jedem Hochofen, der angeblasen wurde, kamen die Menschen zu Tausenden ins Revier,
kamen aus Polen, aus Litauen, aus Hinterpommern, kamen aber auch aus den Dörfern nahe
den neuen Zechen. Sie brauchten Wohnungen in der Nähe der Werke." (Uebbing S.166). Auf
diese Weise entstanden die ersten Industriezentren im ,,Revier".
Als 1871 das Deutsche Reich gegründet wurde, war der Entwicklungsrückstand zu
Großbritannien aufgeholt und Großbritannien wurde zum wichtigsten Importeur von
deutscher Schwerindustrie.
Im Baskenland begann die Industrialisierung erst Mitte des 19. Jahrhunderts; früher als im
restlichen Spanien, aber später als in Großbritannien und Deutschland (vgl. Abbildung 1).
Insbesondere die Erzgewinnung war der ausschlaggebende Faktor für das Ansiedeln von
Industrie (Meyer 2002 S.296).
In Folge der Industrialisierung Europas im 19. Jahrhundert kam es zu einem ersten
Strukturwandel. Nicht mehr der primäre Sektor dominierte die Wirtschaft, sondern nach und
nach kam es zu einer Zunahme und schließlich zu einer Dominanz des sekundären Sektors.
Heute bilden die altindustriellen Gebiete mit ihren zahlreichen Industrieanlagen und
Industriebauten die Potenzialräume für die in dieser Arbeit behandelten Themen.
2. Strukturwandel und seine Folgen - von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungs- bzw.
Informationsgesellschaft am Beispiel Ruhrgebiet
Wie im ersten Abschnitt bereits erwähnt wurde, vollzog sich mit der Industrialisierung ein
erster Strukturwandel der Wirtschaft. Aus einer bäuerlichen, kleinstädtischen
Agrargesellschaft entstand nach und nach eine Industriegesellschaft mit bedeutenden Zentren
bezüglich des produzierenden Gewerbes (Wehling S.12). Im Ruhrgebiet war dies vor allem
die Montanindustrie, welche durch das Vorhandensein von Kohle und Eisenerz im
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