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Scientific Study, 2008, 73 Pages
Authors: B. Schlüter, D. Schneider, J. Eidams
Subject: Sociology - Culture, Technology, Peoples / Nations
Details
Institution/College: University of Applied Sciences Fulda
Tags: Cameroon, Aspekte, Emigration, Studierender, Fulda, Methoden, Wissenschaftlichen, Arbeitens
Year: 2008
Pages: 73
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 39 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-29479-4
ISBN (Book): 978-3-640-29497-8
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Abstract
In unserer Studie befassen wir uns mit verschiedenen Aspekten der Emigration kamerunischer Studierender nach Fulda. Wir konzentrieren uns dabei sowohl auf push-pull-Faktoren, die für die Migrationsentscheidung gesorgt haben, das Phänomen der Bamiléké als auch auf die Integrationsstrategien der Personen aus unserem Forschungsfeld, dem Kurs zur Vorbereitung auf die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (im Folgenden: DSH-Kurs). Die Ergebnisse unserer Studie basieren auf qualitativen Daten, die wir in drei Interviews, acht Besuchen des DSH-Kurses und zahlreichen spontanen Gesprächen mit KursteilnehmerInnen erhoben haben. Die Interviews führten wir mit zwei Kamerunern und einer Kamerunerin, die seit mehreren Monaten in Fulda und Umgebung wohnhaft sind. Im Folgenden stellen wir zunächst dar, warum wir die Methode der qualitativen Sozialforschung wählten und wie wir im Einzelnen unsere Daten erhoben haben. Dabei werden wir die verwendeten Methoden kurz aufführen und den Verfahren gegenüberstellen, die für die Durchführung unsere Studie nicht in Frage kamen. Anschließend beleuchten wir den Feldzugang und reflektieren den Aufenthalt im Feld. Bei der Darstellung unserer Ergebnisse beleuchten wir zunächst die push-pull-Faktoren, die die Interviewten zur Emigration bewegten, gehen anschließend auf das Phänomen des Volksstammes der Bamiléké ein und stellen dann ihre Integrationsstrategien vor. In Abgleich mit der bereits vorhandenen Literatur werden wir diesbezüglich unsere Theorien bilden. Abschließend gehen wir auf unser Projektmanagement und das Arbeiten in der Gruppe ein und erörtern mögliche weiterführende Forschungen zu diesem Thema.
Excerpt (computer-generated)
Hochschule Fulda / University of Applied Sciences
Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften
Wissenschaftliches Arbeiten
SS 08
Forschungsstudie
,,Cameroon is the right place to be if I have
everything done in my life"
Aspekte der Emigration kamerunischer
Studierender nach Fulda
Eingereicht von:
Bettina Schlüter
Daya Schneider
Jonas Eidams
Fulda, den 25.07.08
1
Gliederung
1. Einleitung 2
2. Methodendiskussion 4
2.1. Ausschluss der quantitativen Sozialforschung für unsere Zwecke 4
2.2. Diskussion um die gewählte qualitative Methode der Datenerhebung 6
2.2.1. Die Methode der Dokumente 7
2.2.2. Die Methode der teilnehmenden Beobachtung 8
2.3. Interviewformen 10
2.3.1. Nicht verwendete Interviewformen 10
2.3.2. Das Leitfadengestützte ExpertInneninterview 14
3. Beschreibung des Forschungsfeldes 18
3.1. Der DSH-Kurs 18
3.1.1. Der DSH-Kurs an der Hochschule Fulda 20
3.1.2. Beobachtungen aus den acht Kursbesuchen 22
3.2. Die Interviews 26
4. Länderinformationen zu Kamerun 33
5. Ergebnisdarstellung & Vergleich mit der vorhandenen Literatur 34
5.1. Darstel ung der push-pul -Faktoren 34
5.2. Das Phänomen der Bamiléké 50
5.3. Beleuchtung der Integrationsstrategien 57
5.4. Zusammenfassung der Ergebnisse 62
6. Darstellung und Bewertung des Projektmanagements 63
7. Abschließende Bewertung der Studie 65
8. Aussichten auf mögliche weitere Forschungen 66
Literaturverzeichnis 68
2
1. Einleitung
In unserer Studie befassen wir uns mit verschiedenen Aspekten der Emigration
kamerunischer Studierender nach Fulda. Wir konzentrieren uns dabei sowohl auf
push-pul -Faktoren, die für die Migrationsentscheidung gesorgt haben, das
Phänomen der Bamiléké als auch auf die Integrationsstrategien der Personen aus
unserem Forschungsfeld, dem Kurs zur Vorbereitung auf die Deutsche
Sprachprüfung für den Hochschulzugang (im Folgenden: DSH-Kurs). Die
Ergebnisse unserer Studie basieren auf qualitativen Daten, die wir in drei
Interviews, acht Besuchen des DSH-Kurses und zahlreichen spontanen
Gesprächen mit KursteilnehmerInnen erhoben haben. Die Interviews führten wir
mit zwei Kamerunern und einer Kamerunerin, die seit mehreren Monaten in Fulda
und Umgebung wohnhaft sind.
Wir wählten als Titel ,,Cameroon is the right place to be if I have everything done in
my life" ein Zitat aus dem ersten Interview, welches wir mit Mohammed führten.
Dieser Satz blieb uns stark im Gedächtnis hängen, da er auf der einen Seite die
Heimatverbundenheit Mohammeds ausdrückt und andererseits darauf hinweist,
dass er seine Migration als notwendig erachtet, um etwas in seinem Leben zu
erreichen. Gleichzeitig wird die Rückkehr in das Heimatland in Aussicht gestel t
aber erst, wenn er seine Wünsche und Ziele verwirklichen konnte. Da wir auch in
den beiden anderen Interviews vergleichbare Einstel ungen feststel ten, hielten wir
dieses Zitat als Titel für unsere Forschung für sehr geeignet und aussagekräftig.
Betrachtet man Statistiken zu den Zahlen kamerunischer StaatsbürgerInnen in
Deutschland und Fulda, stel t man Interessantes fest. Von den 438 internationalen
Studierenden an der Hochschule Fulda bilden Kameruner mit 74 Personen die
größte Gruppe - vor der Türkei und Russland.1 Auch auf Bundesebene ist
Kamerun mit über 5.500 Studierenden stark vertreten und belegt nach Marokko
als zweites afrikanisches Land Platz 12 der quantitativ wichtigsten Herkunftsländer
ausländischer Studierender.2 Trotz dieser Daten und der Tatsache, dass die Zahl
kamerunischer Einwanderer nach Deutschland zwischen 1995 und 2005 von
4.513 auf 14.100 gestiegen ist3, findet sich nur wenig Literatur zu diesem Thema.4
Die meisten der Bücher, auf die wir während unserer Literaturrecherche stießen,
beleuchteten Wanderbewegungen innerhalb des Landes oder die Kolonisierung
Kameruns. Dies gab uns die Möglichkeit, in ein weitgehend unerforschtes Gebiet
einzutauchen und spannende neue Erkenntnisse sammeln zu können.
1 International Office der Hochschule Fulda (2008).
2 Wissenschaft weltoffen (2008).
3 Migration Policy Institute (2008) und Fleischer (2008).
4 Diese Statistik berücksichtigt nicht bereits eingebürgerte KamerunerInnen, Migranten/innen mit
europäischem Pass oder illegale Einwanderer. Unter Berücksichtigung der nicht registrierten
KamerunerInnen in Deutschland ist anzunehmen, dass die Zahl deutlich höher wäre.
3
Wir rechneten zunächst damit, dass wir in dem DSH-Kurs auf eine
eingeschworene und enge kamerunische Gemeinschaft stoßen würden, die sich
gegenüber unserem Forschungsinteresse verschließen würde. So machten wir
mögliche Gründe einer solchen Abschottung zu dem Thema unserer Arbeit. Sehr
schnel stel ten wir aber fest, dass wir in unserem Forschungsfeld nicht auf die
erwartete Ablehnung stoßen würden und gingen in der Folge offen und neutral in
das Feld. Wir beschlossen, unsere konkrete Forschungsfrage erst nach mehreren
Aufenthalten im Feld zu formulieren und uns die Option zu erhalten, unsere Frage
neu gewonnenen Erkenntnissen anzupassen und so Schritt für Schritt die
Thematik besser zu erfassen und eine objektive Vorgehensweise zu ermöglichen.
Im Folgenden stel en wir zunächst dar, warum wir die Methode der qualitativen
Sozialforschung wählten und wie wir im Einzelnen unsere Daten erhoben haben.
Dabei werden wir die verwendeten Methoden kurz aufführen und den Verfahren
gegenüberstel en, die für die Durchführung unsere Studie nicht in Frage kamen.
Anschließend beleuchten wir den Feldzugang und reflektieren den Aufenthalt im
Feld. Bei der Darstel ung unserer Ergebnisse beleuchten wir zunächst die push-
pul -Faktoren, die die Interviewten zur Emigration bewegten, gehen anschließend
auf das Phänomen des Volksstammes der Bamiléké ein und stel en dann ihre
Integrationsstrategien vor. In Abgleich mit der bereits vorhandenen Literatur
werden wir diesbezüglich unsere Theorien bilden. Abschließend gehen wir auf
unser Projektmanagement und das Arbeiten in der Gruppe ein und erörtern
mögliche weiterführende Forschungen zu diesem Thema.
4
2. Methodendiskussion
Im Folgenden werden wir die verschiedenen Methoden zur Datenerhebung der
Sozialforschung darstel en und diskutieren, warum wir uns für die qualitative
Studie entschieden haben. Hierfür wird zunächst erklärt, was die qualitative
Sozialforschung ist, ihre Eigenschaften werden dargestel t und mit unseren
Forschungsinteressen in Verbindung gesetzt. Ferner werden wir begründen,
warum wir uns für eine qualitative Studie entschieden haben und die
verschiedenen Methoden voneinander abgrenzen. Da das Hauptaugenmerk
unserer Arbeit auf drei Interviews liegt, werden wir den Fokus in diesem Kapitel
auf das von uns angewandte leitfadengestützte ExpertInneninterview legen.
2.1. Ausschluss der quantitativen Sozialforschung für unsere Zwecke
Das Ziel der quantitativen Sozialforschung ist die Übertragung empirischer
Relative in numerische Relative. Das bedeutet, dass die ForscherInnen
Erfahrungstatsachen, wie bestimmte soziale Phänomene in Zahlen umwandeln.
Dabei gehen sie so vor, dass sie umfangreiche Informationen mit Hilfe
mathematisch-statistischer und standardisierter Verfahren auf ihre wesentlichen
Eigenschaften reduzieren. Dadurch werden diese Phänomene messbar und
lassen sich objektiv vergleichen. Intention der quantitativen Forschung ist die
Falsifizierung bzw. Verifizierung von theoretisch abgeleiteten Hypothesen.5
Ein Merkmal der quantitativen empirischen Sozialforschung ist der Umstand, dass
sich diese Forschung vorwiegend auf bereits erforschtem Gebiet bewegt. Dies
liegt daran, dass sie zur Erfül ung ihres Zwecks (der Überprüfung von
Hypothesen) große Datenmengen braucht, die in bereits untersuchten
Forschungsfeldern einfacher zu erheben sind. Unsere Forschungsfrage hingegen
ist in diesem Zusammenhang und explizit zu dieser Thematik noch weitgehend
unerforscht. So gibt es zwar eine nicht geringe Anzahl qualitativer Studien, die
sich mit ähnlichen Themen bzw., al gemein gesehen, mit dem gleichen
Forschungsfeld beschäftigen, al erdings spezifische Unterschiede in Bezug auf
unsere Fragestel ung aufweisen. Wir haben Studien recherchiert, die sich mit dem
Thema der Emigration von Afrikanern nach Deutschland im Al gemeinen
beschäftigen, eine Studie, die aus der Sicht interdisziplinärer Forschungsfelder die
Entscheidung zur Emigration eines Kameruners beleuchtet und einige Studien zu
afrikanischen Netzwerken in Deutschland. Das einmalige an unserer Studie ist,
dass wir uns im speziel en mit Studierenden auseinandersetzen, die
ausschließlich aus dem kamerunischen Kulturkreis kommen. Zudem beschränkt
sich unsere Studie auf den Raum Fulda, der bis hierhin noch gar nicht untersucht
wurde. In unserem Forschungsfeld gibt es eine sogenannten Forschungslücke.
5 Raithel, J. (2006). (S. 8)
5
Das bedeutet, dass zu unserer Forschungsfrage noch keine Forschung
stattgefunden hat.6
Eine quantitative Studie zeichnet weiterhin aus, dass sie sich mit Themen
beschäftigt, die eine Veral gemeinerung zulassen. Hierbei sind standardisierte
Methoden, also Erhebungsverfahren, die einen festen Rahmen vorgeben,
durchaus sinnvol , da sie die Daten vergleichbar machen. Das zentrale
Forschungsthema unserer Studie bedingt al erdings ein individuel es und
vielschichtiges Ergebnis, das in seinen Antworten und Erklärungen nicht auf
einseitige bzw. beschränkte Aussagen reduziert werden kann. Folge einer
standardisierten Erhebung von Daten, wäre eine starke Veral gemeinerung der
Ergebnisse, deren Aussagekraft sehr eingeschränkt wäre.7
Ein Grundprinzip der quantitativen Forschung ist die Erstel ung kategorialer
Zuordnungen, die dazu dient, komplexe Phänomene messbar und vergleichbar zu
machen. Auch dieses Prinzip trägt dazu bei, theoriegeleitete Hypothesen zu
überprüfen. Das Interesse unserer Studie gilt im Gegensatz dazu aber
typologischen Konstruktionen, d.h. wir sind an der Entwicklung von Theorien in
unserem Forschungszusammenhang interessiert. An einer Kategorisierung der
kamerunischen Studierenden und der Überprüfung bereits vorhandener Theorien
sind und können wir nicht interessiert sein. Dies würde den individuel en
Unterschieden der Studierenden nicht gerecht werden. Zudem ist die geringe
Menge der erhobenen Daten (drei Fal beispiele) nicht dazu geeignet, kategoriale
Zuordnungen auszuarbeiten. Um dies zu bewältigen, wäre eine wesentlich
größere Anzahl an Fal beispielen nötig.8
Ziel unserer Forschung ist die Ausarbeitung invarianter Strukturen. Das sind
Strukturen, die unveränderlich bei unserer Zielgruppe der Untersuchung auftreten.
Sie machen die essentiel en Bestandteile der vorhandenen Situation der
kamerunischen
Studierenden
erklärbar.
Dem
Anspruch
universel e
Bewusstseinsstrukturen
al er
kamerunischen
Studierenden
in
Fulda
auszuarbeiten, können wir nicht gerecht werden, da auch hier die Anzahl der
untersuchten Fäl e zu gering ist. Mit einer quantitativen Studie wäre die
Ausarbeitung der invarianten Strukturen nicht möglich. Die Erhebungsmethoden
sind dazu nicht geeignet.9
Das Ziel einer jeden quantitativen Studie ist, wie schon erwähnt, die Überprüfung
von Hypothesen. Da der Anspruch unser Studie aber darin liegt, eigene
empirische Theorien zu entwickeln, wäre eine quantitative Studie ein verfehlter
Ansatz. Für uns war es eine große Motivation, dass wir in einer sogenannten
6 Vgl. Seminarunterlagen von Frau Prof. Honer vom 04.12.2008
7 Vgl. Seminarunterlagen von Frau Prof. Honer vom 04.12.2008
8 Vgl. Seminarunterlagen von Frau Prof. Honer vom 04.12.2008
9 Vgl. Seminarunterlagen von Frau Prof. Honer vom 04.12.2008
6
Forschungslücke forschten und so die Möglichkeit haben eigene Theorien
aufzustel en.10
Fazit
Fasst man nun die Merkmale einer quantitativen empirischen Sozialforschung
zusammen und vergleicht diese mit unseren Ansprüchen an die Studie, so bleibt
uns nur der Ausschluss einer quantitativen Studie in unserem Fal . Unsere
Ergebnisse ermöglichen es aber eine Folgestudie in unserem Forschungsfeld
durchzuführen, dabei würde auch eine quantitative Studie in Frage kommen.
2.2. Diskussion um die gewählte qualitative Methode der Datenerhebung
Bevor wir uns für eine Methode der qualitativen Datenerhebung entscheiden
konnten,
stand
die
Frage
im
Vordergrund,
was
unser
exaktes
Forschungsinteresse war. Welche Art von Daten wol ten wir erheben, um daraus
sinnvol e Schlüsse ziehen zu können? Desweiteren mussten wir uns überlegen,
inwieweit unsere Zielgruppe der Untersuchung bereit war, an unserem Projekt
mitzuarbeiten und wie wir ein schnel es Vertrauensverhältnis zu ihnen aufbauen
könnten.11 Wir entwickelten für den Fal eines möglichen Scheiterns des
Feldzugangs einen ,,Notfal plan", der es uns ermöglichte, zumindest
einen
kamerunischen Studierenden der Hochschule Fulda zu interviewen. Dieser
Experte stand uns zur Verfügung, da er sich in unserem erweiterten Freundeskreis
befindet. Der Plan sah vor, dass unsere Daten dann ausschließlich aus diesem
Interview erhoben worden wären. Dieser Fal trat glücklicherweise nicht ein, da
unser Feldzugang als überraschend positiv zu bewertet ist.
Unsere erhobenen Daten sind bis auf wenige Ausnahmen sogenannten künstliche
Daten. Das sind Daten, die vom Forscher hergestel t oder zumindest von ihm
initi ert
wurden
(z.B.:
Beobachtungsprotokol e,
Aufzeichnungen
von
Forschungsgesprächen etc.). Sie sind aus unseren drei ExpertInneninterviews und
den teilnehmenden Beobachtungen aus dem DSH-Kurs. Die einzigen
sogenannten natürlichen Daten entstammen aus persönlichen Gesprächen
während und außerhalb des Feldzugangs. Natürliche Daten sind sowohl Objekte,
die bereits im Feld vorhanden sind, als auch nicht vom Forscher initi erte
Äußerungen. Dabei handelt es sich um Daten, die aus freien Stücken auch ohne
Forschungsinteresse erstel t wurden. Unsere natürlichen Daten entspringen
flüchtigen Äußerungen der DSH-KursteilnehmerInnen. Diese Daten wurden kurz
nach den Gesprächen in schriftlicher Form dokumentiert.12
Die für unsere Forschungsfrage aber brauchbarsten Daten sind die Daten aus den
drei ExpertInneninterviews. Sie sind damit Grundlage unserer Studie und
10 Vgl. Seminarunterlagen von Frau Prof. Honer vom 04.12.2008
11 Vgl. Seminarunterlagen von Frau Prof. Honer vom 04.12.2008
12 Vgl. Seminarunterlagen von Frau Prof. Honer vom 04.12.2008
7
enthalten
die
relevanten
Informationen
zur
Beantwortung
unserer
Forschungsfrage. Die übrigen erhobenen Daten sind Ergänzungsmaterialien, die
uns dazu dienten, über den gesamten Zeitraum der Studie hinweg die
ausgewerteten Informationen zu überprüfen sowie die in der Studie aufgestel ten
Theorien zu untermauern. Zusätzlich orientierten wir uns an diesen Daten, fal s
Entscheidungen zum weiteren Vorgehen getroffen werden mussten.
2.2.1. Die Methode der Dokumente
Bei der Methode der Dokumente stehen den ForscherInnen Objektivierungen zur
Verfügung. Diese sind sogenannte Ausdrucksgestalten des menschlichen
Handelns, wie geschriebene Texte oder auch gemalte Bilder. Im Prinzip umfassen
sie al e Formen der Dokumentierung menschlicher Interaktion. Im Mittelpunkt steht
dabei nicht, was die betreffende Person mit ihrem Dokument aussagen wol te,
sondern ausschließlich das, was tatsächlich ausgesagt wird. Diese Objekte
werden dann einer umfassenden Dokumentenanalyse im Sinne der objektiven
Hermeneutik unterzogen. Auf diese Analyse wird im Folgenden al erdings nicht
näher eingegangen, da sie im Zusammenhang mit unserer Datenerhebung
irrelevant ist. 13
Die Dokumente, auf die wir für unsere Studie zurückgegriffen haben, dienten uns
primär dazu, unseren Feldzugang zu erleichtern und uns auf das erste
ExpertInneninterview vorzubereiten. Es hat also eine ,,naive" Kenntnisnahme von
Dokumenten stattgefunden. Diese Kenntnisnahme zeichnet sich dadurch aus,
dass sie der Beschaffung von Informationen dient. Eine Dokumentenanalyse nach
dem hermeutischen Verfahren findet nicht statt. Bei den Dokumenten handelt es
sich vornehmlich um Literatur, die sich mit Themen beschäftigt, die denen unserer
Forschungsarbeiten ähnlich sind und um solche Literatur, die sich im Al gemeinen
mit dem Land Kamerun auseinandersetzt. Die beschafften Informationen finden im
Ergebnis unserer Studie keine Anwendung, da sie nicht ausreichend dokumentiert
und analysiert wurden.14
Eine Dokumentenanalyse mit einem systematischen Auswertungsprozess der
vorhandenen Dokumente (hermeneutisches Verfahren der Textinterpretation) als
Datenerhebung machte in unserem Fal keinen Sinn. Das Problem war, dass
keine Dokumente zu unserem exakten Forschungsthema vorhanden waren.
Weder Fachliteratur noch andere Dokumente zeichnen die speziel e Situation der
kamerunischen Studierenden im Raum Fulda auf. Lediglich private Dokumente,
wie Tagebücher wären eine mögliche Quel e. Da wir zu diesen Aufzeichnungen
aber keinen Zugang hatten und auch im weiteren Verlauf unserer Untersuchungen
13 Wohlrab-Sahr, M. (2006). (S.123)
14 Vgl. Seminarunterlagen von Frau Prof. Honer vom 18.12.2008
8
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