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Annäherung von Kreditgenossenschaften und Sparkassen -Möglichkeiten und Grenzen-

Diploma Thesis, 2003, 105 Pages
Author: Nico Neumann
Subject: Economics / Business: Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2003
Pages: 105
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V12486
ISBN (E-book): 978-3-638-18358-1

File size: 1265 KB


Excerpt (computer-generated)

Diplomarbeit
an der
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (FH)
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften

Annäherung von Kreditgenossenschaften und Sparkassen -
Möglichkeiten und Grenzen

eingereicht von: Nico Neumann

WS 2002/2003

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis ... VI
Verzeichnis der nummerierten Abbildungen im Textteil ... VII

Einleitung ... 1

1. Teil: Grundlegung ... 1
A. Krise im Kreditwesen ... 1
I. Ausgewählte Kennzeichen der Krise ... 2
a) Aufwendungen des operativen Geschäfts ... 3
1. Aufwendungen für Mitarbeiter ... 3
2. Aufwendungen für Geschäftsstellen ... 4
b) Erträge des operativen Geschäfts ... 4
1. Rückgang der Zinsmarge ... 4
2. Rückgang des Provisionsertrages ... 5
II. Ausgewählte Ursachen der Krise ... 5
a) Neue Konkurrenten ... 5
b) Verändertes Kundenverhalten ... 6
c) Neue Technologien ... 6
d) Gesetzliche Regelungen ... 7
e) Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen ... 7
III. Zusammenfassende Betrachtung ... 7

B. Typologische Betrachtung der Kreditgenossenschaften und Sparkassen ... 8
I. Trägerschaft ... 8
a) Entstehung ... 8
b) Zielsetzung ... 9
c) Rechtsform ... 9
II. Kundenkreis ... 10
a) Privatkunden ... 10
b) Firmenkunden ... 10
III. Geschäftskreis ... 11
a) Kreditgeschäft ... 11
b) Einlagengeschäft ... 12
c) Verbundpartner ... 12
IV. Geschäftsgebiet ... 12
V. Bankgröße ... 13
VI. Zusammenfassende Betrachtung ... 13

C. Grundsätzliche Annäherungsvoraussetzungen ... 14
I. Wesensmerkmale der Institute ... 14
II. Umdenkprozess bei den Bankverbänden ... 15
a) Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken ... 15
b) Deutscher Sparkassen- und Giroverband ... 16

2. Teil: Die verbundübergreifende Kooperation als strategische Option ... 16
A. Generelle Überlegungen ... 17
I. Kooperationsziele ... 17
II. Grenzen der Kooperation ... 17

B. Bereits realisierte Kooperationsformen ... 18
I. Selbstbedienungsbereich ... 18
a) Geldausgabeautomaten ... 19
1. Gegenseitige Nutzung ... 19
2. Gemeinsames Betreiben ... 20
b) Kontoauszugsdrucker ... 20
c) Selbstbedienungszweigstellen ... 21
II. Abwicklungsbereich ... 22
a) Zahlungsverkehr ... 22
b) Beispiel: Bankservicegesellschaft Rhein-Main ... 22
III. Regionalmarketing ... 23
a) Bedeutung der Region ... 23
b) Beispiele ... 23
1. Virtueller Marktplatz ... 23
2. Wirtschaftsförderungsgesellschaft ... 24
3. Neustadt-Card ... 24
IV. Sonstige Kooperationsformen ... 25

C. Problembereiche der Kooperation ... 25
I. Sachlich-technischer Problembereich ... 25
a) Zuständigkeiten ... 25
1. Betriebsbereitschaft ... 26
2. Wartung ... 26
b) Kosten ... 26
1. Kosteneinsparungspotenzial ... 26
2. Kostenzurechnung ... 27
c) IT-Schnittstellen ... 27
II. Persönlich-emotionaler Problembereich ... 28
a) Marktauftritt ... 28
1. Standortwahl ... 28
2. Filialgestaltung ... 28
3. Werbemöglichkeit ... 29
b) Kundenakzeptanz ... 29
c) Konkurrenzdenken ... 30

3. Teil: Die verbundübergreifende Fusion als strategische Option ... 30
A. Exkurs: Verbundinterne Fusion ... 31
I. Fusionsentwicklung ... 31
II. Fusionsmotive ... 31
III. Fusionsberatung durch Verbände ... 32

B. Fusionsvorhaben am Bankenmarkt Marktredwitz ... 33
I. Beteiligte ... 33
II. Motive ... 33
III. Ursachen des Scheiterns ... 34

C. Modifizierung des Sparkassenrechts als Voraussetzung ... 35
I. Beihilfebeschwerde ... 35
a) Ergebnisse ... 36
b) Umsetzung ... 36
II. Reformwille im Saarland ... 37
a) Fusion über Zweckverband ... 37
b) Fusion über Aktiengesellschaft ... 38

D. Beurteilung eines Fusionsprojektes aus Sicht der beteiligten Kreditinstitute ... 39
I. Verbundzugehörigkeit ... 39
a) Fusion über Zweckverband ... 40
b) Fusion über Aktiengesellschaft ... 40
1. Kreditwesengesetz ... 40
2. Öffentlicher Auftrag ... 40
II. Vereinheitlichung der IT-Systeme ... 41
a) Problembereiche ... 41
b) Umsetzbarkeit ... 42
III. Angebotene Produktpalette ... 42
a) Bankeigene Produkte ... 42
b) Produkte der Verbundpartner ... 43
IV. Unternehmenskultur ... 43
a) Beschreibung ... 43
b) Bedeutung im Fusionsprozess ... 44
c) Vorgehensweise ... 44
V. Personalbereich ... 45
a) Freistellung ... 45
b) Belastungen ... 45
1. Arbeitsaufwand ... 46
2. Psychische Belastungen ... 46
c) Vergütung ... 46
VI. Filialbereich ... 47
a) Filialstruktur ... 47
1. Regionale Überschneidungen ... 47
2. Filialkonzentration ... 48
b) Umgestaltungskosten ... 48
VII. Kreditrisiko ... 48
a) Branchenrisiko ... 49
b) Klumpenrisiko ... 49

4. Teil: Mögliche Konsequenzen der Annäherung ... 49
A. Auswirkungen auf die Bankkunden ... 50
I. Versorgungsgrad ... 50
a) Rückzug aus der Fläche ... 50
b) Qualitative Betrachtung ... 51
II. Machtkonzentration ... 51
a) Gebiet ... 52
b) Konditionsgestaltung ... 52
III. Belastungsfelder ... 52
a) Technische Umstellung ... 53
b) Verlust der Vertrauensperson ... 53
c) Markenwechsel ... 53

B. Auswirkungen auf die Eigentümer ... 54
I. Einflussverlust ... 54
II. Gewinnausschüttung ... 54
III. Sanierung öffentlicher Haushalte ... 55

C. Auswirkungen auf die Region ... 55

D. Auswirkungen auf die Verbundorganisationen ... 56
I. Markenpolitik ... 56
II. Struktur des Bankensektors ... 56

5. Teil: Zusammenfassung und Ausblick ... 57

Wissenschaftlicher Anhang ... VIII
Verzeichnis der nummerierten Abbildungen im wissenschaftlichen Anhang ... IX

Literaturverzeichnis ... XXXV

 

Einleitung
Der verschärfte Wettbewerb, das veränderte Kundenverhalten und die gesamtwirtschaftliche Situation haben dazu beigetragen, dass mittlerweile auch das deutsche Kreditgewerbe krisenhafte Erscheinungen1 aufweist und sich die gesamte Branche in Umstrukturierungsprozessen befindet. Die Kreditinstitute haben dabei unterschiedliche Wege eingeschlagen um der Krise zu begegnen. In Marktredwitz, einer Kleinstadt in Ostbayern, bahnte sich im Oktober 1998, mit dem Verkünden der Fusion zwischen einer öffentlich-rechtlichen Sparkasse und einer Volksbank, eine sensationelle Lösungsalternative an.

Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, wie eine Annäherung zwischen Sparkassen und Kreditgenossenschaften bisher als Weg aus der Krise genutzt wurde, welche Möglichkeiten und Grenzen sich den Instituten für eine weitergehende Annäherung bieten und mit welchen Konsequenzen diese verbunden sein könnte.

Dazu wird mit der näheren Betrachtung der Krise des Kreditwesens, den sich annähernden Institutsgruppen und den grundsätzlichen Annäherungsvoraussetzungen der Grundstein gelegt (1. Teil). In den beiden folgenden Teilen werden mit der Kooperation (2. Teil) und der Fusion (3. Teil) zwei strategische Optionen einer Annäherung und die damit verbundenen spezifischen Probleme analysiert. Im Anschluss folgen die daraus resultierenden, über die Unternehmensgrenzen hinausgehenden Konsequenzen (4. Teil). Den Abschluss der Arbeit bildet die Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse (5. Teil).

1. Teil: Grundlegung
Der erste Teil der Arbeit zeigt die Rahmenbedingungen für die vorhandenen Annäherungsoptionen zwischen Sparkassen und Kreditgenossenschaften auf.

A. Krise im Kreditwesen
In Deutschland wird, im Gegensatz zum Ausland, nicht offen von einer Krise im deutschen Kreditwesen oder gar von Bankenkrise2 gesprochen. Dennoch bleibt unbestritten, dass die deutsche Kreditwirtschaft ernstzunehmenden Problemen ausgesetzt ist3 und gerade diese Situation die Bereitschaft zum Zusammenrücken von Kreditinstituten aus den unterschiedlichen Sektoren (siehe Anhang, Abb. 1) gefördert hat.

I. Ausgewählte Kennzeichen der Krise
Der ehemalige Vorstand svorsitzende der Deutschen Bank und derzeitige Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken Rolf- E. Breuer sieht keine Krise der Banken im Sinne fehlender Liquidität oder mangelnder Solvenz. Vielmehr habe die Branche mit Ertrags- und Kostenproblemen zu kämpfen5. Die nachfolgende Grafik bestätigt diese Aussage.

!! Abbildung ist nur in der PDF-Version enthalten !!

Abbildung 1: Entwicklung des Cost-Income-Ratio

Das Cost-Income-Ratio6 stellt das Verhältnis von Aufwendungen zu Erträgen im operativen Geschäft dar7. Die Grafik zeigt im Verlauf eine deutliche Verschlechterung aller Bankengruppen. Noch alarmierender wird die Aussage der Grafik, wenn man berücksichtigt, dass internationale Spitzenwerte deutlich unter 60 Prozent liegen8. Besonders schlechte Werte weist dabei das Mengenkundengeschäft auf (siehe Anhang, Abb. 2). Die hohe Kennzahl der deutschen Institute ist dabei nicht einseitig auf die Entwicklung der Erträge oder der Aufwendungen zurückzuführen, sondern betrifft sowohl Problemfelder auf der Aufwands- als auch auf der Ertragsseite.

a) Aufwendungen des operativen Geschäfts
Alle Institutsgruppen konnten in den letzten Jahren eine leicht positive Entwicklung der allgemeinen Verwaltungsaufwendungen8 ausweisen (siehe Anhang, Abb. 3). Dennoch leiden besonders Sparkassen und Kreditgenossenschaften nach wie vor unter dem hohen Fixkostenanteil9. Dominiert werden die anderen Verwaltungsaufwendungen von den Aufwendungen für Geschäftsräume, Grundstücke und Datenverarbeitung (siehe Anhang, Abb. 4)10.

[...]


1 Vgl. Germann, Ulrike: Die Fähigkeit zu Reformen, in: bankmagazin 3/2003, S. 29

2 Vgl. Pontzen, Martin: Bankenkrise – ein Wort beschwört Böses, in: ZfgK 2/2003, S. 20 ff.

3 Vgl. Lebert, Rolf: Deutsche Banken sprechen sich Mut zu, in: FTD vom 15.01.2003, S. 20

4 Vgl. Lebert, Rolf: Breuer sieht Ertragskrise bei Banken, in: FTD vom 12.11.2002, S. 20

5 Die Aufwands-Ertrags-Relation in der engeren Abgrenzung stellt die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen in Relation zur Summe von Zins- und Provisionsüberschuss, ohne das Handelsergebnis und sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge zu berücksichtigen.

6 Vgl. Gies, Winfried: a.a.O., S. 7

7 Vgl. Bacher, Urban: Doppelt hält besser, in: BI 8/2002, S. 16; Goedeckemeier, Karl-Heinz: Retail-Banking als attraktive Erlösquelle, in: bankmagazin 3/2003, S. 38 f.

8 Der allgemeine Verwaltungsaufwand setzt sich aus dem Personalaufwand und den anderen Verwaltungsaufwendungen zusammen.

9 Vgl. Bacher, Urban: a.a.O., S. 16

10 Vgl. Strohmayr, Werner: Transaktionsbanken: Vorteile für die Sparkassen, in: bank und markt 8/2002, S. 17


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