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Termpaper, 2001, 47 Pages
Author: Holger Dresmann
Subject: Food Technology
Details
Tags: Novel Food-Verordnung, Einsatzgebiete der Gentechnik im Lebensmittelbereich, Risiken, Arten der Kennzeichnung, Nachweisverfahren, Verfahren für das Inverkehrbringen von neuartigen Lebensmitteln (Anmel
Year: 2001
Pages: 47
Grade: 2,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-18361-1
File size: 257 KB
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Excerpt (computer-generated)
Hochschule Bremerhaven
Studiengang Lebensmitteltechnologie
Hausarbeit
Die Novel Food-Verordnung
Holger Dresmann
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung -1-
2. Begriffsbestimmung "Novel Food" -2-
3. Chancen und Risiken der Gentechnologie im Lebensmittelsektor
3.1 Warum Gentechnik bei der Lebensmittelproduktion?
3.2 Einsatzgebiete der Gentechnik im Lebensmittelbereich 3 - 7
3.2.1 Anwendungsbeispiele Enzyme -6-
3.2.1.1 Backwaren -6-
3.2.1.2 Bier, Spirituosen
3.2.1.3 Käse, Milch, Fleisch- und Wurstwaren -7-
3.3 Risiken des Einsatzes der Gentechnologie im Lebensmittelbereich -9-
3.3.1 Allergenes Risiko
3.3.1.1 Kriterien für die Abschätzung des -10- allergenen Potentials
3.3.1.2 Im Vergleich: Bekannte Allergene und neu eingeführte -11- Proteine in gentechnisch veränderten Pflanzen 3.3.2 Verdrängung konventioneller Arten -12-
4. Die Novel Food-Verordnung -12-
4.1 Die Kernverordnung und ergänzende Verordnungen
4.2 Geschichte der Verordnungen über neuartige Lebensmittel -15-
5. Maßnahmen zur korrekten Kennzeichnung von Novel Food-Produkten -17-
5.1 Das ist kennzeichnungspflichtig -19-
5.2 Das ist nicht kennzeichnungspflichtig -21-
5.3 Positionen zur korrekten Kennzeichnung von Novel Food-Produkten -23-
5.3.1 Gründe für eine Kennzeichnung
5.3.2 Gründe gegen eine Kennzeichnung -24-
5.4 Arten der Kennzeichnung
6. Nachweis der Gentechnologie in einem Lebensmittel -27-
6.1 Nachweisverfahren -28
6.2 Nachweismöglichkeiten, die schon heute eingesetzt werden
6.2.1. Nachweis gentechnischer Veränderungen durch "polymerase -29- chain reaction" (PCR, zu deutsch: Polymerase Kettenreaktion)
6.2.1.1 Funktionsweise (mit grafischer Darstellung)
6.2.2 Quantitative PCR -32-
6.2.2.1 Prinzip
7. Verfahren für das Inverkehrbringen von neuartigen Lebensmitteln -33-
7.1 Anmeldeverfahren
7.2 Genehmigungsverfahren -35-
7.3 Ausschußverfahren -36-
8. Zusammenfassung und Ausblick -38-
9. Literaturverzeichnis -41-
Abkürzungsverzeichnis
DNA: Desoxyribonukleinsäure gv: genetisch verändert
GVO: Genetisch Veränderter Organismus
LMBG: Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz
LM: Lebensmittel
MO= Mikroorganismus
Abbildungsverzeichnis
1) Tabelle: Anwendungsbeispiele Enzyme
Backwaren Seite 6
2) Tabelle: Anwendungsbeispiele Enzyme
Bier, Spirituosen Seite 6
3) Tabelle: Anwendungsbeispiele Enzyme
Käse, Milch, Eiprodukte, Fleisch- und Wurstwaren Seite 7
4) Vergleich: Bekannte Allergene und neu eingeführte Proteine
in gentechnisch veränderten Pflanzen Seite 11
5) Tabelle: Das ist kennzeichnungspflichtig Seite 19
6) Tabelle: Das ist nicht kennzeichnungspflichtig Seite 21
7) Grafik: Funktionsweise der PCR Seite 30
8) Grafik: Das Anmeldeverfahren Seite 34
9) Grafik: Das Genehmigungsverfahren Seite 37
1. Einleitung
Die Natürlichkeit von Lebensmitteln hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. In den Supermärkten findet man heute kaum noch Lebensmittel, die nicht aus der industriellen Massenproduktion stammen und selbst bei Erzeugnissen aus der Landwirtschaft fällt es einem doch sehr schwer, etwaige Ähnlichkeiten mit den selbst geernteten Tomaten oder Kartoffeln festzustellen, was Geschmack und Aussehen betrifft.
Das Wissen der Bürger über das, was sie zu sich nehmen hat natürlich mit dem Fortschritt in der Lebensmittelproduktion nicht Schritt halten können. Es tauchen dann zwar unbekannte Begriffe in der Zutatenliste des Produktes auf, doch ist das für sie in der Regel von zweitrangigem Wert, solange sie sichergehen können, daß es sich bei dem erworbenem Gut um ein gesundheitlich unbedenkliches, preisgünstiges, geschmacklich, geruchlich und visuell einwandfreies Lebensmittel handelt. Die Industrie sieht dieses Verhalten mit Wohlwollen, weil die Verbraucher es akzeptiert haben in verstärktem Maße synthetische Zusatzstoffe zu sich zu nehmen. Für die Lebensmittelindustrie bedeutet der Einsatz dieser Stoffe in der Regel eine Gewinnsteigerung, weil sie nicht nur preiswerter sind als natürliche Rohstoffe, sondern auch leichter zu verarbeiten. Um diese Entwicklung noch weiter voranzutreiben wird nun auch bei den Ausgangsstoffen der Lebensmittel angesetzt, vor allem durch Veränderung der genetischen Information, um die Effizienz weiter zu steigern und die Produkte technologisch zu verbessern. Die dabei entstehenden Produkte werden heute "Novel Foods" genannt. Die deutsche Übersetzung dafür könnte etwa "neuartige Lebensmittel" lauten.
Um den Verbraucher eine Entscheidungsmöglichkeit zu bieten, ob er sich beim Einkauf für oder gegen ein "Novel Food" entscheidet, ist eine Kennzeichnung dieser Produkte unumgänglich geworden. Die Konsumenten sind in erster Linie, aufgrund gesundheitlicher Bedenken, nicht bereit, diese neuartigen Lebensmittel zu kaufen. In dieser Arbeit soll nun die "Novel Food-Verordnung" inhaltlich dargestellt, bewertet, sowie auf die Bedeutung der Gentechnologie für den Verbraucher näher eingegangen werden.
2. Begriffsbestimmung "Novel Food"
Als Novel Food (neuartige Lebensmittel) werden alle Lebensmittel und deren Zutaten bezeichnet, die noch nicht in größeren Umfang bisher auf den europäischen Markt erhältlich waren. Dazu zählen alle Lebensmittel, die mit Hilfe der Gentechnologie produziert wurden und in ihrer äußeren Erscheinung, im Geschmack, Nährwert oder in ihrer Haltbarkeit von konventionellen Lebensmitteln abweichen. Außerdem werden unter dem Begriff Novel Food eine Vielzahl von unterschiedlichen Lebensmitteln eingeordnet wie exotische Früchte, Algenproteine, Zusatzstoffe mit veränderten chemischen Strukturen. Auch Lebensmittel und deren Zutaten bei deren Herstellung ein nicht übliches Verfahren angewandt worden ist, wie z.B. die Hochdrucksterilisation und bei denen diese Verfahren zu einer bedeutenden Veränderung ihrer Zusammensetzung oder der Struktur führt, werden als Novel Foods bezeichnet.
3. Chancen und Risiken der Gentechnologie im Lebensmittelsektor
Um die Bedeutung der Novel Food-Verordnung beurteilen zu können, soll zunächst auf besondere Möglichkeiten und Gefahren der Gentechnologie im Lebensmittelbereich eingegangen werden.
3.1 Warum Gentechnik bei der Lebensmittelproduktion?
Bei dem Einsatz der Gentechnologie in der LM-Produktion handelt es sich nicht um eine völlig neue Entwicklung. Die Menschen haben immer schon versucht mit konventionellen Methoden wie der klassischen Züchtung Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen nach ihren Wünschen zu formen. Mit Hilfe der klassischen Züchtung erschufen sie aus unscheinbaren Gräsern ertragreiche Getreide, aus einfachen Rindern Hochleistungsmilchkühe. Hier wurde nach dem Zufallsprinzip das Erbmaterial der beiden Kreuzungpartner gründlich durchmischt und die günstigsten Kombinationen vom Menschen für die Weitervermehrung aussortiert. Doch während bei diesen Verfahren die gesamte Erbinformation nahe verwandter Rassen rekombiniert wurde, können mit Hilfe der Gentechnik gezielt Gene mit bekannten Informationsgehalt von einen Organismus auf einen anderen übertragen werden, d.h. auch über die Artgrenzen hinweg. So können Organismen in viel kürzerer Zeit als nach den klassischen Verfahren erschaffen werden, die außerdem noch genau die Eigenschaften besitzen, die der LM-Produzent sich vorstellt.
Weitere Gründe für den Einsatz der Gentechnologie im LM-Sektor liegen in der Qualitäts- und in der Ertragssicherung. Hinsichtlich der Qualität lassen sich je nach Wunsch gezielt Substanzen in Pflanzen anreichern. Beispiele: Vitamin A reicher Reis, mit essentiellen Fettsäuren angereichertes Rapsöl oder Kartoffeln, die anstelle der beiden Stärkekomponenten Amylose und Amylopektin, nur noch das verzweigte Amylopektin enthalten. Auch kann die Haltbarkeit von Lebensmitteln beeinflußt werden. So kann die sog. "Flavr Savr" Tomate reif geerntet werden und ist dennoch lange haltbar. Die in der Tomate eingeführte Erbanlage sorgt dafür, daß in der Frucht die Synthese des Enzyms Polygalacturonase gehemmt wird. Der Abbau von Zellwandmaterial wird erschwert, so daß die Frucht nicht mehr so leicht weich wird und außerdem Fäulnisbakterien widersteht.
3.2. Einsatzgebiete der Gentechnik im Lebensmittelbereich
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