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Subtitle: Seminararbeit zum Buch
Scholary Paper (Seminar), 2005, 25 Pages
Author: Mag. Bettina Rausch
Subject: Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Details
Institution/College: University of Vienna (Institut für Politikwissenschaften)
Tags: Basil, Henry, Liddell, Hart, STRATEGIE, Seminar, Parteien, Politische, Strategie
Year: 2005
Pages: 25
Grade: Gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-30783-8
ISBN (Book): 978-3-640-30605-3
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Abstract
„Strategie“ ist ein Begriff aus dem Griechischen und setzt sich als „strategos“ zusammen aus den Worten „stratos“ (zu Deutsch: Heer) und „agein“ (zu Deutsch: führen) (vgl. Farwick 2004, S. 71). Er bezeichnete ursprünglich die Feldherrenkunst, die Kunst der Führung von Streitkräften im Krieg (vgl. www.wissen.de 2005). Ein Stratege ist somit ein Feldherr, also jemand, der die Kriegskunst beherrscht. Obwohl der Begriff Strategie heute in vielen Bereichen der Gesellschaft für planvolles, zielgerichtetes Vorgehen mit seinen unterschiedlichsten Facetten verwendet wird, trägt das Buch „Strategie“ von Basil Liddell Hart, das dieser Arbeit zugrunde liegt, seinen Titel in einem ganz ursprünglichen Sinn. Und der Autor, selber im Kriegsdienst erprobt und als militärischer Planer und Berater tätig, ist ein Stratege im engsten Sinne des Wortes. Im antiken Griechenland bildeten Militär und Politik eine feste Einheit. Feldherren trugen somit zumeist auch staats- bzw. stadtpolitische Verantwortung. In einer Zeit, als Politik bereits weit mehr als Kriegsführung beinhaltete, definierte Basil Hart Strategie als „die Kunst, militärische Mittel so zuzuteilen und anzuwenden, dass sie die politischen Ziele erfüllen.“ Die vorliegende Arbeit soll die Theorie von Basil Henry Liddell Hart anhand seines viel zitierten Werkes „Strategie“ in ihren Grundzügen darstellen, die Hintergründe ihrer Entwicklung aufzeigen und all das einer kritischen Würdigung auch in Hinblick auf die Relevanz der Theorie für die (politische) Praxis unterziehen. Ein geschichtlicher Abriss, biographische Daten des Autors und ein kompakter Anhang mit Definitionen militärischer Begriffe ergänzen die Arbeit, um ihre Verständlichkeit zu erhöhen und die Einordnung in die Ideengeschichte zu erleichtern.
Excerpt (computer-generated)
Seminar Parteien und Politische Strategie SE 497452 / SoSe 200
Basil Henry Liddell Hart:
STRATEGIE
Seminararbeit zum Buch:
Hart, Basil Henry Liddell: Strategie, Wiesbaden 1955
von
Bettina Rausch
Abgabedatum: 11. Mai 2005
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Biographisches zum Autor: 3
3. Geschichtliche und ideengeschichtliche Einordnung 4
3.1. Vor dem Ersten Weltkrieg 5
3.2. Der Erste Weltkrieg 6
3.3. Zwischenkriegszeit 6
3.4. Der Zweite Welzkrieg 8
3.5. Nach dem Krieg 8
4. Die Theorien von Basil Hart und ihre Entwicklung 8
4.1. Die Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg 9
4.2. Die Vorbereitungen auf den Zweiten Weltkrieg 10
5. Aufbau des Buches 10
6. Inhalt des Buches 11
6.1. Anknüpfungspunkte
12
6.2. Die zentralen Inhalte 12
6.3. Leitsätze
15
6.4. Begriffsklärungen 16
6.5. Zusammenschau
18
7. Relevanz der Theorien von Hart 19
8. Kritik zu Buch und strategischem Ansatz 20
9. Resümee / Schlussfolgerungen 21
10. Quellen:
23
11. Anhang
24
2
1. Einleitung
,,Strategie" ist ein Begriff aus dem Griech
ischen und setzt sich als ,,strategos"
zusammen a us den W orten ,,stratos" (zu Deutsch: Heer) und ,,agein" (zu Deutsch:
führen) (vgl. Farwick 2004, S. 71). Er beze ichnete ursprünglich die Feldherrenkunst,
die Kunst der Führung von Streitkräften im Krieg (vgl. www.wissen.de 2005). Ein
Stratege ist somit ein Feldherr, also jemand, der die Kriegskunst beherrscht.
Obwohl der Begriff Strategie heute in
vielen Bereich en der Ges ellschaft f ür
planvolles, zielgerichtetes Vorgehen m
it seinen unterschie dlichsten Facetten
verwendet wird, trägt das Buch ,,Strategie" von Basil Liddell Hart, das dieser Arbeit
zugrunde liegt, seinen Titel in einem ga nz ur sprünglichen Sinn. Und der Autor,
selber im Kriegsdienst erprobt und als militärischer Planer und Berater tätig, ist ein
Stratege im engsten Sinne des Wortes.
Im antiken Griechenland bild eten Militär und Politik eine feste Einheit. Feldherren
trugen somit zumeist auch st aats- bzw. stadtpolitische Verantwortung. In einer Zeit,
als Politik bereits we it m ehr als Kriegsführung beinha ltete, defin ierte Basil Hart
Strategie als ,,die Kunst, m ilitärische Mittel so z uzuteilen und anzuwenden, dass sie
die politischen Ziele erfüllen."
Die vorliegende Arbeit soll die Theorie von Basil Henry Lid dell Hart anhand seines
viel zitierten W erkes ,,Strategie" in ih ren Grundzügen darstell en, die Hintergründe
ihrer Entwicklung aufzeigen und all das einer kritischen Würdigung auch in Hinblick
auf die Relevanz der Theorie für die (politische) Praxis unterziehen.
Ein geschichtlicher Abriss, biographisc he Daten des Autors und ein kom
pakter
Anhang m it Def initionen m ilitärischer Begr iffe ergänzen die Arbe it, um ihre
Verständlichkeit zu erhöhen und die Ei
nordnung in die Ideen
geschichte zu
erleichtern.
2. Biographisches zum Autor:
Basil Henry Liddell Hart
war britischer Militärhis toriker, -korrespondent und
Stratege. Er wurde 1895 in Paris als Sohn ei nes Pfarrherrn geboren. Im Alter von 18
Jahren beginnt er sein Geschichtsstudium in Cambridge, das er nie beendete. Schon
1915 wird er Leutnant der britischen Ar mee (in ,,The King′s Own Yorks hire Light
Infantry") und dient dort während des Ersten Weltkrieges. Nach einer Verwundung
3
und Gasvergiftung im Zuge der S omme-Offensive 1960 wird er A djutant eines
Freiwilligen-Regiments. 1920 wa r er für
die britische Infa nterie-Vorschrift
verantwortlich. Er verfasste in diesem
Jahr die Ausbildungsschrift ,,Infantry
Training", d ie er auf seine Erfahrun g au s dem Weltkrieg aufbaute. 1927 schied er
wegen eines gesundheitlichen Problems am Herzen als Captain aus der Armee aus.
Nach seinem Ausscheiden aus der Ar
mee begann Hart er eine intensive
schriftstellerische Tä tigkeit, d ie e r gem einsam m it eine re gen wissens chaftlichen
Publikations- und Lehrtätigkeit bis zu seinem Tod weiterführt.Von 1925 bis 1939
war er Militärkorrespondent für den Daily Telegraph und später für d ie britische
Times. Unterbrochen wird die journalistische Tätigkeit im Jahr 1937, als er für kurze
Zeit Berater des britischen Kriegsministers Hore Belisha ist.
Basil Henry Liddell Hart stirbt am 29. Jänner 1970.
Zu seinen Publikationen zählen die Bücher
The Decisive Wars of History
(1929),
The
Real War 1914-1918
(1930),
The other Side of the Hill
(1948) und sein viel zitiertes
"Standardwerk"
Strategy
(1954).
Basil Hart ist einer jene r Militärhisotirker und str ategen, deren Erlebnisse und
Erfahrungen an der W estfront während des Ersten W eltkrieges sie auf die Suche
nach neuen Methoden und Taktiken gebrach t haben. In seinen späteren W erken
betont Hart stets d ie zentrale Ro lle des ,,indirect approach", ein er indirekten
Vorgangsweise, die darauf abzielt den Feind durcheinander zu bringen und dessen
Verteidigungsmöglichkeiten einzuschränken ohne bedeutend m ehr kriegerische
Besonders bekannt wurde er m it seinem kontroversiellen Buch ,,The Strategy of the
Indirect Approach" im Jahr 1941 und jene Technik der Kriegsführung, die m an
später a ls ,,Blitzk rieg" bezeichne te, ei ne Te chnik, die auf dem aufeinander
abgestimmten und aufeinander folgende
n Einsatz von Panzern, bewaffneter
Infanterie und Luftunterstützung beruht.
3. Geschichtliche und ideengeschichtliche Einordnung
Hart wird in der Zeit d er ,,Dritten Republik " in Frankreich geboren. Im Jahr nach
deren Proklam ierung (1875) erringen di e großbürgerlichen O pportunisten einen
Wahlerfolg gegen die kleinbürgerlichen
Radikalen unter Cle menceau. In Harts
Geburtsjahr 1895 spaltet die Dreyfus-Affäre die Nation. Es bildet sich gegen die
4
militärgerichtliche Verurte ilung des jüdischen Offizier s Alfred Dreyfus aufgrund
gefälschter Dokumente der Bloc Républicain.
In der Zeit des Im perialismus sieht sich die ,,grande nation" seit der Aufklärung
und der Französischen Revolution als Vorkäm
pferin europäischer Kultur und
Zivilisation. Man bemüht sich u m die Assim ilierung der farbigen Elite in d en
verbliebenen kolonialen Besitzungen. Getroffen von der außenpolitischen Niederlage
im deutsch-französischen Krieg im
Jahr 1871 und von den innenpolitischen
Schwierigkeiten (Aufstand der ,,Pariser
Kommune") verfolgen die französisch e
Regierung und die Generalität eine imperiale Politik, um die französische Geltung in
der W elt abzusichern. Mittels einer neuen, zentralen kolonialen Bürokratie strebt
man eine kulturelle Angleichun g und zugl eich m ilitärische Rekrutierung aller
,,farbigen F ranzosen an ". Außenpolitisch bef indet m an sich in eine r Allianz m it
Russland (gegen das Deutsche Reich),
die zu Beginn des Ersten Weltkrieg
es
öffentlich bekräftigt wird.
3.1.
Vor dem Ersten Weltkrieg
Zu dieser Z eit ist Hart bereits zum Studium nach Großbritannien, zu jener Zeit ein
blühendes Land, gegangen. Das ,,British Em pire" kann bis 1914 trotz zu nehmender
Konkurrenz aus den USA, Deutschland
und Japan und seinem Festhalten am
Freihandel seinen Außenhandel verdoppeln, bei passiver Handels-, aber aktiver
Zahlungsbilanz, die auf internationale Bank- und Versicherungsgeschäfte
zurückzuführen sind. Die kolonialen Bestrebungen der Briten sind geprägt von einem
Sendungsbewusstsein, d as wirtschaf tliche und m achtpolitische In teressen m it einer
vom Puritanism us beeinflussten Über zeugung verbindet, die Fortschritt und
Zivilisation in die W elt fördern will. Inne npolitisch präg en Kr isen die politische
Landschaft. Nach fast 20jäh
riger Herrschaft der Konservativen sind
Strukturwandlungen überfällig. Die liberale Partei zerfällt , die liberalen Unionisten
verbünden sich m it den Konservativen, es entsteht aus der Arbeiterbewegung die
Independent Labour Party. Die Auseinanders etzung über eine neue Verfassung führt
zu Konflikten innerhalb der Parteien und zwischen England und Irland. Nur der
Ausbruch des Weltkrieges kann die Bürgerkriegsgefahr überdecken und abwenden.
5
3.2.
Der Erste Weltkrieg
Hart erlebt dann den Ersten W eltkrieg im wahrsten Sinne des W ortes an vorderster
Front mit. Als Leutnant der britischen Ar mee dient er an der W estfront und ist mit
dabei, als im Zuge der Schlacht an de r Somme 1916 etwa 60.000 britische Soldaten
sterben. Er selber wird schwer verwundet und kehrt nach seiner Genesung nicht mehr
an die Front zurück.
Der deutsche Kriegsplan in diesem W eltkrieg geht zurück auf die Denkschrift des
ehemaligen Generalstabschefs Alfred von S chlieffen über die Führung eines
Zweifrontenkriegs, des sogena nnten ,,Schlieffen-Plans". Dieser s ieht eine defensive
Kriegsführung im Osten und eine gleichzeitig rasche Entscheidung im Westen durch
Umfassung des französischen Heeres m it einem starken ,,rechten Flügel" vor. In
Erwartung französischer Vorstöße nach Elsaß-Lothringen wird dieser Plan durch den
jüngeren Helmuth von Moltke abgeändert, was eine Schwächung des rechten Flügels
zur Folge hat. Durch den Kriegseintritt von Belgien und England stehen plötzlich den
80 deutschen Divisionen ganz e 104 Divisionen der Alliie rten gegenüber. Als Ende
1914 englisch-französische Um fassungsversuche am Yserkanal und vor Ypern
misslingen, bleibt der Angriff stecken. Der ursprüngliche Bewegungskrieg wird zum
Stellungskrieg. In diese Zeit fällt auch di e Schlacht an der Somm e, die ganze fünf
Monate dauert. Nach R ückeroberungen der Franzosen ziehen sich Anfang 1917 die
Deutschen in die vorbereitete ,,S iegfriedstellung" zurück. A n der Ostfront sind die
deutsch-österreichischen Truppen gegen die Russen erfolgreicher, können 1917 fast
ganz Galizien zurückgewinnen und erobern
sogar Riga. Neben diesen beiden
Hauptfronten findet sowohl in der Nord
- un d Ostssee als auch in Übersee
(Falklandinseln) eine See- und U-Boot-Kri eg statt. Der Luftkrieg, in dem seit 1916
und der Schlacht an der Somme Frankreich und Großbritannien weite überlegen sind,
bleibt ohne große Bedeutung für den weite ren Kriegsverlauf. 1917 treten die US A
durch eine Kriegserklärung an Deutschland in den Krieg ein.
3.3.
Zwischenkriegszeit
Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg ist geprägt von Friedensschlüssen, Konferenzen
zur Klärung der Reparationsfrage,
Gründung und späterem Versagen des
Völkerbundes. W eitere, nicht-kriegerisc h ausgetragene zwischenstaatliche
Auseinandersetzungen über die Neuordnung Eur opas, die offene Frage der ,,besten"
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