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Das Arabische im Spanischen und Französischen - Romania Arabica

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2008, 29 Pages
Author: David Nix
Subject: Romance Languages - Comparative Studies

Details

Event: Linguistik, Hauptseminar
Institution/College: University of Kassel
Tags: Arabische, Spanischen, Französischen, Romania, Arabica, Linguistik, Hauptseminar
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2008
Pages: 29
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V125305
ISBN (E-book): 978-3-640-30883-5
ISBN (Book): 978-3-640-30693-0

Abstract

Die romanischen Sprachen sind Sprachen des alten Roms. Sie enstammen dem ehemaligen Vulgärlatein. Dass arabische Elemente die romanischen Sprachen schmücken, wird oftmals gar nicht mehr wahrgenommen. Man spricht in diesem Falle von arabischen Entlehnungen in der Romania. Die Elemente sind mit der Zeit so integriert worden, dass der historische Nachweis erschwert ist. Nachweise erfolgen anhand von Dokumenten. Diese Untersuchung beschäftigt sich mit dem Arabischen in der spanischen Romania und dem Französischen im arabischen Afrika. Es soll die Frage geklärt werden, ob die Begegnung der arabischen und romanischen Sprachen nachhaltig Spuren hinterlassen hat. In der Hausarbeit wird dabei untersucht, inwieweit und wo sich die Sprachen und Kultursysteme begegneten. Die spanische und französische Geschichte werden hierbei separat behandelt. Die Hausarbeit ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil beschäftigt sich mit der spanischen Situation. Die arabischen Einflussgebiete und der Sprachkontakt werden dort genauer beschrieben. Die Auswirkungen des Sprachkontakts werden in den darauf folgenden Entlehnungen präsentiert. Diese beinhaltet die Darstellung einer besonderen Literaturform, der Präsentation des bleibenden, baulichen Erscheinungsbildes von Teilen Spaniens nach Abzug der Araber und ein anschauliches Beispiel eines Messinstruments. Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Französischen Sprache. Als Einleitung dient die Beschreibung der besonderen Situation, wie das Arabische und das Französische Kontakt zueinander aufgenommen haben. Zentrale Themen dieses Bereichs sind die Vermittlersprachen und der Kolonialismus. Zur weiteren Vertiefung wird auf Marokko und im Besonderen auf die algerische Entwicklung eingegangen. Alle Sprachen, solange sie gesund sind, haben einen Naturtrieb, das Fremde von sich abzuhalten und, wo sein Eindrang erfolgte, es wieder auszustoßen oder wenigstens mit den heimischen Elementen auszugleichen. (Jacob Grimm) Die Sprache ist ein lebendiges System, welches in Veränderung lebt, mit Einflüssen umgeht und damit so besonders für die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft steht.


Excerpt (computer-generated)

Universität Kassel

Wintersemester 2007/2008

FB Sprach- und Literaturwissenschaften

Seminar: Differenzierung der romanischen Sprachen

,,Romania Arabica"

Hausarbeit zum Thema der arabisch-romanischen Begegnungen mit Schwerpunkt auf

Spanien und Frankreich


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Historische Begriffe 5

3. Arabisch 6

4. Spanisch 6

4.1 Der arabische Einflussbereich auf der iberischen Halbinsel 6

4.2 Entwicklung der spanischen Entlehnungen aus dem Arabischen 7

4.3 Koranübersetzung und spanische Übersetzerschulen 9

4.4 Der arabische Artikel al 10

4.5 Die Aljamiadoliteratur 11

4.6 Aufbau und Struktur der spanisch-islamischen Stadt 13

4.7 Astrolabien 14

4.8 weitere spanische Entlehnungen aus dem Arabischen 15

5. Französisch 15

5.1 Französische Entlehnungen aus Vermittlersprachen 15

5.1.1 Entlehnungen aus Spanien 16

5.1.2 Entlehnungen aus Italien und Sizilien 16

5.2 Entlehnungen in Zeiten des Kolonialismus 17

5.3 Französisch als marokkanische Techniksprache 18

5.4 Französisch ­ algerische Geschichte 20

5.4.1 Linguistische Auswirkungen des französischen Kolonialismus: 20

5.4.2 Frankophonie im unabhängigen Algerien: 21

5.4.3 Frankophone Bastionen im zukünftigen Algerien 25

6. Schlusswort 25

7. Bibliographie 28

Internetquellen: 28

2


1. Einleitung

Die romanischen Sprachen sind Sprachen des alten Roms. Sie enstammen dem ehemaligen

Vulgärlatein. Der Gedanke an das Arabische lässt den Blick nach Asien schweifen. Dass

arabische Elemente die romanischen Sprachen schmücken, wird oftmals gar nicht mehr

wahrgenommen. Man spricht in diesem Falle von arabischen Entlehnungen in der Romania.

Die Elemente sind mit der Zeit so integriert worden, dass der historische Nachweis erschwert

ist. Nachweise erfolgen anhand von Dokumenten. Doch auch wenn man die Entlehnungen

dokumentiert vorfindet, ist die Frage, unter welchen Umständen diese entlehnt wurden.

Diese Untersuchung beschäftigt sich mit dem Arabischen in der spanischen Romania und dem

Französischen im arabischen Afrika. Es soll Frage geklärt werden, ob die Begegnung der

arabischen und romanischen Sprachen nachhaltig Spuren hinterlassen hat.

In der Hausarbeit wird dabei untersucht, inwieweit und wo sich die Sprachen und

Kultursysteme begegneten. Die spanische und französische Geschichte werden hierbei separat

behandelt.

Zu Beginn werden später auftretende Begriffe, sowie Besonderheiten und allgemeine

Strukturen der arabischen Sprache einleitend erklärt, um für ein besseres Verständnis zu

sorgen.

In den Erklärungen wird von der spanischen und französischen Sprache gesprochen, weil das

Wissen zur Entwicklung der heutigen Nationalsprachen als Voraussetzung dient. Somit wird

in den Bemerkungen immer von dem jeweiligen historischen Stand der Sprache ausgegangen,

selten werden Begriffe wie altspanisch und ähnliches aufgeführt.

Die Hausarbeit ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil beschäftigt sich mit der spanischen

Situation. Die arabischen Einflussgebiete und der Sprachkontakt werden dort genauer

beschrieben. Die Auswirkungen des Sprachkontakts werden in den darauf folgenden

Entlehnungen präsentiert. Diese beinhaltet die Darstellung einer besonderen Literaturform,

der Präsentation des bleibenden, baulichen Erscheinungsbildes von Teilen Spaniens nach

Abzug der Araber und ein anschauliches Beispiel eines Messinstruments.

Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Französischen Sprache. Als Einleitung dient die

Beschreibung der besonderen Situation, wie das Arabische und das Französische Kontakt

zueinander aufgenommen haben. Zentrale Themen dieses Bereichs sind die Vermittler-

sprachen und der Kolonialismus. Zur weiteren Vertiefung wird auf Marokko und im

Besonderen auf die algerische Entwicklung eingegangen.

3


Alle Sprachen, solange sie gesund sind, haben einen Naturtrieb, das Fremde von sich

abzuhalten und, wo sein Eindrang erfolgte, es wieder auszustoßen oder wenigstens mit

den heimischen Elementen auszugleichen.1 (Jacob Grimm)

Die Sprache ist ein lebendiges System, welches in Veränderung lebt, mit Einflüssen umgeht

und damit so besonders für die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft steht.

Die ROMANIA ARABICA...

1

http://www.gutzitiert.de/zitat_autor_jacob_grimm_thema_sprache_zitat_19299.html.

4


2. Historische Begriffe

·

Mozarabisch

,,Eigentlich ist Mozarabisch, ..., eine Variante von Spanisch, die man gar nicht genauer

kennt, d.h. ein Bündel von Dialekten im mittleren Teil und im Süden der Halbinsel, das

sich mit dem Ende des Islams nach und nach auflöst. Die Zentren sind Toledo und die

Städte Andalusiens."2 In den Stadtrechten von Toledo, zu Beginn des 12.Jh., wird

erstmalig vom Mozarabischen gesprochen. Eigenständige Texte gibt es keine. Es werden

nur vereinzelt mozarabische Wörter erwähnt.3 Corriente gibt in seinem Buch ,,El léxico

árabe andalusi según P. de Alcalá"4 einen Einblick in das Romanische in al-Andalus.

·

Romanisch

Die romanischen Sprachen sind im Zuge der Romanisierung in den Mittelmeerraum

gelangt. Sie entstanden aus dem Vulgärlatein und lassen sich in der Romania continua

untereinander unterscheiden. Die Iberoromania (Spanisch, Portugiesisch, Katalan), die

Galloromania (Französisch, Okzitanisch) und die Italoromania (Italienisch, Sardisch,

Rätoromanisch), sowie die Balkanromania (Rumänisch) bilden das Gerüst, wenn man von

den romanischen Sprachen spricht.5

·

Mauren

,,MAUREN (pl.): Im Singular sp.

moro

, aus lt.

maurus

,,Einwohner Mauretaniens", ...

Allgemeine Bezeichnung der Nordafrikaner als ,,maurisch", d.h. als Muslime."

·

Morisken

,,MORISKEN (pl.): In Spanien ,,getaufter bzw. zwangskonvertierter Maure",

sp

morisco

, ..."6

·

al-Andalus

,,AL-ANDALUS: Arabischer Name für die Gebiete der Iberischen Halbinsel, die sich

seinerzeit, d.h. jeweils bis zur Reconquista, unter arabischer Herrschaft befanden."7

·

Entlehnung

,,Vorgang und Ergebnis der Übernahme eines sprachlichen Ausdrucks aus einer

Fremdsprache in die Muttersprache, meist in solchen Fällen, in denen es in der eigenen

Sprache keine Bezeichnung für neu entstandene Sachen bzw. Sachverhalte gibt."8

2

Ineichen, Gustav (1997):

Arabisch-orientalische Sprachkontakte in der Romania: Ein Beitrag zur

Kulturgeschichte des Mittelalters

. - Tübingen: Max Niemeyer Verlag, S.25.

3

Ebd. S.26.

4

Corriente, Federico (1988):

El léxico árabe andalusí según P. de Alcalá

. - Madrid : Dep. de Estudios

Árabes e Islámicos.

5

www.univie.ac.at/strv-romanistik/info/sprachwevo.doc.

6

Ineichen (1997): Sprachkontakte in der Romania, S.20.

7

Ebd. S.16.

5


3. Arabisch

Die arabische Sprache gehört neben dem Hebräischen und dem Aramäischen zur Gruppe der

semitischen Sprachfamilie. Die lexikalischen Einheiten sind nach der

Dreikonsonantenstruktur aufgebaut. Das arabische Wort wird hauptsächlich nach der Formel

<x.y.z> aufgebaut. Diese Formel wird auch als Wurzel bezeichnet. Ebenso werden die

Wurzelkonsonanten einfach nacheinander gezählt <123>, oder <1234>. Die Konsonanten der

Wurzel werden ,,bewegt". Den Wurzelkonsonanten können z.B. lange, oder kurze Vokale

beigefügt werden. Ebenso gibt Ineichen an, dass Präformative, Informative und Afformative

beigefügt werden können.

Ein Beispiel bietet

kataba

,,schreiben", mit seiner Formel <k.t.b>. Aus den

Wurzelkonsonanten <k.t.b> können aufgrund der Variabilität die Wörter

kataba

,,er schrieb",

aktubu

,,ich schreibe" und auch

maktb

,,Brief" entstehen. Diese Wortbildung ermöglicht der

arabischen Sprache eine einzigartige Vielfalt in Bezug auf ihren Wortschatz.9

Das arabische Alphabet umfasst 28 Konsonanten und die Schrift läuft von rechts nach links.

Die Wörter werden soweit es möglich ist untereinander im Wortverband verbunden, d.h.

soweit der Verbindung nach links in Schreibrichtung hin einen Verbindungsstrich aufweist.

Jeder arabische Buchstabe hat mehrere Schreibweisen, in Abhängigkeit, welche Stellung

dieser Buchstabe einnehmen soll. Wenn ein Buchstabe am Anfang, in der Mitte, am Ende,

oder alleine steht, besitzt er eine andere Schreibweise. Somit lassen sich die Wortverbände

abgrenzen. Im Arabischen gibt es 6 Vokale, drei kurze und drei lange: a, u, i und , , . Die

kurzen Vokale werden schriftlich nicht ausgedrückt. Nur die langen Vokale werden

verschriftlicht.10

4. Spanisch

4.1 Der arabische Einflussbereich auf der iberischen Halbinsel

Die maurische Herrschaft begann im Jahr 711 n.Chr. und dauerte bis 1492 an. Vom Süden

eroberten die Mauren große Teile der iberischen Halbinsel. Der abnehmende Einflussbereich

im Norden wird durch das Nichtvorhandensein, oder Vorhandensein von arabischen

Flussnamen gekennzeichnet.

8

http://www.uni-koeln.de/phil-fak/ifl/asw/studium/material/serzisko/FremdLehn.pdf.

9

Ineichen (1997): Sprachkontakte in der Romania, S.6.

10

Borg, Tawfik (1979):

Arabisch für Ausländer. Ein Lehrbuch für modernes Arabisch

. Hamburg: Verlag

Borg GmbH, S. 12.

6



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