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Hausarbeit, 2007, 14 Seiten
Autor: Katharina Los
Fach: Romanistik - Vergleichende Romanistik
Details
Tags: Rhetorica, Herennium
Jahr: 2007
Seiten: 14
Note: 2,5
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-30946-7
ISBN (Buch): 978-3-640-31025-8
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Zusammenfassung / Abstract
In seinem Werk „Politik der Würde“ setzt der Jerusalemer Avishai Margalit neue Maßstäbe, indem er den Versuch unternimmt, das bisherige Idealbild einer Gesellschaft zu ersetzen. Schien doch lange Zeit die Gerechtigkeit ein Paradekriterium für eine vorbildliche Gesellschaft zu sein, so betitelt Margalit nun die ideale Gesellschaft als anständige, die jeden Menschen ausgehend von politischen, sozialen und rechtlichen Institutionen menschenwürdig behandelt. Diese Behandlung gründet vor allen Dingen auf einer Nicht-Verletzung der Selbstachtung und einer daraus resultierenden Nicht-Demütigung eines jeden Menschen. Im dritten Kapitel dieser Schrift erläutert der Philosoph das Thema „Ehre“. Nachdem er in den ersten beiden Kapiteln den Begriff „Selbstachtung“ als Gegenbegriff zur „Demütigung“ entworfen und folglich eine anständige Gesellschaft als eine nichtdemütigende charakterisiert hat, macht Margalit sich nun Gedanken darüber, ob die Selbstachtung das einzig mögliche Charakteristikum einer solchen Gesellschaft sei oder ob dieser Begriff beispielsweise durch den der Ehre nicht erweitert oder gar ersetzt werden könne. Doch was versteht man überhaupt unter „Selbstachtung“? Und was ist der Unterschied zum so genannten „Selbstwertgefühl“, einem Ausdruck, der zumindest umgangssprachlich oft in ähnlichen Kontexten zu finden ist und dessen Bedeutungsspektrum fälschlicherweise oft dem der „Selbstachtung“ gleichgesetzt wird? Eben diese Unterscheidung soll nachfolgend - sowohl in Anlehnung an Margalits philosophische Erörterung, als auch anhand alltäglicher Beispiele - erläutert werden.
Textauszug (computergeneriert)
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Seminar für Klassische Philologie
Sommersemester 2007
Proseminar:
De inventione
De inventione
und die
Studentin: Katharina Los
Rhetorica ad Herennium
Datum: 04.10.2007
Inhaltsverzeichnis
I) DIE TEXTE 2
Rhetorica ad Herennium, I, 17
2
De inventione, I, 31-32
3
II) VISUALISIERUNGEN 5
Rhetorica ad Herennium I,17
5
De inventione I,31-32
6
III) TEXTSICHERUNG 6
Phänomen 1
6
Phänomen 2
7
IV) INHALTLICHE INTERPRETATION 7
V) RESÜMEE 12
LITERATURVERZEICHNIS 13
Textausgaben und Kommentare
13
Sekundärliteratur
13
Katharina Los
1
14.04.2009
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Seminar für Klassische Philologie
Sommersemester 2007
Proseminar:
De inventione
De inventione
und die
Studentin: Katharina Los
Rhetorica ad Herennium
Datum: 04.10.2007
I) Die Texte
Rhetorica ad Herennium, I, 17
17
Causarum divisio in duas partes distributa est: (1) Primum perorata narratione1 debemus
aperire, (a) quid nobis conveniat cum adversariis, si ea, quae utilia nobis erunt, convenient,
(b) quid in controversiis relinquatur, hoc modo: `(a) Interfectam esse ab Oreste matrem
convenit mihi cum adversariis; iurene fecerit et licueritne facere, id est in controversia.′
(b) Item e contrario: `Agamemnonem esse a Clytaemestra occisum confitentur; cum id ita
sit, me ulcisci parentem negant oportuisse.′ (2) Deinde, cum hoc fecerimus, distributione uti
debemus. Ea dividitur in duas partes, (a) enumerationem et (b) expositionem.
(a) Enumeratione utemur, cum dicemus numero, quot de rebus dicturi sumus. Eam plus
quam trium partium numero constare non oportet; nam et periculosum est, ne quando plus
minusve dicamus, et suspicionem adfert auditori meditationis et artificii, quae res fidem ab-
rogate orationi. (b) Expositio est, cum res, quibus de rebus dicturi sumus, exponimus bre-
viter et absolute.
17 Der
Abschnitt
«Gliederung des Stoffes»2 zerfällt (wiederum) in zwei Abschnitte. (1) Als
erstes müssen wir nach dem Abschluss des Redeteils «Erzählung (des Hergangs)»3 darlegen,
(a) worin wir mit der Gegenpartei übereinstimmen, vorausgesetzt es besteht Übereinstim-
mung in für uns vorteilhaften Punkten, und (b) was an strittigen Punkten übrig bleibt4, wie
folgt:
(a) ,,Dass von Orestes die Mutter getötet worden ist, darin stimme ich mit der Gegenseite
überein; ob die Tat rechtens war, beziehungsweise erlaubt, das ist strittig." (b) Ebenso von
1 Siehe Textkritik: Phänomen 1.
2 Vgl. die Übersicht ,,Das System der antiken Rhetorik" in: DNP 10, 2001, Sp. 971 ff. unter Nr. 7. Diese Übersicht ist
identisch mit der im Kleinen Pauly Bd. 4, 1972, Sp. 1411 ff. und im Lexikon der Alten Welt, 1965, Sp. 2623-4, mit dem
feinen Unterschied, dass der Neue Pauly die griechischen Termini nur noch in Umschrift angibt.
3 DNP (bzw. KlP bzw. LAW) l. c. Nr. 7b.
4 Josef Martin, Antike Rhetorik. Technik und Methode, München 1974 (= Handbuch der Altertumswissenschaft II, 3),
behandelt dieses Kapitel 17 im ersten Abschnitt (Die
inventio
), 1. Kapitel (Die gerichtliche Beredsamkeit), III. Die
Teile der Gerichtsrede, 4. Die
propositio
und
partitio
auf S. 92f.; zu diesem Abschnitt bemerkt er auf S. 93: ,,Das ist die
propositio
." Ibid. S. 92: ,,Die
propositio
hat die Aufgabe, das (i.e. die Hauptfrage bei einem bestimmten Thema)
klarzulegen und die Hörer auf den kommenden Beweis aufmerksam zu machen." Ibid: ,,Der
Auctor ad Herennium
und
Cicero erwähnen die
propositio
überhaupt nicht; die
partitio
[bzw.
divisio
] ist offenbar der übergeordnete Begriff."
DNP (bzw. KlP bzw. LAW) l. c. Nr. 7c spricht von "Präzisierung des Sachverhalts".
Katharina Los
2
14.04.2009
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Seminar für Klassische Philologie
Sommersemester 2007
Proseminar:
De inventione
De inventione
und die
Studentin: Katharina Los
Rhetorica ad Herennium
Datum: 04.10.2007
der Gegenseite: ,,Dass Agamemnon von Klytämestra umgebracht wurde, geben sie zu;
trotzdem behaupten sie, dass ich den Vater nicht hätte rächen dürfen."
(2) Dann, wenn wir dies getan haben, müssen wir von der Aufzählung5 Gebrauch machen.
Diese gliedert sich in zwei Abschnitte, nämlich (a) die Aufzählung und (b) die Darstellung.
(a) Von der Aufzählung6 werden wir Gebrauch machen, wenn wir in Zahlen angeben, wie
viele Punkte wir gedenken anzusprechen.
Diese sollte aus nicht mehr als drei Punkten bestehen; denn einerseits besteht die Gefahr,
dass wir zu viel oder zu wenig sagen, andererseits entsteht beim Zuhörer der Verdacht, es
vorher einstudiert zu haben, und der des Gekünstelten, was der Rede die Glaubwürdigkeit
entzieht.
(b) Die Darstellung7 liegt dann vor, wenn wir die Punkte, über die wir sprechen werden, kurz
und bündig darlegen.
De inventione, I, 31-32
31
Recte habita in causa partitio inlustrem et perspicuam totam efficit orationem. Partes eius
sunt duae, quarum utraque magno opere ad aperiendam causam et constituendam pertinet
controversiam. (1) Una pars est, quae, (a) quid cum adversariis conveniat et (b) quid in con-
troversia relinquatur, ostendit; ex qua certum quiddam destinatur auditori, in quo animum
debeat habere occupatum. (2) Altera est, in qua rerum earum, de quibus erimus dicturi, bre-
viter expositio ponitur distributa; ex qua conficitur, ut certas animo res teneat auditor,
quibus dictis intellegat fore peroratum.
Nunc utroque genere partitionis quemadmodum conveniat uti, breviter dicendum videtur.
(1) Quae partitio, (a) quid conveniat aut quid non conveniat, ostendit, haec debet illud, quod
convenit, inclinare ad suae causae commodum, hoc modo: "Interfectam matrem esse a filio
convenit mihi cum adversariis". Item contra: "Interfectum esse a Clytaemestra Agamem-
nonem convenit". Nam hic uterque et id posuit, quod conveniebat, et tamen suae causae
5 J. Martin l.c. Wort- und Sachregister S. 365 s.v.
distributio
. Ebenso Heinrich Lausberg, Handbuch der literarischen
Rhetorik, München 1960, S. 338, § 671: ,,Die Aufzählung tritt an zwei Stellen der Rede planmäßig auf: in der
partitio,
wo sie
distributio
genannt wird
..."
6 J. Martin l.c. S. 93: ,,
Enumeratio
ist die Aufzählung der einzelnen Punkte, über die gesprochen werden soll." H.
Lausberg l.c. S. 190 § 347: ,,Die
enumeratio
(Her. I, 10,17) ist eine einleitungsmäßige Aufzählung von zu behandeln-
den Punkten."
7 J. Martin l. c. S. 93: ,,
Expositio
ist die kurze, aber vollständige Darstellung der Punkte, über die gesprochen werden
soll."
Katharina Los
3
14.04.2009
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