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Subtitle: Empfindsame Musik ökonomisch zugerichtet? Carl Philipp Emanuel Bachs Selbstverlags- und Pränumerationspraxis
Termpaper, 2007, 43 Pages
Author: Susanne Ziese
Subject: Musicology
Details
Tags: Gottlob
Year: 2007
Pages: 43
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-31142-2
ISBN (Book): 978-3-640-31030-2
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Abstract
Das Musikleben des 18. Jahrhunderts wird heute mit Begriffen wie „Klassik“, „Empfindsamkeit“, „galanter Stil“ und mit Namen wie Haydn und Mozart in Verbindung gebracht. Sicherlich fiele dem einen oder anderen auch der Name Carl Philipp Emanuel Bach ein, den wenigsten jedoch käme vermutlich der Begriff „Kapitalismus“ in den Sinn. Zu sehr widerstrebt dem romantischen Gemüt die Vorstellung von Kunst als Ware. Dennoch – „es muß sein“, wie Beethoven im 4. Satz seines Streichquartetts op. 135 Nr. 16 feststellte –, dürfen die Veränderungen der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen dieser Zeit nicht übersehen werden, da sie als wegweisend für die heutige Kulturindustrie angesehen werden können. Kapitalismus im Allgemeinen zeichnet sich dadurch aus, dass für einen Markt produziert wird und das stets mit der Absicht der Gewinnmaximierung. Das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage ist dabei von zentraler Bedeutung und soll auch im Zusammenhang mit Bachs Vermarktungsstrategien im Mittelpunkt stehen. In der vorliegenden Arbeit soll es nun konkret darum gehen anhand der Pränumerations- und Subskriptionspraxis Carl Philipp Emanuel Bachs zu zeigen, welchen Einfluss ökonomische Interessen im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts auf die künstlerische Produktion eines Komponisten haben konnten. Dabei soll bedacht werden, in welcher Relation dies zum Konzept der Empfindsamkeit steht.
Excerpt (computer-generated)
,,Ich bin nicht arm Gottlob!
"
Empfindsame Musik ökonomisch zugerichtet?
Carl Philipp Emanuel Bachs Selbstverlags- und Pränumerationspraxis
Einleitung: Kunst und Kapitalismus
2
1.
Strukturwandel der musikalischen Öffentlichkeit
2
1.1. Der aufblühende Musikmarkt im 18. Jahrhundert 3
1.2. Freiheitsstreben und neues Zielpublikum 4
2. Der Fall Carl Philipp Emanuel Bach
7
2.1. Von der Hauptstadt in die Hansestadt 7
2.2. Vermarktungsstrategien 1: Selbstverlag und Pränumeration 9
2.2.1. Die Beteiligten und ihre Interessen 9
2.2.2. Vorteile und Schwachstellen der Pränumerationspraxis 15
3. Der Komponist und das Publikum
17
3.1. Für wen schreibt ein Originalgenie? 17
3.2. Vermarktungsstrategien 2: Musik für jedermann 18
3.3 Die
Clavier-Sonatensammlungen für Kenner und Liebhaber
20
4. Empfindsame Musik ökonomisch zugerichtet?
26
4.1. ,,Seid umschlungen Millionen..." 27
4.2. Populär vs. privat 29
Schlusswort: Musik und Markt
31
Bibliographie
34
Anhang
36
Notenanhang
38
Einleitung: Kunst und Kapitalismus
Das Musikleben des 18. Jahrhunderts wird heute mit Begriffen wie ,,Klassik",
,,Empfindsamkeit", ,,galanter Stil" und mit Namen wie Haydn und Mozart in
Verbindung gebracht. Sicherlich fiele dem einen oder anderen auch der Name
Carl Philipp Emanuel Bach ein, den wenigsten jedoch käme vermutlich der Begriff
,,Kapitalismus" in den Sinn. Zu sehr widerstrebt dem romantischen Gemüt die
Vorstellung von Kunst als Ware. Dennoch ,,
es muß sein
", wie Beethoven im 4.
Satz seines Streichquartetts op. 135 Nr. 16 feststellte , dürfen die
Veränderungen der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen dieser Zeit
nicht übersehen werden, da sie als wegweisend für die heutige Kulturindustrie
angesehen werden können.1
Kapitalismus im Allgemeinen zeichnet sich dadurch aus, dass für einen Markt
produziert wird und das stets mit der Absicht der Gewinnmaximierung.2 Das
Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage ist dabei von zentraler Bedeutung
und soll auch im Zusammenhang mit Bachs Vermarktungsstrategien im
Mittelpunkt der Betrachtungen stehen.
In der vorliegenden Arbeit soll es konkret darum gehen anhand der
Pränumerations- und Subskriptionspraxis Carl Philipp Emanuel Bachs zu zeigen,
welchen Einfluss ökonomische Interessen im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts
auf die künstlerische Produktion eines Komponisten haben konnten.
Dabei soll bedacht werden, in welcher Relation dies zum Konzept der
Empfindsamkeit steht.
1. Strukturwandel der musikalischen Öffentlichkeit
Zunächst ist zu fragen, was für Bachs Zeit Öffentlichkeit bedeutete, da in der
zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein entscheidender Strukturwandel in der
Gesellschaft erkennbar werden, der sich u.a. auf die Person des Komponisten
auswirkte.
1 Adorno/Horkheimer:
Kulturindustrie
. In: Ders.:
Dialektik der Aufklärung.
Philosophische Fragmente.
Fischer, Frankfurt/M.: 2003, S. 128-176.
2 Vgl.: Art.
Kapitalismus
. In:
Brockhaus-Enzyklopädie
. Bd. 19, Mannheim: 1990, S 438f.
2
1.1. Der aufblühende Musikmarkt im 18. Jahrhundert
Nach dem Vorbild von Schott, Hummel und Offenbach wurden zum Ende des 18.
Jahrhunderts zahlreiche Musikverlage gegründet, was hauptsächlich in der
Nordhälfte Deutschlands zu einem schlagartigen Anstieg der Zahl der Drucke
führte.
Bereits 1754 hatte der Leipziger Drucker und Verleger Johann Gottlob Immanuel
Breitkopf ein Verfahren entwickelt, in dem die Notendrucktypen in alle Einzelteile
zerlegbar und damit stets neu verwendbar waren. Das Verfahren war ,,
weitaus
rentabler und gewinnträchtiger
"3 als der Kupferstich und lieferte ein verfeinertes
Druckbild, verglichen mit Drucken der älteren Techniken.
Parallel zum Aufschwung des Druckwesens mussten zwangsläufig auch neue
Musikalienhandlungen entstehen, die die Drucke und auch die noch
konkurrenzfähigen Handschriften und Stiche an das Publikum vermittelten. Laut
Hortschansky kann man davon ausgehen, dass die 333 im
Allgemeinen
Adressbuch für den Deutschen Buchhandel
von Otto August Schulz erfassten
Musikalienhandlungen nur die Hälfte der wirklich existierenden repräsentierten.4
Auch die relativ hohen Auflagenzahlen von zum Teil mehr als eintausend
Exemplaren lassen auf einen wachsenden Musikmarkt schließen.5 Jedoch bleibt
dabei unbedingt zu bedenken, dass es sich bei der durch die Musikdrucke
hergestellten Öffentlichkeit um eine ausgesprochen elitäre handelt. Zum einen
dürfte die Analphabetenquote im Bezug auf Noten noch höher gelegen haben als
die schon bei 15% liegende Quote für das Lesepublikum. Die Pränumeration gibt
deshalb auch mehr Aufschluss über Kauf- als über Rezeptionsverhalten.6 Und
zum anderen waren die Preise für die Drucke für den größten Teil der
3 Hortschansky, Klaus:
Pränumerations- und Subskriptionslisten in Notendrucken deutscher Musiker
des 18. Jahrhunderts.
In: Federhofer, Hellmut (Hrsg.):
Acta musicologica
. Bärenreiter, Kassel: 1968,
S. 156.
4 Vgl. Hortschansky, Klaus:
Der Musiker als Musikalienhändler in der zweiten Hälfte des 18.
Jahrhunderts
. In: Salmen, Walter (Hrsg.):
Der Sozialstatus des Berufsmusikers vom 17. bis 19.
Jahrhundert
. Bärenreiter, Kassel: 1971, S. 94.
5 Vgl. Ottenberg, Hans-Günter:
Untersuchungen zur sozialen Stellung des Musikers, zur
kompositorischen Produktion und Distribution in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter
besonderer Berücksichtigung des Wirkens von Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788).
(Diss.), Bd.
1, Dresden: 1990, S. 38.
6 Vgl. Lütteken, Laurenz:
Das Monologische als Denkform in der Musik zwischen 1760 und 1785
.
Niemeyer, Tübingen: 1998, S. 27.
3
Bevölkerung zu hoch. Ein Druck konnte so viel kosten wie der Lohn von knapp 50
Arbeitstagen einer jugendlichen Magd.7
1.2. Freiheitsstreben und neues Zielpublikum
,,
Aus höfischen und für ihn bis zu einem gewissen Grade überschaubaren Bindungen
gelöst, wurde der Komponist unter den Bedingungen eines durch frühkapitalistische
Produktions- und Distributionsmechanismen beeinflußten Musiklebens in neue
Abhängigkeitsverhältnisse verstrickt. Entschied einst der Souverän darüber, was
musikalisch brauchbar war, so sah sich der Komponist nunmehr einem sich rasch
vergrößernden Musikmarkt mit einem faktisch unbegrenzten Notensortiment aus
unzähligen in- und ausländischen Verlagen und vertrieben [sic!] über ein
weitverzweigtes Netz von Buch- und Musikalienhandlungen gegenüber. Hinter diesem
Markt stand eine namenlose Käuferschicht.
"8
Ottenberg beschreibt hier, wie sich als Folge gesellschaftlicher und technischer
Neuerungen offenbar ein Wandel hin zu einem zunehmend abstrakten Musikmarkt
vollzogen hat. Eine Betrachtung der beiden Konzepte von Öffentlichkeit, die in
diesem Strukturwandel eine Rolle spielen, wird das verdeutlichen.9
Die ältere Form von Öffentlichkeit stellt folgendes Schema vereinfacht dar:
Schema der repräsentativen Öffentlichkeit nach Tobias Plebuch10
7 Vgl. Wolff, Christoph:
Johann Sebastian Bach
. Fischer, New York/Frankfurt/M.: 2000, S. 578f. Siehe
Anhang.
8 Ottenberg, 1990, S. 30.
9 Hierzu und zum Verhältnis von Privatsphäre und Öffentlichkeit: Habermas, Jürgen:
Strukturwandel
der Öffentlichkeit. Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft
. 2. Auflage.
Suhrkamp, Frankfurt/M.: 1991.
10 Vgl. Plebuch, Tobias:
Veräußerte Musik. Öffentlichkeit und Musikalienmarkt im Zeitalter Carl Philipp
Emanuel Bachs.
(Diss.) Berlin: 1996, S. 160.
4
Innerhalb der so genannten repräsentativen Öffentlichkeit sind die Strukturen
recht überschaubar: Ein Komponist steht beispielsweise im Dienste eines
Patrons. Für diesen schreibt er Musik, die er nach Proben in einer Kantorei oder
Kapelle
für
diesen Patron zur Aufführung bringt. Dieser vergütet dem
Komponisten dann seine Arbeit. Neben dem Patron selbst ist das höfische (oder
das dem Patron nahe stehende adelige) Publikum bei den Aufführungen
anwesend. Dieses ist meist sehr klein, ein exklusiver Zirkel gebildeter Aristokraten
für die es quasi ,,zum guten Ton gehört", diesen Aufführungen beizuwohnen.
Das bürgerliche Publikum bleibt eine Kulisse, die nur eine Projektionsfläche für
die höfische Repräsentation darstellt und dabei selbst völlig unbeteiligt ist.
Öffentlichkeit entsteht also erst durch Repräsentation die höfische Gesellschaft
ist eigentlich eine private.11
Dem gegenüber steht die so genannte bürgerliche oder partizipatorische
Öffentlichkeit. Das wesentlich komplexere Schema wird im Abschnitt 2.2. am
Beispiel des Pränumerationsverfahrens erläutert. Bei dieser Öffentlichkeitsform
verkörpert das sich im 18. Jahrhundert formierende Bildungsbürgertum, also
Privatpersonen, das Zielpublikum und damit eine wesentlich breitere Masse als
das kleine Hofpublikum. Zudem ist das bürgerliche Publikum direkt am
Marktgeschehen beteiligt.
,,Die privatisierte wirtschaftliche Tätigkeit muß sich an einem unter öffnetlicher Anleitung
und Aufsicht erweiterten Warenverkehr orientieren; die ökonomischen Bedingungen,
unter denen sie sich nun vollzieht, liegen außerhalb der Schranken des eigenen
Haushalts; sie sind zum ersten Male von allgemeinem Interesse."12
Besonders die Entwicklung des Pressewesens trägt zur Herausbildung einer
bürgerlichen Öffentlichkeit bei, da es den Bürger an Diskursen partizipieren
lässt.13
Auf dem Musikmarkt findet das seine Entsprechung im Druckwesen und
Musikalienhandel, durch welche den Konsumenten die Ware Musik in großen
Mengen zugänglich gemacht wird.
11 Vgl. Habermas, Jürgen:
Strukturwandel der Öffentlichkeit
. Suhrkamp, Frankfurt/M.: 1990, S. 60ff.
12 Habermas, S. 76.
13 Vgl. Habermas. S. 77.
5
Was aber bedeutet dieser Strukturwandel für den Berufsmusiker? Ottenberg
beschreibt eine generelle Tendenz des Komponisten im 18. Jahrhundert, sich
zunehmend aus Patronatsstrukturen zu lösen und nach der freien
Musikerexistenz zu streben, wenngleich das in der Praxis nur selten gelang,
zunächst auch deshalb, weil die Einbindung in höfische Strukturen auch durchaus
Vorteile mit sich brachte.14
Im Folgenden sollen einige Vor- und Nachteile des Patronats gegenüber der
freien Musikerexistenz dargelegt werden.
Betrachtet man zunächst einmal die soziale Stellung des Musikers, so fällt auf,
dass er im Dienste eines Souveräns an einem Hof hohes soziales Ansehen und
durch ein
salarium fixum
relative finanzielle Sicherheit genießt. Als freier Künstler
dagegen wäre er zunächst ein einfacher Bürger, der dem Markt und seiner
Dynamik, also finanziellen Risiken, ausgesetzt ist. Wie sich aber zeigt, ist auch
das
salarium fixum
keinesfalls für jeden Musiker eine Garantie für seine
wirtschaftliche Absicherung gewesen, da je nach Stellung am Hof die Gehälter
stark in ihrer Höhe schwankten. So bezog der königliche Hofflötist Friedrichs des
Großen Johann Joachim Quantz eine jährliche Summe von 2000 Reichstalern
(Rt.), während der Bratschist Steffani weniger als ein Zehntel dessen, nämlich
150 Rt., bekam. Carl Philipp Emanuel Bachs
salarium
belief sich anfangs auf 300
Rt..15 Dieses Einkommen reichte Bach nach eigener Auffassung jedoch nicht, um
seine Familie zu ernähren, sodass er diversen Nebentätigkeiten nachging.16
Damit relativiert sich der Vorteil der finanziellen Sicherheit im Dienst eines
Patrons.
Dass zwischen dem höfischen und dem bürgerlichen Publikum ein quantitativer
Unterschied besteht, wurde bereits erwähnt. Aber auch ein qualitativer
Unterschied spielt eine Rolle. Das Komponieren innerhalb der repräsentativen
Öffentlichkeit bestand in erster Linie in der Produktion von Gebrauchsmusik,
während das bürgerliche Publikum primär nach Unterhaltungsmusik fragte.17
Andererseits weist die Nachfrage in der bürgerlichen Öffentlichkeit eine
wesentlich breitere Streuung auf als die eines höfischen Publikums, da letztere
eher dem Geschmacksdiktat des Souveräns unterliegt. Wenngleich auch die
14 Vgl. Ottenberg, 1990, S. 16f.
15 Vgl. Tabelle 2, Ottenberg, 1990, S. 59.
16 Vgl. Ottenberg, Hans-Günter:
Carl Philipp Emanuel Bach.
Reclam, Leipzig: 1982, S. 82f.
17 Vgl. Plebuch, S. 159
6
Kategorie des Geschmacks im 18. Jahrhundert eine Tendenz zur Normalisierung
aufwies, scheint doch zunächst innerhalb einer Masse eher eine
Geschmackspluralität möglich zu sein als in der Orientierung auf eine einzelne
Person. Daraus könnte man den Schluss ziehen, dass dem Komponisten in der
bürgerlichen Öffentlichkeit mehr künstlerischer Freiraum zur Verfügung stand als
im Patronat. Diese These soll im Folgenden noch behandelt und in Frage gestellt
werden.
Jedoch hat die partizipatorische Öffentlichkeit gegenüber der bürgerlichen für den
Komponisten einen deutlichen Vorteil, nämlich dass erstere quasi
in persona
anwesend ist und letztere ein Abstraktum darstellt. Personenbezüge werden im
Strukturwandel von der repräsentativen zur bürgerlichen Öffentlichkeit von
Sachbezügen abgelöst.18 Dies hat zur Folge, dass das wichtige persönliche
Feedback entfällt, ,,
die Rückmeldung von seiten des Publikums ist unsicher und
gelangt meist nur vermittelt zum Komponisten
,"19 sodass er neue Strategien
entwickeln muss, um den Markt gewissermaßen zu konkretisieren.
Solch eine Strategie stellt die Pränumerationspraxis dar, die im folgenden Kapitel
behandelt werden soll. Doch zunächst werden die vorangegangenen allgemeinen
Ausführungen konkret auf den Fall Carl Philipp Emanuel Bachs übertragen.
2. Der Fall Carl Philipp Emanuel Bach
Der am 8. März 1714 in Weimar geborene zweite Sohn Johann Sebastian Bachs
war einer der berühmtesten Komponisten seiner Zeit. Diesen Umstand verdankte
Carl Philipp Emanuel Bach nicht nur der umfassenden musikalischen Ausbildung
durch seinen Vater, sondern auch seiner eigenen Initiative, denn man kann ihn
nicht nur als Originalgenie bezeichnen wie das so oft von zeitgenössischer
Seite der Fall war sondern auch als Selbstvermarktungsgenie.
2.1. Von der Hauptstadt in die Hansestadt
Im Jahr 1738 trat Carl Philipp Emanuel Bach als Cembalist in den Dienst des
preußischen Kronprinzen, dem er nach dessen Krönung zum König Friedrich II
nach Berlin folgte. Die preußische Hauptstadt war zu dieser Zeit recht teuer im
Bezug auf die Lebenshaltungskosten ihrer Bewohner, sodass der Hofcembalist,
18 Vgl. Plebuch, S. 159.
19 Plebuch. S. 160.
7
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