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Diploma Thesis, 2009, 33 Pages
Author: Monika Cirlea
Subject: Health Science
Details
Year: 2009
Pages: 33
Grade: Sehr gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-32686-0
ISBN (Book): 978-3-640-32735-5
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Abstract
In dieser Fachbereichsarbeit wird das Thema "In sich selbst gefangen - Demenz: Psychische Situation und Kommunikationstipps" behandelt. Da die Zahl der an Demenz Erkrankten - wie aus Studien und Prognosen hervorgeht - stark zunehmen wird, ist es ein Thema, das alle angeht, egal welchen Beruf man ausübt. Wir können privat und in der Öffentlichkeit gezwungen werden, uns näher mit an Demenz erkrankten Menschen auseinanderzusetzen. Für gute Pflegequalität ist es von großer Bedeutung zu wissen, was der Patient oder Bewohner benötigt, da ständiger Stress oder unangebrachte Pflege zu Depressionen und Rückzug führen können. Möchte man professionelle Pflege leisten, stellen sich folgende Fragen: Was geht im Erkrankten vor? Was ist der Auslöser für sein Verhalten? In welcher "Welt" lebt er? Wie kann man so lange wie möglich kommunizieren und den Willen der Person herausfinden? Warum ist ein Demenzkranker aggressiv und wütend und wie kann bzw. sollte man darauf reagieren? Interviews mit Betroffenen sind schwer oder fast nicht zu führen. Man sollte aber dennoch versuchen, Zeichen zu interpretieren. Erst wenn man weiß, warum der Demenzkranke so "eigenartig" ist, kann man den Betroffenen etwas verstehen und gut d.h. individuell pflegen und betreuen. Es gibt zum Glück eine Menge guter Ratschläge, Tipps und Konzepte. Die vorliegende Arbeit zeigt zuerst die Symptome, Diagnose, Therapie und gibt als nächstes einen kleinen Einblick in die vermutete "Welt" des Demenzkranken. Sie verweist auf Ergebnisse einer Studie, die zeigt, wie Frauen und Männer den Aufenthalt im Pflegeheim erleben. Weiters wird die Wichtigkeit der Biografie aber auch der Kommunikation in der Pflege gezeigt. Es wird das Best-Friends-Modell vorgestellt und zum Schluss wird gezeigt, wer die wirklichen Experten in Bezug auf demenzgerechte Pflege sind.
Excerpt (computer-generated)
HS: Alejo Carpentier
Sommersemester 2007
Peter Szondi Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften
Freie Universität, Berlin
Student:
Nicolai Bühnemann
11. Semester; Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft; Lateinamerikanistik.
Hauptseminararbeit zum Thema:
‚Recuerdos del Porvenir’ Paradiessehnsucht und das Problem der Zeit(en)
in Alejo Carpentiers "Los pasos perdidos"
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 3
2. Die Zeit Lateinamerikas ... 7
2.1. Die Gleichzeitigkeit verschiedener Epochen in Lateinamerika bei Carpentier und Paz ... 7
2.2. Psychoanalytischer Exkurs: Das Paradies als (verlorene) Ureinheit, bei Paz, Rank und Platon ... 10
3. Umkehrung der Zeit? Die Erzählung Viaje a la semilla ... 12
4. Vergangenheit? Gegenwart? Zukunft? ... 15
4.1 Zeit der Enttäuschung - Das Europa-Bild im Neunte(n) Symphonie-Kapitel ... 15
4.2 Gefangene der Zeit – Das Leben in New York ... 19
4.3 Ausbruch aus der Zeit – Das Leben im Urwald ... 22
5. Schluss: Versuch einer Synthese der Zeiten ... 25
Literaturverzeichnis ... 28
Going up that river was like travelling back to the earliest beginnings of the world [...]. You lost your way on that river as you would in a desert, and butted all day long against shoals, trying to find the channel, till you thought yourself bewitched and cut off forever from everything you had known once – somewhere – far away, in another existence perhaps. There were moments when one’s past came back to one [...] We were wanderers on prehistoric earth, on an earth that wore the aspect of an unknown planet. We could have fancied ourselves the first of men taking possesion of an accursed inheritance [...]. We could not understand because we were too far and could not remember, because we were travelling in the night of first ages, of those ages that are gone, leaving hardly a sign and no memories.
Joseph Conrad1
1. Einleitung
Auch der Protagonist in Alejo Carpentiers Roman Los pasos perdidos unternimmt eine Reise, die ihn in die Vergangenheit führen wird. Wie Marlow, den Binnenerzähler in Conrads Heart of Darkness, fühlt er sich auf seiner Reise durch Südamerika in prähistorische Zeiten, in die „noche da las edades“2, versetzt.
In einer westlichen Großstadt, die, wie er selbst, namenlos bleibt, auch wenn es eindeutige Hinweise darauf gibt, dass es sich um New York handelt3, verdient er, ursprünglich Musikwissenschaftler, sein Geld damit für die musikalische Untermalung von Werbespots zu sorgen. Frustriert von der Eintönigkeit seines Berufs und von der Ehe mit der Theaterschauspielerin Ruth flüchtet er sich nachts in Alkoholexzesse in den Bars der Stadt oder in die Boheme-Kreise in denen seine Geliebte Mouche verkehrt. Sein Leben erfährt eine plötzliche Veränderung, als er auf der Straße zufällig auf einen alten Bekannten trifft, der Kurator ist und ihn damit beauftragt für die Sammlung der Universität in den abgelegenen Dschungelregionen eines lateinamerikanischen Landes nach seltenen archaischen Musikinstrumenten zu suchen. Zunächst widerwillig, tritt er gemeinsam mit Mouche die Reise an. Aus der Landeshauptstadt4, wo er sich ins neunzehnte Jahrhundert versetzt fühlt, kommt er zunächst in das Städtchen Los Altos. Unterwegs zu dem Flusshafen Santiago de los Aguinaldos, lesen sie auf einem Bergpass eine fast erfrorene Frau auf, die Rosario heißt. Von einem Mann, der der Pionier (el adelantado) genannt wird, erfährt der Erzähler, dass er die gesuchten Instrumente in einem indianischen Dorf finden kann, das drei Tagesreisen auf dem Fluss entfernt liegt und nur durch einen geheimen, nur ihm bekannten Zugang zu erreichen ist. Weitere Begleiter auf der Schifffahrt in den Urwald sind der griechische Diamantensucher Yannes und der Kapuzinermönch Fray Pedro de Henostra. Mouche, die den Strapazen der beschwerlichen Reise immer weniger gewachsen ist und dem Protagonisten zunehmend zur Last fällt, wird eines Tages von Rosario, weil sie ihr bei einem gemeinsamen Bad an einem Wildbach lesbische Avancen macht, verprügelt. Der Erzähler beginnt nun eine Beziehung mit Rosario und die beiden schicken Mouche, die inzwischen an Malaria erkrankt ist mit einem Botaniker den sie im Urwald kennen gelernt haben, zurück in die Stadt. Die anderen fahren nun nach der Anleitung des Pioniers zu dem Indianerdorf mitten im Urwald. Nach einer Wanderung vorbei an den Grandes Masetas gelangt man nach Santa Monica de los Venados, der Stadt, die der adelantado gegründet hat. Hier findet der Erzähler, inspiriert durch die Natur und die Erfahrungen seiner Reise, Muße um zu komponieren, wobei ihm jedoch bald das Papier ausgeht. Als ein Flugzeug im Urwald landet, um ihn zurück nach Hause zu bringen, wo um sein Verschwinden großes Aufhebens gemacht wurde, entscheidet er sich nun, entgegen seinem ursprünglichen Entschluss zu bleiben, nach New York zu fliegen, um sich mit dem Nötigsten für das Leben im Dschungel auszustatten und sich von Ruth scheiden zu lassen. Der Ehestreit nimmt mehrere Monate in Anspruch. Als der Erzähler schließlich nach Lateinamerika zurückkehrt, findet er den Eingang zu dem Fluss der nach Santa Monica de los Venados führt nicht mehr. Von Yannes erfährt er, dass Rosario inzwischen Marcos, den ältesten Sohn des adelantado, geheiratet hat. So entschließt er sich zurückzukehren in die Großstadt.
Der Roman ist als Ich-Erzählung verfasst und in sechs Kapitel und 39 Unterkapitel unterteilt5, sowie mit einer abschließenden Nota versehen. Die Unterkapitel sind ab dem zweiten Kapitel, das mit dem vierten Unterkapitel einsetzt und in dem der Protagonist seine Reise antritt, mit Daten und manchmal auch Tageszeiten versehen. Die Kapitel 4 bis 26 umfassen den Zeitraum vom 7. bis zum 27. Juni6, wobei Carpentier einmal die korrekte Chronologie bricht: Das siebte Kapitel ist mit ‚Sábado, 10’ überschrieben (86), das folgende, achte mit ‚11 de junio’ (101), Kapitel 9 mit ‚más tarde’ (111), Kapitel 10 trägt die Überschrift ‚Martes, 12’ (128). Mit Bezugnahme auf Samstag, den 10. in Kapitel 7 müsste der zwölfte Juni allerdings nicht Dienstag, sondern Montag sein. Die Kapitel 27 bis 33 haben keine Tagesangaben. Diese werden erst mit dem Unterkapitel 34 zu Beginn des sechsten und letzten Kapitels wieder aufgegriffen, wobei die zeitlichen Intervalle zwischen den Kapiteln nun wesentlich größer sind. Unterkapitel 34 spielt am achtzehnten Juli (307), das 39. und letzte Unterkapitel am 30. Dezember (347).
Was Carpentier, der 1904 als Sohn eines Franzosen und einer Russin in La Habana geboren wurde, wohl auf seinen Orinokoreisen entschieden geprägt hatte, war die gleichzeitige Existenz von Menschen und Orten, die den verschiedensten Epochen der menschlichen Kultur angehören zu scheinen. Diesen Beobachtungen eines Nebeneinanders unterschiedlicher Epochen, die er für ein genuin lateinamerikanisches Phänomen hält7, sowie deren literarischer Ausformulierung in Los pasos perdidos wird das zweite Kapitel meiner Arbeit gewidmet werden. Über Octavio Paz’ ebenfalls in den 1950ern entstandenen Essay El laberinto de la soledad, der einige Ideen beinhaltet, die Carpentiers Konzept sehr ähnlich sind, soll ein psychoanalytischer Exkurs angeknüpft werden, der die Paradiessehnsucht des Romans auf einer ersten Stufe, als Sehnsucht nach einer Rückkehr zur Mutter beschreibt.
Carpentier betont, dass die speziell lateinamerikanische Zeitlichkeit, von der er spricht, auch Auswirkungen auf die Arbeit lateinamerikanischer Schriftsteller habe.
Angesichts dieser Präsenz der Vergangenheit in der Gegenwart, und zwar in einer Gegenwart, in der schon deutliche Regungen der Zukunft zu erkennen sind, muß der lateinamerikanische Romancier die Regeln der traditionellen Zeitlichkeit in der Erzählung durchbrechen und sich eine der Behandlung seines Stoffes angemessene Zeitlichkeit erfinden[.]8
In seiner Erzählung Viaje a la semilla ‚erfindet’ Carpentier diese Zeitlichkeit, indem er die Biographie eines Mannes in umgekehrter Chronologie beschreibt: Vom Totenbett aus verfolgen wir den Lebensweg eines kubanischen Adligen bis in den Schoß seiner Mutter. Der Autor verkehrt dabei alle zeitlichen Kausalitäten, so wachsen nicht nur die Kerzen beim Brennen und die Uhren laufen verkehrt herum, sondern die Unterschrift des Marquis verliert mit dem Erreichen seiner Minderjährigkeit ihre Rechtskraft. Im dritten Kapitel soll diese Erzählung im Bezug auf ihre Ähnlichkeiten, aber auch ihre Differenzen zum Roman
untersucht werden.
Danach beschäftigt sich ein Kapitel mit den drei wichtigsten Lebensabschnitte des Erzählers: Seine Vergangenheit und Familiengeschichte, wie sie im neunten Unterkapitel des Romans erzählt wird, seinem Leben in der Gegenwart in New York und dem Leben der Indianer, dass er am Ziel seiner Reise in dem Urwalddorf Santa Mónica de los Venados kennen lernt. Wo Europa eine überkommene Vergangenheit repräsentiert und in den USA die Gegenwart als „Störerfahrung“9 erlebt wird, scheint gerade Lateinamerika, wo der entfremdete Großstadtbewohner Steinzeitmenschen begegnen kann, zur Projektionsfläche für zukünftige Hoffnungen zu werden. Inwieweit seine Reise den Erzähler also zurück in die Zukunft führt, wird am Schluss meiner Arbeit beleuchtet werden.
[...]
1 Vgl.: Joseph Conrad: Heart of Darkness, London 1992, S. 48ff.
2 Vgl.: Alejo Carpentier: Los pasos perdidos, Buenos Aires 2004, S. 235. Alle Zitate beziehen sich auf diese
Ausgabe und werden im Folgenden in Klammern im laufenden Text vermerkt.
3 So erwähnt der Erzähler an einer Stelle den Central Park (331). Außerdem berichtet er mit der Fähre nach
Hoboken zu fahren (335). Hoboken ist der Name einer Stadt, die in New Jersey am Ufer des Houdson Rivers,
direkt gegenüber von Manhattan, liegt. In der Nachbemerkung weist Carpentier allerdings implizit auf den
repräsentativen Charakter dieses Ortes als westliche Großstadt hin. „[…] el lugar de acción de los primeros
capítulos del presente libro no necesita de mayor ubicación“. (357)
4 Carpentier, der ab 1945 in Caracas ansässig war, verarbeitet in Los pasos perdidos u. a. die Erlebnisse, die er
auf seinen zwei Orinokoreisen, zunächst mit dem Flugzeug 1947, dann 1948 mit Bus und Schiff, machte. In der
Nachbemerkung zum Roman, im Originaltext „Nota“ überschrieben, gibt er Auskunft darüber, welche Orte ihn
zu den verschiedenen Schauplätzen inspirierten, betont aber zugleich den prototypisch lateinamerikanischen
Charakter, etwa der Landeshauptstadt, in der die Reise des Protagonisten ihren Ausgang nimmt oder der
folgenden Provinzstädte, „son meros prototipos, a los que no se ha dado una situación precisa, puesto que los
elementos que los integran son comunes a muchos paises“. Nach und nach werden die Orte allerdings
konkretisiert: „El río descrito que, en lo anterior, pudo ser cualquier gran río de América, muy exactamente, el
Orinoco en su curso superior.“ (357)
5 Bei den Kapitelangaben in meiner Arbeit werde ich grundsätzlich die Unterscheidung zwischen Kapitel und
Unterkapitel aufrecht erhalten.
6 Hermann Herlinghaus mutmaßt, dass es sich um „den Monat Juni wahrscheinlich des Jahres 1950, die
Jahrhundertmitte“ handle. Vgl.: Hermann Herlinghaus: Alejo Carpentier. Persönliche Geschichte eines
literarischen Moderneprojekts, München 1991, S. 105. Einen Textbeleg der seine Hypothese erhärten würde,
nennt er allerdigs nicht.
7 Andere Autoren beschreiben dies eher als globales Phänomen. Vgl.: Hans Ulrich Seeber, Julika Griem (Hrsg.):
Raum- und Zeitreisen; Studien zur Literatur und Kultur des 19. und 20. Jahrhunderts, Tübingen 2003; darin:
Einleitung, S. 1. „Da die Hinterlassenschaften der Zeit in Schichten – sich ändernden Techniken, Werkzeugen,
Produktionsweisen, Architekturstilen, Schreibweisen, etc. – allenthalben wahrnehmbar ist, zumal dann, wenn
diese kulturellen Erzeugnisse und Zeugnisse sich rasch ändern, ist jeder Gang durch die Kulturräume der
moderne in besonders auffälliger Weise eine Reise in die Vergangenheit.“
8 Vgl.: Alejo Carpentier: Zeit- und Sprachproblematik im modernen lateinamerikanischen Roman; in Derselbe:
Stegreif und Kunstgriffe Essays zur Literatur, Musik und Architektur in Lateinamerika; Aus dem Spanischen von
Anneliese Botond; Frankfurt am Main 1980 S. 91.
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