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Didaktische Wertung von "Paule ist ein Glücksgriff" von Kirsten Boie

Rezension / Literaturbericht, 2007, 5 Seiten
Autor: Eleonora Reis
Fach: Sachunterricht, Heimatkunde (Grundschulpädagogik)

Details

Kategorie: Rezension / Literaturbericht
Jahr: 2007
Seiten: 5
Note: 1
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V125884
ISBN (E-Book): 978-3-640-32831-4


Zusammenfassung / Abstract

Mit dem stark autobiographisch geprägten Kinderroman „Paule ist ein Glücksgriff“ begann 1985 Kirsten Boies Karriere als Kinder- und Jugendbuchautorin. Nach der Adoption ihres ersten Kindes gab sie ihre Tätigkeit als Studienrätin auf – das Jugendamt hatte ihr damals untersagt ihren Beruf nach der Adoption wieder aufzunehmen – und fing an zu schreiben. „Paule ist ein Glücksgriff“ hat auch nach zwanzig Jahren nichts von seiner Aktualität verloren, denn es kommen grundlegende Themen und Erfahrungen zur Sprache. In zehn in sich abgeschlossenen Kapiteln erzählt die Autorin ganz unterschiedliche Episoden aus Paules Kinderalltag. Gleich das erste Kapitel führt ein in Paules familiäre Situation, und die jungen Leserinnen und Leser erfahren, dass bei Paule manches anders ist als bei anderen Kindern: Seine Eltern haben ihn aus dem Heim geholt und adoptiert, als er zwei Wochen alt war. Für sie ist Paule, den sie sehr lieb haben, ein echter „Glücksgriff“. Deshalb feiern sie jedes Jahr zwei Wochen nach seinem Geburtstag auch noch Paules „Ankunftstag“. Paule wächst in einem Familienklima auf, das geprägt ist von Liebe, Verständnis und Geborgenheit. Seine Eltern vermitteln ihm durch ihr Verhalten immer wieder, dass er sich ihrer uneingeschränkten Liebe sicher sein kann. Dass Paule eine andere Hautfarbe hat und bei Adoptiveltern aufwächst, ist das Einzige, was ihn von den anderen Kindern unterscheidet.


Textauszug (computergeneriert)

Didaktische Wertung von Kirsten Boie: "Paule ist ein Glücksgriff"

- Thematik: Im Mittelpunkt des Kinderromans steht der 6-jährige Paule, ein farbiges Adoptivkind,

das fröhlich und geborgen bei seinen Adoptiveltern aufwächst.

- Identifikation: Paules Wünsche und Hoffnungen, seine Ängste und kleinen Sorgen kennt jedes

Kind. => sympathische Identifikationsfigur

- Handlung: alltägliche Themen aus dem Erfahrungsbereich aller Kinder (Freundschaft, Eifersucht,

Schwindeln, Umgang mit älteren und jüngeren Geschwistern).

- Humor: Komische Episoden wie z.B. das Krippenspiel.

Komische Figur: Paules Großvater.

- Erzählstruktur/ Perspektive: In 10 abgeschlossenen Kapiteln wird in der 3. Person aus dem Leben

des Protagonisten Paule erzählt. -> Paules Gefühls- und Erlebnishorizont.

- Sprache: einfach -> Verständnishorizont von Grundschülern.

- Psychologische Faktoren: keine moralisierende, pädagogische Gängelung des Lesers, sondern die

Leser sollen selbst zu einem Urteil kommen.

Didaktische Wertung:

- Vorlesen ab 1. Schuljahr, selbstständige Lektüre ab 3./4. Schuljahr.

- Interessant für Kinder sind die alltäglichen Themen aus dem Erfahrungsbereich der Kinder

(Familie und Geschwister, Vorurteile, Werte und Normen, eigene Gefühle).

Didaktische Funktionen:

- Lesemotivation: Erfahrungsbereich der Kinder, Situationskomik.

- Information: Adoption von Kindern.

- neue Erkenntnisse: nicht zutreffende Vorurteile.

- Empathie: Anregung zum eigenen Denken, emotionale Beteiligung.


Zur Thematik:

Mit dem stark autobiographisch geprägten Kinderroman ,,Paule ist ein Glücksgriff" begann 1985

Kirsten Boies Karriere als Kinder- und Jugendbuchautorin. Nach der Adoption ihres ersten Kindes

gab sie ihre Tätigkeit als Studienrätin auf ­ das Jugendamt hatte ihr damals untersagt ihren Beruf

nach der Adoption wieder aufzunehmen ­ und fing an zu schreiben.

,,Paule ist ein Glücksgriff" hat auch nach zwanzig Jahren nichts von seiner Aktualität verloren, denn

es kommen grundlegende Themen und Erfahrungen zur Sprache.

In zehn in sich abgeschlossenen Kapiteln erzählt die Autorin ganz unterschiedliche Episoden aus

Paules Kinderalltag. Gleich das erste Kapitel führt ein in Paules familiäre Situation, und die jungen

Leserinnen und Leser erfahren, dass bei Paule manches anders ist als bei anderen Kindern:

Seine Eltern haben ihn aus dem Heim geholt und adoptiert, als er zwei Wochen alt war. Für sie ist

Paule, den sie sehr lieb haben, ein echter ,,Glücksgriff". Deshalb feiern sie jedes Jahr zwei Wochen

nach seinem Geburtstag auch noch Paules ,,Ankunftstag".

Paule wächst in einem Familienklima auf, das geprägt ist von Liebe, Verständnis und Geborgenheit.

Seine Eltern vermitteln ihm durch ihr Verhalten immer wieder, dass er sich ihrer uneingeschränkten

Liebe sicher sein kann. Dass Paule eine andere Hautfarbe hat und bei Adoptiveltern aufwächst, ist

das Einzige, was ihn von den anderen Kindern unterscheidet.

Zur Identifikation:

Seine Wünsche und Hoffnungen, seine Ängste und kleinen Sorgen kennt fast jedes Kind, und

deshalb ist Paule auch eine sympathische Identifikationsfigur für die kleinen Leser. So wünscht sich

Paule einen Hund und einen großen Bruder, sein bester Freund Andreas ist für ihn ein wichtiger

Ansprechpartner und Vertrauter. Paule besucht das erste Schuljahr, ist gut integriert und kommt mit

den anderen Kindern in der Regel gut aus.

Zur Handlung:

Dass Paule aufgrund seiner Hautfarbe nicht ,,anders" ist als die anderen Kinder, ist eine wichtige

Botschaft des Textes. Die Autorin vermeidet es bewusst, Paules Hautfarbe zum vorherrschenden

Thema der Geschichte zu machen. Die Alltagsepisoden greifen alltägliche Themen aus dem

Erfahrungsbereich aller Kinder auf (Freundschaft, Eifersucht, Schwindeln, Umgang mit älteren und

jüngeren Geschwistern, etc.) und zeigen ganz selbstverständlich, dass Paule sich so verhält, wie es

für Kinder seines Alters typisch ist. Nur durch die Reaktionen von fremden Menschen, die ihn nicht

kennen, wird Paule manchmal daran erinnert, dass er eine andere Hautfarbe hat .

So bleibt Paule von Mißverständnissen und Vorurteilen nicht verschont. Er wird mit Fragen

konfrontiert, die für ihn schwer zu verstehen sind und deren Beantwortung auch für die Eltern nicht



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