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Deutsch-norwegische Wirtschaftsbeziehungen

Subtitle: unter besonderer Berücksichtigung der interkulturellen Kommunikation zwischen beiden Ländern

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2009, 22 Pages
Author: BA Jenny Schulz
Subject: Scandinavian Languages

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2009
Pages: 22
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V126151
ISBN (E-book): 978-3-640-32249-7
ISBN (Book): 978-3-640-32062-2

Abstract

Deutschland und Norwegen verbindet eine gemeinsame kulturelle Entwicklungsgeschichte. Der gemeinsame germanische Ursprung wie auch die geografischen Lagen beider Länder sind Gründe dafür, dass es schon sehr früh Handel und Wirtschaft zwischen Deutschland und Norwegen gegeben hat. Zudem gibt es sprachlich sehr große Parallelen, die für diese Wirtschaftsbeziehungen besonders in früheren Zeiten sehr hilfreich erschienen. Angefangen mit der Hanse, bestehen auch heutzutage noch größere Firmenkontakte und wirtschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und Norwegen. In der globalen Welt zeigen sich diese jedoch anders als noch vor einigen hundert Jahren. In dieser Hausarbeit möchte ich die Geschäftsbeziehungen zwischen Deutschland und Norwegen näher betrachten und einen Einblick in ihre Entstehung und ihre heutigen Tendenzen geben. Dies möchte ich besonders unter dem sprachlichen Aspekt tun. Wie wurde früher miteinander kommuniziert, wie heute? Welche Schwierigkeiten treten auf, wenn man an die sprachliche Situation in beiden Ländern denkt? Gibt es interkulturelle Faktoren, die auf die Wirtschaftsbeziehungen einwirken?


Excerpt (computer-generated)

Ruhr-Universität Bochum

Seminar für Sprachlehrforschung

,,Interkulturel e Wirtschaftskommunikation"

WS 2008/2009

Deutsch-norwegische

Wirtschaftsbeziehungen

- unter besonderer Berücksichtigung der

interkulturel en Kommunikation zwischen

beiden Ländern -

MA Sprachlehrforschung

1. Semester

Jenny Schulz


Inhaltsverzeichnis

Einleitung 3

1. Die norwegische Sprachsituation 4

1.1 Geschichtliche Entwicklung des Norwegischen 4

1.2 Versuch einer Erfassung der aktuel en Sprachsituation in Norwegen 7

2. Interkulturel e Wirtschaftskommunikation

zwischen Norwegen und Deutschland 10

2.1 Norwegische und deutsche Wirtschaftsbeziehungen

über die mittelalterliche Hanse 10

2.2 Vergleich der beiden heutigen Wirtschaftskulturen 12

3. Die interkulturel e Kommunikation zwischen Norwegen

und Deutschland 14

4. Schlussbemerkung 20

5. Literatur 21

2


Einleitung

Deutschland

und

Norwegen

verbindet

eine

gemeinsame

kulturel e

Entwicklungsgeschichte. Der gemeinsame germanische Ursprung wie auch die

geografischen Lagen beider Länder sind Gründe dafür, dass es schon sehr früh

Handel und Wirtschaft zwischen Deutschland und Norwegen gegeben hat. Zudem

gibt es sprachlich sehr große Paral elen, die für diese Wirtschaftsbeziehungen

besonders in früheren Zeiten sehr hilfreich erschienen.

Angefangen mit der Hanse, bestehen auch heutzutage noch größere

Firmenkontakte und wirtschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und

Norwegen. In der globalen Welt zeigen sich diese jedoch anders als noch vor

einigen hundert Jahren.

In dieser Hausarbeit möchte ich die Geschäftsbeziehungen zwischen Deutschland

und Norwegen näher betrachten und einen Einblick in ihre Entstehung und ihre

heutigen Tendenzen geben. Dies möchte ich besonders unter dem sprachlichen

Aspekt tun.

Wie wurde früher miteinander kommuniziert, wie heute? Welche Schwierigkeiten

treten auf, wenn man an die sprachliche Situation in beiden Ländern denkt? Gibt

es interkulturel e Faktoren, die auf die Wirtschaftsbeziehungen einwirken?

3


1. Die norwegische Sprachsituation

Anders als in al en anderen europäischen Ländern gibt es in Norwegen keine

offiziel e Standardsprache. Al e gesprochenen norwegischen Dialekte werden als

gleichwertig betrachtet, und auch schriftlich gibt es zwei offiziel e Varianten des

Norwegischen. In diese beiden Varianten, das Bokmål und das Nynorsk, wird

immer wieder versucht, die Vielzahl der Dialekte zu kategorisieren. Jedoch weisen

diese teils so starke Abweichungen von der jeweiligen empfohlenen Schriftsprache

auf, dass es keinen Sinn macht, sie in diese eingliedern zu wol en.

Im Norwegischen kann es keinen falschen Gebrauch geben, da jede

Sprachvariation ein Dialekt oder eine individuel e Sprachfärbung sein kann. Auch

wenn Bokmål als Schriftsprache und als der dominante norwegische Dialekt

empfohlen wird, bedeutet dies noch lange nicht, dass der größte Teil der

norwegischen Bevölkerung auch vom reinen Bokmål in seiner Strukturiertheit und

Regelung Gebrauch macht.

1.1 Geschichtliche Entwicklung des Norwegischen

Um 1200 entstand das Altnorwegische aus dem Alt-Westnordischen heraus. Zu

diesem Zeitpunkt war Norwegen noch unabhängig, was sich im Jahre 1319 durch

die Union mit Schweden änderte. Fortan war Norwegen fast ständig kolonisiert

oder in anderer Weise abhängig, was sich auf die Sprachentwicklung wie auf die

gesamte Kultur auswirkte.

Während sich Altnorwegisch gemeinsam mit dem Schwedischen entwickelte,

nahm Dänisch einen immer höheren Stel enwert ein. Seit 1380 stand Norwegen in

Union mit Dänemark, was dazu führte, dass die norwegische Sprache immer

stärker vom Dänischen verdrängt wurde. Im Jahr 1500 verschwand Norwegisch

4


dann völ ig aus dem offiziel en Sprachgebrauch und wurde komplett durch das

Dänische ersetzt.

In den nächsten 300 Jahren blieb Norwegisch nur einem Teil der Bevölkerung als

Kommunikationssprache, bevorzugt der Landbevölkerung, die verschiedene

norwegische Dialekte sprach. Die Oberschicht verständigte sich ausschließlich auf

Dänisch, da das gesamte Schulwesen und al e Ämter Dänisch als

Standardsprache verwendeten. Da die Landbevölkerung aber den größten Teil der

Bevölkerung ausmachte, breitete sich das Norwegische wieder aus. Bis Mitte des

19. Jahrhunderts hatte sich Dänisch zur reinen Schriftsprache entwickelt, die nur

noch von ca. 5% der Oberschicht auch gesprochen wurde. Eine stark dänisierte

Form des Norwegischen dominierte den al gemeinen Sprachgebrauch.

Man stand vor dem Problem, zwar eine vom Großteil der Bevölkerung

gesprochene Sprache zu besitzen, jedoch eine Schriftsprache zu haben, die von

dieser abwich und von fast niemandem mehr benutzt wurde. Ab 1878 begann man

somit, die norwegische Sprache zu reformieren, was bis heute noch nicht

abgeschlossen ist.

1878 wurden offiziel zwei norwegische Amtssprachen anerkannt. Landsmål, d.h.

Landsprache, wurde der Oberbegriff für die vielen unterschiedlichen Dialekte, die

von der Landbevölkerung gesprochen wurden. Riksmål, also Reichssprache, war

die Mischsprache aus Dänisch und Norwegisch, die sich gegenseitig immer weiter

beeinflussten.

Ende des 19. Jahrhunderts wurden Landsmål und Riksmål gleichgestel t. Jedoch

war Riksmål die Sprache der Ämter und des Schulwesens, für die es

grammatikalische und orthografische Regeln gab, während Landsmål weiterhin als

,,Bauernsprache" deklassiert wurde. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts gab es auch

Orthografieregeln für Landsmål.

Zu dieser Zeit war man ebenfal s bemüht, die beiden offiziel en Sprachen

anzugleichen. Die als Samnorsk geplante Sprache sol te von Lands- wie von

Riksmål Elemente enthalten und beide Sprachen zu einer einzigen

5



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