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Vergleich des Baal mit der Lulu -Tragödie in Bezug auf den Einfluss Frank Wedekinds auf Bertolt Brecht

Termpaper, 2001, 15 Pages
Author: Mirja Plischke
Subject: German Studies - Comparative Literature

Details

Event: Einführung in die Literaturwissenschaft
Institution/College: University of Hannover (Seminar für deutsche Literatur und Sprache)
Tags: Brecht, Wedekind, Baal, Lulu
Category: Termpaper
Year: 2001
Pages: 15
Grade: gut
Language: German
Archive No.: V12627
ISBN (E-book): 978-3-638-18465-6

File size: 378 KB

Abstract

Diese Hausarbeit soll den Einfluss Frank Wedekinds auf den jungen Bertolt Brecht aufzeigen und genauer bestimmen. Dies wird an zwei Werken der beiden Autoren, Wedekinds „Lulu-Tragödie” und Brechts „Baal”, dargelegt. Wedekind, der zu Lebzeiten umstritten war und es teilweise auch heute noch ist, gehörte trotzdem zu den wichtigsten und bedeutendsten Theaterautoren des 20. Jahrhunderts. Wichtig erscheint an ihm vor allem seine Bedeutung für fast alle späteren Strömungen der Literatur. Viele seiner Zeitgenossen schätzten und lobten ihn. Karl Kraus nannte ihn den „faszinierendsten Dramatiker Deutschlands“1. Heinrich Mann sah, dass Wedekind in seinen Stücken vorweggenommen hat, was erst noch kommen sollte, womit er Recht hatte. Einer von Wedekinds Bewunderern war der 34 Jahre jüngere Bertolt Brecht. Er ernannte Wedekind „mit Tolstoi und Strindberg zu den großen Erziehern des neuen Europa“.2 Brecht übernahm viel von Wedekinds Ideen, entwickelte sie in seiner Literatur weiter und nutzte sie für sein Theater. Dies wird auch beim Vergleich der obengenannten Werke deutlich.


Excerpt (computer-generated)

Universität Hannover
Einführung in die Literaturwissenschaft
Drameninterpretation und Teaterpraxis -
Bertolt Brechts episches Theater und Lehrstück

Sommersemester 2001

Vergleich des „Baal” mit der „Lulu-Tragödie”
in Bezug auf den Einfluss Frank Wedekinds auf Bertolt Brecht

Mirja Plischke

2. Semester

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 1

2. Wedekinds Einfluss auf Brecht 1
2.1 Wedekind ein Lehrer Brechts 1
2.2 Gemeinsamkeiten 3
2.3 Wedekinds Einfluss auf das Theater Brechts 4

3. Vergleich der Dramen „Baal” und „Lulu-Tragödie” 5
3.1 Inhaltsangabe der „Lulu-Tragödie” 5
3.2 Inhaltsangabe des „Baal” 6
3.3 Vergleich des Aufbaus 7
3.4 Vergleich der Stilmittel 8
3.5 Vergleich der Thematik und der Hauptfiguren 9

4. Schlusswort 10

Literaturverzeichnis

 

1. Einleitung

Diese Hausarbeit soll den Einfluss Frank Wedekinds auf den jungen Bertolt Brecht aufzeigen und genauer bestimmen. Dies wird an zwei Werken der beiden Autoren, Wedekinds „Lulu-Tragödie” und Brechts „Baal”, dargelegt.

Wedekind, der zu Lebzeiten umstritten war und es teilweise auch heute noch ist, gehörte trotzdem zu den wichtigsten und bedeutendsten Theaterautoren des 20. Jahrhunderts. Wichtig erscheint an ihm vor allem seine Bedeutung für fast alle späteren Strömungen der Literatur. Viele seiner Zeitgenossen schätzten und lobten ihn. Karl Kraus nannte ihn den „faszinierendsten Dramatiker Deutschlands“1. Heinrich Mann sah, dass Wedekind in seinen Stücken vorweggenommen hat, was erst noch kommen sollte, womit er Recht hatte. Einer von Wedekinds Bewunderern war der 34 Jahre jüngere Bertolt Brecht. Er ernannte Wedekind „mit Tolstoi und Strindberg zu den großen Erziehern des neuen Europa“.2 Brecht übernahm viel von Wedekinds Ideen, entwickelte sie in seiner Literatur weiter und nutzte sie für sein Theater. Dies wird auch beim Vergleich der obengenannten Werke deutlich.

2. Wedekinds Einfluss auf Brecht
2.1 Wedekind ein Lehrer Brechts

Bertolt Brecht, einer der wenigen Autoren, die die Bedeutung Frank Wedekinds für die Kunst der Moderne und für das deutsche Theater würdigten, macht schon in seiner Jugend Bekanntschaft mit Wedekinds Werken.

Bereits 1914 bekommt er von seinem Vater eine Wedekind-Ausgabe geschenkt. Brecht, der sehr früh mit dem Schreiben beginnt und seine Arbeiten seit 1916 mit Bert Brecht signiert, verfolgt also schon im Alter von 18 Jahren interessiert die gesamte zeitgenössische Literatur. Vor allem die Dramenproduktion von Gerhart Hauptmann, Frank Wedekind, Bernard Shaw und August Strindberg bekommen seine Aufmerksamkeit. Trotz seiner Begeisterung für den Naturalismus, schätzt er in besonderer Weise Frank Wedekind, die Antipode Hauptmanns und bekennender Gegner des Naturalismus.3

Im Jahre 1918 schreibt sich Brecht in der philosophischen Fakultät der Ludwig Maximilians Universität in München ein. Dort besucht er Kurse verschiedenster Bereiche, möchte sich in möglichst vielen Bereichen bilden. Er lebt nach der Devise „Das Leben ist eine Rutschbahn”, ein Ausspruch, der auch in Wedekinds Stück „Der Marquis von Keith” benutzt wird. In dieser Zeit besucht Bertolt Brecht auch ein Seminar bei Artur Kutscher, welches für Brecht sehr bedeutend ist, da Wedekind an der „Abschiedskneipe” des Seminars teilnimmt.

Seit Brecht in München wohnt, bewundert er sein Vorbild Wedekind auch als Schauspieler und Vortragskünstler, studiert seine Gestik und seine eigenwilligen Betonungen. Häufig singt er seinen Freunden Wedekinds Bänkellieder und Balladen vor. Wortwörtlich sagt er: „ Nie hat mich ein Sänger so begeistert und erschüttert. Es war die enorme Lebendigkeit dieses Menschen, die Energie, die ihn befähigte, von Gelächter und Hohn überschüttet, sein ehernes Hoheslied auf die Menschlichkeit zu schaffen, die ihm auch diesen persönlichen Zauber verlieh.”4 Schon bei dieser Beschreibung kann der Eindruck entstehen, dass Baal Züge von Wedekinks Persönlichkeit trägt. Meiner Meinung nach ist dieser Eindruck durchaus berechtigt, denn Wedekind repräsentierte die Idee des jungen Brecht vom Dichter als Außenseiter der Gesellschaft, einem Sänger und Vagabunden.2 Auffällig ist auch, dass Wedekind schon in der ersten Szene des „Baal” als Vorbild genannt wird: „Einiges könnte geradezu von Verlaine oder  Wedekind sein. Ich meine das Diabolische.” (S. 13) 5

[...]


1 Mennemeier, Franz: Modernes Deutsches Drama 1; München 1979, S. 326
2 Ebd. S.326
3 Völker, Klaus: Bertolt Brecht; München 1976, S.17
4 Völker, Klaus: a.a.O., S.25
5 Esslin, Martin: Brecht. Das Paradox des politischen Dichters; Frankfurt 1962, S.159


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