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Subtitle: Untersuchungen zu städtebaulichen Erweiterungen
Termpaper, 2008, 16 Pages
Author: Markus Huth
Subject: Archaeology
Details
Institution/College: Humboldt-University of Berlin (Winckelmann-Institut für klassische Archäologie)
Tags: Athen, Antike, Hadrian, Stadterweiterung, Römisches Imperium, Rom, Archäologie, Stadtplanung, Pausanias, Pantheon, Hadriansbibliothek, Hadrianstor, Griechen, Griechenland, Hausarbeit, Seminararbeit, Bauwesen
Year: 2008
Pages: 16
Grade: 1,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-32474-3
ISBN (Book): 978-3-640-32639-6
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Abstract
In der heutigen griechischen Hauptstadt wurden in hadrianischer Zeit beeindruckende Bauwerke errichtet, welche die Aufmerksamkeit der antiken Welt auf sich zogen. Schon der griechische Reisende Pausanias fand für diese Mitte des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts zahlreiche Worte der Bewunderung. Dabei kann davon ausgegangen werden, dass den hadrianischen Baumaßnahmen ein politisches Programm zugrunde lag. Die vorliegende Arbeit verfolgt vor allem zwei Ziele: Erstens soll ein Überblick der hadrianischen Bauaktivität gegeben werden. Hier berichtet uns der bereits erwähnte Pausanias von einem - oder jeweils einem - Heiligtum der Hera und des Zeus, sowie einem Tempel für alle Götter. Auch ist von 100 Säulen aus phrygischem Marmor die Rede, mit einem vergoldeten Dach, geschmückt mit Statuen und Gemälden. Letzteres wurde als die sogenannte Hadriansbibliothek identifiziert, auch wenn dies in der Forschung nicht gänzlich unumstritten ist. Des Weiteren spricht Pausanias von 100 Säulen aus afrikanischem Marmor, was heute als ein von Hadrian gestiftetes Gymnasion verstanden wird. Allerdings kann die moderne Archäologie neben den von Pausanias erwähnten Gebäuden noch eine Reihe weiterer Baumaßnahmen in hadrianische Zeit zuordnen. So ist zum einen der Ausbau der athenischen Infrastruktur zu nennen. In diesem Zusammenhang schreibt man dem römischen Kaiser Verbesserungen des athenischen Straßensystems und die Stiftung einer Wasserleitung inklusive eines Abschlußnymphäums zu. Aber neben diesen infrastrukturellen Maßnahmen – die bereits für sich genommen schon bemerkenswerte Leistungen darstellen – sind Bauten wie das Olympieion, das sog. Hadrianstor oder das Pantheon wegen ihrer baugeschichtlichen Bedeutung von besonderem Interesse. Dem begrenzten Rahmen dieser Hausarbeit geschuldet, können die hier behandelten Artefakte nicht erschöpfend und bis ins letzte Detail betrachtet werden. Im Mittelpunkt des Interesses steht vielmehr ihre Interpretation bezüglich des politischen Bauprograms Hadrians. Denn eines ist klar: Projekte in solcher Vielzahl und in diesem Ausmaß verursachten horrende Kosten und es stellt sich die Frage: Was bezweckte ein römische Kaiser damit, der griechischen Polis Athen eine solche Förderung zukommen zu lassen? Um dies zu beantworten, ist es zuerst von Nutzen, sich die politischen Reformen Hadrians in Athen vor Augen zu führen.
Excerpt (computer-generated)
HUMBOLDT-UNIVERSITÄT ZU BERLIN
Die Erweiterung Athens in
hadrianischer Zeit
Matthias Mommsen
01/08/2007
Inhalt
1. Einleitung
2
2. Hadrians athenische Verfassungsreform
3
3. Die Profanbauten
4
3.1. Das Straßensystem
4
3.2. Der hadrianische Aquädukt
5
3.3. Das Gymnasion
5
4. Hadrians panhellenisches Bauprogramm 6
4.1. Das Hadrianstor 6
4.2. Das Olympieion 8
4.3. Das Panhellenion von Travlos 11
4.4. Das Pantheon 12
5. Fazit: Hadrians Bauprogrammatik als Ausdruck
einer panhellenischen Einigungspolitik 13
Literaturverzeichnis 15
1
1.
Einleitung
Wie eine Anekdote in der
Historia Augusta
zu berichten weiß, war der römische Princeps
Hadrian dem Griechentum so zugetan, dass einige ihn ,,Graeculus", also den ,,kleinen
Griechen" nannten. Auch wenn diese altertümliche Biographiensammlung für Historiker
alles andere als eine verlässliche Quelle ist, schreibt man ihr für Hadrian doch eine hohe
Verlässlichkeit zu.1 Archäologisch sehr sicher belegt, ist seine Zuneigung für Athen in jedem
Fall. In der heutigen griechischen Hauptstadt wurden in hadrianischer Zeit beeindruckende
Bauwerke errichtet, welche die Aufmerksamkeit der antiken Welt auf sich zogen. Schon der
griechische Reisende Pausanias fand für diese Mitte des zweiten nachchristlichen
Jahrhunderts zahlreiche Worte der Bewunderung.2 Dabei kann davon ausgegangen werden,
dass den hadrianischen Baumaßnahmen ein wohl durchdachtes politisches Programm
zugrunde lag.
Die vorliegende Arbeit verfolgt vor allem zwei Ziele: Erstens soll ein Überblick der
hadrianischen Bauaktivität gegeben werden. Hier berichtet uns der bereits erwähnte Pausanias
von einem - oder jeweils einem - Heiligtum der Hera und des Zeus, sowie einem Tempel für
alle Götter. Auch ist von 100 Säulen aus phrygischem Marmor die Rede, mit einem
vergoldeten Dach, geschmückt mit Statuen und Gemälden. Letzteres wurde als die sogenannte
Hadriansbibliothek identifiziert, auch wenn dies in der Forschung nicht gänzlich unumstritten
ist.3 Des Weiteren spricht Pausanias von 100 Säulen aus afrikanischem Marmor, was heute als
ein von Hadrian gestiftetes Gymnasion verstanden wird.4 Diesen von Pausanias erwähnten
Gebäuden ist noch eine Reihe weiterer Baumaßnahmen hinzuzufügen. So ist zum einen der
Ausbau der athenischen Infrastruktur zu nennen. In diesem Zusammenhang schreibt man dem
römischen Kaiser Verbesserungen des athenischen Straßensystems und die Stiftung einer
Wasserleitung inklusive eines Abschlußnymphäums zu. Aber neben diesen infrastrukturellen
Maßnahmen die bereits für sich genommen schon bemerkenswerte Leistungen darstellen
sind Bauten wie das Olympieion, das sog. Hadrianstor oder das Pantheon von besonderem
Interesse. Dem begrenzten Rahmen dieser Hausarbeit geschuldet, können die hier behandelten
Artefakte nicht erschöpfend betrachtet werden. Im Mittelpunkt des Interesses steht vielmehr
ihre Interpretation bezüglich eines politisch motivierten Bauprograms. Denn eines ist klar:
Projekte in solcher Vielzahl und in diesem Ausmaß verursachten horrende Kosten, und es
1 Willers, S. 10.
2 Sinn, S. 78.
3 Schade, Seminar ,,Athen von der Spätklassik bis in die römische Kaiserzeit" WS 2007/08.
4 Willers, S.9.
2
stellt sich die Frage: Was bezweckte ein römische Kaiser damit, der griechische Polis Athen
eine solche Förderung zukommen zu lassen? Um dies zu beantworten, ist es von Nutzen, sich
die politischen Reformen Hadrians in Athen vor Augen zu führen.
2. Hadrians athenische Verfassungsreform
Die enge Beziehung Hadrians zu Athen wird allein schon dadurch deutlich, dass er im Jahre
112/113 das Amt des namensgebenden Archonten innehatte.5 Dies war für einen Römer in der
Tat ein höchst ungewöhnlicher Posten. Für den Kaiser Hadrian sind darüber hinaus
mindestens drei Aufenthalte in Athen belegt. Nämlich die Wintermonate 124/125, der Herbst
128 und der Winter 131/132.6 Es erscheint also keineswegs abwegig, dem Kaiser ein
besonderes Interesse an der griechischen Polis zu unterstellen. Dabei waren seine politischen
Reformen ebenso einschneidend wie der architektonische Wandel der Stadt. Man geht heute
davon aus, dass erstere noch vor dem ersten Besuch 124/125 einsetzten und den
Baumaßnahmen quasi vorrausgingen.
Zum einen wurde die Zahl der Ratsmitglieder die Ratsversammlung (
Prytaneion
) war die
Regierung der antiken
Polis
von 600 auf 500 vermindert.7 Einerseits arbeitete die
Versammlung dadurch effizienter, andererseits konnten so unliebsame Mitglieder entlassen
werden. Hinzu kam die Wiedereinführung des Prytanenamtes. Die Prytanen waren die
Geschäftsführer des Rates und legten die Tagesordnung desselbigen fest. Zweifelsohne zielten
diese Maßnahmen darauf ab, die Position der athenischen Selbstverwaltung zu stärken.
Zusätzlich wurde auch die Finanzlage der Stadt konsolidiert, da Athen das Monopol des
Olivenölverkaufs zurück erhielt.8
Die für unsere Fragestellung bedeutendste Reform war jedoch die Schaffung einer
dreizehnten Phyle ,,Hadrianis". Sie muss im unmittelbaren Zusammenhang mit der
Bauprogrammatik Hadrians verstanden werden. Gewiss ist, dass diese Planung die Gründung
einer hadrianischen Neustadt vorsah, welche der Phyle als Demos zugeteilt werden sollte.9
Damit verbunden war gleichzeitig das Recht, eine Ehrenstatue des Hadrian neben den
Stadtheroen auf der Agora zu platzieren. Berücksichtigt man also die neue hadrianische
Phyle, wird der enorme Anspruch der Bautätigkeit des Kaisers deutlich. Ein Erfolg hätte
5 Sinn, S. 78.
6 Willers, S. 8.
7 Willers, S. 11.
8 Ebenda.
9 Willers, S. 68.
3
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