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Die „Triple A“-Ratingsymbole und die so genannte „an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit“?

Subtitle: Wissenschaftliche und praxisbezogene Widerlegung (trivial-)stochastischer Fehlbehauptungen, u.a. von Dr. Oliver Everling betreffend Bond-Ratings (unter Tangierung der Krugman-Pröll-Nowotny-Kontroverse)

Research Paper, 2009, 32 Pages
Author: Mag. Georg Schilling
Subject: Economics / Business: Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting

Details

Event: Wissenschaftliche Analyse von Sprache, Macht und Wirklichkeit in der Wirtschaft im (Krisen-)Kontext
Institution/College: Vienna University of Economics and Business Administration
Category: Research Paper
Year: 2009
Pages: 32
Language: German
Archive No.: V126700
ISBN (E-book): 978-3-640-33927-3
ISBN (Book): 978-3-640-33826-9
Notes :
Im Kontext des Ratings von Anleihen, zB Staatsanleihen, wird zur Beschreibung des Ratingsymbols "AAA" (fernerhin des Symbols "aaa") die Wortfolge der so genannten "an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit" gebraucht. Hierbei stellen sich - aus seriös-wissenschaftlicher Sicht - ua folgende Fragen: - Grenzt [sic!] Wahrscheinlichkeit - allen Ernstes - an Sicherheit ? - Was sagt besagte Wortfolge - aus seriös-wissenschaftlicher Perspektive - de facto aus ? - Was "verschweigt" sie ? In sachlicher Analyse werden ua Fehlbehauptungen von Dr Oliver Everling und auf der HP des d BVRA offen gelegt.


Abstract

Die jüngste Kontroverse zwischen Wirtschaftsnobelpreisträger Prof Dr Paul Robin KRUGMAN sowie zwischen dem ö Vizekanzler und ö Finanzminister DI Josef PRÖLL im Kontext „der“ Wirtschafts-Krise(n) und des so genannten „Ost(europa)risikos“ (mancher ö Banken) belegt (implizit) ua auch die Bedeutung eines „Rating“ (zu Deutsch: Klassifizieren, Einstufen, Benoten) , etwa von „Ratings“ von Anleihen („Bonds“ ), ua Staatsanleihen. Ö hat – so wie „derzeit“ auch D - momentan „bekanntermaßen“ ein so genanntes „Triple A“ Rating . Die folgende Arbeit untersucht den Gebrauch des so genannten „Triple A“ – welches ua auch nicht zuletzt für D oder Ö (sehr) von Bedeutung ist - im Rahmen von so genannten (externen) „Ratings“ im Zuge von so genannten „Rating-Verfahren“ durch so genannte Rating-Agenturen wie ua STANDARD & POOR’S CORPORATION (kurz: S& P’S), MOODY’S INVESTORS SERVICE (kurz: MOODY’S), FITCH (AMR; kurz: FITCH) , MERILL LYNCH oder etwa EURORATINGS. 1.2 Gang der Untersuchung Im Folgenden wird ein kurzer historischer Abriss der Stochastik vorgenommen, in welchem bereits die Kernproblematik dargelegt wird. Unterschiede zu umgangssprachlichen „Sprachspielen“ werden klar dargelegt. Sodann wird der Missbrauch dieser Wortfolge im Rahmen des Ratings, ua von Staatsanleihen dargelegt. Hierbei wird insbesondere auf Aussagen ua von EVERLING eingegangen. Es wird insbesondere untersucht, wie die Bedeutung des Rating-Symbols „AAA“ von mehreren Autoren zT unterschiedlich erklärt wird. Diese zT gewagten Unterstellungen und zT – aus seriöser Perspektive - ,wissenschaftlich und lebensnah betrachtet, unhaltbaren Fehlbehauptungen werden einer nüchternen, sachlichen, praxisbezogenen und wissenschaftlichen Analyse unterzogen.


Excerpt (computer-generated)

Wissenschaftliche Untersuchungen der Gegenwart der Finanzkrise

Die ,,Triple A"-Ratingsymbole und die so

genannte ,,an Sicherheit grenzende

Wahrscheinlichkeit"?

Wissenschaftliche Wider- und Offenlegung von (trivial-)

stochastischen (Fehl-) Behauptungen, nicht zuletzt von Dr. Oliver

EVERLING im Kontext des so genannten ,,Ratings" von Anleihen,

unter Tangierung der (medialen) Kontroverse zwischen

Wirtschaftsnobelpreisträger Prof. Dr. Paul Robin KRUGMAN sowie

dem österreichischen Vizekanzler und Finanzminister DI Josef

PRÖLL unter Erwägung ratingprozesspraktischer Implikationen

Mag.rer.soc.oec. Georg Schilling

Zweck der Arbeit: Wissenschaftlich-praktische Behandlung der Frage

Wien, 28.4.2009


Georg Schilling

Verbandsverantwortlichkeit ­ Abschied vom Schuldstrafrecht?

Inhaltsverzeichnis

1

Einleitung 3

1.1 Einführung 3

1.2 Gang der Untersuchung 4

1.3 Die Worte ,,Wahrscheinlichkeit"; ferner ,,Sicherheit" 5

1.3.1 Das Wort ,,Wahrscheinlichkeit" in den Wirtschaftswissenschaften 5

1.3.2 Das Wort ,,Wahrscheinlichkeit" in der Umgangssprache 9

1.3.3 Das Wort ,,Wahrscheinlichkeit" in den Rechtswissenschaften 10

1.3.4 Das Wort ,,Sicherheit" in der Umgangssprache 11

1.3.5 Das Wort ,,Sicherheit" in der Wissenschaft 12

1.3.6 Das so genannte ,,Ratingsymbol" des ,,Triple A" 13

1.3.7 Die Worte von EVERLING zum ,,Triple A" auf seiner HP 15

1.3.8 EVERLING zum ,,Triple A" auf DEUTSCHLANDRADIO 16

1.3.9 EVERLING in ACHLEITNER/EVERLING/NIGGEMANN 17

1.3.10

Die ,,Newsletter"-Worte von EVERLING anno 2002 18

1.3.11

Die Worte von EVERLING in KIENBAUM/BÖRNER 18

1.3.12

Die Wortfolge im ,,Rating"-Kontext von SCHNEIDER et al 19

1.3.13

Die Wortfolge im ,,Rating"-Kontext des [d]BVRA 20

1.3.14

Die Worte von TRIEU iZm dem Deutsche Post Bank AG - Rating. 20

1.3.15

Die Worte von KNEPEL auf der HP der BANKINGCLUB GmbH 21

1.3.16

SCHUMANN iRd Firmenkunden-Rating iZm ,,Basel II" 21

1.3.17

Die Behauptungen der TECH DATA 22

1.3.18

Implikationen für die (,,Rating"-,,Prozess"-)Praxis ? 23

1.4 Zusammenfassung und skeptisch-ambivalenter Ausblick 25

2


Georg Schilling

Verbandsverantwortlichkeit ­ Abschied vom Schuldstrafrecht?

1 Einleitung

1.1 Einführung

Die jüngste Kontroverse1 zwischen Wirtschaftsnobelpreisträger Prof Dr Paul Robin

KRUGMAN sowie zwischen dem ö Vizekanzler und ö Finanzminister DI Josef

PRÖLL2 im Kontext ,,der" Wirtschafts-Krise(n) und des so genannten

,,Ost(europa)risikos"3 (mancher ö Banken) belegt (implizit) ua auch die Bedeutung

eines ,,Rating"4 (zu Deutsch: Klassifizieren, Einstufen, Benoten)5, etwa von ,,Ratings"

von Anleihen6 (,,Bonds"7), ua Staatsanleihen.8 Ö hat ­ so wie ,,derzeit" auch D -

1 Siehe hierzu ua etwa HÖLLER auf der Online-Version der FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND

(http://www.ftd.de/politik/europa/:Star%F6konom-unter-Beschuss-Krugman-erz%FCrnt-%D6sterreich-

mit-Pleitethese/500919.html, ,,Starökonom unter Beschuss ­ Krugman erzürnt Österreich mit Pleite-

These, Abrufdatum 21.4.2009), ferner etwa EVANS-PRITCHARD am 16.4. 2009 auf der Online-Version

des TELEGRAPH http://www.telegraph.co.uk/finance/newsbysector/banksandfinance/5165814/Austria-

alleges-economic-warfare-after-Krugman-comments.html, ,,Austria alleges ,economic warfare` after

Krugman comments", Abrufdatum 21.4.2009), fernerhin etwa HÄMMERLI in der Online-Version des

SPIEGEL vom 16.4.2009, http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,619411,00.html, ,,Starökonom

Krugmann [erg: wohl gemeint: KRUGMAN] ­ Österreich wehrt sich gegen Bankrott-Warnung",

Abrufdatum 21.4.2009), siehe ferner HÄMMERLI am 16.4.2009 in der Online-Version des MANAGER

MAGAZIN (http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,619304,00.html, ,,Paul Krugman ­

Droht Österreich der Staatsbankrott ?", Abrufdatum 21.4.2009).

2 Zu PRÖLL und Fragen des ,,Ratings" von Ö siehe ua auch SCHELLHORN in der Online-Version der

PRESSE vom 20.2.2009 (http://diepresse.com/text/home/wirtschaft/international/454570, ,,Josef Pröll auf

dem ,,Catwalk" der Ratingagenturen", Abrufdatum 15.4.2009).

3 Siehe hierzu ua SCHRAGL, die am 4.3.2009 ­ in indirekter Rede KLAR wiedergebend ­ auf der

Homepage des BÖRSE EXPRESS ua formuliert: ,,Das grösste Risiko liege sicher im Engagement in

CEE.", (vgl hierzu http://www.boerse-express.com/pages/753065 , ,,Fitch Ratings bestätigt Österreichs

,,AAA"-Rating", Abrufdatum 28.4.2009).

4 Zur Bedeutung des Wortes siehe ua EVERLING/SCHNECK 2004: 87; ferner etwa HERRLING 1998:

135, wobei konstruktiv-kritisch festzuhalten ist, dass HERRLING im Rahmen seiner ,,Erklärung" ,,des"

Wortes ,,Rating" nicht (ganz grds) zwischen verschiedenen Bedeutungsakzenten des Rating klar

differenziert, ja überhaupt darauf den Leser/die Leserin aufmerksam macht, ganz zu schweigen davon,

dass einerseits seine Rating-,,Definition" (die ua auf den Begriff ,,der" so genannten ,,

Bonität

" verweist)

nicht zwischen unterschiedlichen ,,Bonitäts"-Verständnissen im Rahmen seiner Erläuterung ,,der"

(vermeintlich (!) einzigen!) Bedeutung des Wortes ,,Rating" (klar und deutlich) hinweist, andererseits der

Autor mit keinem einzigen Wort darauf hinweist (oder zumindest andeutet!), dass ein ,,Rating" nicht stets

von so genannten ,,Rating-Agenturen" vorgenommen werden muss.

5 Das Wort ,,raten" und ,,Rating" klingt allerdings typischerweise für viele Sprecher/innen wesentlich

,,besser", ,,wichtiger" und ,,bedeutender".

6 STEINER/BRUNS 2007: 192 halten iZm Anleihen ua fest: ,,Bei Anleihen, die die höchste Ratingnote

aufweisen, spricht man von Triple A Papieren. Bis hin zu den Noten Baa3 bei

Moody′s

und BBB bei

S&P

und

Fitch

wird den Anleihen eine Investmentqualität (Investment Grade) bescheinigt."

7 Der Autor dankt ua Herrn Prof Dr Otto DROSG für die Bereitschaft zum wissenschaftlichen,

lebensnahen und praxisbezogenen Diskurs und spricht fernerhin ua seinen Dank aus Herrn Prof Dr

Wolfgang OBENAUS sowie fernerhin ua auch Herrn Mag. Michael RAAB, M.A. insbesondere

dahingehend, das Interesse im Zuge der Lehrveranstaltungen zur Thematik ,,Rating" sowie ,,Triple A"

(deroeinst) im ,,Kern" (mit-)geweckt zu haben.

3


Georg Schilling

Verbandsverantwortlichkeit ­ Abschied vom Schuldstrafrecht?

momentan ,,bekanntermaßen" ein so genanntes ,,Triple A" Rating9. Die folgende Arbeit

untersucht den Gebrauch des so genannten ,,

Triple A

" ­ welches ua auch nicht zuletzt

für D oder Ö10 (sehr) von Bedeutung ist - im Rahmen von so genannten (externen)

,,Ratings"11 im Zuge von so genannten ,,Rating-Verfahren"12 durch so genannte Rating-

Agenturen13 wie ua STANDARD & POOR′S CORPORATION (kurz: S& P′S),

MOODY′S INVESTORS SERVICE (kurz: MOODY′S), FITCH (AMR; kurz:

FITCH)14, MERILL LYNCH15 oder etwa EURORATINGS.

1.2

Gang der Untersuchung

Im Folgenden wird ein kurzer historischer Abriss der Stochastik vorgenommen, in

welchem bereits die Kernproblematik dargelegt wird. Unterschiede zu

umgangssprachlichen ,,Sprachspielen" werden klar dargelegt. Sodann wird der

Missbrauch dieser Wortfolge im Rahmen des Ratings, ua von Staatsanleihen dargelegt.

8 Zu einem Verständnis von Anleihen im Kontext der so genannten ,,öffentlichen Verschuldung" siehe ua

NOWOTNY/ZAGLER 2009: 488, ferner etwa ZIMMERMANN/HENKE 2001: 176.

9 Siehe hierzu ua SCHRAGL am 4.3.2009 auf der Homepage des BÖRSE EXPRESS (http://www.boerse-

express.com/pages/753065 , ,,Fitch Ratings bestätigt Österreichs ,,AAA"-Rating", Abrufdatum

28.4.2009).

10 Siehe hierzu ua SUSTALA in der Online-Version des STANDARD vom 20.4.2009,

http://derstandard.at/?url=/?id=1237229962168 , ,,Österreich ,,könnte AAA-Note verlieren"",

Abrufdatum 21.4.2009).

11 OLFERT/REICHEL 2008: 284 halten fest: ,,Rating ist eine Form der Kreditwürdigkeitsprüfung, die in

den USA um die Jahrhundertwende entstanden ist (Moody′s um 1900, Standard & Poor′s 1916). Es

überprüft die Ausfallwahrscheinlichkeit eines Kredits, wobei das Ergebnis dieser Überprüfung in einer

Note zusammengefasst wird."

12 Zu den (zT unterschiedlichen) so genannten Rating-Verfahren siehe ua nicht zuletzt

DIMITRAKOPOULOS/SPAHR in ACHLEITNER/EVERLING 2004: 213f.

13 Hinzuweisen ist in diesem Kontext ua, dass der ö Vizekanzler und Finanzminister DI PRÖLL unter

anderem in einem Interview mit PÜHRINGER in der Online-Version des Magazins FORMAT vom

17.4.2009 (auf Seite 17) festhält, dass es bedauerlich sei, dass es ,,abseits der Rating-Agenturen leider

keine Instrumente der Einschätzungen für die Finanzmärkte gibt." (vgl.

http://www.format.at/articles/0916/524/239499/josef-proell-interview-rating-agenturen-rate-agenturen ,

,,Josef Pröll im Interview: Rating-Agenturen sollten besser Rate-Agenturen heißen", Abrufdatum

20.4.2009). ACHLEITNER (2001: 525) formuliert ua, dass Rating-Agenturen ,,mit Hilfe von

Qualitätsstufen von AAA bis D die Erwartungswerte der Verluste" bewerten würden. Dazu ist sachlich-

kritisch zu vermerken, dass ,,AAA" lediglich eine (!) Art der symbolischen Darstellungen ist, die nicht

jede Rating-Agentur heranzieht. In dieser generellen Formulierung ist ACHLEITNER sohin inkorrekt,

was sie auch selber (ACHLEITNER 2001: 550) in Gestalt der Abbildung 15 (Rating-Skala von Standard

& Poor′s und Moody′s) belegt. Kurz: Die Autorin widerspricht sich zT selber (!). Zur Aufgabe von

Rating-Agenturen siehe ua (obschon sehr knapp, gleichwohl zT treffend und igZ im Ergebnis prägnant)

AHRENS 2006: 61: ,,Die Ratingagenturen bewerten bei Anleihen va die Wahrscheinlichkeit [sic!] für die

Zahlung der Zinsen und Rückzahlung des Kapitals."

14 MaW: FITCH Asset Management Ratings.

15 Ferner werden ua eventuell genannt werden können: ENF (Euronation France, Paris) oder CPR

(Companhia Portugesa de Rating S.A: Lissabon).

4


Georg Schilling

Verbandsverantwortlichkeit ­ Abschied vom Schuldstrafrecht?

Hierbei wird insbesondere auf Aussagen ua von EVERLING eingegangen. Es wird

insbesondere untersucht, wie die Bedeutung des Rating-Symbols ,,AAA" von mehreren

Autoren zT unterschiedlich erklärt wird. Diese zT gewagten Unterstellungen und zT ­

aus seriöser Perspektive - ,wissenschaftlich und lebensnah betrachtet, unhaltbaren

Fehlbehauptungen werden einer nüchternen, sachlichen, praxisbezogenen und

wissenschaftlichen Analyse unterzogen.

1.3

Die Worte ,,Wahrscheinlichkeit"; ferner ,,Sicherheit"

1.3.1 Das Wort ,,Wahrscheinlichkeit" in den Wirtschaftswissenschaften

Zu vermerken ist ferner Folgendes: In den Wirtschaftswissenschaften16 - existiert

iRd sog ,,

Entscheidungstheorie

17" im Zuge von sog ,,Entscheidungsproblemen unter

Unsicherheit

18"-, das Wort ,,Wahrscheinlichkeit19" (zahlreiche AutorInnen20

16 NEUS (2005: 37) hält dazu fest: ,,Für ökonomisch relevante Entscheidungen lassen sich

objektive
Wahrscheinlichkeiten

(wie die Wahrscheinlichkeit von je 1/37 für eine der ganzen Zahlen von 0 bis 36

beim Roulette) gewöhnlich nicht angeben." NEUS führt allerdings weiter aus, existierende

,,Informationen" über ,,Zukunftsentwicklungen" [sic!] könne man ­ so NEUS ­ ,,jedoch in

subjektiven
Abschätzungen

" [sic!] ­ wie NEUS formuliert ­ ,,umsetzen" [sic!].

17 Vgl diesbzgl ua etwa SCHNECK 1993: 631, der vermerkt: ,,Die Wahrscheinlichkeiten sind

insbesondere in der Entscheidungstheorie (Risikosituation) von Bedeutung."

18 SCHWARZE (1997: 27) etwa vermerkt, dass ,,im Zusammenhang mit Entscheidungsproblemen unter

Unsicherheit häufig der Begriff der

subjektiven Wahrscheinlichkeit

", die im Folgenden im Rahmen

dieser Arbeit näher behandelt wird, ,,auftauchen" würde.

19 Hinzuweisen ist, dass aus wissenschaftlicher Sicht, etwa auf dem Boden der Wissenschaftstheorie aber

auch auf jenem etwa der betriebswirtschaftlichen Teildisziplin der Investitionsrechnung, wie etwa

KRUSCHWITZ (1995: 251-252) dies festhält, ,,verschiedene miteinander konkurrierende Wahr-

scheinlichkeitsinterpretationen" existieren, ,,va" sei die Unterscheidung zwischen ,,

objektiver
Wahrscheinlichkeit

" und ,,

subjektiver Wahrscheinlichkeit

" nennenswert. LOISTL (1994: 97) etwa

deutet diese Kontroverse auch an, indem er (ua) von einer ,,Diskussion über Inhalte des

Wahrscheinlichkeits-Begriffs" schreibt. Was die sog ,,subjektive Wahrscheinlichkeit(sdefinition)"

anbetrifft, so wird etwa mit BLEYMÜLLER/GEHLERT/GÜLICHER (2008: 28) vermerkt: ,,In vielen

Fällen, beispielsweise bei Entscheidungssituationen im Wirtschaftsleben, lassen sich

Wahrscheinlichkeiten weder unter Verwendung der klassischen noch unter Zuhilfenahme der statistischen

Wahrscheinlichkeitsdefinition bestimmen." Man müsse sich dann ­ so

BLEYMÜLLER/GEHLERT/GÜLICHER (2008: 28) ­ ,,sogenannter subjektiver Wahrscheinlichkeiten"

bedienen. Ferner halten RASCH/HERRENDÖRFER/BOCK/GUIARD (1996: 30) ua fest: ,,[...]Will man

vor dem Versuch eine a priori-Wahrscheinlichkeit angeben oder ohne Versuch die Wahrscheinlichkeit

ermitteln, so kann man versuchen, den Überzeugtheitsgrad [sic!] zu quantifizieren." Festzuhalten ist, dass

letztlich allerdings - entgegen dem oben genannten Artenspektrum ­ zufolge DROSG das entscheidende

Kriterium für alle (!) Arten von Wahrscheinlichkeit Folgendes ist: die Unterscheidung zwischen sog

theoretischer Wahrscheinlichkeit

einerseits gegenüber sog praktischer

Wahrscheinlichkeit

andererseits (private Mitteilung von Prof Dr. Otto DROSG vom 18.3.2009).

20 Vgl etwa RÜGER (1999: 120f).

5


Georg Schilling

Verbandsverantwortlichkeit ­ Abschied vom Schuldstrafrecht?

unterscheiden zwischen ,,der" sog objektiven Wahrscheinlichkeit21 bzw. sog

objektiven

Wahrscheinlichkeiten22 - nicht zuletzt die, auf dem Gedanken der

Symmetrie

23

fußende, mit dem sog ,,

Gesetz des zwingenden Grundes

"24 und dem sog ,,

Prinzip

vom unzureichenden Grund

"25 in (enge) Verbindung gebrachte sog ,,

klassische

"

Wahrscheinlichkeit26 (auch ,,Wahrscheinlichkeit nach Laplace"27, ,,Laplace′sche

Wahrscheinlichkeit[sdefinition]"28 oder sog ,,logische Wahrscheinlichkeit"29 genannt,

21 RÜGER (1999: 120) etwa verweist darauf, dass es die ,,objektive Wahrscheinlichkeit" in ­ wie er

schreibt ­ ,,drei Versionen" gäbe: ,,als klassische (a priori) Wahrscheinlichkeit, als frequentistische (a

posteriori) Wahrscheinlichkeit und als logische Wahrscheinlichkeit.

22 RÜGER (1999: 120) etwa verweist darauf, dass es ,,drei Versionen" der sog ,,objektiven

Wahrscheinlichkeit" gebe: die sog ,,klassische" (a priori) Wahrscheinlichkeit, die sog ,,frequentistische"

(a posteriori) Wahrscheinlichkeit" sowie die sog ,,logische" Wahrscheinlichkeit. Zur sog ,,klassischen

Definition der Wahrscheinlichkeit" siehe ua ZÖFEL (2003: 19).

23 MISES (1951: 85) etwa, will (erfolglos) die Vertreter der sog ,,a priori-Auffassung" widerlegen und sie

zu seiner ­ wissenschaftlich unhaltbaren - Behauptung überreden, was ihm keinesfalls gelingt, wenn er

schreibt: ,,Wenn man einmal einen Vertreter der a priori-Auffassung zu einer deutlichen Erklärung

zwingt, was er eigentlich unter der vollkommenen Homogenität versteht, so beschränkt er sich schließlich

auf die Forderung, daß der Schwerpunkt des Körpers mit dem geometrischen Mittelpunkt

zusammenfallen muß und ­ falls der Befragte über genügende Kenntnis der Mechanik verfügt ­ daß die

Trägheitsmomente für die zwölf Kanten als Drehachsen gleich [sic!] sein sollen": Das Wort ,,gleich" sagt

überhaupt nichts aus. Was heißt ,,gleich"? MISES müsste sagen, dass es z.B. auf ein ppm (part per

million) genau muss. KEEL (1992: 8) stellt etwa klar, dass betreffend die sog ,,klassische"

Wahrscheinlichkeit eine sog ,,faire (symmetrische) Münze" zu werfen ist. Er stellt fernerhin klar, dass das

vorgenommene Zufallsexperiment auf der sog ,,

Gleich

wahrscheinlichkeit" basiert: ,,Die

Versuchsanordnung (faire Münze) gibt" ­ so KEEL (1992:8) ­ ,,keinen Anlass, einen der möglichen

Ausgänge [maW: den Ausgang ,,Kopf" oder den Ausgang ,,Zahl" bei Werfen der sog ,,symmetrischen"

Münze] zu bevorzugen." RÜGER 1999: 120 hält fest, dass es um ,,Symmetrieeigenschaften des

betreffenden Zufallsexperiments" iZm der sog ,,klassischen" Wahrscheinlichkeit gehe.

24 Siehe hierzu ua DILLMANN (1990: 1).

25 Diese ,,Prinzip" bestehe ­ zufolge LEINER (2004: 73) ­ in Folgendem: ,,(man hat dann keinen

zureichenden Grund, dem Ereignis z.B. eine größere Chance zuzumessen)". RÜGER 1999: 123 vermerkt

in diesem Kontext: ,,Dabei wird die Anwendung des Prinzips vom unzureichenden Grund entweder durch

Symmetrieeigenschaften (klassische Wahrscheinlichkeit), als logische Prämisse (logische

Wahrscheinlichkeit) oder in Form subjektiven Vorwissens (subjektive Wahrscheinlichkeit)

gerechtfertigt." DILLMANN 1990: 7 vermerkt iZm dem sog ,,Prinzip vom unzureichenden Grund":

,,Dabei bedeutet ,,unzureichender Grund", daß keine Gründe für die Begründung der Behauptung

unterschiedlicher Plausibilität der endlich vielen verschiedenen Alternativen vorliegen, weshalb

Gleichverteilung als vernünftigste [sic!] Annahme angesehen wird."

26 Zur sog ,,klassischen" Wahrscheinlichkeit siehe ua KEEL (1992:8), BOSCH (1997: 302), HEINRICH

(2006: 219), ZEIDLER (1996: 1020f), ZÖFEL (2003: 18-19),

SCHAICH/EBERHARD/KÖHLE/SCHWEITZER/WEGNER (1993: 19f), STOYAN (1993: 90). Verfehlt

ist in diesem Zusammenhang etwa der (vermeintliche) ,,Einwand" etwa von SPIEGEL/STEPHENS

(2003: 161) gegen diese Wahrscheinlichkeit(sdefinition).

27 Vergleiche diesbezüglich etwa BIERMANN/GROSSER (1999: 194). Meist wird diese

Wahrscheinlichkeitsdefinition anhand eines idealisierten (!), perfekt (!) symmetrischen Würfels erläutert.

Verfehlt ist hingegen etwa das Wort von VOLKART 2008: 211, der vermerkt: ,,Häufig sind

Wahrscheinlichkeiten nicht objektiv quantifizierbar (wie es zum Beispiel bei wiederholtem Würfeln mit

einem Würfel möglich ist, wo die Wahrscheinlichkeit eine bestimmte Augenzahl zu erzielen, bei gegen

unendlich [sic!] strebenden Versuchen genau bei 1/6 liegt), sondern es lassen sich lediglich so genannte

subjektive Wahrscheinlichkeiten annehmen."

28 So etwa EPELT/HARTUNG (2004: 24-25).

6



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