Untertitel: Jude und tiefreligiöse Ungläubigkeit?
Hausarbeit, 2009, 16 Seiten
Autor: Doreen Flegel
Fach: Philosophie - Sonstiges
Details
Institution/Hochschule: Universität Trier
Tags: Einstein, Albert, Jude, jüdische Religion, Religion, hebräische Universität, Exil, NS, Nationalsozialismus
Jahr: 2009
Seiten: 16
Note: 2,0
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-33604-3
ISBN (Buch): 978-3-640-33587-9
Die Hausarbeit wurde zwar im Fachbereich der Philosophie verfasst, kann aber auch als Teil der Germanistik angesehen werden, da sie für das Lehramtsstudium Germanistik (+Erziehungswissenschaft) gezählt wird.
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Zusammenfassung / Abstract
Albert Einstein wird „am 14. März 1879“ (HÖHME 2008, o. A.) in Ulm geboren und wächst in einer „assimilierten deutsch-jüdischen Familie“ (DIRKS et al. 2005, S. 18) auf. Dem größten Teil der Bevölkerung wird er vor allem als Wissenschaftler im Bereich der Physik bekannt, jedoch sind für den Begründer der Relativitätstheorie viele weitere Facetten und Handlungen charakteristisch. Als aktiver Humanist, Kriegsgegner und Philosoph beruft er sich immer wieder auf die „Vollkommenheit der Natur und (die) Rationalität der Naturgesetze“ (DIRKS et al. 2005, S. 9). Obwohl er seiner Abstammung nach Jude ist, lehnt er den Beitritt zur jüdischen Kultusgemeinde ab und bleibt konfessionslos. Geprägt durch seine naturwissenschaftlichen Tätigkeiten glaubt er an eine kosmische Religiosität und spricht dabei das Vorhandensein eines persönlichen Gottes ab (vgl. DIRKS 2005, S. 7ff.). Im Laufe seines Lebens fasziniert er jedoch immer mehr Menschen und wird gleichzeitig weltweit von Juden verehrt. Welche Gründe bewegen Einstein sich von einem „tiefreligiösen Ungläubigen“ (LUSTIGER 2005, S. 157) zu einem Menschen zu entwickeln, der sich nunmehr seinen jüdischen „Stammesgenossen schicksalhaft verbunden“ (DIRKS et al. 2005, S. 7) fühlt? Warum wird er selbst von einer ihm unbekannten Menschenmasse verehrt und geliebt? Obwohl sich die Mehrheit an Forschungsarbeiten für Albert Einsteins naturwissenschaftliches Schaffen interessiert, setzt sich die nachstehende Ausarbeitung einerseits bewusst mit seiner Menschlichkeit und Wärme auseinander, die er als Anhänger des Judentums ausstrahlt und zeigt andererseits seinen energischen Kampf gegen das nationalsozialistische Regime auf. Zunächst werden daher die zentralen Aspekte Einsteins in Bezug auf die jüdische Gemeinde dargestellt (Kapitel 2), um in einem nächsten Schritt herauszuarbeiten, mit welchen Hintergründen er sich der zionistischen Bewegung anschließt (Kapitel 3). Innerhalb dieser jüdischen Nationalbewegung verfolgt Einstein nicht nur den Aufbau einer hebräischen Universität (Kapitel 3.2), sondern gleichfalls die Gründung eines jüdischen Nationalstaates in Palästina. Durch seinen umfassenden Kampf gegen die Naziherrschaft wird der Gelehrte jedoch ins Exil gezwungen (Kapitel 3.3), wo er sich gleichfalls durchsetzt das Schwarzbuch zu verfassen. Mit dieser Dokumentation der NS-Verbrechen will er vor allem sein Entsetzen über die Massenmorde an Juden aufzeigen (Kapitel 3.4). Am Ende dieser Arbeit erfolgt eine kurze Zusammenfassung...
Textauszug (computergeneriert)
Universität Trier
14.04.2009
Fachbereich I - Philosophie
Proseminar: Albert Einstein
Sommersemester 2008
Albert Einstein
Jude und tiefreligiöse Ungläubigkeit?
Albert Einstein - Jude und tiefreligiöse Ungläubigkeit? Der Zionismus
2
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Einstein und die jüdische Gemeinschaft 4
3. Der Zionismus 5
3.1 Berlin 5
3.2 Einstein und der Staat Israel Die Hebräische Universität 7
3.3 Einstein im Exil 8
3.4 Das Schwarzbuch 9
4. Fazit 10
Literaturverzeichnis 12
Albert Einstein - Jude und tiefreligiöse Ungläubigkeit? Der Zionismus
3
1. Einleitung
Albert Einstein wird ,,am 14. März 1879" (HÖHME 2008, o. A.) in Ulm geboren und wächst
in einer ,,assimilierten deutsch-jüdischen Familie" (DIRKS et al. 2005, S. 18) auf. Dem
größten Teil der Bevölkerung wird er vor allem als Wissenschaftler im Bereich der Physik
bekannt, jedoch sind für den Begründer der Relativitätstheorie viele weitere Facetten und
Handlungen charakteristisch. Als aktiver Humanist, Kriegsgegner und Philosoph beruft er
sich immer wieder auf die ,,Vollkommenheit der Natur und (die) Rationalität der
Naturgesetze" (DIRKS et al. 2005, S. 9). Obwohl er seiner Abstammung nach Jude ist, lehnt
er den Beitritt zur jüdischen Kultusgemeinde ab und bleibt konfessionslos. Geprägt durch
seine naturwissenschaftlichen Tätigkeiten glaubt er an eine kosmische Religiosität und spricht
dabei das Vorhandensein eines persönlichen Gottes ab (vgl. DIRKS 2005, S. 7ff.). Im Laufe
seines Lebens fasziniert er jedoch immer mehr Menschen und wird gleichzeitig weltweit von
Juden verehrt.
Welche Gründe bewegen Einstein sich von einem ,,tiefreligiösen Ungläubigen" (LUSTIGER
2005, S. 157) zu einem Menschen zu entwickeln, der sich nunmehr seinen jüdischen
,,Stammesgenossen schicksalhaft verbunden" (DIRKS et al. 2005, S. 7) fühlt? Warum wird er
selbst von einer ihm unbekannten Menschenmasse verehrt und geliebt?
Obwohl sich die Mehrheit an Forschungsarbeiten für Albert Einsteins naturwissenschaftliches
Schaffen interessiert, setzt sich die nachstehende Ausarbeitung einerseits bewusst mit seiner
Menschlichkeit und Wärme auseinander, die er als Anhänger des Judentums ausstrahlt und
zeigt andererseits seinen energischen Kampf gegen das nationalsozialistische Regime auf.
Zunächst werden daher die zentralen Aspekte Einsteins in Bezug auf die jüdische Gemeinde
dargestellt (Kapitel 2), um in einem nächsten Schritt herauszuarbeiten, mit welchen
Hintergründen er sich der zionistischen Bewegung anschließt (Kapitel 3). Innerhalb dieser
jüdischen Nationalbewegung verfolgt Einstein nicht nur den Aufbau einer hebräischen
Universität (Kapitel 3.2), sondern gleichfalls die Gründung eines jüdischen Nationalstaates in
Palästina. Durch seinen umfassenden Kampf gegen die Naziherrschaft wird der Gelehrte
jedoch ins Exil gezwungen (Kapitel 3.3), wo er sich gleichfalls durchsetzt das Schwarzbuch
zu verfassen. Mit dieser Dokumentation der NS-Verbrechen will er vor allem sein Entsetzen
über die Massenmorde an Juden aufzeigen (Kapitel 3.4). Am Ende dieser Arbeit erfolgt eine
kurze Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse (Kapitel 4).
Albert Einstein - Jude und tiefreligiöse Ungläubigkeit? Der Zionismus
4
2. Einstein und die jüdische Gemeinschaft
Die Persönlichkeit Albert Einstein erlangt bereits zu seiner Zeit einen ganz besonderen Klang
für unzählige Menschen dieser Welt. Eine tiefe Menschlichkeit, Wärme aber auch durch-
dringendes Engagement - das sind die Schlagworte mit denen Einstein beschrieben wird.
Gleichzeitig fasst er selbst diese eigentümliche Anziehungskraft auf sein Umfeld mit
folgenden Worten zusammen: ,,Das Schönste, was wir erleben können, ist das
Geheimnisvolle." (BUNDESMINISTERIUM FÜR BILDUNG UND FORSCHUNG 2008, o.
A.)
Aber was ist das Besondere an ihm und wie gelingt es ihm das Weltbild vieler Menschen
tiefgreifend zu verändern?
Albert Einstein besitzt bereits in seiner Kindheit ein ganz eigenes Bild von der Strukturierung
der Welt. Seine jüdische Identität ist ihm zwar bewusst, jedoch lebt er diese nicht aus.
Stattdessen beginnt er mit zwölf Jahren naturwissenschaftliche Bücher zu lesen und
infolgedessen religiöse Ansichten und Vorstellungen in Frage zu stellen. Die Beschäftigung
mit der Mathematik beziehungsweise der Geometrie beeindrucken Einstein so stark, dass sich
ein innerlicher Konflikt zwischen ,,biblischen Aussagen [...] (und) wissenschaftlichen
Tatsachen [...] (mit der) offensichtliche(n) Unvereinbarkeit beider Weltbilder (einstellt). [...]
Die Vernunft (wird) jetzt für ihn zur einzigen anerkannten Autorität bei der Aufgabe,
objektives Wissen über die Welt zu erlangen." (KANITSCHEIDER 1988, S. 10). Bis zu
seinem siebzehnten Lebensjahr gibt er immer wieder an konfessionslos zu sein, bis er
aufgrund einer Berufung an die Prager Universität dazu verpflichtet wird, sich offiziell zu
einer Glaubensrichtung zu bekennen. Für Einstein, der der jüdischen Gemeinde bis zu diesem
Tag nicht beigetreten ist, entwickeln sich für den Begriff der ´jüdischen Religion` oder
vielmehr dem Wort ´Jude` zwei ganz unterschiedliche Definitionen. Demnach bezieht sich die
erste ,,auf die Nationalität und Abstammung, [...] (die zweite hingegen) auf die Konfession"
(DIRKS et al. 2005, S. 25). Der immer rationalistischer-denkende Einstein definiert sich im
ersteren Sinne als Jude, was für ihn gleichzeitig die Zugehörigkeit zu einer
Schicksalsgemeinschaft bedeutet, die eine untrennbare Geschichte, Kultur und in diesem
Zusammenhang ethische Werte und Lebenseinstellungen aufweist (vgl. SCHULMANN 2005,
S. 88f.).
Einstein lebt zunehmend in seiner eigenen Welt und versucht Sachverhalte stets von allen
Seiten aus zu beleuchten. Sein wissenschaftlicher Trieb verhilft ihm im Jahr 1900 sein
Staatsexamen in Zürich zu erlangen, um anschließend Lehrer für Mathematik und Physik zu
werden. Obwohl er bereits einige Forschungsarbeiten veröffentlicht hat, wird das Jahr 1905
für Einstein bahnbrechend. Innerhalb mehrerer Wochen publiziert er in den ´Annalen der
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