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Scholary Paper (Seminar), 2008, 15 Pages
Author: Nadin Peters
Subject: Economics / Business: Economic Policy
Details
Institution/College: Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Bonn
Year: 2008
Pages: 15
Grade: 1,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-34237-2
ISBN (Book): 978-3-640-34240-2
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Abstract
Ein Blick in die Praxis zeigt, dass Ökologie auf sehr unterschiedliche Art und Weise wettbewerbsrelevant wird: so stellen Banken fest, dass sich aufgrund von Altlasten auf Grundstücken vermeintliche Sicherheiten als Unsicherheiten entpuppen und suchen nach Lösungen, um ökologische Kredit-, aber auch Bonitätskrisen zu bewältigen. Die Farbenchemie sieht sich mit der Forderung nach schadstoff- und lösungsmittelfreien Produkten konfrontiert, weil ihre Kunden aus der Automobil – und Textilindustrie ökologische Probleme haben. So werden ökologische Probleme der Kunden zu ökonomischen Problemen der Lieferanten. Vielfach wird die wettbewerbsstrategische Relevanz der Ökologie unterschätzt oder verkannt. Die Gründe dafür sind sowohl in der Praxis als auch in der Theorie zu suchen. [...] Eine Darstellung des Konflikts zwischen Ökologie und Ökonomie in der modernen Betriebswirtschaft, auch am Beispiel Henkel.
Excerpt (computer-generated)
1. Der schematische Charakter des Konflikts 2
1.1 Die Deutungsaufgabe: 2
1.2 Die Analyseaufgabe: 2
1.3 Die Evaluationsaufgabe: 2
2. Die Ökologische Offenheit des Homo oeconomicus 3
3. Gibt es die ökonomisch optimal ökologische Katastrophe? 3
3.1 Beispiel am Unternehmen Henkel: Der Vormarsch der phosphatfreien Waschmittel 3
3.2 Lenkungssystem Öffentlichkeit: 4
3.3 Lenkungssystem Politik: 4
3.4 Lenkungssystem Markt: 4
4. Zwischen Frosch- und Vogelperspektive: 5
4.1 Ökologische Wettbewerbsfelder: 5
4.2 Ökologisches Transformationsmuster: 5
4.3 Logik der ökologischen Transformation 6
4.4 ,,Ökologische Probleme": 6
4.5 ,,Deren Lösung": 6
4.6 ,,Wettbewerbsvorteile": 7
4.7 Das Verhältnis in gemeinwirtschaftlicher Sicht: 7
4.8 Das Verhältnis in einzelwirtschaftlicher Sicht: 7
5. Externe Effekte als Begründung von Umweltökonomie und Politik 8
5.1 Problem externe Effekte: 8
5.2. Verhandlungen die Coase Lösung: 8
5.3 Das Principal Agent Problem 9
6. Kosten und Nutzenanalyse 9
6.1 Kosten des Umweltschutzes 10
6.2 Bewertung ökologischer Kostenstrategien 11
6.3 Die Ökobilanz 12
7. Ressourcen Ökonomie 12
8. Ausblick: Fazit Ökologische Schranken für den Markt 13
Literaturverzeichnis: 14
1
Ökologie und Ökonomie
1. Der schematische Charakter des Konflikts
Ein Blick in die Praxis zeigt, dass Ökologie auf sehr unterschiedliche Art und Weise
wettbewerbsrelevant wird: so stellen Banken fest, dass sich aufgrund von Altlasten
auf Grundstücken vermeintliche Sicherheiten als Unsicherheiten entpuppen und
suchen nach Lösungen, um ökologische Kredit-, aber auch Bonitätskrisen zu
bewältigen. Die Farbenchemie sieht sich mit der Forderung nach schadstoff- und
lösungsmittelfreien Produkten konfrontiert, weil ihre Kunden aus der Automobil und
Textilindustrie ökologische Probleme haben. So werden ökologische Probleme der
Kunden zu ökonomischen Problemen der Lieferanten.1
Vielfach wird die wettbewerbsstrategische Relevanz der Ökologie unterschätzt oder
verkannt. Die Gründe dafür sind sowohl in der Praxis als auch in der Theorie zu
suchen. Ökologiesiertes oder sogenanntes Öko-Marketing ist gefordert. Es lassen
sich drei Aufgabenstellungen der Theorie unterscheiden.
1.1 Die Deutungsaufgabe:
Wechselbeziehung zwischen dem ökologischen und dem ökonomischen System?
Die ökonomischen Aspekte der ökologischen Problemlagen? Welche Veränderungen
bringen sie mit?
1.2 Die Analyseaufgabe:
Rückvermittlung ökologischer Restriktionen in das ökonomische System? Welche
Probleme treten bei der Einbeziehung der Kriterien auf?
1.3 Die Evaluationsaufgabe:
Wie sind die ökologischen und ökonomischen Wirkungen einzuschätzen?2
1 Vgl. E. Feess, Umweltökonomie und Politik, 3 Auflage, 2007, S. 1ff.
2 Vgl. F. Beckenbach, Die ökol. Herausforderung f. die ökonomische Theorie, 1992, S. 14
2
2. Die Ökologische Offenheit des Homo oeconomicus
Durch die Konstruktion der Kunstfigur Homo oeconomicus ist es in der Ökonomie
möglich geworden, Komplexität radikal zu reduzieren und vor einem furchtlosen
Psychologismus zu bewahren. Eindeutige und stabile Entscheidungen machen es
möglich, Preisbildungsprozesse logisch zu isolieren und Bedingungen für ein
Gleichgewicht zu erarbeiten. Viele Kritiker glauben es sei eine Idealvorstellung, die
eine Verherrlichung des Eigennutzens widerspiegelt. In den Lehrbüchern steht, dass
man von gegebenen Präferenzen ausgeht, aber nicht von bestimmten Präferenzen.
So gilt für Arther C. Pigou, dass in der reinen Ökonomie beide Welten gleichermaßen
gültig sind. Was hindert uns also daran, eine Ökonomie zu untersuchen, in der die
Präferenzen in der Liebe zur Natur und dem Hass auf materiellen Wohlstand
bestehen? 3
3. Gibt es die ökonomisch optimal ökologische Katastrophe?
3.1 Beispiel am Unternehmen Henkel: Der Vormarsch der phosphatfreien
Waschmittel
Anfang der 70er Jahre beschloss das dt. Unternehmen Henkel, ein phosphatfreies
Waschmittel zu entwickeln. Henkel ist ein Unternehmen der angewandten Chemie,
das in weiten Teilen der Bevölkerung als Hersteller von Markenartikeln bekannt ist.
Das wichtigste Produkt ist ,,Persil", die unbestreitbare Nr. 1 im Deutschen Markt.
Hintergrund für die Entscheidung waren Anzeigen einer politischen Verknappung der
Phosphatreserven, aber auch deren Diskussion in Deutschland. Hierzu muss gesagt,
werden das zu viele Mengen an Phosphat für das ,,umkippen" von stehen Gewässern
verantwortlich sind, sowie, dass große Mengen durchaus einen neg. Einfluss auf die
Umwelt haben, neben der Landwirtschaft sind vor allem Waschmittel für die
Eutrophierung der Gewässer verantwortlich. Im Jahr 1973 lies Henkel einen
Ersatzstoff (Salsil) patentieren, der 1976 erstmals in einem Grossversuch getestet
wurde. 1977 folgte dann "Dixan" als phosphatarmes Universalwaschmittel auf den
Markt, 1983 dann in einer phosphatfreien Version. 1986 wurde ,,Persil" auch
phosphatfrei eingeführt. Drei Jahre später, 1989, nahm Henkel die letzten
phosphathaltigen Produkte vom Markt. Lag im deutschen Vollwaschmittelmarkt insg.
3 Vgl. A. C. Pigou, The economics of Welfare , 1952, S. 6
3
der Marktanteil phosphatfreier Waschmittel Anfang 1986 noch unter 10%, so
erreichte er Anfang 1989 bereits 82% und 1991 100% der Verkäufe. Es gelang
Henkel von Anfang an die Marktführerposition einzunehmen. Daneben löste die
deutsche Entwicklung auf in andern europäischen Ländern einen Vormarsch
phosphatfreier Waschmittel aus, wobei sie auf dem europäischen
Vollwaschmittelmarkt bis 1991 einen Marktanteil von 41% erreichen konnten. Auch
davon profitierte Henkel: Der europäische Marktanteil von Persil stieg zw. 1985 und
1990 von 16% auf 23% an. 4
Hier bei wird gezeigt, dass die versch. Anspruchsgruppen als institutionelle
Repräsentanten der drei externen Lenkungssystem: Öffentlichkeit, Politik und Markt
anzusehen sind.
3.2 Lenkungssystem Öffentlichkeit:
dieses beruht auf sozialer Achtung und dem eigenen Gewissen. Primär geht es um
die Sicherung von Akzeptanz und Legitimität bei den relevanten Anspruchsgruppen.
Zu denken ist hier an: Anwohner, lokale Bürgerinitiativen,
Umweltschutzorganisationen und Medien, deren Einfluss auf der Mobilisierung von
öffentlichem Druck beruht.
3.3 Lenkungssystem Politik:
hier werden die verbindlichen Regeln festgelegt. Die Entscheidungsempfindung ist
demokratisch geregelt, in politischer Hinsicht steht für die Unternehmen jedoch die
Erfüllung von Auflagen im Vordergrund; daneben die Mitverantwortlichkeit, d. h. die
aktive Mitwirkung von Transformation von der sozialen zur ökosozialen
Marktwirtschaft.
3.4 Lenkungssystem Markt:
regelt den Ausgleich von Angebot und Nachfrage. Bedient durch die Preise als
Lenkmechanismus. Besonders im ökologischen Kontext drücken sich die Einflüsse
im veränderten Nachfrageverhalten aus. In Form von Kosten kann man sagen: für z.
B. verlangte Sanierungen, Abfälle etc. Es muss eine Anpassung an ökologische
4 Hall/Ingersoll, 1993, S. 15 und 16 Meffert/Kirchgeorg, 1993, S. 387413
4
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