Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Was gibts denn da zu lachen? Komik durch Polyphonie und Karnevalisierung in Robe... close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Was gibts denn da zu lachen? Komik durch Polyphonie und Karnevalisierung in Robert Gernhardts Erzählung "Das Buch Ewald"

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 1996, 32 Pages
Author: M.A. Sabine Lommatzsch
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 1996
Pages: 32
Grade: noch sehr gut (1-)
Language: German
Archive No.: V12752
ISBN (E-book): 978-3-638-18559-2
ISBN (Book): 978-3-640-26582-4
File size: 258 KB

Abstract

In dieser Arbeit werde ich mich mit den verschiedenen Sprechweisen und der daraus entspringenden Komik befassen. Den theoretischen Hintergrund zu meiner Untersuchung bildet das Konzept der Dialogizität bzw. Polyphonie von Michail Michailowitsch Bachtin (1895-1975). Um weitere Teile von Komik innerhalb der Erzählung erfassen zu können, werde ich außerdem die Theorie Bachtins von der Karnevalisierung der Literatur hinzuziehen. In einem ersten, theoretischen Teil dieser Arbeit werde ich die Theorien Bachtins, soweit sie für den Untersuchungsbereich dieser Arbeit relevant sind, zusammenfassen und in einem zweiten Teil auf die Erzählung "Das Buch Ewald" anwenden. Der theoretische Teil versteht sich lediglich als Darstellung der Theorien Bachtins. Kritik an einzelnen Punkten oder eine Wertung dieser Theorien sind daher nicht Bestandteil der vorliegenden Arbeit. In einem dritten, abschließenden Teil werde ich kurz die schriftstellerischen Motivationen und Intentionen des Autors Robert Gernhardt ausführen. Dies ist für diese Arbeit unter anderem deshalb interessant, weil Gernhardt selbst die Frage aufwirft, ob es überhaupt angebracht sei, auf seine Texte wissenschaftliche (Literatur-)Theorien anzuwenden, womit er letztlich ja auch den Sinn der vorliegenden Arbeit anzweifelt.


Excerpt (computer-generated)

 

"Was gibt`s denn da zu lachen?"
Komik durch Polyphonie und Karnevalisierung in Robert Gernhardts Erzählung
"Das Buch Ewald"

 



Inhaltsverzeichnis


0. Einleitung 4


1. Michail M. Bachtin: Dialogizität, Polyphonie und Karnevalisierung der Literatur  5


1.1 Dialogizität  5

1.2 Polyphonie 8

1.3 Einstimmige und zweistimmige Worte  10

1.3.1 Einstimmige Worte  10
1.3.2 Zweistimmige Worte  11

1.3.2.1 Explizite Wiedergabe eines fremden Wortes 11
1.3.2.2 Versteckte Andeutung auf ein fremdes Wort  12

1.4 Karnevalisierung  12


2. Robert Gernhardt: Das Buch Ewald.  14


Textanalyse ANHAND DER THEORIEN VON MICHAIL M. BACHTIN  14

2.1 Polyphonie in der Erzählung "Das Buch Ewald"  14

2.1.1 Redeweise aus dem Alten Testament  14
2.1.2 Redeweise von Studierenden in der Mensa und umgangssprachliche Redeweise 16
2.1.3 Redeweise aus der Psychoanalyse 18
2.1.4 Redeweise aus der Kunstgeschichte 19

2.2 Komik durch Polyphonie  19

2.3 Komik durch Karnevalisierung  23


3. "MIT KANONEN AUF SPATZEN GESCHOSSEN?" ROBERT GERNHARDT UND DIE LITERATURTHEORIE 27


4. Literaturverzeichnis 31

 

 

 


0. Einleitung

Gott und der Teufel schauten wieder einmal auf die Erde, als Gott den Teufel plötzlich anstieß und, auf einen jungen Mann deutend, sagte: »Jetzt schau dir mal diese Ratte da an!«1

Schon dieser erste Satz der Erzählung "Das Buch Ewald" von Robert Gernhardt läßt sicher einige Leserinnen und Leser schmunzeln. Da sitzen Gott und der Teufel in kumpelhafter Harmonie bei Rotwein und Cognac und betrachten die Geschehnisse auf dem blauen Planeten. Sowohl die Konstellation dieser beiden Personen als auch der Situationsrahmen entsprechen nicht den gängigen Erwartungen, so daß eine gewisse Komik entsteht.

Im Verlauf der Erzählung wird zu dieser Komik Weiteres beigetragen: die ungewöhnliche Ausdrucksweise Gottes, die Kommunikationsstörungen zwischen Gott und dem Teufel, der Versuch beider, die Rede Gottes an Hiob aus ihrem lückenhaften Gedächtnis zu rekonstruieren, schließlich die psychoanalytische Interpretation der Hiobrede - und anderes mehr. Auffällig sind hierbei die verschiedenen Sprechweisen in der Erzählung: es wird das Buch Hiob aus dem Alten Testament zitiert, es fallen Fachbegriffe aus dem Bereich der Kunst und der Psychoanalyse, und dazwischen finden sich immer wieder Passagen, die in relativ derber Umgangssprache gehalten sind. In dieser Arbeit werde ich mich daher eingehender mit den verschiedenen Sprechweisen und der daraus entspringenden Komik befassen. Den theoretischen Hintergrund zu meiner Untersuchung bildet das Konzept der Dialogizität bzw. Polyphonie von Michail Michailowitsch Bachtin (1895-1975). Um weitere Teile von Komik innerhalb der Erzählung erfassen zu können, werde ich außerdem die Theorie Bachtins von der Karnevalisierung der Literatur hinzuziehen.2

In einem ersten, theoretischen Teil dieser Arbeit werde ich die Theorien Bachtins, soweit sie für den Untersuchungsbereich dieser Arbeit relevant sind, zusammenfassen und in einem zweiten Teil auf die Erzählung "Das Buch Ewald" anwenden.

Der theoretische Teil versteht sich lediglich als Darstellung der Theorien Bachtins. Kritik an einzelnen Punkten oder eine Wertung dieser Theorien sind daher nicht Bestandteil der vorliegenden Arbeit. In einem dritten, abschließenden Teil werde ich kurz die schriftstellerischen Motivationen und Intentionen des Autors Robert Gernhardt ausführen. Dies ist für diese Arbeit unter anderem deshalb interessant, weil Gernhardt selbst die Frage aufwirft, ob es überhaupt angebracht sei, auf seine Texte wissenschaftliche (Literatur-)Theorien anzuwenden, womit er letztlich ja auch den Sinn der vorliegenden Arbeit anzweifelt.3

1. Michail M. Bachtin: Dialogizität, Polyphonie und Karnevalisierung der Literatur 

1.1 Dialogizität

[...]


1 ROBERT GERNHARDT: Das Buch Ewald. In: ders.: Kippfigur. Erzählungen, München 1995, S.
9. Alle Zitate aus dieser Erzählung werden im Folgenden kursiv, ohne Anführungszeichen und
lediglich unter Angabe der Seitenzahlen gedruckt.
2 Für diese Arbeit lag mir vor: MICHAIL M. BACHTIN: Literatur und Karneval. Zur Romantheorie
und Lachkultur, Frankfurt a. M. 1990 (BACHTIN 1990). Darin sind die Abschnitte S. 7-60 dem
Buch "Rabelais und seine Welt. Volkskultur und Gegenkultur", München/Wien 1969, und die
Abschnitte S. 61-132 dem Buch "Probleme der Poetik Dostojewskijs", München/Wien 1969,
entnommen; desweiteren lag mir vor: MICHAIL M. BACHTIN: Die Ästhetik des Wortes,
Frankfurt a. M. 1979 (BACHTIN 1979).
3 Ich beziehe mich hierbei auf schriftliche Quellen des Autors zu seinem Werk und auf von mir
aufgezeichnete Bemerkungen Gernhardts während eines Hauptseminarbesuches, der am
23.4.1996 in Zusammenhang mit einer Lesung in Kiel erfolgte.


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Schreibmotivation - Theorie und Anwendung

Authors: Lydia Plagge, Marion Brelage, Silvia Kramer
German Studies - Didactics, 2006 Download as PDF-file for 13,99 EUR

Die Implikaturtheorie nach Grice und Levinsons Variationen

Authors: Michaela Hartmann, Katharina Lambeck, Mai Ngo
German Studies - Linguistics, 2006 Download as PDF-file for 8,99 EUR

Die Erörterung

Author: Stefanie Gnaß
German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies, 2006 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/12752/was-gibts-denn-da-zu-lachen-komik-durch-polyphonie-und-karnevalisierung
please wait Please wait