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Untertitel: Wissenschaftliche Analyse dieser Sätze der SÄKULAREN BUSKAMPAGNE sowie des Satzes "There's probably no God" der ATHEIST BUS CAMPAIGN
Wissenschaftlicher Aufsatz, 2009, 44 Seiten
Autor: Mag. Georg Schilling
Fach: Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
Details
Institution/Hochschule: Universität Wien
Jahr: 2009
Seiten: 44
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-35388-0
ISBN (Buch): 978-3-640-35351-4
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Zusammenfassung / Abstract
Der Satz "Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott" der "Säkularen Buskampagne" in D wirft spannende Fragen auf: Kann besagter Satz überhaupt (!) widerlegt werden? Grenzt [sic!] Wahrscheinlichkeit - aus wissenschaftlich-seriöser Sicht - an Sicherheit? Welchen Wahrscheinlichkeitsbegriff meinen die AutorInnen besagten Satzes ? Welchen "Gottes"-Begriff avisieren die AutorInnen der Sätze? Dürfen - aus wissenschaftlicher Sicht - graduelle (zB Wahrscheinlichkeit) und ja/nein-Begriffe (zB Sicherheit) in einem Satz vermengt werden aus seriös-wissenschaftlicher Sicht? In dieser wissenschaftlichen Arbeit wird versucht, klare und verständliche Antworten, die sich einem seriös-wissenschaftlichen Anspruch verpflichtet fühlen, zu geben. Überdies wird auf den Satz "There's probably no God" der ATHEIST BUS CAMPAIGN im Vereinigten Königreich nüchtern, sachlich und fachlich sowie aus seriös-wissenschaftlicher Sicht eingegangen sowie Unterschiede zwischen den Sätzen der d SÖKULAREN BUSKAMPAGNE und der ATHEIST BUS CAMPAIGN im Vereinigten Königreich behandelt. Um der Leserin/dem Leser auch den sonstigen, im Alltagsgebrauch der Jurisprudenz in D und Ö etwa, im Speziellen des d und ö Kriminalrechts ("Strafrechts"), vorkommenden, aus seriös-wissenschaftlicher Sicht (gleichfalls) inkorrekten Sprachgebrauch (insbes des einen oder anderen so genannten "Sachverständigen") nüchtern und sachlich vor Augen zu führen, wird auf den Bereich der so genannten "Unterlassungshaftung", und zwar auf die so genannte "Quasikausalität" und die dortige Wortfolge der so genannten "an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit" eingegangen. Ehe jedoch diese Wortfolge näher wissenschaftlich analysiert wird, wird der Gebrauch der Worte "Wahrscheinlichkeit" sowie "Sicherheit" sowohl in umgangssprachlicher als auch in wissenschaftlicher Sicht sachlich-kritisch beleuchtet. Was das Wort "probably" betrifft, so wird dieses ebenso aus umgangssprachlicher als auch aus wissenschaftlicher Sicht untersucht. Die Wortfolge des so genannten "beyond a reasonable doubt" wird fernerhin der so genannten "an SIcherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit" - aus seriös-wissenschaftlicher Sicht gegenüber gestellt. Insgesamt wird versucht, die Leserin/Leser zu eigenständigem Denken anzuregen. Ferner wird die Leserin/der Leser ermutigt, seriös-wissenschaftliche Fragen zu stellen. Dergestalt wird versucht aufzuzeigen, wie spannend und vielschichtig wissenschaftliches Fragen sein kann ...
Textauszug (computergeneriert)
Wissenschaftlich-sachliche Analyse aktueller und lebensnaher Fragen der Gegenwart
,,Es gibt (mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit) keinen Gott."
Wissenschaftliche und lebensnahe Analyse dieser Sätze der
deutschen SÄKULAREN BUSKAMPAGNE sowie des Satzes
,,There′s probably no God" der ATHEIST BUS CAMPAIGN im
Vereinigten Königreich unter Berücksichtigung (trivial-)
stochastischer Grundregeln
Georg Schilling
Zweck der Arbeit: Wissenschaftlich-praktische Behandlung der Frage
Wien, 9.5.2009
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 4
1.1 Einführung 4
1.2 Gang der Untersuchung 5
1.3 Der Begriff ,,Wahrscheinlichkeit" - Abgrenzungen 6
1.3.1 Der Begriff ,,Wahrscheinlichkeit" - Grundsätzliches 6
1.3.2 Das Wort ,,Wahrscheinlichkeit" in den Wirtschaftswissenschaften 6
1.3.3 Das Wort ,,Wahrscheinlichkeit" in der Umgangssprache 11
1.3.4 Das
Wort
,,Wahrscheinlichkeit"
in den Rechtswissenschaften 13
1.4 Das Wort ,,Sicherheit" - Abgrenzungen 14
1.4.1 Das
Wort
,,Sicherheit"
in der Umgangssprache 14
1.4.2 Das Wort ,,Sicherheit" in der Wissenschaft 14
1.5 Zur ,,Wahrscheinlichkeit" im ö (materiellen) Strafrecht 15
1.5.1 Zur so genannten ,,Quasi-Kausalität" (Fehl-)Behauptungen 15
1.5.2 Sachkritischer Kommentar zu FUCHS und KIENAPFEL/HÖPFEL... 19
1.5.3 Die FUCHSsche ,,media sententia" und Fragen hiezu 19
1.6 Zur ,,Wahrscheinlichkeit" in der (ö und d) Prozesspraxis 21
1.6.1 ,,Heisenberg′sche
Unschärfe-Relation": ,,New Age" ante portas? 21
1.6.2 Die ,,an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit" in der öRSpr 23
1.6.3 Die ,,an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit" in der dRSpr 27
1.6.4 Implikationen für die (Prozess-)Praxis 28
1.7 Die (aktuelle) deutsche Werbekampagne 30
1.7.1 Die so genannte ,,Säkulare Buskampagne" 30
1.7.2 Der Satz ,,Es gibt keinen Gott" 31
2
1.7.3 ,,Es gibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ..." 31
1.7.4 ,,Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit)..." 32
1.8 Die (aktuelle) englische Werbekampagne 34
1.8.1 Die ,,Atheist Bus Campaign" 34
1.8.2 Der Satz ,,There′s probably no God" 34
1.8.3 Das Wort ,,probable" im Englischen 34
1.8.4 Das Wort ,,probably" in der englischen Umgangssprache 35
1.8.5 Das Wort ,,probably" in den englischen Rechtswissenschaften 35
1.8.6 ,,probably" vs ,,an Sicherheit grenzende [sic!]..."? 36
1.8.7 ,,an Sicherheit grenzende ..." vs ,,beyond a reasonable doubt"? 36
1.9 Zusammenfassung und skeptisch-ambivalenter Ausblick 38
Literaturverzeichnis 40
3
1 Einleitung
1.1 Einführung
In (Rechts-)Philosophie iRd (Rechts-) Ethik1, va bei Prof.a Dr.a Eva Maria MAIER2
stand mir der Weg, frei und genau ua über strafrechtliche (!) Fragen schreiben zu
dürfen, offen3. Im
Zuge einer Arbeit, die sich ua mit dem Werk von HEINE4 befasste,
entstanden zahlreiche (weitere) Fragen im Kontext des Problemkreises der sog
Unterlassungshaftung
, in welchem die sog
Quasi-Kausalität
von Bedeutung ist. Dies
deshalb, da hier zT eine
Wahrscheinlichkeits
-Urteil verlangt wird. Hierbei wird im
Kontext der so genannten ,,Quasikausalität" oftmals die Wortfolge der - so genannten -
,,
an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit
" in den Mund genommen. Im Zuge
einer
aktuellen Buskampagne
5
in Deutschland
6 (die so genannte ,,Säkulare
Buskampagne"7) mit der (illegitimen!) Verschränkung [sic!] zweier Sätze ,,Es gibt
keinen [sic!] Gott"8 und ,,Es gibt mit an Sicherheit grenzender [sic!]
Wahrscheinlichkeit" keinen Gott entsteht ebenso höchst interessant die Frage: Was
aus
wissenschaftlicher
, seriöser (!) Sicht bedeutet die so genannte ,,an Sicherheit
grenzende Wahrscheinlichkeit"?
Grenzt Sicherheit an Wahrscheinlichkeit?
Falls dem
allen wissenschaftlichen Ernstes - so sein sollte: hat dann nicht ebenso
Sicherheit an
1 Zu (einem) Begriff der Ethik siehe ua WALLNER (2007: 4). Zu (einem) Begriff der Rechtsethik
siehe ua WALLNER (2007: 9).
2 Prof.a Dr.a MAIER befasst sich überdies ua mit Themen, die ich sehr wichtig finde. Ihr gilt mein
Dank sowie ua ferner Prof Dr Otto DROSG und ua Em Prof Dr Günther WINKLER für Ideen,
Anregungen und sachliche Kritik, ua im Kontext der sog ,,Kausalität durch Freiheit" iZm KANT, der
auch im Kontext der sog ,,a priori"-Wahrscheinlichkeiten eine Rolle spielen wird.
3 Der Autor bedankt sich hierfür sehr herzlich.
4 HEINE 1995: 1f.
5 Zur Buskampagne siehe ua die HP der sog BUSKAMPAGNE (http://www.buskampagne.de/ ,
,,Website der säkularen Werbekampagne in Deutschland", Abrufdatum 5.5.2009).
6 Siehe hierzu ua etwa LUBBADEH auf dem ONLINESPIEGEL
(http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,612635,00.html , ,,Kampagne in deutschen Städten
Werbung für ein Leben ohne Gott", Abrufdatum 5.5.2009). Siehe hierzu ferner etwa THOLL in der
WIENER
ZEITUNG
(http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4103&Alias=wzo&cob=412374 , ,,Wer
fürchtet sich vorm gottlosen Autobus?", Abrufdatum 6.5.2009). Siehe ferner etwa die Online-Version der
PRESSE
(http://diepresse.com/home/panorama/religion/476199/index.do?parentid=512721&showMask=1,
,,,,Gottlose" Busse: Streit um Werbung in Deutschland", Abrufdatum 7.5.2009).
7 Siehe hierzu ua die HP des HUMANISTISCHEN PRESSEDIENSTES vom 12.3.2009,
(http://hpd.de/node/6565 , ,,Säkulare Buskampagne" nun auch in Deutschland, Abrufdatum 7.5.2009).
8 Hierbei handelt es sich um eine Behauptung. Behaupten kann man bekanntermaßen viel.
4
Wahrscheinlichkeit
zu
grenzen
? [sic!] Ferner: müsste sich dann nicht diese
Wortfolge seriös und wissenschaftlich ernst genommen nicht ebenso die Wortfolge
der ,,an Wahrscheinlichkeit grenzenden Sicherheit" [sic!] gebrauchen lassen?
Es war sohin ein sehr großer Reiz mit Blick nicht zuletzt auf die Jurisprudenz,
insbesondere im Bereich des Kriminalrechts, auch eingedenk der gerichtlichen
Erfahrungswerte die Behauptungen der Theorie und der Praxis auf ihren
wissenschaftlichen
(!) Aussagegehalt zu untersuchen, etwaige Inkonsistenzen zu
untersuchen. Auch der Satz ,,Es gibt keinen Gott" wird aus seriös-wissenschaftlicher
Sicht nüchtern, sachlich und fachlich korrekt und treffend sowie möglichst klar
analysiert.
1.2 Gang
der
Untersuchung
Zu Beginn wird das Wort ,,Wahrscheinlichkeit" einer mehrfachen Untersuchung
unterzogen: zum einen wird der Gebrauch des Wortes in der Umgangssprache, zum
anderen in der wissenschaftlichen Sprache analysiert. Ebenso wird mit dem Wort der so
genannten ,,Sicherheit" verfahren: nach einer umgangssprachlichen Untersuchung folgt
eine wissenschaftliche Analyse des Wortes ,,Sicherheit". Sodann werden die
Grundlagen und -probleme va mit dem d Kriminaljuristen Prof Dr HEINE9 behandelt.
Dies deshalb, um einen lebensnahen und anschaulichen Gegenwartsbezug auch
außerhalb der aktuellen d SÄKULAREN BUSKAMPAGNE sowie auch außerhalb der
ATHEIST BUS CAMPAIGN herzustellen. Es wird dabei insbesondere im Rahmen des
ö und d Kriminalrechts auf die Frage der sog ,,Unterlassungshaftung" eingegangen und
in diesem Kontext die Feststellung der sog ,,Quasikausalität" unter Darlegung der
Kontroversen in Ö und Dtl behandelt. Dies deshalb, um auch den dortigen Missbrauch
besagter rhetorisch-stilistisch gut klingender Floskel aus seriös-wissenschaftlicher
Perspektive in Gestalt ,,lebendiger" Praxisbeispiele (in concreto: im Sektor der
Rechtswissenschaften) zu dokumentieren. Zugleich wird auf die Durchbrechung des
Risikozusammenhangs bei grob sorgfaltswidrigem Verhalten Dritter, wo ebenfalls
9 Kritisch zu den Worten von HEINE (1995: 1ff) ist ua FREIER (1998: 208), wenn er festhält: ,,Die
Sanktionen und mit ihnen das ganze Programm Heines leiden an der unklaren Verhältnisbestimmung zum
Strafrecht."
5
besagte Wortfolge der so genannten ,,an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit" ein
,,sachverständiges" Anwendungsfeld gefunden hat, eingegangen. Dies wird ebenfalls
dokumentiert, um der Leserin/dem Leser einen weiteren, (juristisch-)praktischen,
lebensnahen Anwendungsbereich besagter Wortformel der so genannten ,,an Sicherheit
grenzenden Wahrscheinlichkeit" zu dokumentieren. Ferner wird auf die Wortfolge der
sog ,,an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit" in anderen Bereichen außerhalb des
(ö) Strafrechts eingegangen. Schließlich wird auch noch kurz auf eine Wortfolge des
Common Law-,,Rechtskreises" (kritisch-sachlich) eingegangen, wobei auch
Übersetzungsfehler und Divergenzen ua - zwischen ,,probably" und ,,beyond a
reasonable doubt" thematisiert werden. Abschließend werden zentrale Aspekte der
wissenschaftlich-seriösen Ansprüchen sich verpflichtet fühlenden Arbeit möglichst
akurat zusammengefasst.
1.3
Der Begriff ,,Wahrscheinlichkeit" - Abgrenzungen
1.3.1 Der Begriff ,,Wahrscheinlichkeit" - Grundsätzliches
Generell ist zu vermerken, dass die sog ,,an Sicherheit grenzende [sic!]
Wahrscheinlichkeit", welche in diesem Kontext zT herangezogen wird, sachlich iSv
wissenschaftlich
falsch
ist, es müsste ,,mit sehr großer Wahrscheinlichkeit10" heißen.
Wahrscheinlichkeit grenzt aus seriös-wissenschaftlicher Sicht nicht an Sicherheit.
1.3.2 Das
Wort
,,Wahrscheinlichkeit" in den Wirtschaftswissenschaften
Zu vermerken ist ferner Folgendes: In den Wirtschaftswissenschaften11 - existiert
iRd sog ,,
Entscheidungstheorie
12" im Zuge von sog ,,Entscheidungsproblemen unter
10 Oder (alternativ): ,,mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit".
11 NEUS (2005: 37) hält dazu fest: ,,Für ökonomisch relevante Entscheidungen lassen sich
objektive
Wahrscheinlichkeiten
(wie die Wahrscheinlichkeit von je 1/37 für eine der ganzen Zahlen von 0 bis 36
beim Roulette) gewöhnlich nicht angeben." NEUS führt allerdings weiter aus, existierende
,,Informationen" über ,,Zukunftsentwicklungen" [sic!] könne man so NEUS ,,jedoch in
subjektiven
Abschätzungen
" [sic!] wie NEUS formuliert ,,umsetzen" [sic!].
12 Vgl diesbzgl ua etwa SCHNECK 1993: 631, der vermerkt: ,,Die Wahrscheinlichkeiten sind
insbesondere in der Entscheidungstheorie (Risikosituation) von Bedeutung."
6
Unsicherheit
13"-, das Wort ,,Wahrscheinlichkeit14" (zahlreiche AutorInnen15
unterscheiden zwischen ,,der" sog objektiven Wahrscheinlichkeit16 bzw. sog
objektiven
Wahrscheinlichkeiten17 - nicht zuletzt die, auf dem Gedanken der
Symmetrie
18
fußende, mit dem sog ,,
Gesetz des zwingenden Grundes
"19 und dem sog ,,
Prinzip
13 SCHWARZE (1997: 27) etwa vermerkt, dass ,,im Zusammenhang mit Entscheidungsproblemen
unter Unsicherheit häufig der Begriff der
subjektiven Wahrscheinlichkeit
", die im Folgenden im
Rahmen dieser Arbeit näher behandelt wird, ,,auftauchen" würde.
14 Hinzuweisen ist, dass aus wissenschaftlicher Sicht, etwa auf dem Boden der Wissenschaftstheorie
aber auch auf jenem etwa der betriebswirtschaftlichen Teildisziplin der Investitionsrechnung, wie etwa
KRUSCHWITZ (1995: 251-252) dies festhält, ,,verschiedene miteinander konkurrierende Wahr-
scheinlichkeitsinterpretationen" existieren, ,,va" sei die Unterscheidung zwischen ,,
objektiver
Wahrscheinlichkeit
" und ,,
subjektiver Wahrscheinlichkeit
" nennenswert. LOISTL (1994: 97) etwa
deutet diese Kontroverse auch an, indem er (ua) von einer ,,Diskussion über Inhalte des
Wahrscheinlichkeits-Begriffs" schreibt. Was die sog ,,subjektive Wahrscheinlichkeit(sdefinition)"
anbetrifft, so wird etwa mit BLEYMÜLLER/GEHLERT/GÜLICHER (2008: 28) vermerkt: ,,In vielen
Fällen, beispielsweise bei Entscheidungssituationen im Wirtschaftsleben, lassen sich
Wahrscheinlichkeiten weder unter Verwendung der klassischen noch unter Zuhilfenahme der statistischen
Wahrscheinlichkeitsdefinition bestimmen." Man müsse sich dann so
BLEYMÜLLER/GEHLERT/GÜLICHER (2008: 28) ,,sogenannter subjektiver Wahrscheinlichkeiten"
bedienen. Ferner halten RASCH/HERRENDÖRFER/BOCK/GUIARD (1996: 30) ua fest: ,,[...]Will man
vor dem Versuch eine a priori-Wahrscheinlichkeit angeben oder ohne Versuch die Wahrscheinlichkeit
ermitteln, so kann man versuchen, den Überzeugtheitsgrad [sic!] zu quantifizieren." Festzuhalten ist, dass
letztlich allerdings - entgegen dem oben genannten Artenspektrum zufolge DROSG das entscheidende
Kriterium für alle (!) Arten von Wahrscheinlichkeit Folgendes ist: die Unterscheidung zwischen sog
theoretischer Wahrscheinlichkeit
einerseits gegenüber sog praktischer
Wahrscheinlichkeit
andererseits (private Mitteilung von Prof Dr. Otto DROSG vom 18.3.2009).
15 Vgl etwa RÜGER (1999: 120f).
16 RÜGER (1999: 120) etwa verweist darauf, dass es die ,,objektive Wahrscheinlichkeit" in wie er
schreibt ,,drei Versionen" gäbe: ,,als klassische (a priori) Wahrscheinlichkeit, als frequentistische (a
posteriori) Wahrscheinlichkeit und als logische Wahrscheinlichkeit.
17 RÜGER (1999: 120) etwa verweist darauf, dass es ,,drei Versionen" der sog ,,objektiven
Wahrscheinlichkeit" gebe: die sog ,,klassische" (a priori) Wahrscheinlichkeit, die sog ,,frequentistische"
(a posteriori) Wahrscheinlichkeit" sowie die sog ,,logische" Wahrscheinlichkeit. Zur sog ,,klassischen
Definition der Wahrscheinlichkeit" siehe ua ZÖFEL (2003: 19).
18 MISES (1951: 85) etwa, will (erfolglos) die Vertreter der sog ,,a priori-Auffassung" widerlegen und
sie zu seiner wissenschaftlich unhaltbaren - Behauptung überreden, was ihm keinesfalls gelingt, wenn
er schreibt: ,,Wenn man einmal einen Vertreter der a priori-Auffassung zu einer deutlichen Erklärung
zwingt, was er eigentlich unter der vollkommenen Homogenität versteht, so beschränkt er sich schließlich
auf die Forderung, daß der Schwerpunkt des Körpers mit dem geometrischen Mittelpunkt
zusammenfallen muß und falls der Befragte über genügende Kenntnis der Mechanik verfügt daß die
Trägheitsmomente für die zwölf Kanten als Drehachsen gleich [sic!] sein sollen": Das Wort ,,gleich" sagt
überhaupt nichts aus. Was heißt ,,gleich"? MISES müsste sagen, dass es z.B. auf ein ppm (part per
million) genau muss. KEEL (1992: 8) stellt etwa klar, dass betreffend die sog ,,klassische"
Wahrscheinlichkeit eine sog ,,faire (symmetrische) Münze" zu werfen ist. Er stellt fernerhin klar, dass das
vorgenommene Zufallsexperiment auf der sog ,,
Gleich
wahrscheinlichkeit" basiert: ,,Die
Versuchsanordnung (faire Münze) gibt" so KEEL (1992:8) ,,keinen Anlass, einen der möglichen
Ausgänge [maW: den Ausgang ,,Kopf" oder den Ausgang ,,Zahl" bei Werfen der sog ,,symmetrischen"
Münze] zu bevorzugen." RÜGER 1999: 120 hält fest, dass es um ,,Symmetrieeigenschaften des
betreffenden Zufallsexperiments" iZm der sog ,,klassischen" Wahrscheinlichkeit gehe.
19 Siehe hierzu ua DILLMANN (1990: 1).
7
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