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Ökonomiegeschichte am Beispiel der Situation der Berliner Opernhäuser in den Jahren 2000 - 2003

Scholary Paper (Seminar), 2003, 18 Pages
Author: M.A. Anne Oppermann
Subject: Theater Studies

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 18
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V127721
ISBN (E-book): 978-3-640-34066-8


Abstract

Kein Film, kein Theaterstück wurde je außerhalb eines ökonomischen Kontextes produziert. Obwohl für jeden Film, für jedes Theaterstück andere Voraussetzungen gelten, bleibt doch die Konstante, dass eine bestimmte Menge an Kapital im voraus für die Produktion zu Verfügung stehen muss und dass dieses Kapital möglichst wieder eingespielt werden sollte. Deshalb unterliegen alle diese Produktionsvorgänge ökonomischen Zwängen und Gesetzen, ganz gleich ob die Filme in freier Marktwirtschaft wie im Hollywood-System hergestellt werden oder ob, wie in der ehemaligen UDSSR, die Regierung Filmproduktion, -verleih und -vorführung kontrolliert, ob die Theater vom Staat subventioniert werden, der freien Marktwirtschaft unterworfen oder von privaten Sponsoren abhängig sind. Diese Produktionsvorgänge gilt es für den Historiker zu untersuchen. Ökonomiegeschichte als Wissenschaft ist eine relativ junge Disziplin. Lange Zeit wurde nur der ästhetische Wert eines Werks beachtet, der ökonomische Aspekt außen vorgelassen oder heruntergespielt. Gerade die Filmindustrie versuchte auf diese Art und Weise, den Film zu einer anerkannten Kunstform zu machen. Ein weiterer Grund für die lange Vernachlässigung der Ökonomiegeschichte ist, dass es wenig verwertbare Daten gibt. Sehr lange bestand kein Interesse daran, Bilanzen auszuwerten oder über einen längeren Zeitraum zu archivieren. Aufgrund dieses Datenmangels ist gerade die weiter zurückliegende Geschichte kaum rekonstruierbar. Die vorliegende Arbeit gibt eine kurze Einführung in verschiedene Ansätze der Ökonomiegeschichte und widmet sich dann der Sitation der Berliner Opernhäuser in den Jahren 2000 - 2003.


Excerpt (computer-generated)

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Wintersemester 2003/2004

Ökonomiegeschichte

am Beispiel der Situation der Berliner Opernhäuser

in den Jahren 2000 bis 2003

























1

GLIEDERUNG


1. Einleitung 2

2. Über die einzelnen Ansätze der Ökonomiegeschichte 3

2.1 Great Man Theory: 3

2.2 The Marxist Analysis 3

2.3 Industrial Analysis 4

3. Ökonomiegeschichte am Beispiel der Situation der Berliner Opernhäuser in den

Jahren 2000 bis 2003 4

3.1 Al gemeine Betrachtungen und Einführung in die Situation 4

3.2 Model e zur Lösung der Strukturprobleme 7

3.2.1 Konzept zur Neuordnung der Berliner Opernbühnen 7

3.2.2 Kulturforum Mitte 9

3.2.3 Stiftung ­ Oper in Berlin 10

4. Persönliche Stel ungnahme 12

5. Literaturverzeichnis 15


2

1. Einleitung

Kein Film, kein Theaterstück wurde je außerhalb eines ökonomischen Kontextes

produziert. Obwohl für jeden Film, für jedes Theaterstück andere Voraussetzungen

gelten, bleibt doch die Konstante, dass eine bestimmte Menge an Kapital im voraus

für die Produktion zu Verfügung stehen muss und dass dieses Kapital möglichst

wieder

eingespielt

werden

sol te.

Deshalb

unterliegen

al e

diese

Produktionsvorgänge ökonomischen Zwängen und Gesetzen, ganz gleich ob die

Filme in freier Marktwirtschaft wie im Hol ywood-System hergestel t werden oder ob,

wie in der ehemaligen UDSSR, die Regierung Filmproduktion, -verleih und -

vorführung kontrol iert, ob die Theater vom Staat subventioniert werden, der freien

Marktwirtschaft unterworfen oder von privaten Sponsoren abhängig sind.

Diese Produktionsvorgänge gilt es für den Historiker zu untersuchen.

Ökonomiegeschichte als Wissenschaft ist eine relativ junge Disziplin.

Lange Zeit wurde nur der ästhetische Wert eines Werks beachtet, der ökonomische

Aspekt außen vorgelassen oder heruntergespielt. Gerade die Filmindustrie versuchte

auf diese Art und Weise, den Film zu einer anerkannten Kunstform zu machen.1 Ein

weiterer Grund für die lange Vernachlässigung der Ökonomiegeschichte ist, dass es

wenig verwertbare Daten gibt. Sehr lange bestand kein Interesse daran, Bilanzen

auszuwerten oder über einen längeren Zeitraum zu archivieren. Aufgrund dieses

Datenmangels ist gerade die weiter zurückliegende Geschichte kaum

rekonstruierbar.

1 Allen, Robert C.; Gomery, Douglas: Film History. Theory and Practice. New York et al.: McGraw Hill. 1993.

S.133


3

2. Über die einzelnen Ansätze der Ökonomiegeschichte

2.1 Great Man Theory:

Die Great Man Theory ist ein unsystematischer Analyseansatz, den man nicht nur in

der Ökonomiegeschichte, sondern unter anderem auch in der Technik- oder

Ästhetikgeschichte häufig antrifft. Die Theorie besagt, dass al e Entscheidungsgewalt

in der Hand einer einzigen oder einiger weniger weitblickenden Personen ­ zumeist

handelt es sich hierbei um Männer ­ liegt, welche sich auch über äußere Zwänge

hinwegsetzen2.

Diese Art des Ansatzes vereinfacht das Zusammenspiel ökonomischer Kräfte, und

wird der Komplexität des Themas nicht gerecht. Sie verführt dazu,

Ökonomiegeschichte im Nachhinein auf eine Person ausgerichtet zu interpretieren,

also in eine Form der biographisch ausgerichteten Geschichtsschreibung zu

verfal en.

2.2 The Marxist Analysis

Die Marxist Analysis stützt sich auf soziale Theorien von Karl Marx.

Laut Marx entsteht durch die Gesamtheit der Produktionsverhältnisse die

,,Basis"

(ökonomische Verhältnisse, Produktionsweisen, Eigentumsverhältnisse). Auf diese

Basis baut sich in jeder Epoche ein ,,Überbau" auf. Das sind die in den Epochen

herrschenden Ideen, die jeweiligen politischen Institutionen usw. Die herrschenden

Klassen erschaffen den Überbau, um ihre Herrschaft über die unterdrückten Klassen

leichter aufrechterhalten zu können. Film und Theater sind ebenfal s Teile des

Überbaus, sie dienen also dazu, die vorherrschenden Ideen zu bestärken und so die

herrschende Klasse zu legitimieren3.

Systeme, die auf Profit und Wohlstandsvermehrung aufgebaut sind, werden von

Vertretern der marxistischen Analyse sehr kritisch gesehen, da diese sich ihrer

Meinung nach auf die Ausbeutung der vielen Arbeiter durch die wenigen

Angehörigen der herrschenden Klasse stützen4.

Der Vorteil der marxistischen Analyse ist, dass sie Verbindungen zwischen

verschiedenen Industrien und Ländern, sowie Industrie und Regierung etc.

2 vgl. Allen, Robert C.; Gomery, Douglas: Film History. Theory and Practice. New York et al.: McGraw Hill. 1993.

S.134.

3 vgl. Wetter, Gustav A.: Sowjetideologie Heute I. Dialektischer und historischer Materialismus. Frankfurt am

Main. Fischer Bücherei KG. 1962 . S.172 ff.

4 vgl. Allen, Robert C.; Gomery, Douglas: Film History. Theory and Practice. New York et al.: McGraw Hill. 1993.

S. 134 ff.



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