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Termpaper, 2007, 21 Pages
Author: Solmaz Azizi
Subject: English Language and Literature Studies - Other
Details
Institution/College: University of Marburg (Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft)
Year: 2007
Pages: 21
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-35339-2
ISBN (Book): 978-3-640-35352-1
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Abstract
"Generally speaking, the Germans regard themselves as modest, rather ordinary sort of people. Give them a beer, a Wurst, a bit of Gemütlichkeit (cosiness) and another German with whom to argue politics or bemoan the stress of life, and they will be content. They are not greedy, do not expect something for nothing and pay their bills on time. Simple, honest Volk." (Xenophobe´s guide to the Germans, 4) Dies ist nur eine von vielen Aussagen über Deutsche, die das Bild, das andere Länder von uns haben, widerspiegelt. Doch nicht nur stereotypenspezifische Literatur enthält solche verallgemeinernde Darstellungen über bestimmte Nationen und andere Gruppen. Zwar spielen die Massenmedien in diesem Kontext eine wichtige Rolle, doch oft wird vergessen, dass Schulbücher und Fremdsprachenlehrwerke eine der ersten Instanzen darstellen, über die solche Aussagen vermittelt werden. Auch wenn sie heutzutage nicht mehr zu den ersten Quellen zählen, aus denen wir Informationen und Eindrücke zu einem bestimmten Land erhalten, hinterlassen Lehrbücher für Fremdsprachen einen bleibenden Eindruck, besonders weil sie sie den Anspruch haben, wissenschaftlich fundierte Informationen zu Land und Leuten der jeweiligen Sprache zu vermitteln. Viele darin vermittelte Eindrücke bleiben im Gedächtnis des Lerners haften und sind oft auch Jahre danach noch abrufbar. Daher spielen diese Lehrbücher eine wichtige Rolle in der Forschung zu Nationalstereotypen und können zu der Beantwortung der Frage, wie ein bestimmtes Bild eines Landes entstehen kann, beitragen.
Excerpt (computer-generated)
1. Einleitung 2
2. Lehrbücher 3
Deutsch Heute Grundstufe Sixth Edition 3
Deutsche Sprache und Landeskunde Fourth Edition 4
3. Das Schulsystem, die Universität und das Studentenleben 4
4. Die deutsche Essphilosophie: 6
Das Frühstück 7
5. Die deutsche Unterkühltheit 10
6. Männer und Frauen 12
7. Fazit und Schlusswort 16
9. Literaturverzeichnis 19
1
1. Einleitung
Generally speaking, the Germans regard themselves as modest, rather ordinary sort of people. Give
them a beer, a
Wurst
, a bit of
Gemütlichkeit
(cosiness) and another German with whom to argue
politics or bemoan the stress of life, and they will be content. They are not greedy, do not expect
something for nothing and pay their bills on time. Simple, honest
Volk
. (Xenophobe´s guide to the
Germans, 4)
Dies ist nur eine von vielen Aussagen über Deutsche, die das Bild, das andere Länder von uns
haben, widerspiegelt. Doch nicht nur stereotypenspezifische Literatur enthält solche
verallgemeinernde Darstellungen über bestimmte Nationen und andere Gruppen. Zwar
spielen die Massenmedien in diesem Kontext eine wichtige Rolle, doch oft wird vergessen,
dass Schulbücher und Fremdsprachenlehrwerke eine der ersten Instanzen darstellen, über die
solche Aussagen vermittelt werden. Auch wenn sie heutzutage nicht mehr zu den ersten
Quellen zählen, aus denen wir Informationen und Eindrücke zu einem bestimmten Land
erhalten, hinterlassen Lehrbücher für Fremdsprachen einen bleibenden Eindruck, besonders
weil sie sie den Anspruch haben, wissenschaftlich fundierte Informationen zu Land und
Leuten der jeweiligen Sprache zu vermitteln. Viele darin vermittelte Eindrücke bleiben im
Gedächtnis des Lerners haften und sind oft auch Jahre danach noch abrufbar. Daher spielen
diese Lehrbücher eine wichtige Rolle in der Forschung zu Nationalstereotypen und können zu
der Beantwortung der Frage, wie ein bestimmtes Bild eines Landes entstehen kann, beitragen.
In diesem Kontext der Betrachtung von Nationalstereotypen in Fremdsprachenlehrwerken
sind Stereotype als kognitive Komponenten von Vorurteilen zu verstehen. Diese wiederum
sind vorschnelle, negativ wie positiv eingefärbte Verallgemeinerungen gegenüber
Personengruppen (Nationen), wohingegen Stereotype bereits feste Urteile darstellen.
Weiterhin existiert in den Köpfen der Lerner ein Bild von einem Land, eine komplexe
Vorstellung von Erfahrungen, Kenntnissen und auch Stereotypen und Vorurteilen, die in ihrer
Gesamtheit ein keineswegs objektives Bild darstellen, dass mit der Realität übereinstimmen
muss. (vgl. Byram, 22)
Auf den nachfolgenden Seiten soll versucht werden, das Bild der US-amerikanischen
Deutschlerner anhand zweier Lehrbücher zu untersuchen. Dabei wird an diese Arbeit
keinesfalls der Anspruch der Vollständigkeit gestellt, da sie sich nur auf die beiden
2
untersuchten Lehrbücher bezieht. Außerdem konnten nicht alle darin behandelten kulturellen
und landeskundlichen Aspekte berücksichtigt werden, da dies den Rahmen dieser Arbeit
gesprengt hätte. Im Folgenden wird auf einige ausgewählte Aspekte eingegangen, die meiner
Meinung nach die zentrale Thematik der Lehrbücher widerspiegeln. Dabei soll untersucht
werden, ob und wie die Autoren mit bestimmten Stereotypen umgehen, bzw. ob sie diese
aufzeigen, um sie daraufhin zu revidieren, oder ob diese als Tatsachen dargestellt werden.
Denn bereits durch die Themenwahl, die Wahl der Darstellung der gewählten Personen, die
Perspektive, die Aufgaben- und Übungsgestaltung, das Bildmaterial usw. können Stereotype
gefestigt oder gar neu geformt werden. (vgl. Byram, 22)
2. Lehrbücher
Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit sind zwei englischsprachige Lehrbücher, beide
erschienen in den Vereinigten Staaten von Amerika. Mangels Auswahl konnten keine
europäischen Lehrbücher zur Betrachtung herangezogen werden, da die hier verfügbaren
Lehrbücher für Deutsch als Fremdsprache ausnahmslos in deutschen Verlagen erschienen
sind und somit keine Heterostereotype darstellen.
Deutsch Heute Grundstufe1 Sixth Edition
Deutsch Heute ist 1996 erschienen und ist ein umfangreiches Lehrbuch, das hauptsächlich für
Studenten aber auch für andere erwachsene Lerner konzipiert wurde. Es hat den Anspruch,
sowohl Grundkenntnisse des Deutschen als auch Kommunikationsfähigkeit im Kontext
deutschsprachiger Kultur zu vermitteln. Außerdem soll mit Hilfe von simplen, aber inhaltlich
anspruchsvollen Dialogen und Texten in zeitgenössisches Leben und Kultur in Deutschland,
Österreich und der Schweiz eingeführt werden. Außerdem dienen immer wiederkehrende
Texte mit dem Titel ,,Land und Leute" zur Darstellung tiefergehenderer Information zu dem
jeweiligen kulturellen Thema des Kapitels. Sie werden jeweils von einer Fotographie
begleitet, die den Kontext untermalen soll. Die Kombination aus Texten, Fotos, Zeichnungen
und Anzeigen in DH soll das Leben in deutschsprachigen Ländern so realitätsnah und aktuell
wie möglich darstellen.
1 Im Folgenden DH genannt
3
Das Autorenteam setzt sich aus 5 US-amerikanischen Universitätsprofessoren (deren
akademischer Werdegang jedoch nicht erläutert wird) und einer deutschen Mitarbeiterin des
Goethe-Instituts München zusammen. Daher ist dieses Lehrbuch nicht rein heterostereotyp,
jedoch aufgrund der Überzahl ausländischer Autoren durchaus repräsentativ. Zu dem
Lehrbuch gehören: Arbeitsheft, Audio-CD, Video und CD-ROM.
Deutsche Sprache und Landeskunde
2
Fourth Edition
Auch dieses Lehrwerk ist in den USA erschienen, jedoch bereits im Jahr 1993. Seine
Zielgruppe ist ebenfalls die der Anfänger, wobei keine spezifisch studenten-orientierte
Konzeption erwähnt wird. Es soll ebenfalls in die deutsche Sprache im Kontext des täglichen
Lebens eingeführt, sowie die Kultur in den deutschsprachigen Ländern vermittelt werden.
Dazu wird kulturelles Material in Dialogen, Texten und authentisches Material in der so
genannten ,,Kulturecke" präsentiert. Diese erläutert und vertieft das Thema des jeweiligen
Kapitels. Zwei der Autoren von DSL sind Germanistik-Professoren an den US-
amerikanischen Universitäten Hawaii und North Carolina und haben den Titel des Dr. Phil in
Germanistik. Die dritte Autorin hat mehrere Jahre unterrichtet und war maßgeblich an
anderen Lehrbüchern für Deutsch als Fremdsprache beteiligt.
3. Das Schulsystem, die Universität und das Studentenleben
Sowohl DH als auch DSL orientieren sich stark an Studenten und sind für diese konzipiert.
Dies lässt sich an der ausführlichen Darstellung verschiedener, für Studenten relevanter
Themen betrachten. Das deutsche Schulsystem wird dem Lerner näher gebracht und bis ins
Detail erklärt. Dabei werden die verschieden Schularten aufgelistet und erläutert, wobei die
Autoren den Eindruck erwecken, deutsche Schüler würden sich schon früh für ihren späteren
Berufweg entscheiden
(,,depending on their ability and the job career they hope to have").
Die Wichtigkeit der Abitursnote wird betont, ebenso der Mangel an Universitäten und somit
Studienplätzen. Auch das hiesige System der Studienplatzvergabe per Numerus Clausus und
über die ZVS wird erklärt, wobei die Situation recht dramatisch geschildert wird, da man mit
einer unzureichenden Abiturnote jahrelangen Wartezeiten und einer willkürlichen
Studienplatzvergabe nicht entgehen kann. Weiterhin werden die verschiedenen Abschlüsse
2 Im Folgenden DSL genannt
4
(Magister, Diplom und Staatsexamen) erwähnt und auch die Tatsache, dass man sich ab
Beginn des Studiums auf eine Richtung (bzw. beim Magisterstudium mehrere) spezialisiert,
da mit dem Erhalt des Abiturs der nötige Grad an Allgemeinbildung vorausgesetzt wird. Der
Weg über die Ausbildung wird nicht als Alternative dargestellt, sondern nur kurz als einziger
Berufsweg für Haupt- und Realschulabsolventen erwähnt.
Im Laufe der Kapitel werden verschieden Universitätsstädte (unter anderem Freiburg,
Tübingen und Marburg) und das Leben und Studieren in Deutschland portraitiert: Aufgrund
der Tatsache, dass Universitäten staatlich sind, gibt es keine Studiengebühren und der
Semesterbeitrag ist kaum erwähnenswert (,,a small tuition fee"). Das BAföG soll jedem in
Deutschland das Studium ermöglichen, doch die Lebenshaltungskosten im Allgemeinen
zwingen dennoch viele Studenten zum jobben neben dem Studium. Die Freizeitgestaltung
wird nicht von der Universität organisiert und auch Sportmannschaften sowie ein Campus
existieren nicht. Die Wohnsituation wird als schwierig beschrieben; Wohnheime sind so
knapp, dass manche Studenten sogar in Wohnwagen hausen. Daher existiert das Phänomen
der Wohngemeinschaften, das folgendermaßen begründet wird:
,,to combat the cost of high
rent, students frequently group together to form a Wohngemeinschaft".
Das Studium selbst
wirkt in der Beschreibung der Autoren überraschend einfach und anspruchslos. Es gibt
wenige (manchmal auch gar keine) Klausuren, Hausarbeiten sind selten und Professoren
führen keine Anwesenheitslisten. Es ist jedem selbst überlasen, ob wie und wann er studiert.
Somit ist der deutsche Student für sein eigenes Vorankommen verantwortlich und erhält auch
keine Betreuung (,,academic counselors are a rarity"). Die langen Semesterferien verbringt er
mit jobben oder Praktika und so mancher bereitet sich dann sogar schon auf das kommende
Semester vor.
Eine wichtige Rolle im Studentenleben spielen Studentencafés. Dort wird stundenlang Kaffee
getrunken, Kuchen gegessen, Zeitung gelesen, über Politik diskutiert oder sich mit Freunden
unterhalten. Es entsteht der Eindruck als sei das Studium in Deutschland einerseits sehr locker
und entspannt sowie ein besserer Nährboden für freies Denken, politisches Engagement und
Eigenständigkeit. Dies geht auch aus einem Brief hervor, in dem eine deutsche Studentin ihre
Erfahrungen bei einem Studienaufenthalt in den USA beschreibt und die Unterschiede
folgendermaßen betont:
5
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