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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 27 Pages
Author: Stefanie Scholl
Subject: German Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics
Details
Institution/College: University of Frankfurt (Main) (Germanistik)
Tags: Medienberichterstattung, deutsche Teilung, Sprachgeschichte, Fursion von SPD und KPD zur SED, SPD SED
Year: 2003
Pages: 27
Grade: 2
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-18592-9
ISBN (Book): 978-3-638-64261-3
File size: 348 KB
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Abstract
Das Ende des zweiten Weltkriegs bedeutete für das Pressewesen einen kompletten Neuanfang, welcher unter strenger Aufsicht der Besatzungsmächte erfolgte. Die westlichen Alliierten entschieden sich für eine 3-Phasen Entwicklung. Anfangs fand eine Zäsur statt, in der ausschließlich von den Besatzungsmächten veröffentlichte Zeitungen herauskommen durften. In der zweiten Phase wurden dann Mitteilungsblätter verbreitet und in der dritten Phase erschien die erste deutsche Zeitung unter der Kontrolle der Alliierten. Die Sowjets hatten eine andere Zielsetzung. Noch bevor die SMAD (Sowjetische Militäradministration) gegründet wurde, gaben Soldaten Nachrichtenblätter an die Bevölkerung heraus. Dabei handelte es sich mehr um Flugblätter, auf denen Nachrichten in deutscher Sprache standen und durch die die Gründung einer Zeitung vorbereitet werden sollte. Es entstanden im Westen einige neue Zeitungen, von denen viele nach kurzer Zeit wieder eingestellt wurden. Geblieben sind bis heute z.B. die „Neue Presse“ und „Frankfurter Rundschau“. Alle Zeitungen wurden jedoch von den Alliierten lizensiert - z.B. der französisch lizensierte „Kurier“, der britisch lizensierte „Telegraf“ und die mit US-amerikanischer Lizenz gedruckte „Neue Zeitung“ - aus der in dieser Arbeit ein Artikel analysiert wird. Ein Wille der Allliierten, die Zeitungen zu Propagandazwecken zu nutzen, war seitens der westlichen Alliierten weniger stark erkennbar als auf Seiten der Sowjetischen Besatzer welche die Berichterstattung ausschließlich zur Agitation nutzten. Hier wurde die Zeitung „Neues Deutschland“ zum Sprachrohr der SED, der sie unterstand. Auch die Lizenzvergabe erfolgte auf unterschiedliche Weise. Die drei westlichen Alliierten vergaben Lizenzen fast nur an Einzelpersonen, die Sowjets dagegen hauptsächlich an Interessensorganisationen wie Parteien, Gewerkschaften und andere Massenorganisationen.
Excerpt (computer-generated)
Die Fusion von SPD(Ost) und KPD (Ost) zur SED
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung S. 2
2. Historische Vorbemerkungen S. 4
2.1 Ursachen der Vereinigung von SPD (Ost) und KPD (Ost) S. 4
3. Sprachliche Erörterungen zu Artikeln der Westpresse
3.1 Neue Zeitung vom 22. April 1946: „Die SED in Berlin gegründet“ S. 9
3.2 Hamburger Echo vom 20. April 1946: Grothewohls „Zentralausschuß“ hat kapituliert. Der letzte Akt der „Einheits“-Tragödie in Berlin S. 11
4. Sprachliche Erörterungen zu Artikeln der Ostpresse
4.1 Die Einheit vom 4. April. 1946: „Der Sieg muß unser sein!“ Kommentar von H. Al. Pohlmeyer S. 14
4.2 Volkszeitung vom 2. April 1946: „Die Niederlage der Einheitsgegner in Berlin“ S.18
5. Fazit S. 20
6. Literaturverzeichnis S. 22
7. Anhang S. 24
1. Einleitung
Das Ende des zweiten Weltkriegs bedeutete für das Pressewesen einen kompletten Neuanfang, welcher unter strenger Aufsicht der Besatzungsmächte erfolgte.1 Die westlichen Alliierten entschieden sich für eine 3-Phasen Entwicklung. Anfangs fand eine Zäsur statt, in der ausschließlich von den Besatzungsmächten veröffentlichte Zeitungen herauskommen durften. In der zweiten Phase wurden dann Mitteilungsblätter verbreitet und in der dritten Phase erschien die erste deutsche Zeitung unter der Kontrolle der Alliierten.
Die Sowjets hatten eine andere Zielsetzung. Noch bevor die SMAD (Sowjetische Militäradministration) gegründet wurde, gaben Soldaten Nachrichtenblätter an die Bevölkerung heraus.2 Dabei handelte es sich mehr um Flugblätter, auf denen Nachrichten in deutscher Sprache standen und durch die die Gründung einer Zeitung vorbereitet werden sollte.
Es entstanden im Westen einige neue Zeitungen, von denen viele nach kurzer Zeit wieder eingestellt wurden. Geblieben sind bis heute z.B. die „Neue Presse“ und „Frankfurter Rundschau“. Alle Zeitungen wurden jedoch von den Alliierten lizensiert - z.B. der französisch lizensierte „Kurier“, der britisch lizensierte „Telegraf“ und die mit US-amerikanischer Lizenz gedruckte „Neue Zeitung“ - aus der in dieser Arbeit ein Artikel analysiert wird.
Ein Wille der Allliierten, die Zeitungen zu Propagandazwecken zu nutzen, war seitens der westlichen Alliierten weniger stark erkennbar als auf Seiten der Sowjetischen Besatzer welche die Berichterstattung ausschließlich zur Agitation nutzten. Hier wurde die Zeitung „Neues Deutschland“ zum Sprachrohr der SED, der sie unterstand. Auch die Lizenzvergabe erfolgte auf unterschiedliche Weise. Die drei westlichen Alliierten vergaben Lizenzen fast nur an Einzelpersonen, die Sowjets dagegen hauptsächlich an Interessensorganisationen wie Parteien, Gewerkschaften und andere Massenorganisationen.3
Die Vergabe einer Lizenz war in der sowjetischen Besatzungszone mit der Übernahme einer politischen Aufgabe gekoppelt, nämlich der „antifaschistischdemokratischen Umerziehung“ im Sinne des Marxismus- Leninismus.4
Diese Arbeit befasst sich mit Artikeln die über die Fusion von SPD (OST) und KPD (OST) zur SED im April 1946 berichten.
Zu Beginn der Arbeit erfolgt ein historischer Überblick über die damaligen Geschehnisse und die damit verbundene unterschiedliche Berichterstattung. Diese unterschiedliche Berichterstattung wird anhand von jeweils zwei Ost- und zwei Westartikeln analysiert. Besonderer Augenmerk gilt der Verwendung von Stigmawörtern, Fahnenwörtern, und Hochwertwörtern sowie anderen Schreibtechniken z.B. dem Einsatz von Attribuierungen.
Als „Schlagwörter“ werden laut Klein Wörter bezeichnet, die in komprimierter Form Einstellungen ausdrücken oder provozieren wollen. Sie sollen Denken, Fühlen und Verhalten steuern wie z.B. ideologiesprachliche Wörter wie Freiheit, Sozialismus etc..5
Als Fahnenwörter bezeichnet man Wörter mit stark deontischem Potential, deren Funktion es ist, als parteisprachliche Wörter aufzufallen, den Parteistandpunkt deutlich zu machen. Das negative Pendant der Fahnenwörter bilden die Stigmawörter, diese sollen die gegnerische Partei negativ darstellen.6 Auch auf die Verwendung von Hochwertwörtern wird in dieser Arbeit verwiesen. Hochwertwörter sind Wörter, die parteiübergreifend oft stark umkämpft eingesetzt werden. Es sind Wörter mit einer positiven deontischen Bedeutung wie „Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit etc.“.7
Versucht werden soll, die einzelnen sprachlichen Besonderheiten zueinander in Beziehung zu setzen.
Im Anhang befindet sich eine Auflistung von Schlag-/Schlüsselwörtern, die nach Ost- und Westherkunft geordnet ist.
2. Historische Vorbemerkungen
2.1 Ursachen der Vereinigung von SPD (Ost) und KPD (Ost)
[...]
1 Pross H.: 2000 S. 130 ff.
2 Benning, K.: 1997, S. 12
3 ebd., S. 14
4 ebd., S. 15
5 Klein, J.: 1989, S. 11
6 ebd., S. 21 ff.
7 ebd., S. 21
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