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Anerkennung und Multikulturalität

Termpaper, 2008, 14 Pages
Author: Katrin Geier
Subject: Sociology - Miscellaneous

Details

Institution/College: University of Siegen
Category: Termpaper
Year: 2008
Pages: 14
Grade: 2,3
Language: German
Archive No.: V128089
ISBN (E-book): 978-3-640-34283-9
ISBN (Book): 978-3-640-34263-1

Abstract

Im Laufe der Entwicklung der Menschheit hat es immer wieder Wanderungen von Personen, Personengruppen und sogar Völkern gegeben, welche im Zusammentreffen mit anderen Kulturen und Gemeinschaften konfliktreich endeten. Durch das Zeitalter der Industrialisierung und der daraus resultierenden stark globalisierten Welt, durch Kriege und den auseinanderdriftenden ökonomischen Klüften zwischen Regionen, Staaten und Gemeinschaften existieren heute nach wie vor Migrationsbewegungen, welche Nationalstaaten und Gemeinschaften immer wieder vor ökonomische, kulturelle aber auch normative Herausforderungen stellen. So sind immigrierende Personen und Personengruppen aufgrund ihrer Sprache, ihren moralischen Anschauungen, ihren Denk- und Handlungsmustern und ihren Lebensgewohnheiten, sprich wegen ihren unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, immer wieder von Marginalisierung bedroht bzw. zur Assimilation in ihrer Aufnahmegesellschaft gezwungen. Die damit einhergehende Diskriminierung von Minderheiten wird aber grundsätzlich moralisch in Frage gestellt und normativ diskutiert. In diesem Zusammenhang wird neben der Gleichberechtigung von Minderheiten in den letzten Jahren vor allem auch deren Anerkennung gefordert und über deren angemessene und gerechtfertigte Umsetzung diskutiert.


Excerpt (computer-generated)

Gliederung

1

Einleitung 2

2

Abriss zu den Theorien der Anerkennung 2

3

Ideen des Multikulturalismus 3

4

Charles Taylors ,,Die Politik der Anerkennung" 5

4.1

Historischer Abriss gesel schaftlicher Entwicklungen 5

4.2

Der Zusammenhang von Identität und Anerkennung 6

4.3

Die Politik des Universalismus und die Politik der Differenz im Diskurs um

gleichheitliche Anerkennung 7

4.4

Die Forderung nach Gleichwertigkeit von Kulturen 9

5

Kritik am Ansatz Taylors 10

6

Resümee 12

7

Literatur 13



1 Einleitung

Im Laufe der Entwicklung der Menschheit hat es immer wieder Wanderungen von

Personen, Personengruppen und sogar Völkern gegeben, welche im

Zusammentreffen mit anderen Kulturen und Gemeinschaften konfliktreich endeten.

Durch das Zeitalter der Industrialisierung und der daraus resultierenden stark

globalisierten Welt, durch Kriege und den auseinanderdriftenden ökonomischen

Klüften zwischen Regionen, Staaten und Gemeinschaften existieren heute nach wie

vor Migrationsbewegungen, welche Nationalstaaten und Gemeinschaften immer

wieder vor ökonomische, kulturel e aber auch normative Herausforderungen stel en.

So sind immigrierende Personen und Personengruppen aufgrund ihrer Sprache,

ihren moralischen Anschauungen, ihren Denk- und Handlungsmustern und ihren

Lebensgewohnheiten,

sprich

wegen

ihren

unterschiedlichen

kulturel en

Hintergründen, immer wieder von Marginalisierung bedroht bzw. zur Assimilation in

ihrer Aufnahmegesel schaft gezwungen.

Die damit einhergehende Diskriminierung von Minderheiten wird aber grundsätzlich

moralisch in Frage gestel t und normativ diskutiert. In diesem Zusammenhang wird

neben der Gleichberechtigung von Minderheiten in den letzten Jahren vor al em auch

deren Anerkennung gefordert und über deren angemessene und gerechtfertigte

Umsetzung diskutiert.

2 Abriss zu den Theorien der Anerkennung

Theorien der Anerkennung beziehen sich auf Überlegungen der neueren Zeit und

wurden als Ergänzung zu liberalen Gerechtigkeitstheorien entworfen. Vor al em in

Verbindung mit sozialen Bewegungen unserer Zeit erlangen Theorien der

Anerkennung Aufmerksamkeit und Interesse. Während sich frühere soziale

Forderungen ausdrücklich auf die Gleichbehandlung und Gleichberechtigung sozialer

Gruppen beschränkten, wird von diesen nun darüber hinaus eine besondere

politische und soziale Anerkennung gefordert, welche die Förderung und

Wertschätzung ihrer Identitäten beinhaltet.

Denn in der sozialen und politischen Anerkennung von Personen und

Personengruppen wird einer moralischen Forderung entsprochen, die darüber hinaus

vor al em darin beruht, dass in der persönlichen Anerkennung ein elementares

2


menschliches Bedürfnis gesehen wird, welchem politische und soziale

Grundbegebenheiten entsprechen sol en.

So

wird innerhalb der Theorien debattiert, inwieweit politische und rechtliche

Maßnahmen den Forderungen verschiedener gesel schaftlicher Gruppen und

Personen entsprechen können und in welcher Weise staatliche Institutionen

fungieren sol en und dürfen.

Darüber hinaus versuchen Theorien der Anerkennung die Dynamik und die

Mechanismen

von Widerstandsbewegungen

zu

erläutern,

also

welche

Begebenheiten Personengruppen schlussendlich zum offenen Widerstand in der

Forderung

nach

Anerkennung

bewegen,

sowie

welche

individuel en,

gesel schaftlichen, staatlichen und politischen Auswirkungen die Forderungen

sozialer Bewegungen bewirken.

Somit können Theorien der Anerkennung unmittelbar kritisch fungieren und

aufzeigen, inwieweit soziale Missstände vorherrschen bzw. wo und wie soziale

Anerkennung verwehrt bleibt.

Die Debatte um Anerkennung findet nicht zuletzt in Verbindung mit der Idee des

Multikulturalismus statt.

3 Ideen des Multikulturalismus

Die Idee des Multikulturalismus wurde erstmals zu Beginn der sechziger Jahre des

vergangenen Jahrhunderts durch kulturanthropologische und kulturrelativistische

Strömungen in Kanada artikuliert und zunächst auch vor al em nur in klassischen

Einwanderungsländern wie Kanada, Australien und den USA aber auch

Großbritannien diskutiert.

Entgegen den zuvor angestrebten Konzepten der Integration, welche sich primär auf

die Idee der Assimilation bezogen, also der al mählichen Angleichung der kulturel en

Minderheiten an die dominierende, vorherrschende Kultur, sieht die Idee des

Multikulturalismus ein Nebeneinander, die Förderung und den Erhalt verschiedener

Kulturen in einer Gesel schaft vor.

Die ursprüngliche Annahme, dass sich Migranten mit der Zeit an die Mehrheitskultur

anpassen und assimilieren würden, wurde durch die Erfahrung ernüchtert, dass

diese teilweise noch in der vierten oder fünften Generation erheblich an ihren

3



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