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Maryse Condé "Traversée de la Mangrove" - Eine Analyse

Termpaper, 2007, 25 Pages
Author: Isabelle Grob
Subject: Romance Languages - French Literature

Details

Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 25
Grade: 2,7
Language: German
Archive No.: V128220
ISBN (E-book): 978-3-640-35216-6
ISBN (Book): 978-3-640-35203-6
Notes :
In der vorliegenden Arbeit soll die Frage untersucht werden, wie die antillanische Schriftstellerin Maryse Condé unter diesen Umständen ihre Identität findet und welche Bedeutung das Exil und die Rückkehr ins Heimatland für sie hat? Ein anderes Ziel dieser Analyse ist es zu ermitteln, wie sich die Präsenz der verschiedenen kulturellen Elemente, die sich im Laufe der Geschichte gebildet haben, sich in ihrer Literatur niederschlagen und inwiefern ihr Werk Teil der Kreolitäts-und Antillanitätsbewegung ist. Dazu möchte ich auf das Werk „Traversée de la Mangrove“ von Maryse Condé eingehen, welches 1989 publiziert wurde, in demselben Jahr, in dem auch das oben genannte Werk „Éloge de la Créolité“ von Edouard Glissant erschien. In dem ersten Teil der vorliegenden Arbeit stelle ich eine biographische Kurzfassung der Autorin dar, um danach das Werk selbst vorzustellen. In dem zweiten Teil analysiere ich die Charaktere sowie den Inhalt, um diese mit den Intentionen der Autorin zu verknüpfen. Schließlich ziehe ich mein Fazit daraus.


Abstract

Guadeloupe, ein Inselstaat der Französischen Antillen im Karibischen Meer, wurde im 17. Jahrhundert durch die Franzosen kolonisiert und damit wie die meisten europäischen Kolonien zum Schauplatz von rund 300 Jahren Ausrottung, Sklaverei, Plantagenökonomie und Unterdrückung. Die Insel wurde zum Schmelztiegel indianischer, europäischer, afrikanischer und asiatischer Bevölkerungsgruppen und Kulturtraditionen. Im 20. Jahrhundert wurden die meisten besetzten Inseln unabhängig, doch Guadeloupe und die Nachbarinsel Martinique haben seit 1946 den Status als Überseedepartements „Départements d’Outre-Mer“ und sind bis heute Frankreich gleichgestellt (vgl.Gewecke 1988, S. 16-19). Im klassischen Sinne sind sie nicht postkolonial, da sie immer noch politisch, wirtschaftlich und kulturell von der französischen Metropole Paris abhängig sind. Diese Identitätsproblematik ist auch Thema vieler kritischer Aufsätze antillanischer Schriftsteller, wie Aimé Césaire, einer der Gründer der Négritudebewegung in den dreißiger Jahren, Edouard Glissant, der mit seinem „Discours antillais“ die Antillanität beschreibt, sowie Jean Bernabé, Raphaël Confiant und Patrick Chamoiseau, welche mit ihrem Werk „Éloge de la Créolité“ ihre kreolische Identität proklamierten. In der vorliegenden Arbeit soll die Frage untersucht werden, wie die antillanische Schriftstellerin Maryse Condé unter diesen Umständen ihre Identität findet und welche Bedeutung das Exil und die Rückkehr ins Heimatland für sie hat? Ein anderes Ziel dieser Analyse ist es zu ermitteln, wie sich die Präsenz der verschiedenen kulturellen Elemente, die sich im Laufe der Geschichte gebildet haben, sich in ihrer Literatur niederschlagen und inwiefern ihr Werk Teil der Kreolitäts-und Antillanitätsbewegung ist. Dazu möchte ich auf das Werk „Traversée de la Mangrove“ von Maryse Condé eingehen, welches 1989 publiziert wurde, in demselben Jahr, in dem auch das oben genannte Werk „Éloge de la Créolité“ von Edouard Glissant erschien. In dem ersten Teil der vorliegenden Arbeit stelle ich eine biographische Kurzfassung der Autorin dar, um danach das Werk selbst vorzustellen. In dem zweiten Teil analysiere ich die Charaktere sowie den Inhalt, um diese mit den Intentionen der Autorin zu verknüpfen. Schließlich ziehe ich mein Fazit daraus.


Excerpt (computer-generated)

1. Einleitung 2

2. Biographie von Maryse Condé 3

3. ,,Traversée de la Mangrove" 4

3.1. Inhaltsangabe 4

3.2.

Die einzelnen Charaktere 4

3.3.

Auswertung und Analyse 8

3.3.1. Ethnische

Vielfalt 8

3.3.2.

Bildung und Schrifttum im Roman 9

3.3.3. Das

Kreol 10

3.3.4. Traditionen

und

Rituale 12

3.3.5.

Der Bezug zu Afrika 13

3.3.6.

Identität und Befreiung 14

3.3.7.

Europa und Frankreich 16

3.3.8.

Rassismus, Fremdenhass und Hautfarbe 17

3.3.9. Modernität 19

3.3.10. Frauenbilder-Männerbilder 20

4. Fazit 22

5. Bibliographie 23

1


1. Einleitung

Guadeloupe, ein Inselstaat der Französischen Antillen im Karibischen Meer, wurde im 17.

Jahrhundert durch die Franzosen kolonisiert und damit wie die meisten europäischen

Kolonien zum Schauplatz von rund 300 Jahren Ausrottung, Sklaverei, Plantagenökonomie

und Unterdrückung. Die Insel wurde zum Schmelztiegel indianischer, europäischer,

afrikanischer und asiatischer Bevölkerungsgruppen und Kulturtraditionen. Im 20. Jahrhundert

wurden die meisten besetzten Inseln unabhängig, doch Guadeloupe und die Nachbarinsel

Martinique haben seit 1946 den Status als Überseedepartements ,,Départements d′Outre-Mer"

und sind bis heute Frankreich gleichgestellt (vgl.Gewecke 1988, S. 16-19). Im klassischen

Sinne sind sie nicht postkolonial, da sie immer noch politisch, wirtschaftlich und kulturell von

der französischen Metropole Paris abhängig sind. Diese Identitätsproblematik ist auch Thema

vieler kritischer Aufsätze antillanischer Schriftsteller, wie Aimé Césaire, einer der Gründer

der Négritudebewegung in den dreißiger Jahren, Edouard Glissant, der mit seinem ,,Discours

antillais" die Antillanität beschreibt, sowie Jean Bernabé, Raphaël Confiant und Patrick

Chamoiseau, welche mit ihrem Werk ,,Éloge de la Créolité" ihre kreolische Identität

proklamierten.

In der vorliegenden Arbeit soll die Frage untersucht werden, wie die antillanische

Schriftstellerin Maryse Condé unter diesen Umständen ihre Identität findet und welche

Bedeutung das Exil und die Rückkehr ins Heimatland für sie hat? Ein anderes Ziel dieser

Analyse ist es zu ermitteln, wie sich die Präsenz der verschiedenen kulturellen Elemente, die

sich im Laufe der Geschichte gebildet haben, sich in ihrer Literatur niederschlagen und

inwiefern ihr Werk Teil der Kreolitäts-und Antillanitätsbewegung ist.

Dazu möchte ich auf das Werk ,,Traversée de la Mangrove" von Maryse Condé eingehen,

welches 1989 publiziert wurde, in demselben Jahr, in dem auch das oben genannte Werk

,,Éloge de la Créolité" von Edouard Glissant erschien. In dem ersten Teil der vorliegenden

Arbeit stelle ich eine biographische Kurzfassung der Autorin dar, um danach das Werk selbst

vorzustellen. In dem zweiten Teil analysiere ich die Charaktere sowie den Inhalt, um diese

mit den Intentionen der Autorin zu verknüpfen. Schließlich ziehe ich mein Fazit daraus.

2


2. Biographie von Maryse Condé

Maryse Condé wurde am 11.2.1937 als jüngstes von acht Kindern in Pointe-à-Pitre

(Guadeloupe) geboren. Schon sehr früh, mit sechzehn Jahren, ging sie nach Paris, wo sie

ihren Schulabschluss machte und im Anschluss an der Universität Sorbonne ein

Literaturstudium in Französisch, Latein, Griechisch und Englisch absolvierte. Hier lernte sie

auch ihren zukünftigen Mann den Afrikaner Mamadou Condé kennen, den sie 1959 heiratete

und mit dem sie vier Kinder namens Sylvie, Aicha, Leila, Denis bekam. 1960 zog sie mit

ihrer Familie 1960 nach Guinea. Dort konnte sie die große Sehnsucht nach der alten Heimat

Afrika stillen. In den darauf folgenden Jahren lebte sie an der Elfenbeinküste, in Ghana

(1964-1966), in England, in Senegal, danach wieder in Paris (ab 1972) und in den USA (zum

1. Mal 1978). Im Jahre 1986, 33 Jahre nach ihrem Weggang, kehrte sie nach Guadeloupe

zurück um dort zu leben. Doch um ihre Verpflichtungen als Gastdozentin der Literatur an der

Universität von Columbia (NewYork) nachzukommen, lebt sie mit ihrem zweiten Mann, dem

Engländer Richard Philcox, je zur Hälfte eines Jahres in Montebello auf Guadeloupe und in

den USA (vgl. Pfaff 1996, S.24-26).

Ihre Werke lassen sich in mehrere Phasen einteilen. In ihren früheren Werken setzte sie sich

inhaltlich vor allem mit dem afrikanischen Erbe der Karibik auseinander. Sie hatte mit ihren

sehr populären Familiensagas die Aufarbeitung der Verschleppung aus Afrika in Gang

gebracht (

Heremakhonon, 1976 und Une saison a Rihata, 1981

).

Danach (

Moi, Tituba, sorcière... noire de Salem, 1986 und La vie sclérate, 1987

) beschäftigte

sie sich mit den Eigenheiten und Gemeinsamkeiten der karibischen Inseln.

Ab 1986, nachdem sie

Ségou

geschrieben hatte, war sie finanziell unabhängig und wendete

sich fortan literarisch der Realität und Sprache der Antillen zu. 1989 wurde ihr Werk

Traversée de la Mangrove

publiziert. Identitätssuche, Schriftlichkeit und Mündlichkeit

werden ihre bevorzugten Themengebiete.

Später schrieb sie noch weitere Bücher. Darunter sind die bekanntesten:

Les derniers rois

mages (1992), Desirada (1997), Célanire cou-coupé (2000)

. 1987 erhält sie den ,,Grand Prix

littéraire de la Femme" für ihre Werk Moi, Tituba, sorcière... noire de Salem. Im Jahre 1993

erhält sie als erste Frau den Puterbaugh-Preis für die Gesamtheit ihrer Werke

(vgl.Metz 2001,

S.51-54).

3


3. ,,Traversée de la Mangrove"

3.1. Inhaltsangabe

Die Handlung des Romans

,,Traversée de la Mangrove"

spielt in dem Guadelouper Dorf

Rivière au Sel. Dort ist ein undurchsichtiger Fremder namens Francis Sancher oder Francisco

Alvarez Sanchez hinzugezogen. Eines Tages wird dieser von der pensionierten Dorflehrerin

Léocadie Timothée, während ihres abendlichen Spaziergangs in einer Böschung tot

aufgefunden. Daraufhin halten die Bewohner des Dorfes, die ihn kannten, für ihn eine

traditionelle Totenwache und erzählen, jeder in einem Kapitel des Buches, ihre Meinung,

Erinnerung1 und Beziehung zu dem mysteriösen und angsteinflössenden Verstorbenen (Vgl.

Pfaff 1996, S. 72). Die Bewohner versuchen nun während der Totenwache Klarheit über sich,

ihr Leben und über diesen Fremden und dessen Geheimnis zu bekommen. Daran erkennt man,

dass der Fremde trotz seines seines kurzen Aufenthaltes das Leben der Dorfbewohner

entscheidend verändert hat (vgl. Suk 2001, S.156). Durch den inneren Monolog des

jeweiligen Erzählers, gewinnt der Leser ein vollständigeres Bild der Persönlichkeit des Toten.

Insgesamt handelt es sich im Roman um neunzehn Charaktere: Moïse, Mira, Aristide, Man

Sonson, Joby, Dinah, Sonny, Loulou Lameaulnes, Cyrille, Dodose und Sonny Pélagie, Lucien

Évariste, Émile Étienne und Xantippe.

3.2. Die einzelnen Charaktere

Der erste Dorfbewohner, der die Erzählung beginnt, ist der immerzu betrunkene Briefträger

Moïse. Er wird von jedem zurückgestoßen, weil er als Halb-,,Neger" und Halb-Chinese eine

Randposition einnimmt. In dem redseligen Sancher hofft er endlich einen Freund zu finden.

Dieser ist der erste, der mit Sancher Kontakt aufnimmt und ihm hilft sein neu erworbenes und

baufälliges Haus zu reparieren. Sancher und Moïse, die eine enge Beziehung haben,

provozieren im Dorf Gerüchte über Homosexualität.

Danach spricht die schöne Mira Lameaulnes. Sie ist die uneheliche Tochter des reichen

Mulatten, Lameaulnes und einer Negerin, die bei ihrer Geburt gestorben war. Sie verliebt sich

in Sancher, flüchtet als seine erste Geliebte zu ihm und setzt alle ihre Hoffnungen in ihn.

Nachdem sie von ihm ein Kind bekommt, aber Sancher sie nicht heiratet, bringt sie Schande

über ihre Familie.

1 Im Roman handelt es sich nicht mehr um einen auktorialen Erzähler oder einen Erzähler in der ersten Person.

4


Aristide ist der Halbruder Miras, in die er verliebt ist. Bisher hatte Mira, zur Freude Aristides,

alle heiratswilligen Männer abgewiesen, doch mit dem Auftauchen Sanchers im Dorf, der ihm

seine Liebestreitig macht, wird er mit Hass erfüllt.

Man Sonson die alte Hellseherin, die mit einem Schwarzen verheiratet war, liebte Sancher

und die beiden verband das Geheimnis der Pflanzen und deren Heilwirkung, welche Sancher

kannte, da er früher einmal Arzt in Afrika gewesen war und dort aus Geldmangel alternativ

die Menschen versorgen musste.

Joby, der kleine Halbbruder von Mira, der seinen Vater verabscheut und sich dessen Tod

wünscht, hat Mitleid mit dem Sohn von Mira und Sancher, Quentin, der keine Erinnerung an

seinen verstorbenen Vater Sancher haben wird.

Dinah ist die Tochter einer Mulattin und eines Indonesiers, die aus Saint-Martin stammt und

mit einem Mann namens Loulou Lameaulnes verheiratet wurde. Dieser liebt sie nicht, betrügt

sie unentwegt und unterdrückt sie. Dies treibt Dinah dazu ein Verhältnis mit Sancher

anzufangen.

Sonny, der kleine geistig zurückgebliebene Sohn von Dodose und Emmanuel Pelagie, wird

von allen Bewohnern zurückgewiesen. Dies hat zur Folge, dass er nicht mehr die Schule

besucht und stattdessen seine Zeit mit dem Fremden verbringt. In ihm findet er jemanden, der

sich seiner annimmt und versucht, hinter den Lauten, die er hervorbringt, Lieder zu verstehen

und hinter dem Gekritzel, das er produziert, schöne Zeichnungen zu sehen.

Loulou Lameaulnes, der reiche und arrogante Inhaber einer großen Baumschule, ist ein

Nachfahre eines weißen Pflanzers aus Martinique, der von seiner Familie verstoßen wurde,

weil er eine ,,Negerin" geheiratetet hatte und sich deshalb auf Guadeloupe niedergelassen

hatte. Er ist nicht dazu fähig zu lieben, da er selber von seiner Mutter abgelehnt wurde.

Infolgedessen geht er mit allen Menschen schlecht um und herrscht über jeden und alles.

Sylvestre Ramsaran ist ein reich gewordener Nachfahre von Indern, ein ehemaliger

Coolie,

der durch seinen Reichtum kaltherzig geworden ist. Seine Liebe zu seiner Tochter Vilmazeigt

er, indem er ihr einen reichen Mulatten als Ehemann aussucht und sie von der Schule nimmt.

Vilma liebt den Mulatten jedoch nicht und flieht zu Francis Sancher, den Sylvstre Ramsaran

nicht mag.

Léocadie Timothée, die pensionierte Lehrerin, die den Leichnam des Fremden findet,

verachtet ihn wegen seiner anzüglichen Lebensweise. 1920 hatte sie als erste Lehrerin die

Schule als ,,Schwarze" in Sel au Rivière gegründet und Zeit ihres Lebens für ihre Rasse, der

schwarzen Rasse, gearbeitet.

5


Cyrille, der Märchenerzähler der Gegend, der sogar in seiner Jugend schon in Afrika war, ist

vielleicht der letzte, der Sancher noch lebend gesehen hatte.

Rosa, die Mutter Vilmas, wird sich bei der Totenwache bewusst, dass sie, aus Trauer um ihre

erste Tochter Shireen, Vilma nicht genügend Liebe entgegengebracht hat. Außerdem wird ihr

klar, Vilma nicht unterstützt zu haben, als der Vater beschloss, sie zu verheiraten und von der

Schule zu nehmen. Dies tat der reiche

Coolie

, weil für ihn eine Frau zum Heiraten und zum

Gebären da ist.

Carmélien Ramsaran ist der Bruder Vilmas und hat in Frankreich Medizin studiert. Seit seiner

Pubertätsphase ist er in Mira verliebt, die ihn jedoch ignoriert. Er hasst Sancher, der ihm

zuerst Mira und dann seine Schwester Vilma weggenommen hat.

Die einsame und intelligente Vilma war die letzte Gefährtin von Sancher und erwartet ein

Kind von ihm. Sie hatte sich zu Sancher geflüchtet, nachdem ihre Familie beschlossen hatte,

eine geschäftliche Heirat zu arrangieren.

Désinor, der Haitianer, der nach Guadeloupe gekommen ist, um dem Elend im eigenen Land

zu entfliehen, und als Zuckerrohrschneider zu arbeiten. Eines Tages musste er vor den

Gendarmen, die die Papiere der Landarbeiter sehen wollten, fliehen und gelang so nach

Rivière au Sel.

Dodose Pélagie, die Mutter des geistig behinderten Sonny, die die ärztliche Hilfe von Sancher

nicht angenommen hatte, betrog ihren Mann Émanuel Pélagie, den sie nicht liebte mit einem

Franzosen.

Für Lucien Évariste

war Sancher ein Freund. Lucien ist der Sohn eines Arztes und somit

Mitglied des Kleinbürgertums seiner Insel. Während seines Studienaufenthaltes in Paris war

er zum Revolutionär und Atheist geworden. Nach seiner Rückkehr nach Guadeloupe kehrte er

dem Milieu, in dem er aufgewachsen ist, den Rücken, vertrat die Patrioten und heiratete

Margarita, eine Schwarze aus dem Volk. Er war zum Chef einer kreolischen Sendung im

Rundfunk geworden und träumte davon, endlich einen Roman über sein Volk und für sein

Volk zu schreiben. Seine Freunde drängten ihn dazu, sein Buch in seiner Muttersprache, auf

kreolisch, zu schreiben. Doch dies stellte für ihn ein Problem dar, weil ihm die Sprache in

seiner Kindheit strengstens verboten war und er sie kaum beherrscht. In Sancher glaubte er

einen kubanischen Revolutionär kennenzulernen und hoffte einen Partner für Diskussionen zu

finden. Der Tod von Francis Sancher zeigt ihm, wie unreif seine Gedanken waren. Er

beschließt nun, einen Roman über seinen toten Freund zu schreiben, was sich als schwierig

erweist, da Sancher für ihn, wie für alle anderen Einwohner, ein Rätsel darstellt und der Leser

6



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