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Subtitle: Sachunterricht Klasse 3
Lesson Plan, 2008, 22 Pages
Author: Roland Baum
Subject: Regional History and Geography (Basic Primary School Pedagogy)
Details
Year: 2008
Pages: 22
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-37915-6
ISBN (Book): 978-3-640-37902-6
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Abstract
Die Schülerinnen und Schüler können den Aufbau des menschlichen Körpers benennen, seine grundlegenden Funktionen beschreiben und Möglichkeiten der Gesunderhaltung nennen.
Excerpt (computer-generated)
Roland Baum
Lüneburg, den 01.01.08
Lehrer-Anwärter
Studienseminar Buchholz
Entwurf für eine Unterrichtsstunde im Fach Sachunterricht anlässlich
eines besonderen Unterrichtsbesuches
Datum:
22.01.2008
Zeit:
10.15 Uhr 11.00 Uhr (3. Stunde)
Lerngruppe:
3b (14 Mädchen, 12 Jungen)
Klassenlehrerin:
Fachbetreuerin:
Schul eiterin:
Fachseminarleiterin:
Pädagogikseminarleiterin:
Thema der Unterrichtseinheit:
Ausgewogene Ernährung
Thema der Unterrichtsstunde:
Nachweis von Fett in Lebensmitteln
Perspektive laut Kerncurriculum:
- inhaltlich:
Natur
- prozessbezogen:
Erkenntnisgewinnung
Stellung der Stunde in der Unterrichtseinheit:
1. Vorerfahrungen und Interessen
(1)
2. Skorbut eine Mangelerkrankung als ´Geißel der Seefahrt´ => Zeit und Geschichte
(1)
3. Nährstoffgruppen und deren Funktion im Körper => Natur
(1)
4. Die Ernährungspyramide Kriterien einer ausgewogenen Ernährung => Natur
(1)
5. Reflexion eigener Essgewohnheiten Ernährungstagebuch => Gesel schaft und Politik
(1)
6. Nachweis von Vitamin C in Lebensmitteln => Natur
(1)
7. Nachweis von Stärke in Lebensmitteln => Natur
(1)
8. Nachweis von Fett in Lebensmitteln => Natur
(1)
9. Zusammenfassende Auswertung der Testreihe => Natur
(1)
10. Darstel ung des Zuckergehaltes von Lebensmitteln mit Zuckerwürfeln => Natur
(1)
11. Was ist in deiner Frühstücksdose? Eine Umfrage => Gesel schaft und Politik
(1)
12. Das gesündeste Frühstücksbrot der Welt ein Wettbewerb
(1)
13. Wir machen Obstsalat
(1)
14. Der Ernährungsführerschein
(1)
Themenbezogene Zielsetzung:
Erwartete Kompetenz:
Die Schülerinnen und Schüler können den Aufbau des menschlichen Körpers benennen, seine
grundlegenden Funktionen beschreiben und Möglichkeiten der Gesunderhaltung nennen1.
Stundenziel:
Die Schülerinnen und Schüler weisen experimentell Fett in Lebensmitteln nach.
Teillernziele:
Die Schülerinnen und Schüler
TLZ 1: ...
verbalisieren altersangemessen Vorkenntnisse über Folgen von zu fetthaltiger
Ernährung.
TLZ 2: ...
entwickeln sachangemessen Hypothesen über den Fettgehalt von Lebensmitteln.
TLZ 3: ...
erfassen die Grundidee des Verfahrens der Fettfleckprobe mit Löschpapier korrekt.
TLZ 4: ...
führen das Experiment sachgerecht und selbständig durch.
TLZ 5: ..
verbalisieren ihre Beobachtungen sachgerecht.
Differenzierung:
Qualitative Differenzierung
TLZ 3a: ... entwickeln ansatzweise einen Versuchsaufbau zum Nachweis von Fett.
TLZ 6: ... ordnen untersuchte Lebensmittel dem Phänomen ,,versteckte Fette" zu.
Quantitative Differenzierung:
Einige SuS werten zusätzlich weitere Lebensmittel aus.
1 In einer Unterrichsstunde kann nicht die umfassende Kompetenz entwickelt werden. Der Schwerpunkt der
Stunde liegt auf dem Aspekt der Gesunderhaltung durch einen angemessenen Konsum von Fetten.
2
1. Bemerkungen zur Lerngruppe und zur Unterrichtssituation
1.1 Eigenarten der Lerngruppe
Die Klasse 3b unterrichte ich seit Januar 2007 eigenverantwortlich im Fach Sachunterricht und seit
September 2007 in Sport. Die Klasse ist angenehm lebhaft; soziale Konflikte treten selten auf und
lassen sich in der Regel durch ein kurzes Gespräch schnel lösen. XXXX fäl t seit einigen Monaten
verstärkt durch aggressives Verhalten gegenüber seinen Mitschülern auf und ist deswegen in
psychotherapeutischer Behandlung. Er wird durch mich verstärkt beobachtet, um im Konfliktfal
deeskalierend eingreifen zu können. Für die Gruppenarbeit wurde er einer Gruppe zugeordnet, in
der wenige Konflikte zu erwarten sind.
Das Verhältnis zwischen Lehrer und Klasse ist positiv und zugewandt. Durch den stetigen Kontakt in
zwei Unterrichtsfächern wurde ein vertrauensvol es Verhältnis aufgebaut.
Einigen Schülerinnen und Schülern fäl t das Einhalten von Gesprächsregeln trotz Ermahnungen
häufig schwer (z.B. XXXX). Zur Verbesserung des Gesprächsklimas erprobe ich in der Klasse seit
einigen Tagen das ,,KlasseKinderSpiel" (vgl. Brinck 2006): Störendes Verhalten eines Schülers wird
durch einen Kreidestrich an der Tafel als ,,Foul" für dessen Gruppentisch gewertet. Die
Gruppentische, die am Ende der Unterrichtsstunde am wenigsten Fouls haben, sammeln
Klebesterne, die gegen eine Belohnung (Spiel im Sportunterricht wünschen, für Experimente nicht
benötigten Kuchen aufessen, ...) eingetauscht werden können. Die Reaktion der Schülerinnen und
Schüler auf das Spiel ist bis jetzt ausgesprochen positiv und hat zu einem konzentrierteren
Arbeitsverhalten beigetragen.
Die Schülerinnen und Schüler sind die Arbeit in Kleingruppen gewöhnt. In der Regel arbeiten sie
gerade dabei bei Experimenten konzentriert und sachgerecht.
1.2. Lernverhalten und Leistungsvermögen
Während fast al e Schülerinnen und Schüler der Klasse eine hohe Lernbereitschaft zeigen und dem
Sachunterricht ein hohes Interesse entgegenbringen, ist das Leistungsvermögen ausgesprochen
heterogen. Einige Schüler (z.B. XXXX) können auf ein breites Vorwissen in vielen Inhaltsbereichen
zurückgreifen und sich durch eine gute Auffassungsgabe neue Inhalte schnel und eigenständig
erarbeiten. Sie bereichern die Unterrichtsgespräche häufig durch zielführende Beiträge und
hinterfragen Inhalte auch kritisch.
Einer Gruppe von leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern (z.B. XXXX) fäl t das Finden
von Zusammenhängen und Entdecken von Lösungswegen sehr schwer. Christopher, Joshua und
Annalena haben darüber hinaus Schwierigkeiten mit der Schriftsprache, deshalb werden
Arbeitsaufträge von mir wenn möglich visualisiert. Ich versuche, diese Gruppe vor al em in
Gesprächsphasen mit reproduzierendem Charakter einzubinden. Für die Arbeit mit Experimenten
wurden leistungsheterogene Gruppen gebildet, um ein gegenseitiges Lernen der Schüler zu
ermöglichen.
3
1.3. Fachspezifische Lernausgangslage
Die Schülerinnen und Schüler haben in den vorangegangenen Unterrichtsstunden
Grundkenntnisse über Nährstoffgruppen und deren Funktion im Körper erworben.
Ernährungsempfehlungen wurden anhand der Ernährungspyramide thematisiert, zur
Reflexion der eigenen Essgewohnheiten führen die Schülerinnen und Schüler während der
Unterrichtseinheit ein Ernährungstagebuch.
Der experimentel e Nachweis von einzelnen Nährstoffen (Vitamin C und Stärke) wurde bereits in
den beiden vorigen Stunden durchgeführt, so dass das Prinzip eines Nachweistests bekannt ist. Die
Schülerinnen und Schüler haben dabei ihre prozessbezogenen Kompetenzen im Bereich des
Experimentierens erweitern können.
Es ist davon auszugehen, dass einige Schülerinnen und Schüler Vorkenntnisse über die Folgen von
zu häufigem Fettkonsum haben und diese in der Hinführungsphase einbringen können. Zu
Vermuten ist, dass viele Schüler mit ,,Fett" zunächst reines tierisches Fett z.B. am Rand von
Fleischstücken verbinden. Fett als unsichtbarer Inhaltsstoff wird innerhalb der Unterrichtsstunde
thematisiert; dieses Phänomen muss in der Hinführungsphase explizit hervorgehoben werden.
Über das auch den Schülerinnen und Schülern bekannte Phänomen der ,,Fettfinger" und
,,Fettflecken" kann ein Weg zur Erarbeitung der Fettfleckprobe führen.
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2. Zur Sachstruktur des Lerngegenstandes
Essen und Trinken gehören zu den Grundbedürfnissen des Menschen und dienen der Erhaltung der
physiologischen Lebensfunktionen. Insbesondere für Kinder, die sich in einer starken
Wachstumsphase befinden, ist Ernährung daher ein wichtiger Faktor für die Gesunderhaltung. Eine
besondere Rol e nimmt dabei die Nährstoffgruppe der Fette ein.
Chemie der Fette
Fette sind eine wichtige Nährstoffkomponente und treten in der Natur als
Stoffwechselprodukte von Pflanzen und Tieren auf (vgl. Huber & Ziegler
2000, S. 390). Aus chemischer Perspektive werden unter Fetten ,,Ester des
Glycerins mit ein bis drei Molekülen Fettsäure" (Kilian 2003, S. 666)
verstanden. Kennzeichnend ist der molekulare Aufbau aus einem
Glycerinrest und bis zu drei über eine Esterbindung angehängte langkettige
Fettsäuren mit gerader Anzahl von Kohlenstoffatomen.
Abbildung 1: Beispiel für den
molekularen Aufbau von
Fetten (Kilian 2003, S. 666)
Die physikalischen Eigenschaften der Fette werden durch die Kettenlänge und die Zahl der
enthaltenen Doppelbindungen in den Glyceriden bestimmt (vgl. Falbe & Regitz 1997, S. 1320).
,,Fette sind wasserunlöslich und weisen stets eine geringere Dichte als Wasser auf. (...) Reine Fette
sind geruchlos und geschmackneutral; beim längeren Aufbewahren werden sie jedoch unter Zutritt
von Licht und Luft (...) ranzig" (ebd., S. 1320).
Wichtige physiologische Funktionen von Fetten
Die physiologische Bedeutung von Fetten besteht vor al em in ihrem hohen Energiegehalt: ,,1 g Fett
ergibt bei der Verbrennung 38-39 kJ (9-9,2 kcal, 1g Kohlenhydrat oder Eiweiß dagegen nur 17-19
kJ.)" (Falbe & Regitz 1997, S. 1321). Sie werden daher der Nährstoffgruppe der Brennstoffe
zugeordnet. Pflanzliche Fette enthalten neben den ungesättigten Fettsäuren auch mehrfach
ungesättigte und leichter verdauliche Fettsäuren. Unter den mehrfach ungesättigten Fettsäuren gibt
es essentiel e Fettsäuren, die der Körper benötigt, aber nicht selbst produzieren kann. Sie müssen
über Nahrung zugeführt werden, da sie für den Zel aufbau, die Zel funktionen und den Aufbau von
Gewebshormonen unerlässlich sind (vgl. Huber & Ziegler 2000, S. 391). Fette haben auch als
Träger der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K große Bedeutung. Bei völ ig fettfreier Ernährung
kommt es zu Mangelerscheinungen (vg. Dal mann u.a., 1998, S. 9 f.).
Ernährungsempfehlungen zu Fetten
,,Die Richtwerte für die Fettzufuhr werden in Abhängigkeit der gesamten Energiezufuhr angegeben
(Energieprozent). Kinder und Jugendliche haben durch ihr Wachstum einen gesteigerten
Energiebedarf. Daher ist der Richtwert für diese Altersklasse gegenüber den Erwachsenen etwas
höher, er liegt (je nach Alter) zwischen 35 und 40 Energieprozent. Für Erwachsene betragen die
Richtwerte 30 % der Energie und können bei Schwerstarbeitern und Leistungssportlern bis 40 % der
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