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Samische und finnische Lehnwörter im Schwedischen

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 23 Pages
Author: Heike Ewert
Subject: Scandinavian Languages

Details

Event: HS Skandinavisch und Finno-Ugrisch im Kontakt
Institution/College: Humboldt-University of Berlin (Nordeuropa-Institut)
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2007
Pages: 23
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V128500
ISBN (E-book): 978-3-640-35436-8
ISBN (Book): 978-3-640-35423-8

Abstract

Über Jahrhunderte hinweg standen und stehen noch immer die germanischen (besonders Norwegisch und Schwedisch) und die finnougrischen Sprachen (Samisch, Finnisch, Kvenisch) in Skandinavien in Kontakt. Auffällig ist, dass auf der Oberfläche betrachtet, also zum Beispiel im Bereich des Wortschatzes, die finnougrischen Sprachen kaum einen Einfluss auf die skandinavischen Standardsprachen zu haben scheinen. Dieser Aufsatz soll darstellen, welche Relikte in Form von finnischen und samischen Lehnwörtern es im Schwedischen aber doch gibt. In die Untersuchung wird das Finnlandschwedische nicht mit einbezogen, da sich die Sprache in Finnland in einer ganz besonderen Kontaktsituation befindet und eine Einzelbetrachtung erfordern würde. Außerdem sollen hauptsächlich die Lehnwörter, die in die schwedische Standardsprache aufgenommen wurden, genannt werden, obwohl teilweise ein Blick auf die Dialekte und die Slangsprache nicht ausbleibt.


Excerpt (computer-generated)

Humboldt-Universität zu Berlin

Philosophische

Fakultät

II

Nordeuropa-Institut













Finnische und samische Lehnwörter im

Schwedischen





Fachbereich skandinavistische Linguistik

HS 52 233 Skandinavisch und Finnisch-Ugrisch im Kontakt (WiSe 2006/07)



Heike Ewert


1 Einleitung 2

2

Quellen und Methoden 2

3 Begriffsklärung:

Entlehnung, Lehnwort

u.s.w. 3

3.1

Definition von Entlehnung und deren Unterkategorien 3

4

Lehnwörter im schwedischen Wortschatz (allgemein) 4

5

Warum wird entlehnt? 5

5.1 Kulturwörter 5

5.1.1 Fischerei 6

5.1.2 Bekleidung 6

5.1.3 Gebäude,

Hauseinrichtung 6

5.1.4 Finnische

Cuisine 7

5.1.5 Fahrzeuge 7

5.1.6 Maßeinheiten 7

5.1.7 Andere 8

5.2 Zitatwörter 8

5.3 Fachwörter 9

5.4 Tabuverschleierung 9

5.4.1 Der

Tabubegriff 10

5.4.2

Tabubedingte Entlehnungen aus dem Finnischen ins Schwedische 10

5.5 Heimliche

Sprachen 11

5.6 Namen 12

5.7

Wörter, die den realen Sprachkontakt und Zweisprachigkeit bezeugen 13

6

andere wichtige Lehnwörter 14

6.1 Fischnamen 14

7 Fazit 15

Literaturangaben 16

Anhang ­ Wortliste 17

1


1 Einleitung

Über Jahrhunderte1 hinweg standen und stehen noch immer die germanischen (besonders

Norwegisch und Schwedisch) und die finnougrischen Sprachen (Samisch, Finnisch,

Kvenisch) in Skandinavien in Kontakt.

Auffällig ist, dass auf der Oberfläche betrachtet, also zum Beispiel im Bereich des

Wortschatzes, die finnougrischen Sprachen kaum einen Einfluss auf die skandinavischen

Standardsprachen zu haben scheinen.

Dieser Aufsatz soll darstellen, welche Relikte in Form von finnischen und samischen

Lehnwörtern es im Schwedischen aber doch gibt. In die Untersuchung wird das

Finnlandschwedische nicht mit einbezogen, da sich die Sprache in Finnland in einer ganz

besonderen Kontaktsituation befindet und eine Einzelbetrachtung erfordern würde. Außerdem

sollen hauptsächlich die Lehnwörter, die in die schwedische Standardsprache aufgenommen

wurden, genannt werden, obwohl teilweise ein Blick auf die Dialekte und die Slangsprache

nicht ausbleibt.

2 Quellen und Methoden

Für die finnischen und samischen Lehnwörter habe ich vor allem drei Bezugsquellen: Karl-

Axel Benckerts Buch ,,100 finska ord i svenska språket", die Online-Version des Svenska

Akademiens Ordbok (SAOB) und diverse Aufsätze und Buchkapitel, die sich genau mit der

Thematik der finnischen Lehnwörter im Schwedischen auseinandersetzen.

Die Etymologie der finnischen Lehnwörter, die ich bei Benckert gefunden habe, habe ich

dann mit den Angaben im SAOB und in Elof Hellquists ,,Svensk Etymologisk ordbok"

verglichen. Im SAOB gibt es zu jedem Lemma eine Angabe über die Etymologie und den

Gebrauch. In Fällen, in denen ein Wort schon seit längerem als veraltet gilt, habe ich es nicht

mit in die Untersuchung aufgenommen, weil ich versucht habe, möglichst nah an der

modernen Standardsprache zu bleiben.

Da das SAOB bisher nur Wörter bis TILL- enthält, ist die Überprüfung von Benckerts

Wörtern teilweise unvollständig.

1 Kontake zwischen Samen und Skandinaviern werden sogar auf urnordische Zeit geschätzt (s.

Kusmenko/Rießler, S. 229ff).

2


In dieser Arbeit werden nicht alle finnischen und samischen Lehnwörter, die in den oben

genannten Quellen gefunden wurden, erwähnt werden können. Um aber doch eine gewisse

Vollständigkeit zu erreichen, habe ich im Anhang eine Liste der Wörter beigefügt, die mit

großer Wahrscheinlichkeit einen finnougrischen Ursprung haben, bzw. über das Finnische

oder Samische ins Schwedische entlehnt worden sind.

3

Begriffsklärung:

Entlehnung, Lehnwort

u.s.w.

Der Begriff

Entlehnung

bezeichnet einen sprachlichen Ausdruck, der aus einer fremden

Sprache in die Muttersprache übernommen wird. Entlehnungen kommen oft nicht unmotiviert

vor, sondern, wenn ein neuer Sachverhalt von der einen Kultur in die andere eingeführt wird

bzw. wenn man sich auf Sachverhalte bezieht, die es nur in der einen Kultur gibt, wird auch

die Bezeichnung dieses Sachverhaltes aus der anderen Sprache übernommen. Wie in Kap. 5

dargestellt, gibt es außerdem noch andere Gründe für Entlehnungen.

Die Entlehnung wird allgemein als ein Phänomen bzw. Resultat von Sprachkontakt

angesehen. Die Sprecher zweier unterschiedlicher Sprachen müssen hierbei allerdings nicht

direkt in Kontakt sein, sondern ihre Sprachen können auch anderweitig in Kontakt geraten,

z.B. über Medien wie Fernsehen oder Internet, oder auch über die Lektüre eines Textes auf

der jeweils anderen Sprache.

Unter den Begriff

Entlehnung

fallen verschiedene Phänomene, z.B.

Lehnwort

,

Fremdwort

,

Lehnbildung

,

Lehnübersetzung

etc.

3.1 Definition

von

Entlehnung

und deren Unterkategorien

In Bußmanns Lexikon der Sprachwissenschaft wird eine erste Unterteilung des

weitgreifenden Begriffs

Entlehnung

gemacht zwischen der

lexikalischen Entlehnung

(dem

Lehnwort im weiteren Sinne) und der

semantischen Entlehnung

(der sog. Lehnprägung).

Unter

lexikalischer Entlehnung

versteht man die Entlehnung eines fremden Wortes und

dessen Inhalts. Wird das Wort lautlich, orthographisch und morphologisch an die Sprache, in

die es entlehnt angeglichen, so spricht man von einem

Lehnwort

(im engeren Sinne). Wird das

Wort nicht assimiliert, nennt man es

Fremdwort

. Der Unterschied zwischen diesen beiden

Begriffen liegt also im Grad der ,,Fremdheit", der zuweilen recht subjektiv sein kann.

3


Die semantische Entlehnung nimmt, wie der Name schon sagt, nur die Bedeutungsseite des

neuen Begriffs auf und versucht diese neuen Inhalte mittels der in der eigenen Sprache

vorhandenen Möglichkeiten auszudrücken. Man unterscheidet hier zwischen

Lehnbedeutungen

, bei denen schon vorhandene Wörter semantisch umgewandelt oder

ausgebaut werden, d.h. denen eine neue Bedeutungsnuance hinzugegeben wird, und

Lehnbildungen

­ also der Neubildung von Wörtern unter dem Einfluss der Fremdsprache.

Die

Lehnbildungen

können sich formal stark an den fremdsprachlichen Ausdruck halten

(Lehnformungen) oder eher unabhängig von der ursprünglichen Form sein

(Lehnschöpfungen).

Eine

Lehnschöpfung

ist also ein Wort, das nach einem Vorbild eines fremdsprachlichen

Ausdrucks gebildet worden ist. Ohne dieses Vorbild würde es das Wort nicht geben. Z.B. ist

dt. ,,Niethosen" nach engl. ,,blue-jeans" gebildet worden. Allerdings ist umstritten, ob es sich

bei Lehnschöpfungen wirklich um Entlehnungen im eigentlichen Sinne handelt.

Bei den

Lehnformungen

unterscheidet man zwischen

Lehnübersetzungen

, bei denen der

fremdsprachliche Ausdruck 1:1 und Glied-für-Glied übersetzt wird, und

Lehnübertragungen

,

die eine nur angenäherte, nicht wörtliche Übersetzung des fremden Wortes bzw. Ausdrucks

ist. (Bsp. für Lehnübersetzung: dt.

Mitlaut

, nach lat.

Konsonant

; Bsp. für Lehnübetragung: dt.

Wolkenkratzer

, nach: engl.

sky-scraper

)

Diese Darstellung nach Bußmann ist allerdings nicht ganz vollständig.

Edlund (1996) z.B. erwähnt als Unterkategorie der

Entlehnung

neben der

lexikalischen

Entlehnung

(

ordlån

) und der

semantischen Entlehnung

(

begreppslån

) auch die

Mischentlehnung

(

blandlån

), bei dem ein Teil eines Ausdrucks entlehnt wird und der andere

durch ein einheimisches Morphem ersetzt. Z.B: in schwed.

drive-in bio

von engl.

drive-in

cinema2.

Problematisch ist die

Mischentlehnung

insofern sie nicht klar vom Begriff

einheimische

Neubildungen

(s. Kap. 4) getrennt werden kann.

4 Lehnwörter im schwedischen Wortschatz (allgemein)

Der schwedische Wortschatz setzt sich aus Erbwörtern, Lehnwörtern und Neubildungen

zusammen (s. Edlund, 1996). Zu den Erbwörtern zählt Edlund alle Wörter, deren Ursprung in

indoeuropäische, gemeingermanische oder gemeinnordische Zeit zurückgeht. Zu den

Lehnwörtern zählt er ,,ältere Lehnwörter" aus klassischer Zeit, wie z.B.

kyrka

und

vin

und

,,neuere Lehnwörter", wie

toalett

und

jazz

.

2 s. Edlund, Lars-Erik (Red.): Lånord i svenskan, S.35.

4



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