Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Österreich im Schatten des Staatsbankrotts? close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Österreich im Schatten des Staatsbankrotts?

Subtitle: Das bankbezogene österreichische CEE-Exposure unter kritischer Analyse des „TripleA“

Textbook, 2009, 35 Pages
Author: Mag. Georg Schilling
Subject: Economics / Business: Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting

Details

Event: Wissenschaftliche Untersuchungen der Gegenwart der Finanzkrise
Institution/College: Vienna University of Economics and Business Administration
Category: Textbook
Year: 2009
Pages: 35
Language: German
Archive No.: V128600
ISBN (E-book): 978-3-640-34135-1
ISBN (Book): 978-3-640-33719-4
Notes :
Wissenschaftliche Offenlegung von (elementar-) stochastischen (Fehl-) Behauptungen betreffend die so genannte „an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit“ bei Bond-Ratings unter Tangierung der (medialen) Kontroverse zwischen Prof Dr. Paul KRUGMAN, Vizekanzler DI Josef PRÖLL, EZB-Ratsmitglied ÖNB-Gouverneur Prof Dr. Ewald NOWOTNY und WKO-Präsident Dr. Christoph LEITL


Abstract

In der folgenden wissenschaftlichen Arbeit wir der Frage nachgegangen, was de facto das "TripleA"-Ratingsymbol mit der - so genannten - "an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit" (wie etwa von Rating-"Papst" Dr. Oliver EVERLING gebraucht) zu tun hat. Es wird - vor dem Hintergrund der CEE-Exposure österreichischer Banken, praxisbezogen untersucht, ob im Rahmen der besagten Wortfolge der - so genannten - "an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit - aus ratingprozess-praktischer,"sachverständiger" und kommunikations-"politischer" Perspektive faktisch-seriöser Argumentationsspielraum besteht.


Excerpt (computer-generated)

Wissenschaftliche Untersuchungen der Gegenwart der Finanzkrise

Österreich im Schatten des

Staatsbankrotts? ­ Das bankbezogene

österreichische CEE-Exposure unter

kritischer Analyse des ,,TripleA"

Wissenschaftliche Offenlegung von (elementar-) stochastischen

(Fehl-) Behauptungen betreffend die so genannte ,,an Sicherheit

grenzende Wahrscheinlichkeit" bei Bond-Ratings unter Tangierung

der (medialen) Kontroverse zwischen Prof Dr Paul KRUGMAN,

Vizekanzler DI Josef PRÖLL, EZB-Ratsmitglied ÖNB-Gouverneur

Prof Dr Ewald NOWOTNY und WKO-Präsident Dr Christoph LEITL

Mag.rer.soc.oec. Georg Schilling

Zweck der Arbeit: Wissenschaftlich-praktische Behandlung der Frage

Wien, 20.5.2009


Georg Schilling

Verbandsverantwortlichkeit ­ Abschied vom Schuldstrafrecht?

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 3

1.1 Einführung (insbes aus lebensnaher, ö Perspektive) 3

1.2 Gang der Untersuchung 5

1.3 Die Worte ,,Wahrscheinlichkeit"; ferner ,,Sicherheit" 6

1.3.1 Das Wort ,,Wahrscheinlichkeit" in den Wirtschaftswissenschaften 6

1.3.2 Das Wort ,,Wahrscheinlichkeit" in der Umgangssprache 10

1.3.3 Das Wort ,,Wahrscheinlichkeit" in den Rechtswissenschaften 11

1.3.4 Das Wort ,,Sicherheit" in der Umgangssprache 12

1.3.5 Das Wort ,,Sicherheit" in der Wissenschaft 13

1.3.6 Das so genannte ,,Ratingsymbol" des ,,Triple A" 14

1.3.7 Die Worte von EVERLING zum ,,Triple A" auf seiner HP 17

1.3.8 EVERLING zum ,,Triple A" auf DEUTSCHLANDRADIO 18

1.3.9 EVERLING in ACHLEITNER/EVERLING/NIGGEMANN 18

1.3.10

Die ,,Newsletter"-Worte von EVERLING anno 2002 19

1.3.11

Die Worte von EVERLING in KIENBAUM/BÖRNER 20

1.3.12

Die Wortfolge im ,,Rating"-Kontext von SCHNEIDER et al 20

1.3.13

Die Wortfolge im ,,Rating"-Kontext des [d]BVRA 22

1.3.14

Die Worte von TRIEU iZm dem Deutsche Post Bank AG - Rating . 22

1.3.15

Die Worte von KNEPEL auf der HP der BANKINGCLUB GmbH 23

1.3.16

SCHUMANN iRd Firmenkunden-Rating iZm ,,Basel II" 23

1.3.17

Die Behauptungen der TECH DATA 24

1.3.18

Implikationen für die (,,Rating"-,,Prozess"-)Praxis ? 25

1.4 Zusammenfassung und skeptisch-ambivalenter Ausblick 27

2


Georg Schilling

Verbandsverantwortlichkeit ­ Abschied vom Schuldstrafrecht?

1 Einleitung

1.1

Einführung (insbes aus lebensnaher, ö Perspektive)

Die jüngste Kontroverse1 zwischen Wirtschaftsnobelpreisträger Prof Dr Paul Robin

KRUGMAN2 sowie zwischen dem ö Vizekanzler und ö Finanzminister DI Josef

PRÖLL3 im Kontext ,,der" Wirtschafts-Krise(n) und des so genannten

,,Ost(europa)risikos"4 (mancher ö Banken, wobei die Dimension dieses sog ,,

CEE-

Exposure

" zT kontroversiell5 betrachtet wird) sowie die Aussagen von WKO-

1 Siehe hierzu ua etwa HÖLLER auf der Online-Version der FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND

(http://www.ftd.de/politik/europa/:Star%F6konom-unter-Beschuss-Krugman-erz%FCrnt-%D6sterreich-

mit-Pleitethese/500919.html, ,,Starökonom unter Beschuss ­ Krugman erzürnt Österreich mit Pleite-

These, Abrufdatum 21.4.2009), ferner etwa EVANS-PRITCHARD am 16.4. 2009 auf der Online-Version

des TELEGRAPH http://www.telegraph.co.uk/finance/newsbysector/banksandfinance/5165814/Austria-

alleges-economic-warfare-after-Krugman-comments.html, ,,Austria alleges ,economic warfare` after

Krugman comments", Abrufdatum 21.4.2009), fernerhin etwa HÄMMERLI in der Online-Version des

SPIEGEL vom 16.4.2009, http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,619411,00.html, ,,Starökonom

Krugmann [erg: wohl gemeint: KRUGMAN] ­ Österreich wehrt sich gegen Bankrott-Warnung",

Abrufdatum 21.4.2009), siehe ferner HÄMMERLI am 16.4.2009 in der Online-Version des MANAGER

MAGAZIN (http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,619304,00.html, ,,Paul Krugman ­

Droht Österreich der Staatsbankrott ?", Abrufdatum 21.4.2009).

2 Siehe hierzu ua WURZ am 14.5. 2009 in THE VIENNA RIEVIEW

(http://www.viennareview.net/story/02565-krugman-vs-austria , ,,Krugman vs. Austria", Abrufdatum

20.5.2009), ferner etwa MENZEL auf der HP des HANDELSBLATTES

(http://www.handelsblatt.com/politik/international/oesterreich-schiesst-scharf-gegen-krugman;2241289 ,

,,Staatsbankrott: Österreich schießt scharf gegen Krugman", Abrufdatum 19.5.2009), ferner siehe etwa

BAUERNEBEL (http://www.oe24.at/wirtschaft/Oesterreich_droht_der_Staatsbankrott___0451644.ece ,

,,Nobelpreisträger: Österreich droht Staatsbankrott", Abrufdatum 10.5.2009). Zum Blog Prof Dr

KRUGMANs siehe auf der HP der NEW YORK TIMES

(http://krugman.blogs.nytimes.com/2009/04/15/austria/?apage=4#comment-167339 , ,,The Conscience of

a Liberal", Abrufdatum 1.5.2009).

3 Zu PRÖLL und Fragen des ,,Ratings" von Ö siehe ua auch SCHELLHORN in der Online-Version

der PRESSE vom 20.2.2009 (http://diepresse.com/text/home/wirtschaft/international/454570, ,,Josef Pröll

auf dem ,,Catwalk" der Ratingagenturen", Abrufdatum 15.4.2009).

4 Siehe hierzu ua SCHRAGL, die am 4.3.2009 ­ in indirekter Rede KLAR wiedergebend ­ auf der

Homepage des BÖRSE EXPRESS ua formuliert: ,,Das grösste Risiko liege sicher im Engagement in

CEE.", (vgl hierzu http://www.boerse-express.com/pages/753065 , ,,Fitch Ratings bestätigt Österreichs

,,AAA"-Rating", Abrufdatum 28.4.2009).

5 Siehe hierzu etwa HAIDER/WEITMAYR auf der HP des WIRTSCHAFTSBLATTES vom

20.4.2009, (http://www.wirtschaftsblatt.at/archiv/371074/index.do, ,,Nach historischer Rally droht

historischer Absturz", Abrufdatum 5.5.2009), aA ­ soweit ersichtlich ­ etwa WALLNER im Rahmen

eines sog ,,Brief Review" der INDUSTRIELLENVEREINIGUNG

3


Georg Schilling

Verbandsverantwortlichkeit ­ Abschied vom Schuldstrafrecht?

Präsident Dr. Christoph LEITL6, fernerhin die Worte von ÖNB-Gouverneur und EZB-

Ratsmitglied Prof. Dr. Ewald NOWOTNY7, belegen (implizit) ­ im Kontext der Frage

eines sog (ö8)

Staatsbankrottes

9 - ua auch die Bedeutung eines ,,Rating"10 (zu Deutsch:

Klassifizieren, Einstufen, Benoten)11, etwa von ,,Ratings" von Anleihen12 (,,Bonds"13),

ua Staatsanleihen.14 Ö hat ­ so wie ,,derzeit" auch D - momentan ,,bekanntermaßen" ein

so genanntes ,,Triple A" Rating15. Die folgende Arbeit untersucht den Gebrauch des so

6 Siehe hierzu ua WURZ am 14.5. 2009 in THE VIENNA RIEVIEW

(http://www.viennareview.net/story/02565-krugman-vs-austria , ,,Krugman vs. Austria", Abrufdatum

20.5.2009).

7 Siehe hierzu ua etwa ORF ONLINE (http://www.orf.at/090415-

37272/?href=http%3A%2F%2Fwww.orf.at%2F090415-37272%2F37273txt_story.html , ,,Pröll: Neid auf

Ostengagement", Abrufdatum 20.5.2009), ferner etwa KARNER auf der HP des sog

FÖHRENBERGKREISES FINANZWIRTSCHAFT,

(http://fbkfinanzwirtschaft.wordpress.com/2009/04/15/nowotny-widerspricht-vehement-aber-vergisst-

manche-fakten/ , ,,Nowotny widerspricht Krugman verhement ­ aber vergisst manche Fakten",

Abrufdatum 19.5.2009), siehe des weiteren etwa GUTLEDERER/MITTWOLLEN auf der HP von

REUTERS DEUTSCHLAND (http://de.reuters.com/article/deEuroRpt/idDELE63738020090414 ,

,,OeNB weist Aussagen Krugmans über Staatsbankrott zurück", Abrufdatum 15.5.2009).

8 Generell kann vermerkt werden, dass

Ö

anno 1811 bankrott war;

D

war 1923 und 1948

zahlungsunfähig; Dänemark etwa ­ um ein weiteres Bsp anzuführen ­ 1813; Argentinien etwa

bekanntermaßen anno 2002.

9 Siehe hierzu ­ gleichwohl nicht en detail ­ etwa KOLERUS in GELD-MAGAZIN 200). 8f.

10 Zur Bedeutung des Wortes siehe ua EVERLING/SCHNECK 2004: 87; ferner etwa HERRLING

1998: 135, wobei konstruktiv-kritisch festzuhalten ist, dass HERRLING im Rahmen seiner ,,Erklärung"

,,des" Wortes ,,Rating" nicht (ganz grds) zwischen verschiedenen Bedeutungsakzenten des Rating klar

differenziert, ja überhaupt darauf den Leser/die Leserin aufmerksam macht, ganz zu schweigen davon,

dass einerseits seine Rating-,,Definition" (die ua auf den Begriff ,,der" so genannten ,,

Bonität

" verweist)

nicht zwischen unterschiedlichen ,,Bonitäts"-Verständnissen im Rahmen seiner Erläuterung ,,der"

(vermeintlich (!) einzigen!) Bedeutung des Wortes ,,Rating" (klar und deutlich) hinweist, andererseits der

Autor mit keinem einzigen Wort darauf hinweist (oder zumindest andeutet!), dass ein ,,Rating" nicht stets

von so genannten ,,Rating-Agenturen" vorgenommen werden muss.

11 Das Wort ,,raten" und ,,Rating" klingt allerdings typischerweise für viele Sprecher/innen wesentlich

,,besser", ,,wichtiger" und ,,bedeutender".

12 STEINER/BRUNS 2007: 192 halten iZm Anleihen ua fest: ,,Bei Anleihen, die die höchste

Ratingnote aufweisen, spricht man von Triple A Papieren. Bis hin zu den Noten Baa3 bei

Moody′s

und

BBB bei

S&P

und

Fitch

wird den Anleihen eine Investmentqualität (Investment Grade) bescheinigt."

13 Der Autor dankt ua Herrn Prof Dr Otto DROSG für die Bereitschaft zum wissenschaftlichen,

lebensnahen und praxisbezogenen Diskurs und spricht fernerhin ua seinen Dank aus Herrn Prof Dr

Wolfgang OBENAUS sowie fernerhin ua auch Herrn Mag. Michael RAAB, M.A. insbesondere

dahingehend, das Interesse im Zuge der Lehrveranstaltungen zur Thematik ,,Rating" sowie ,,Triple A"

(deroeinst) im ,,Kern" (mit-)geweckt zu haben.

14 Zu einem Verständnis von Anleihen im Kontext der so genannten ,,öffentlichen Verschuldung"

siehe ua NOWOTNY/ZAGLER 2009: 488, ferner etwa ZIMMERMANN/HENKE 2001: 176.

15 Siehe hierzu ua SCHRAGL am 4.3.2009 auf der Homepage des BÖRSE EXPRESS

(http://www.boerse-express.com/pages/753065 , ,,Fitch Ratings bestätigt Österreichs ,,AAA"-Rating",

Abrufdatum 28.4.2009).

4


Georg Schilling

Verbandsverantwortlichkeit ­ Abschied vom Schuldstrafrecht?

genannten ,,

Triple A

" ­ welches ua auch nicht zuletzt für D oder Ö16 (sehr) von

Bedeutung ist - im Rahmen von so genannten (externen) ,,Ratings"17 im Zuge von so

genannten ,,Rating-Verfahren"18 durch so genannte Rating-Agenturen19 wie ua

STANDARD & POOR′S CORPORATION (kurz: S& P′S), MOODY′S INVESTORS

SERVICE (kurz: MOODY′S), FITCH (AMR; kurz: FITCH)20, MERILL LYNCH21

oder etwa EURORATINGS.

1.2

Gang der Untersuchung

Im Folgenden wird ein kurzer historischer Abriss der Stochastik vorgenommen, in

welchem bereits die Kernproblematik dargelegt wird. Unterschiede zu

umgangssprachlichen ,,Sprachspielen" werden klar dargelegt. Sodann wird der

Missbrauch dieser Wortfolge im Rahmen des Ratings, ua von Staatsanleihen dargelegt.

Hierbei wird insbesondere auf Aussagen ua von EVERLING eingegangen. Es wird

insbesondere untersucht, wie die Bedeutung des Rating-Symbols ,,AAA" von mehreren

Autoren zT unterschiedlich erklärt wird. Diese zT gewagten Unterstellungen und zT ­

16 Siehe hierzu ua SUSTALA in der Online-Version des STANDARD vom 20.4.2009,

http://derstandard.at/?url=/?id=1237229962168 , ,,Österreich ,,könnte AAA-Note verlieren"",

Abrufdatum 21.4.2009).

17 OLFERT/REICHEL 2008: 284 halten fest: ,,Rating ist eine Form der Kreditwürdigkeitsprüfung, die

in den USA um die Jahrhundertwende entstanden ist (Moody′s um 1900, Standard & Poor′s 1916). Es

überprüft die Ausfallwahrscheinlichkeit eines Kredits, wobei das Ergebnis dieser Überprüfung in einer

Note zusammengefasst wird."

18 Zu den (zT unterschiedlichen) so genannten Rating-Verfahren siehe ua nicht zuletzt

DIMITRAKOPOULOS/SPAHR in ACHLEITNER/EVERLING 2004: 213f.

19 Hinzuweisen ist in diesem Kontext ua, dass der ö Vizekanzler und Finanzminister DI PRÖLL unter

anderem in einem Interview mit PÜHRINGER in der Online-Version des Magazins FORMAT vom

17.4.2009 (auf Seite 17) festhält, dass es bedauerlich sei, dass es ,,abseits der Rating-Agenturen leider

keine Instrumente der Einschätzungen für die Finanzmärkte gibt." (vgl.

http://www.format.at/articles/0916/524/239499/josef-proell-interview-rating-agenturen-rate-agenturen ,

,,Josef Pröll im Interview: Rating-Agenturen sollten besser Rate-Agenturen heißen", Abrufdatum

20.4.2009). ACHLEITNER (2001: 525) formuliert ua, dass Rating-Agenturen ,,mit Hilfe von

Qualitätsstufen von AAA bis D die Erwartungswerte der Verluste" bewerten würden. Dazu ist sachlich-

kritisch zu vermerken, dass ,,AAA" lediglich eine (!) Art der symbolischen Darstellungen ist, die nicht

jede Rating-Agentur heranzieht. In dieser generellen Formulierung ist ACHLEITNER sohin inkorrekt,

was sie auch selber (ACHLEITNER 2001: 550) in Gestalt der Abbildung 15 (Rating-Skala von Standard

& Poor′s und Moody′s) belegt. Kurz: Die Autorin widerspricht sich zT selber (!). Zur Aufgabe von

Rating-Agenturen siehe ua (obschon sehr knapp, gleichwohl zT treffend und igZ im Ergebnis prägnant)

AHRENS 2006: 61: ,,Die Ratingagenturen bewerten bei Anleihen va die Wahrscheinlichkeit [sic!] für die

Zahlung der Zinsen und Rückzahlung des Kapitals."

20 MaW: FITCH Asset Management Ratings.

21 Ferner werden ua eventuell genannt werden können: ENF (Euronation France, Paris) oder CPR

(Companhia Portugesa de Rating S.A: Lissabon).

5


Georg Schilling

Verbandsverantwortlichkeit ­ Abschied vom Schuldstrafrecht?

aus seriöser Perspektive - ,wissenschaftlich und lebensnah betrachtet, unhaltbaren

Fehlbehauptungen werden einer nüchternen, sachlichen, praxisbezogenen und

wissenschaftlichen Analyse unterzogen.

1.3

Die Worte ,,Wahrscheinlichkeit"; ferner ,,Sicherheit"

1.3.1 Das Wort ,,Wahrscheinlichkeit" in den Wirtschaftswissenschaften

Zu vermerken ist ferner Folgendes: In den Wirtschaftswissenschaften22 - existiert

iRd sog ,,

Entscheidungstheorie

23" im Zuge von sog ,,Entscheidungsproblemen unter

Unsicherheit

24"-, das Wort ,,Wahrscheinlichkeit25" (zahlreiche AutorInnen26

unterscheiden zwischen ,,der" sog objektiven Wahrscheinlichkeit27 bzw. sog

objektiven

22 NEUS (2005: 37) hält dazu fest: ,,Für ökonomisch relevante Entscheidungen lassen sich

objektive

Wahrscheinlichkeiten

(wie die Wahrscheinlichkeit von je 1/37 für eine der ganzen Zahlen von 0 bis 36

beim Roulette) gewöhnlich nicht angeben." NEUS führt allerdings weiter aus, existierende

,,Informationen" über ,,Zukunftsentwicklungen" [sic!] könne man ­ so NEUS ­ ,,jedoch in

subjektiven
Abschätzungen

" [sic!] ­ wie NEUS formuliert ­ ,,umsetzen" [sic!].

23 Vgl diesbzgl ua etwa SCHNECK 1993: 631, der vermerkt: ,,Die Wahrscheinlichkeiten sind

insbesondere in der Entscheidungstheorie (Risikosituation) von Bedeutung."

24 SCHWARZE (1997: 27) etwa vermerkt, dass ,,im Zusammenhang mit Entscheidungsproblemen

unter Unsicherheit häufig der Begriff der

subjektiven Wahrscheinlichkeit

", die im Folgenden im

Rahmen dieser Arbeit näher behandelt wird, ,,auftauchen" würde.

25 Hinzuweisen ist, dass aus wissenschaftlicher Sicht, etwa auf dem Boden der Wissenschaftstheorie

aber auch auf jenem etwa der betriebswirtschaftlichen Teildisziplin der Investitionsrechnung, wie etwa

KRUSCHWITZ (1995: 251-252) dies festhält, ,,verschiedene miteinander konkurrierende Wahr-

scheinlichkeitsinterpretationen" existieren, ,,va" sei die Unterscheidung zwischen ,,

objektiver
Wahrscheinlichkeit

" und ,,

subjektiver Wahrscheinlichkeit

" nennenswert. LOISTL (1994: 97) etwa

deutet diese Kontroverse auch an, indem er (ua) von einer ,,Diskussion über Inhalte des

Wahrscheinlichkeits-Begriffs" schreibt. Was die sog ,,subjektive Wahrscheinlichkeit(sdefinition)"

anbetrifft, so wird etwa mit BLEYMÜLLER/GEHLERT/GÜLICHER (2008: 28) vermerkt: ,,In vielen

Fällen, beispielsweise bei Entscheidungssituationen im Wirtschaftsleben, lassen sich

Wahrscheinlichkeiten weder unter Verwendung der klassischen noch unter Zuhilfenahme der statistischen

Wahrscheinlichkeitsdefinition bestimmen." Man müsse sich dann ­ so

BLEYMÜLLER/GEHLERT/GÜLICHER (2008: 28) ­ ,,sogenannter subjektiver Wahrscheinlichkeiten"

bedienen. Ferner halten RASCH/HERRENDÖRFER/BOCK/GUIARD (1996: 30) ua fest: ,,[...]Will man

vor dem Versuch eine a priori-Wahrscheinlichkeit angeben oder ohne Versuch die Wahrscheinlichkeit

ermitteln, so kann man versuchen, den Überzeugtheitsgrad [sic!] zu quantifizieren." Festzuhalten ist, dass

letztlich allerdings - entgegen dem oben genannten Artenspektrum ­ zufolge DROSG das entscheidende

Kriterium für alle (!) Arten von Wahrscheinlichkeit Folgendes ist: die Unterscheidung zwischen sog

theoretischer Wahrscheinlichkeit

einerseits gegenüber sog praktischer

Wahrscheinlichkeit

andererseits (private Mitteilung von Prof Dr. Otto DROSG vom 18.3.2009).

26 Vgl etwa RÜGER (1999: 120f).

27 RÜGER (1999: 120) etwa verweist darauf, dass es die ,,objektive Wahrscheinlichkeit" in ­ wie er

schreibt ­ ,,drei Versionen" gäbe: ,,als klassische (a priori) Wahrscheinlichkeit, als frequentistische (a

posteriori) Wahrscheinlichkeit und als logische Wahrscheinlichkeit.

6


Georg Schilling

Verbandsverantwortlichkeit ­ Abschied vom Schuldstrafrecht?

Wahrscheinlichkeiten28 - nicht zuletzt die, auf dem Gedanken der

Symmetrie

29

fußende, mit dem sog ,,

Gesetz des zwingenden Grundes

"30 und dem sog ,,

Prinzip

vom unzureichenden Grund

"31 in (enge) Verbindung gebrachte sog ,,

klassische

"

Wahrscheinlichkeit32 (auch ,,Wahrscheinlichkeit nach Laplace"33, ,,Laplace′sche

Wahrscheinlichkeit[sdefinition]"34 oder sog ,,logische Wahrscheinlichkeit"35 genannt,

28 RÜGER (1999: 120) etwa verweist darauf, dass es ,,drei Versionen" der sog ,,objektiven

Wahrscheinlichkeit" gebe: die sog ,,klassische" (a priori) Wahrscheinlichkeit, die sog ,,frequentistische"

(a posteriori) Wahrscheinlichkeit" sowie die sog ,,logische" Wahrscheinlichkeit. Zur sog ,,klassischen

Definition der Wahrscheinlichkeit" siehe ua ZÖFEL (2003: 19).

29 MISES (1951: 85) etwa, will (erfolglos) die Vertreter der sog ,,a priori-Auffassung" widerlegen und

sie zu seiner ­ wissenschaftlich unhaltbaren - Behauptung überreden, was ihm keinesfalls gelingt, wenn

er schreibt: ,,Wenn man einmal einen Vertreter der a priori-Auffassung zu einer deutlichen Erklärung

zwingt, was er eigentlich unter der vollkommenen Homogenität versteht, so beschränkt er sich schließlich

auf die Forderung, daß der Schwerpunkt des Körpers mit dem geometrischen Mittelpunkt

zusammenfallen muß und ­ falls der Befragte über genügende Kenntnis der Mechanik verfügt ­ daß die

Trägheitsmomente für die zwölf Kanten als Drehachsen gleich [sic!] sein sollen": Das Wort ,,gleich" sagt

überhaupt nichts aus. Was heißt ,,gleich"? MISES müsste sagen, dass es z.B. auf ein ppm (part per

million) genau muss. KEEL (1992: 8) stellt etwa klar, dass betreffend die sog ,,klassische"

Wahrscheinlichkeit eine sog ,,faire (symmetrische) Münze" zu werfen ist. Er stellt fernerhin klar, dass das

vorgenommene Zufallsexperiment auf der sog ,,

Gleich

wahrscheinlichkeit" basiert: ,,Die

Versuchsanordnung (faire Münze) gibt" ­ so KEEL (1992:8) ­ ,,keinen Anlass, einen der möglichen

Ausgänge [maW: den Ausgang ,,Kopf" oder den Ausgang ,,Zahl" bei Werfen der sog ,,symmetrischen"

Münze] zu bevorzugen." RÜGER 1999: 120 hält fest, dass es um ,,Symmetrieeigenschaften des

betreffenden Zufallsexperiments" iZm der sog ,,klassischen" Wahrscheinlichkeit gehe.

30 Siehe hierzu ua DILLMANN (1990: 1).

31 Diese ,,Prinzip" bestehe ­ zufolge LEINER (2004: 73) ­ in Folgendem: ,,(man hat dann keinen

zureichenden Grund, dem Ereignis z.B. eine größere Chance zuzumessen)". RÜGER 1999: 123 vermerkt

in diesem Kontext: ,,Dabei wird die Anwendung des Prinzips vom unzureichenden Grund entweder durch

Symmetrieeigenschaften (klassische Wahrscheinlichkeit), als logische Prämisse (logische

Wahrscheinlichkeit) oder in Form subjektiven Vorwissens (subjektive Wahrscheinlichkeit)

gerechtfertigt." DILLMANN 1990: 7 vermerkt iZm dem sog ,,Prinzip vom unzureichenden Grund":

,,Dabei bedeutet ,,unzureichender Grund", daß keine Gründe für die Begründung der Behauptung

unterschiedlicher Plausibilität der endlich vielen verschiedenen Alternativen vorliegen, weshalb

Gleichverteilung als vernünftigste [sic!] Annahme angesehen wird."

32 Zur sog ,,klassischen" Wahrscheinlichkeit siehe ua KEEL (1992:8), BOSCH (1997: 302),

HEINRICH (2006: 219), ZEIDLER (1996: 1020f), ZÖFEL (2003: 18-19),

SCHAICH/EBERHARD/KÖHLE/SCHWEITZER/WEGNER (1993: 19f), STOYAN (1993: 90). Verfehlt

ist in diesem Zusammenhang etwa der (vermeintliche) ,,Einwand" etwa von SPIEGEL/STEPHENS

(2003: 161) gegen diese Wahrscheinlichkeit(sdefinition).

33 Vergleiche diesbezüglich etwa BIERMANN/GROSSER (1999: 194). Meist wird diese

Wahrscheinlichkeitsdefinition anhand eines idealisierten (!), perfekt (!) symmetrischen Würfels erläutert.

Verfehlt ist hingegen etwa das Wort von VOLKART 2008: 211, der vermerkt: ,,Häufig sind

Wahrscheinlichkeiten nicht objektiv quantifizierbar (wie es zum Beispiel bei wiederholtem Würfeln mit

einem Würfel möglich ist, wo die Wahrscheinlichkeit eine bestimmte Augenzahl zu erzielen, bei gegen

unendlich [sic!] strebenden Versuchen genau bei 1/6 liegt), sondern es lassen sich lediglich so genannte

subjektive Wahrscheinlichkeiten annehmen."

34 So etwa EPELT/HARTUNG (2004: 24-25).

35 So etwa MEISSNER (2004: 228).

7



Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit

Author: Claudia Nickel
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens

Author: Maik Philipp
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/128600/oesterreich-im-schatten-des-staatsbankrotts
please wait Please wait