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Studienarbeit, 2009, 55 Seiten
Autor: Björn Nadolny
Fach: Wirtschaft - Bank, Börse, Versicherung
Details
Institution/Hochschule: Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen; Standort Nürtingen
Jahr: 2009
Seiten: 55
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-34541-0
ISBN (Buch): 978-3-640-34524-3
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Zusammenfassung / Abstract
[...] Im Kapitel 2 wird zunächst der Begriff der impliziten Option definiert und im Anschluss auf das Kreditgeschäft übertragen. Im nächsten Schritt werden die einzelnen im Kreditgeschäft enthaltenen Optionen identifizieren und analysiert. Der zentrale Bestandteil und gleichzeitig die Zielsetzung bilden die Gegenüberstellung der wissenschaftlich theoretischen Bewertung impliziter Optionen und deren bisherige Behandlung in der Praxis. Die Differenzen aus theoretischem und praktischem Ansatz werden kritisch diskutiert und mögliche Lösungswege aufgezeigt. Im Ergebnis soll eine stärkere Sensibilisierung hinsichtlich der Zinskalkulation unter Berücksichtigung von impliziten Optionen erreicht werden. Die Arbeit richtet sich insbesondere an wissenschaftliche interessierte Leser aus der Bank- und Finanzbranche. Innerhalb des Kreditgewerbes werden speziell die exekutiven Organe der Funktionsbereiche Unternehmenssteuerung, Controlling und Produktmanagement angesprochen. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich ausschließlich mit impliziten Optionen in Darlehensprodukten von Kreditinstituten. Die Bewertung dieser Optionen erfolgt teilweise unter der Beihilfe des Marktinformationssystems Bloomberg, da die Berechnung von einigen komplexen Optionen den Rahmen dieser Studienarbeit sprengt. Hierzu wird auf die geeignete Fachliteratur verwiesen. Ferner wird betreffend der impliziten Optionen auf eine Sensitivitätsanalyse verzichtet. Im Mittelpunkt steht vielmehr der Vergleich der Bewertungsergebnisse mit der Praxis. Bei der Bewertung von impliziten Optionen in Passivprodukten, insb. Wachstumszertifikate wird auf geeignete Fachliteratur verwiesen. Die Berechnungen erfolgen auf Basis aktueller Marktdaten in dem Programm Microsoft Excel Version 2003. Eine Haftung für Vollständigkeit und Richtigkeit kann nicht übernommen werden.
Textauszug (computergeneriert)
Analyse, Bewertung und Interpretation
von impliziten Optionen im Kreditgeschäft
Studienarbeit
vorgelegt im Februar 2009
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt
Nürtingen- Geislingen
Studiengang:
Master of Business Administration (MBA)
Fachbereich:
Finance & Management
Studienjahrgang:
2008
Studienhalbjahr:
2
Studienmodul :
2.3 Financial Engineering
Erstellt von:
Dipl.- Betriebswirt (BA)
Björn Nadolny
II
Inhaltsverzeichnis
ABBILDUNGS-/ TABELLEN-/ FORMELVERZEICHNIS IV
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS V
1.
EINLEITUNG 1
1.1
PROBLEMSTELLUNG 1
1.2
VORGEHENSWEISE UND ZIELSETZUNG 2
1.3
THEMENABGRENZUNG 2
2.
IMPLIZITE OPTIONEN 4
2.1
DEFINITIONEN 4
2.2
CHARAKTER VON IMPLIZITEN OPTIONEN 4
2.2.1
Differenzierung nach der Abhängigkeit von Marktpreisen 4
2.2.2
Differenzierung nach der Art des Ausübungsverhaltens 5
2.3
IMPLIZITE OPTIONEN IM KREDITGESCHÄFT 6
2.3.1
Das Bewertungsmodell 6
2.3.2
Sondertilgungsrechten bei Festzinsdarlehen 9
2.3.2.1 Vorbemerkungen und Prämissen 9
2.3.2.2 Einmalige vol ständige Sondertilgungsrechte zu einem fest fixierten
Zeitpunkt mittels europäischer Ausübung 11
2.3.2.3 Einmalige vol ständige Sondertilgungsrechte zu einem beliebigen
Zeitpunkt mittels amerikanischer Ausübung 14
2.3.2.4 Jährliche Sondertilgungsrechte mittels europäischer Ausübung 15
2.3.2.5 Jährliche Sondertilgungsrechte mittels amerikanischer Ausübung 16
2.3.2.6 Sondertilgungsrecht So sieht die Praxis aus 17
2.3.3
Angebotsoptionen im Darlehensgeschäft 19
2.3.3.1 Vorbemerkungen 19
2.3.3.2 Lösungsansatz und Übertragung in die Praxis 20
2.3.3.3 Kritische Würdigung und Schlussfolgerung 24
2.3.4
Nichtabnahme bzw. verspätete Abnahme des Darlehens durch den Kunden ... 26
2.3.4.1 Nichtabnahmeentschädigung 26
2.3.4.2 Verlängerung der Bereitstel ungszeit 28
III
2.3.5
Bewertung von einseitigen Kündigungsklauseln bei Festzinsdarlehen 29
2.3.5.1 Vorbemerkungen 29
2.3.5.2 Kündigungsrechte durch den Darlehensnehmer 30
2.3.6
Tilgungskorridore bei Festzinsdarlehen 31
2.3.7
Bereitstellung einer Finanzierungsreserve 32
2.3.8.
Berücksichtigung von Veränderungen des Credit Spreads 33
2.3.9
Verlängerungsoptionen beim Ablauf von Festzinsdarlehen 35
2.3.10
Implizite Optionen bei variablen Darlehen 36
3.
SCHLUSSFOLGERUNG UND FAZIT 37
ANLAGEVERZEICHNIS 38
LITERATURVERZEICHNIS 45
IV
Abbildungs-/ Tabellen-/ Formelverzeichnis
TABELLE 2.1
RENDITE- UND ZEROSTRUKTUR DER ÖFFENTLICHEN PFANDBRIEFE UND
HYPOTHEKENPFANDBRIEFE VOM 15.01.2009 12
FORMEL 2.1
BEWERTUNG EINER EUROPÄISCHEN RECEIVER- SWAPTION MIT DEM MODELL
BLACK-76 13
TABELLE 2.2
FAIR VALUE DES JÄHRLICHEN SONDERTILGUNGSRECHT IN HÖHE VON
10% DER DARLEHENSSUMME BEI EUROPÄISCHER AUSÜBUNG 16
TABELLE 2.3
FAIR VALUE DES JÄHRLICHEN SONDERTILGUNGSRECHTS IN HÖHE VON
10% DER DARLEHENSSUMME BEI AMERIKANISCHER AUSÜBUNG 16
TABELLE 2.4
ZUSAMMENFASSUNG DER FAIREN WERTE FÜR SONDERTILGUNGSRECHT
IN THEORIE UND DEREN BEHANDLUNG IN DER PRAXIS 17
FORMEL 2.2
BEWERTUNG EINER EUROPÄISCHEN PAYER- SWAPTION MIT DEM MODELL
BLACK-76 21
ABBILDUNG 2.1 FALLUNTERSUCHUNG BEI DER ANGEBOTSABGABE ZUR BEPREISUNG
IMPLIZITER ANGEBOTSOPTIONEN 23
FORMEL 2.3
BERECHNUNG DES KUNDENZINSSATZES 27
TABELLE 2.5
BERECHNUNG DER IMPLIZITEN OPTION BEI NICHTABNAHME EINES
REFINANZIERTEN DARLEHENS 27
ABBILDUNG 2.2: EINTEILUNG DER BEWERTUNG VON VERLÄNGERTEN
BEREITSTELLUNGSOPTIONEN 29
ABBILDUNG 2.3 BEWERTUNG VON BONITÄTSVERÄNDERUNGEN MITTELS CREDIT DEFAULT
SWAP 34
V
Abkürzungsverzeichnis
A
Auszahlungskurs des Darlehens
Abb.
Abbildung
abzgl.
abzüglich
ACT
engl. actuel (dt. tatsächlich)
b
Bonitätsprämie
BASEL II
Basler Ausschuss für Bankenaufsicht
BP
Basispunkt
bspw.
beispielsweise
CDS
Credit Default Swap
c.p.
lat. ceteris paribus (dt. unter gleichen Bedingungen)
e
Eulersche Zahl
EUR
Euro
EURIBOR
Euro Interbank Offered Rate
Euro- LIBOR Euro- London Interbank Offered Rate
fn/s
Forwardrate in n Jahren für s Jahre [in %]
FVPS
Fairer Wert der Payer- Swaption
FVRS
Fairer Wert einer Receiver Swaption
ggf.
gegebenenfal s
i
Jahre
iMt
risikoloser Marktzinssatz an der Stel e t
insb.
insbesondere
i. R.
im Rahmen
k
Standrad- Betriebskosten
KWG
Gesetz über das Kreditwesen (Kreditwesengesetz)
L
Darlehensnominalbetrag, Swapnominalbetrag
m
Anzahl der nachschüssigen Zinszahlung pro Jahr
MABV
Makler- und Bauträgerverordnung
n
Optionslaufzeit in Jahre
N(d1); N(d2) Wert der Gaußschen Summenfunktion an der Stel e d1 bzw. d2
p
Kundenzinssatz
rEK
Eigenkapitalverzinsung
ri
Zinsstruktur umlaufender Pfandbriefrenditen an der i- ten Stel e
rSWAP
Swap- Rate
rZ
Nettozinsmarge = Gewinnmarge/ -beitrag
rZK
korrigierte Nettozinsmarge
VI
s
Swaplaufzeit
S.
Seite
t; i
Jahre
T
Gesamtlaufzeit, Jahre der Festzinsbindung
u.
und
vgl.
vergleiche
vn/s
Volatilität der Receiver- Swaption in n Jahren für s Jahre
WKN
Wertpapierkennnummer
WpHG
Gesetz über den Wertpapierhandel (Wertpapierhandelsgesetz)
X; x
Angebotsbindungsfrist; Ausübung innerhalb der Angebotsfrist
Z
Tilgungssatz
Zi
Zinsstruktur für Nul kuponanleihen an der i- ten Stel e
zzgl.
zuzüglich
1.
Einleitung
1.1
Problemstellung
,,An irgendeinem Punkt muss man den Sprung ins Ungewisse wagen. Erstens, weil selbst die
richtige Entscheidung falsch ist, wenn sie zu spät erfolgt. Zweitens, weil es in den meisten
Fäl en so etwas wie eine Gewissheit gar nicht gibt."1 Nicht erst seit Lee Iacoccas Aussage ist
bekannt, dass das Leben voller Entscheidungen ist. Al zu oft wird diese Weisheit auch als
letzt mögliche Begründung herangeführt, fal s der Entscheider al e Alternativen gleich
bewertet, jedoch über den Ausgang seiner Entscheidung noch im Nebel stochert.
Im Bankbereich spielt die Finanzierungsentscheidung im Verhältnis von Darlehensnehmer zu
Darlehensgeber eine elementare Rol e. Während auf der einen Seite das Kreditinstitut die
Refinanzierung, die Einstufung der Kundenbonität und den Gewinnbeitrag festlegt,
entscheidet auf der anderen Seite der Darlehensnehmer über die Finanzierungshöhe, die Art
und Weise der Rückzahlung sowie die Absicherung seines Zinsänderungsrisikos.2 In der
Vergangenheit wurde der Kunde bei seiner Entscheidung al zu oft al ein gelassen. Doch der
intensivere Wettbewerb um bonitätsstarke Kunden mit hohem Potenzial stel t auch das
Produktmanagement von Kreditinstituten vor neue Herausforderungen. Die bislang starren
Darlehensprodukte bspw. im Bereich der privaten Baufinanzierung und/ oder bei
gewerblichen Investitionen werden zunehmend flexibler gestaltet. Eine Vielzahl variabler
Parameter wie Sondertilgungsmöglichkeiten, flexible Tilgungskorridore, Verlängerung der
Bereitstel ungszeit oder Angebotsbindungen stel en nur eine kleine Selektion an möglichen
Optionen dar, die den Darlehensnehmer zum flexiblen Aufbau seiner Finanzierung offen
stehen. Die Möglichkeit des Kunden, sich im Vorfeld nicht festlegen zu müssen, sondern die
Entscheidung an die kommenden Marktgegebenheiten anzupassen, widerlegt die Aussage
von Iacocca. Zwar ist durch die Verlagerung der Entscheidung in die Zukunft noch keine
Gewissheit erreicht, dennoch bietet die Flexibilität, die mittels Optionen erzielt wird, der Bank
einen Wettbewerbsvorsprung in einer hart umkämpften Branche.
Die wissenschaftliche Lehre zeigt jedoch, dass eine höhere Produktflexibilität mit höheren
Preisen verbunden ist, da aufgrund der fehlenden Standardisierung höhere Prozess-
Transaktions- Überwachungs- und Bearbeitungskosten auftreten. Übertrag auf das
Kreditgeschäft stel en al e variablem Parameter innerhalb der vorvertraglichen bzw.
1 Iacocca, I. (1985)
2 keine Wahlmöglichkeit besteht bei Sanierungskrediten
2
vertraglichen Darlehensvereinbarung implizite Optionen dar, die in der Kreditkalkulation
berücksichtigt werden müssen.
Ferner offenbart die Praxis, dass Darlehensverträge oft mit Optionen ausgestaltet sind, die
weder von Kunden noch von der Bank als solche wahrgenommen werden. Fal s sie jedoch
erkannt werden, erfolgt aufgrund fehlender bzw. unzureichender Bewertung lediglich eine
pauschal Bepreisung. Eine zu geringe Betrachtung von impliziten Optionen führt auf Seiten
des Kreditinstituts zu einer falschen bzw. ungenauen Preiskalkulation. Zudem besteht die
Gefahr, dass implizite Optionspreise die einzelbezogene Produktkalkulation in erheblichem
Umfang beeinflussen. Dieser Einfluss auf den jeweiligen Produktpreis wird im Rahmen
dieser Arbeit theoretisch untersucht, den vorherrschenden Lösungen der Praxis
gegenübergestel t und ggf. Bewertungs- und Implementierungsmethoden aufgezeigt.
1.2
Vorgehensweise und Zielsetzung
Im Kapitel 2 wird zunächst der Begriff der impliziten Option definiert und im Anschluss auf
das Kreditgeschäft übertragen. Im nächsten Schritt werden die einzelnen im Kreditgeschäft
enthaltenen Optionen identifizieren und analysiert. Der zentrale Bestandteil und gleichzeitig
die Zielsetzung bilden die Gegenüberstel ung der wissenschaftlich theoretischen Bewertung
impliziter Optionen und deren bisherige Behandlung in der Praxis. Die Differenzen aus
theoretischem und praktischem Ansatz werden kritisch diskutiert und mögliche Lösungswege
aufgezeigt. Im Ergebnis sol eine stärkere Sensibilisierung hinsichtlich der Zinskalkulation
unter Berücksichtigung von impliziten Optionen erreicht werden.
Die Arbeit richtet sich insbesondere an wissenschaftliche interessierte Leser aus der Bank-
und Finanzbranche. Innerhalb des Kreditgewerbes werden speziel die exekutiven Organe
der Funktionsbereiche Unternehmenssteuerung, Control ing und Produktmanagement
angesprochen.
1.3
Themenabgrenzung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich ausschließlich mit impliziten Optionen in
Darlehensprodukten von Kreditinstituten. Die Bewertung dieser Optionen erfolgt teilweise
unter der Beihilfe des Marktinformationssystems Bloomberg, da die Berechnung von einigen
komplexen Optionen den Rahmen dieser Studienarbeit sprengt. Hierzu wird auf die
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