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Research Paper, 2002, 37 Pages
Author: Jens Klinkicht
Subject: Sociology - Work, Profession, Education, Organisation
Details
Institution/College: Dresden Technical University (Institut für Soziologie)
Tags: Studienabbruch, Methoden
Year: 2002
Pages: 37
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-18667-4
File size: 252 KB
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Excerpt (computer-generated)
Technische Universität Dresden
Institut für Soziologie
Seminararbeit:
Studieren in Dresden – die Zufriedenheit und ihr
Einfluss auf die Abbruchneigung der Studierenden
Jens Klinkicht
SS 2002
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Der Studienabbruch im gesellschaftlichen Kontext 1
2. Theorie – Modell – Hypothesen 3
2.1. Theoretische Grundlagen 3
2.2. Das Modell zur Bestimmung der Abbruchneigung 5
2.3. Die Hypothesen zur Erklärung der Abbruchneigung 6
3. Beschreibung der Daten, Variablen und statistischen Verfahren 7
3.1. Die Datenbasis der Untersuchung 7
3.2. Die verwendeten Variablen der Untersuchung 9
3.2.1. Die abhängige Variable 9
3.2.2. Die unabhängigen Variablen 9
3.3. Das statistische Verfahren 10
4. Die Ergebnisse der Auswertung 13
4.1. univariate Analyse 14
4.2. bivariate Analyse 16
4.3. multivariate Analyse 20
5. Zusammenfassung 22
Literaturverzeichnis III
Anhang – Tabellenverzeichnis IV
1.) Einleitung: Der Studienabbruch im gesellschaftlichen Kontext
Warum wollen Studierende ihr Studium vorzeitig und ohne Examen beenden? Diese Frage beschäftigte die Forschung im Hochschulsektor schon in den 70-iger Jahren. Seit dem sind zahlreiche Publikationen zu diesem Thema im Bereich der Soziologie, Pädagogik und Psychologie erschienen (z.B. Schallberger 1974; Kramer 1977a; Ströhlein 1983; Winteler 1984; Gold 1988). Die Gründe für dieses Forschungsinteresse liegen vor allem in den sozialen wie individuellen Problemen und damit in Konflikten begründet, welche eine solche Entscheidung begleiten und zusätzlich beeinflussen. Solche Konfliktsituationen sind z.B. fehlende Übereinstimmung von Vorstellung und Realität des Studienfaches, fehlende Anerkennung an der Hochschule durch die Dozenten und andere Studierende, schlechte Studienbedingungen und zuwenig Eigenverantwortung in der Gestaltung des Studiums. Darüber hinaus ging es schließlich auch um die Frage nach Interventions- und Präventionsmöglichkeiten, ergo eine praktische Anwendung der gewonnenen Ergebnisse und Erkenntnisse (was bisher allerdings wenig umgesetzt zu sein scheint).
Das Problem ist seitdem nicht verschwunden, sondern im Gegenteil akuter geworden. Nach Schätzungen beläuft sich die jährliche Abbrecherquote an deutschen Hochschulen auf ca. 25%, und liegt damit etwa 10% höher im Vergleich zu den 70-iger Jahren1. Für die Jahre 1991/92 wurde sogar eine Quote von 29-31% für die alten Bundesländer berechnet (vgl. HIS A 1/95, S.2). Auch wenn dies sehr dramatisch erscheint, so ist doch dabei zu berücksichtigen, dass die Studentenzahlen und das Aufkommen der Studienanfänger im Vergleich zu den 70-iger Jahren insgesamt erheblich angestiegen sind2. Nichtsdestotrotz handelt es sich dabei aber um einen realen Anstieg beim Studienabbruch, auch wenn die Zahl der Studienanfänger gleich geblieben wäre.
Außerdem stellt sich die Frage, inwiefern einheitliche Definitionen des Phänomens Studienabbruch vorliegen. Teilweise werden Studienfach- und Hochschulwechsler nicht von Studierenden getrennt, die entgültig ihr Studium beenden. Damit kommt es natürlich zu immensen Verzerrungen, die schließlich in den unterschiedlichen Zahlenwerten und deren Bewertung zum Ausdruck kommen (vgl. Gold 1988, S.2 u. S.8). Somit erscheint eine Vergleichbarkeit der Abbruchquoten aus unterschiedlichen Studien als sehr fragwürdig, mindestens aber methodisch problematisch (ebd., S.12-13; vgl. Reissert 1983, S.4).
Man hat es in der Literatur mit einer Zweiteilung zum Verständnis von Studienabbruch zu tun. Die beiden unterschiedlichen Formen können durchaus als „idealtypische“ (allgemeine) und „pragmatische“ (anwendungsorientierte) Definitionen charakterisiert werden. Demnach wären Studienabbrecher im Allgemeinen solche Personen, die bis zu ihrer Exmatrikulation keinen erfolgreichen Abschluss an einer Hochschule erreicht haben und anschließend auch nicht ein neues Studium begannen bzw. das alte fortsetzten3. Als eine pragmatische Definition könnte man Festlegungen bezeichnen, die allein auf Basis der aktuellen Situation für die jeweilige Studie getroffen wurden. Zum Beispiel können Studienabbrecher Personen sein, „…die sich ohne einen Studienabschluss exmatrikuliert haben und im Beobachtungszeitraum, d.h. zwischen der Exmatrikulation und dem Semester des Befragungszeitpunkts ihr Studium nicht fortsetzen.“ (HIS-Kurzinformation A 5/98, S.7). Allerdings ist das Kriterium „Studienabbruch“, sei es nun für die Erklärung oder Prognose des Phänomens, in deutschen Studien nicht ausreichend und in angemessener Weise definiert (vgl. Gold 1988, S.49).
Mit der getroffenen Unterscheidung wird zum einen deutlich sichtbar, dass Studienabbruch ein Prozess4 der Entscheidungsfindung ist und kein zufälliges Ereignis darstellt. Denn dieser Entscheidungsprozess bewegt sich im Kontext eines ganzen Ursachenkomplexes5. Zum anderem wird deutlich, dass sich die Definitionen zum Teil nach dem Untersuchungsproblem richten und somit persönliche Einstellungen der Autoren z.B. zur Bildungs- und Gesellschaftspolitik mit einfließen. Bleibt die Frage: Mit welchem Modell lässt sich Studienabbruch beschreiben? Lassen sich die wichtigen Mechanismen isolieren?
[....]
1 Die Quote lag da bei 12-16%. Die Abbruchquote bestimmt sich nicht aus dem Verhältnis der Abbrecher zu allen Studenten, sondern ist der Quotient aus Anzahl der Abbrecher geteilt durch die Studienanfänger des betreffenden Jahrgangs (vgl. HIS-Kurzinformation A 5/98, S.6). Oder anders gesagt, die Quote der Abbrecher ist der Anteil der Studienanfänger eines Studienjahrganges, die ohne Abschluss die Universität verlassen (vgl. HIS-Kurzinformation A 1/95, S.7).
2 Die Gesamtzahl der Studierenden hat sich den Jahren von 1975-2000 mehr als verdoppelt und auch bei den Studienanfängern ist ein Zuwachs von ca. 80% zu verzeichnen. Interessant ist dabei auch ein Vergleich zwischen den Geschlechtern, denn der Frauenanteil hat sich doch deutlich erhöht (Schnitzer, K./Isserstedt, W./Middendorf, E. 2000, S.44-45).
3 Dies ist eine Art Minimalkriterium, auf das sich Autoren mit diesem Thema einigen bzw. was immer wieder in der Literatur auftaucht (vgl. dazu auch Gold 1988, S.8, S.52 und S.74). Fast der gleiche Wortlaut findet sich auch in der HIS-Kurzinformation A 7/92 auf S.3 oder A14/95 auf S.18.
4 Von einem Prozesscharakter spricht schon Tinto in seinem Aufsatz von 1975.
5 Reissert stellt fest, das sich die Entscheidung für einen Studienabbruch aus dem Wirkungsgefüge von persönlichen Gründen, gesellschaftlichen sowie institutionellen Bedingungen konstituiert (Reissert 1983, S.7). Demgegenüber stellt Gold zwei mögliche Zugangsformen – prädiktive Studienverlaufsanalysen und retropektive Untersuchungen – für das Problem des Studienabbruchs dar und diskutiert dabei ihre Vor- und Nachteile (vgl. Gold 1991).
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