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Termpaper, 2009, 23 Pages
Author: Andreas Mittag
Subject: English - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Details
Institution/College: University of Potsdam (Institut für Erziehungswissenschaft)
Year: 2009
Pages: 23
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-45431-0
ISBN (Book): 978-3-640-45421-1
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Abstract
Im Rahmen des Seminars „Einführung in die pädagogische Kasuistik“ wurden wir Studie-rende an die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Interaktionsprotokollen, Unter-richtstranskripten und diversen anderen pädagogisch wertvollen Texten herangeführt. Im Vordergrund stand die von Andreas Wernet entwickelte Interpretationstechnik der Objek-tiven Hermeneutik, die bereits einen wertvollen Beitrag zur empirischen Bildungsforschung leisten konnte. Die Methode der objektiv-hermeneutischen Interpretation werde auch ich in dieser Hausarbeit anwenden, um der Frage nach der Bedeutung und dem Zwischenspiel von Didaktik und Erziehung im Grammatikunterricht nachzugehen. Zunächst werde ich meine Auswahl des Fallmaterials begründen und eine Fallbestimmung durchführen, um die Frage „Worum geht es im Fallmaterial?“ zu beantworten. Anschlie-ßend erfolgt die Fein- oder Sequenzanalyse, die sich zum größten Teil der Methodologie von Wernet unterzieht und eine Antwort auf die in der Fallbestimmung formulierte Hypo-these liefern soll. Zum Schluss werde ich in einem Fazit die Ergebnisse meiner Feinanalyse zusammenfassen. Ich möchte hierbei dankend das Archiv für pädagogische Kasuistik (ApaeK) der Universi-tät Frankfurt erwähnen, aus welchem das vorliegende Unterrichtstranskript einer Englisch-stunde in einer gymnasialen sechsten Klasse stammt.
Excerpt (computer-generated)
Universität Potsdam
Humanwissenschaftliche Fakultät
Institut für Erziehungswissenschaft
Didaktik und Erziehung in der
Grammatikvermittlung Fallanalyse aus
dem Englischunterricht
Seminar: Einführung in die pädagogische Kasuistik
Wintersemester 2008/2009
Andreas Mittag
Master Lehramt an Gymnasien
Geographie, Französisch
1. Fachsemester
7. Hochschulsemester
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
3
2. Auswahl des Materials
4
3. Fallbestimmung
5
4. Feinanalyse
6
5. Fazit
21
6. Literatur-
und
Quellenverzeichnis 22
2
1. Einleitung
Im Rahmen des Seminars ,,Einführung in die pädagogische Kasuistik" wurden wir Studie-
rende an die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Interaktionsprotokollen, Unter-
richtstranskripten und diversen anderen pädagogisch wertvollen Texten herangeführt. Im
Vordergrund stand die von Andreas Wernet entwickelte
Interpretationstechnik der Objek-
tiven Hermeneutik
, die bereits einen wertvollen Beitrag zur empirischen Bildungsfor-
schung leisten konnte. Die Methode der objektiv-hermeneutischen Interpretation werde
auch ich in dieser Hausarbeit anwenden, um der Frage nach der Bedeutung und dem Zwi-
schenspiel von Didaktik und Erziehung im Grammatikunterricht nachzugehen.
Zunächst werde ich meine Auswahl des Fallmaterials begründen und eine Fallbestimmung
durchführen, um die Frage ,,Worum geht es im Fallmaterial?" zu beantworten. Anschlie-
ßend erfolgt die Fein- oder Sequenzanalyse, die sich zum größten Teil der Methodologie
von Wernet unterzieht und eine Antwort auf die in der Fallbestimmung formulierte Hypo-
these liefern soll. Zum Schluss werde ich in einem Fazit die Ergebnisse meiner Feinanalyse
zusammenfassen.
Ich möchte hierbei dankend das Archiv für pädagogische Kasuistik (ApaeK) der Universi-
tät Frankfurt erwähnen, aus welchem das vorliegende Unterrichtstranskript einer Englisch-
stunde in einer gymnasialen sechsten Klasse stammt.
3
2. Auswahl des Materials
Als zu untersuchendes Material habe ich den Anfang eines Unterrichtstranskriptes einer
Englischstunde an einem Gymnasium (6. Klasse) gewählt. Zumal in den unteren Klassen
noch sehr stark die Grammatikvermittlung im Vordergrund des Englischunterrichts steht,
wird es interessant sein zu sehen, auf welche Art und Weise den jungen Schülern die
grammatischen Strukturen ihrer ersten Fremdsprache beigebracht werden.
Da ich in Südafrika aufgewachsen bin und Englisch meine zweite Muttersprache ist, bin
ich erst in den letzten drei Jahren in Deutschland, insbesondere im Zusammenhang mit
Nachhilfeunterricht, der Grammatikvermittlung des Englischen nähergekommen. Im Um-
gang mit Schülern, die mit dieser ihnen ,,fremden" Sprache zu kämpfen haben, sind mir
erstmals die Schwierigkeiten bewusst geworden, auf die Lerner beim Erwerb und Lehrer
beim Unterrichten des Englischen stoßen können.
Obwohl ich nicht Englisch studiere, habe ich bereits einige Erfahrung in der Vermittlung
des Englischen durch das Erteilen von Nachhilfeunterricht (Gruppen- sowie Einzelnachhil-
fe) sammeln können. Die Fremdsprachendidaktik meines Studienfaches Französisch ver-
half und verhilft mir weiterhin, Einblicke in die komplexe Vermittlung von Fremdsprachen
zu verschaffen. Demzufolge möchte ich, wenn auch gewissermaßen fachfremd, mich an
die Analyse und Interpretation des vorliegenden Fallmaterials wagen.
4
3. Fallbestimmung
Das Unterrichtstranskript der Englischstunde stammt aus einer sechsten Klasse eines
Gymnasiums. Zur Anzahl der Schüler wird keine Auskunft gegeben, doch angegeben ist,
dass es sich um die erste Unterrichtsstunde des Tages handelt (7.30 Uhr bis 8.15 Uhr).
Thema der Englischstunde ist die einfache Vergangenheitsform
past tense
, auch
simple
past
oder
past simple
genannt.
Es handelt sich um eine Zeitform, die in der Regel durch das Anfügen des Suffix -ed an
den Infinitiv gebildet wird, z. B.
to walk
Æ
I walked, to play
Æ
she played, to learn
Æ
we
learned, to look
Æ
they looked
usw. Das
past tense
von unregelmäßigen Verben muss da-
gegen von Schülern auswendig gelernt werden (,,2. Verbform"), wobei diese Ausnahmen
häufig den Sonderfällen des deutschen Präteritums entsprechen und sogar ähneln, z. B.
to
eat
Æ
I ate (Ich aß), to run
Æ
she ran (sie rannte), to swim
Æ
we swam (wir schwammen),
to come
Æ
you came (ihr kamt)
usw. Der Gebrauch des
past tense
entspricht entweder dem
des deutschen Präteritums oder dem des deutschen Perfekts.
Ein kleineres Problem wirft die Negation im
past tense
auf, die mit der Vergangenheits-
form des Hilfsverbs
to do
, dem Adverb
not
und dem Infinitiv gebildet wird. So wird bspw.
Ich habe das Auto nicht gesehen
bzw.
Ich sah nicht das Auto
mit
I did not see the car
über-
setzt und nicht mit
*I saw not the car
, welches der Negation im deutschen Präteritum ent-
sprechen würde. Eine solche Verneinung war allerdings noch vor 400 Jahren im Engli-
schen üblich und ist in zahlreichen Werken von Shakespeare zu lesen.
Zu Beginn der vorliegenden Englischstunde werden die Regeln der Past-Tense-Bildung in
einem Unterrichtsgespräch wiederholt, welches Bestandteil dieser Fallanalyse sein wird.
Nach dem Unterrichtseinstieg verfassen die Schüler einen Text, der den Ablauf des vori-
gen Tages beschreiben soll. Dieser Text wird anschließend von Schülern vorgelesen. An-
hand eines im Schulbuch abgedruckten Textes werden die Verben herausgesucht und die
dazugehörige Bedeutung und der Infinitiv zusammengetragen. Schließlich werden wichti-
ge unregelmäßige Verben an der Tafel festgehalten und die Schüler mit einer Tabelle ver-
traut gemacht, die diese Verben enthält.
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