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Subtitle: Ein empirischer Ansatz
Scholarly Essay, 2009, 30 Pages
Author: Robert Breitkreuz
Subject: Economics / Business, Miscellaneous
Details
Tags: Unternehmensbewertung, Valuation, law firms, Beratung, Multiplikatoren, Wirtschaftsprüfung, Nachfolge
Year: 2009
Pages: 30
Grade: 1.0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-37582-0
ISBN (Book): 978-3-640-37558-5
Es handelt sich um einen deutschsprachigen Aufsatz im Rahmen eines Seminars an der Universität St. Gallen.
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Abstract
Die Gründe bzw. die Motivation Anwalts-, Wirtschaftsprüfungs-, Steuerberatungs- oder sonstige Beratungsgesellschaften zu bewerten sind vielfältig. Nicht nur zu M&A-Zwecken, sondern auch bei der Nachfolgeregelung neuer Partner bzw. Buy-ins oder Squeeze-outs, sowie aus steuerlichen Bewertungserfordernissen stellt sich die Frage nach dem Wert einer solchen Praxis. Die Besonderheit in der Bewertung von Dienstleistungsunternehmen im Vergleich zur Bewertung von beispielsweise Industrie- oder Handelsgesellschaften liegt in dem relativ geringen Substanzwert und hohem Anteil immaterieller Werte am Gesamtunternehmenswert. Die Ermittlung dieses vom Goodwill getriebenen Unternehmenswertes einer Service firm stellt eine Herausforderung da, welche mit den üblichen Verfahren der Unternehmensbewertung kaum beizukommen ist. Getreu der von Moxter geprägten Devise "Bewerten heisst vergleichen" versucht die vorliegende Arbeit die in der Praxis üblichen Multiplikatorverfahren zu plausibilisieren und diesen heuristischen Ansatz durch eine vom Markt börsennotierter Beratungs- und Prüfungsgesellschaften abgeleitete Formel zu erweitern. Dabei soll das subjektiven Ermessens des Bewertenden durch die Objektivität des Marktes zumindest plausibilisiert werden.
Excerpt (computer-generated)
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Robert Breitkreuz, Dipl.-Kfm.
Universität St. Gallen (HSG)
Institut für Accounting,
Controlling und Auditing (ACA)
Matrikelnr: 08-615-536
14. Januar 2009
1
Inhaltsverzeichnis
Tabellen und Abbildungsverzeichnis
II
1. Einleitung
2.
Bewertungsrelevante Charakteristika einer Professional Practice
3. Übliche Bewertungsverfahren (Zukunftserfolgswertverfahren)
4. Konzeption der Multiplikatormethode (Vergleichswertverfahren)
4.1.
Auswahl der Referenzgrösse
4.2.
Auswahl der Bezugsgrösse
5. Erweiterung der Multiplikatormethode durch ein Regressionsmodell
5.1.
Operationalisierung der erklärenden Variablen
5.2.
Erklärende Variable und Regressionsgleichung
5.3.
Beschreibung des Datensatzes
5.4.
Empirische Ergebnisse
6. Entwicklung einer approximativen Bewertungsgleichung
7. Zusammenfassung
Literaturverzeichnis
III
Anhang
V
I
Tabellen- und Abbildungsverzeichnis
Tab. 1: Operationalisierung 13
Tab. 2: Deskriptive Statistik 16
Tab. 3: Schätzergebnisse 17
Tab. 4: Güte des Modells 18
Abb.1: Zusammenhang von Goodwill und Grösse einer
Professional Practice
14
II
1.
Einleitung
Die Gründe bzw. die Motivation Anwalts-, Wirtschaftsprüfungs-, Steuerberatungs- oder sons-
tige Beratungsgesellschaften zu bewerten sind vielfältig. Nicht nur zu M&A-Zwecken, son-
dern auch bei der Nachfolgeregelung neuer Partner bzw. Buy-ins oder Squeeze-outs, sowie
aus steuerlichen Bewertungserfordernissen stellt sich die Frage nach dem Wert einer solchen
Praxis. Die Besonderheit in der Bewertung von Dienstleistungsunternehmen im Vergleich zur
Bewertung von beispielsweise Industrie- oder Handelsgesellschaften liegt in dem relativ ge-
ringen Substanzwert und hohem Anteil immaterieller Werte am Gesamtunternehmenswert.
Die Ermittlung dieses vom Goodwill getriebenen Unternehmenswertes einer
Service firm
stellt eine Herausforderung da, welche mit den üblichen Verfahren der Unternehmensbewer-
tung kaum beizukommen ist. Getreu der von Moxter geprägten Devise "
Bewerten heisst ver-
gleichen
"1 versucht die vorliegende Arbeit die in der Praxis üblichen Multiplikatorverfahren
zu plausibilisieren und diesen heuristischen Ansatz durch eine vom Markt börsennotierter
Beratungs- und Prüfungsgesellschaften abgeleitete Formel zu erweitern. Dabei soll das sub-
jektiven Ermessens des Bewertenden durch die Objektivität des Marktes zumindest plausibili-
siert werden.
1 Moxter (1983), S. 123.
1
2.
Bewertungsrelevante Charakteristika einer Professional Practice
Dienstleistungsunternehmen im Allgemeinen und Prüfungs- und Beratungsgesellschaften im
Besonderen zeichnen sich durch ein geringes bilanziertes Anlage- und Umlaufvermögen aus.
Die Erstellung des Produktes erfolgt durch die angestellten Mitarbeiter ohne besondere
Hilfsmittel und Maschinen und ohne Zusatz weiterer Rohstoffe. Die Fähigkeit einer
Professi-
onal Practice
Umsatz zu generieren und somit Werte für die Eigentümer zu schaffen, findet
dadurch keinen Eingang in die Bilanzen der Gesellschaften. Vielmehr wird der Wert für einen
potentiellen Käufer durch immaterielle, nicht bilanzierte Vermögenswerte geschaffen, welche
weitaus schwieriger zu identifizieren und zu messen sind. Kundenbeziehungen, Reputation,
bestimmte Patente, Knowhow und Branchenexpertise sind dabei einige der klassisch genann-
ten Werttreiber.2 Bei einer Professional Practice, wie den hier untersuchten
Law and Consul-
ting firms
, stehen darüber hinaus die Mitarbeiter der Firma im besonderen Blickfeld.3 Der
Erfolg des Unternehmens hängt im überwiegenden Masse von deren Fähigkeit und Leistung
ab. Oftmals erfordert die Ausübung des Berufes eine besondere Ausbildung oder sogar eine
staatliche Zulassung, was die Mitarbeiter schwieriger ersetzbar respektive wertvoll für das
Unternehmen werden lässt. Auf der anderen Seite limitiert dies auch den potentiellen Käufer-
kreis, wenn an das Betreiben einer solchen Praxis eine Berufsakkreditierung geknüpft ist.4
Weiterhin ist der Dienstleistungsprozess bei Beratungsfirmen notwendigerweise durch ein
besonderes Vertrauensverhältnis zwischen dem individuellen Berater und dem Mandanten
gekennzeichnet.5 Auch beruhen Auftragseingänge oftmals auf Empfehlungen, die weniger das
Unternehmen an sich, als ein bestimmtes Betreuungsverhalten des individuellen Beraters
betreffen.6 All diese Gründe sprechen dafür, dass der Unternehmenswert in diesem Fall nicht
unabhängig von den Mitarbeitern betrachtet werden kann, ja dieser sogar massgeblich von
dem sogenannten
Human Capital
geprägt wird.
2 Vgl. bezgl. der Determinanten des Intellectual Capital. Singh/Van der Zahn (2008).
3 Vgl. Pratt/Reilly/Schweihs (1993), S. 411.
4 Vgl. Baczkiewicz (2005), S. 2.
5 Vgl. Pratt/Reilly/Schweihs (1993), S. 390.
6 Vgl. Rose (1999), S. 3.
2
Somit wird der Wert einer Professional Practice hauptsächlich durch folgende Faktoren ge-
prägt:
1. Mandantenstamm und langfristige Auftragsbeziehungen
2. Erfahrungsschatz und Branchenexpertise
3. Qualität und Ausbildung der Mitarbeiter
4. Organisationsstruktur und Effizienz der unternehmensinternen Prozesse
5. Standort und Wettbewerbsumfeld
6. Reputation
All diese Überlegungen müssen bei dem jeweiligen Einzelfall berücksichtigt werden und sind
von den jeweiligen Umständen und der subjektiven Intention der Bewertung abhängig. Im
Folgenden soll hier vielmehr eine zusätzliche Bewertungskonzeption zur Plausibilisierung des
ermittelten Wertes entwickelt werden.
3.
Übliche Bewertungsverfahren (Zukunftserfolgswertverfahren)
Der Wert einer Unternehmung ergibt sich aus den zukünftig zu erwartenden ökonomischen
Rückflüssen, die sich aus dem Kauf oder der Beteiligung allein oder im Verbund generieren
lassen. Zur Bestimmung des Unternehmenswertes werden in der Bewertungspraxis üblicher-
weise Ertragswert- oder DCF-Verfahren, bei denen die erwarteten Erträge bzw. Kapitalrück-
flüsse extrapoliert und auf den Bewertungszeitpunkt diskontiert werden, eingesetzt. Auf die
genaue Vorgehensweise und die Diskussion der einzelnen Verfahren soll hier nicht weiter
eingegangen werden.7 Zumal auch hier das Grundproblem darin besteht, bei der Ermittlung
der zukünftigen ökonomischen Gewinne die oben genannten immateriellen Werttreiber des
Unternehmens zu identifizieren und ihre Fähigkeit nachhaltig Rendite zu erwirtschaften zu
beurteilen. Hinzu kommt, dass viele der positiv zu bewertenden Aspekte eines Beratungsun-
ternehmens fest an den Betreiber geknüpft sind (Vertrauensverhältnis mit dem Mandanten,
Reputation etc.). Sofern mit einem Eigentümerwechsel auch ein Betreiberwechsel einhergeht,
ist nicht garantiert, dass solche Werte übertragen werden können.8 In diesem Fall kann der
Erwerber des Unternehmens nicht von vergangenen Erfolgszahlen auf die Zukunft schliessen.
7 Vgl. zu den einzelnen Verfahren bspw. Ruhnke (2002) oder auch Kruschwitz (2006).
8 Vgl. Malak (2008), S. 3, sowie Kohn (2004), S. 23-24.
3
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