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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2008, 23 Pages
Author: Tobias Meixner
Subject: Romance Languages - Spanish Didactics
Details
Institution/College: University of Frankfurt (Main) (Institut für romanische Sprachen und Literaturen)
Year: 2008
Pages: 23
Grade: 15 Punkte
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-35766-6
ISBN (Book): 978-3-640-35792-5
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Abstract
Die vorliegende Arbeit mit dem Titel „Bilinguale Modelle Spanisch – Zur Förderung von Mehrsprachigkeit“ hat sich zum Ziel gesetzt, Möglichkeiten und Wege zu beleuchten, die in einem modernen bilingualen Sachfachunterricht gegangen werden können, um sich dem übergeordneten Ziel der Förderung von Mehrsprachigkeit anzunähern. Dies soll hauptsächlich anhand eines ganz konkreten Beispiels, nämlich an dem deutsch-spanisch bilingualen Zug des Friedrich-Ebert-Gymnasiums in Berlin-Reinickendorf, durchgeführt werden. Als Ausgangsbasis soll in einem ersten Schritt die Bedeutung von Mehrsprachigkeit in einem immer enger zusammen wachsenden Europa verdeutlicht werden. In diesem Zusammenhang wird im speziellen das Spanische und dessen Potential für eine mögliche Brückensprache zur Ausbildung einer romanischen Mehrsprachigkeit diskutiert. Im Zuge dessen finden auch didaktische Überlegungen ihren Raum, wie ganz spezifisch im Spanischunterricht die Entwicklung von Mehrsprachigkeit gefördert werden kann. Nachdem im Hauptteil der Arbeit zunächst einige Ausführungen zum generellen Aufschwung des Spanischunterrichts in Deutschland in den letzten Jahrzehnten thematisiert werden, verlagert sich sodann die Akzentuierung auf das Berliner Modell eines deutsch-spanisch bilingualen Zugs. Dieser wird zuerst in seiner Entwicklung und in seinen Wesenszügen beschrieben, bevor dann detailliert auf seine Konzeption und Zielsetzung auch im Hinblick auf interkulturelle Lernprozesse eingegangen wird. Ein wesentlicher Blick wird in diesem Rahmen zusätzlich auf die unterrichtspraktischen Methoden im zentralen Spanisch- wie auch im bilingualen Sachfachunterricht geworfen, um zu zeigen, wie man in diesem Modell mögliche Wege zur Förderung von Mehrsprachigkeit einschlägt. Darauf folgend sollen Überlegungen zu außerunterrichtlichen Aktivitäten einen Denkanstoß für unterrichtsbegleitende, den bilingualen Sachfachunterricht unterstützende Maßnahmen leisten. Eine Schlussbetrachtung, welche die wesentlichen Ergebnisse noch einmal zusammenfasst und auch ein Fazit liefert, schließt die Arbeit ab.
Excerpt (computer-generated)
Johann Wolfgang Goethe-Universität
Fachbereich Neuere Philologien
Institut für Romanische Sprachen und Literaturen
Hausarbeit in der Veranstaltung
,,Von der Zielsprachendidaktik zur Mehrsprachigkeitsdidaktik: Sprachunterricht im
Wandel" im SoSe 08 im Rahmen des
Aufbaumoduls
Fachdidaktik
(L3-ES A-D:2)
zum Thema
Bilinguale Modelle Spanisch
Zur Förderung von Mehrsprachigkeit
vorgelegt von:
Tobias Meixner
Frankfurt, Juli 2008
Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung 1
2
Mehrsprachigkeit als übergeordnetes Ziel 2
2.1 Zur
Bedeutung
der
Mehrsprachigkeit 2
2.2
Spanisch als mögliche Brückensprache zur romanischen Mehrsprachigkeit 3
2.3
Didaktische Überlegungen zur Förderung von Mehrsprachigkeit 5
3
Bilinguale Modelle Spanisch 6
3.1
Zum Aufschwung des Spanischunterrichts in Deutschland 7
3.2
Der deutsch-spanisch bilinguale Zug in Berlin 9
3.2.1 Entwicklung
und Wesenszüge 9
3.2.2 Konzeption
und Zielsetzung 11
3.2.3
Wege zur Mehrsprachigkeit 12
4
Außerunterrichtliche Aktivitäten für den bilingualen Sachfachunterricht 15
5
Schlussbetrachtung 17
Literaturverzeichnis 20
2
1 Einleitung
Die vorliegende Arbeit mit dem Titel ,,Bilinguale Modelle Spanisch Zur Förderung von
Mehrsprachigkeit" hat sich zum Ziel gesetzt, Möglichkeiten und Wege zu beleuchten, die
in einem modernen bilingualen Sachfachunterricht gegangen werden können, um sich dem
übergeordneten Ziel der Förderung von Mehrsprachigkeit anzunähern. Dies soll
hauptsächlich anhand eines ganz konkreten Beispiels, nämlich an dem deutsch-spanisch
bilingualen Zug des Friedrich-Ebert-Gymnasiums in Berlin-Reinickendorf, durchgeführt
werden.
Als Ausgangsbasis soll in einem ersten Schritt die Bedeutung von Mehrsprachigkeit in
einem immer enger zusammen wachsenden Europa verdeutlicht werden. In diesem
Zusammenhang wird im speziellen das Spanische und dessen Potential für eine mögliche
Brückensprache zur Ausbildung einer romanischen Mehrsprachigkeit diskutiert. Im Zuge
dessen finden auch didaktische Überlegungen ihren Raum, wie ganz spezifisch im
Spanischunterricht die Entwicklung von Mehrsprachigkeit gefördert werden kann.
Nachdem im Hauptteil der Arbeit zunächst einige Ausführungen zum generellen
Aufschwung des Spanischunterrichts in Deutschland in den letzten Jahrzehnten
thematisiert werden, verlagert sich sodann die Akzentuierung auf das Berliner Modell
eines deutsch-spanisch bilingualen Zugs. Dieser wird zuerst in seiner Entwicklung und in
seinen Wesenszügen beschrieben, bevor dann detailliert auf seine Konzeption und
Zielsetzung auch im Hinblick auf interkulturelle Lernprozesse eingegangen wird. Ein
wesentlicher Blick wird in diesem Rahmen zusätzlich auf die unterrichtspraktischen
Methoden im zentralen Spanisch- wie auch im bilingualen Sachfachunterricht geworfen,
um zu zeigen, wie man in diesem Modell mögliche Wege zur Förderung von
Mehrsprachigkeit einschlägt.
Darauf folgend sollen Überlegungen zu außerunterrichtlichen Aktivitäten einen
Denkanstoß für unterrichtsbegleitende, den bilingualen Sachfachunterricht unterstützende
Maßnahmen leisten.
Eine Schlussbetrachtung, welche die wesentlichen Ergebnisse noch einmal zusammenfasst
und auch ein Fazit liefert, schließt die Arbeit ab.
1
2 Mehrsprachigkeit
als
übergeordnetes Ziel
Auch wenn in den folgenden Ausführungen der Fokus auf dem Spanischunterricht an
deutschen, allgemeinbildenden Schulen und insbesondere auf dem deutsch-spanisch
bilingualen Sachfachunterricht liegt, darf nicht vergessen werden, dass das übergeordnete
Ziel die Ausstattung der Schüler1 zur Befähigung des autonomen Erlernens von mehreren
Sprachen sein sollte. Deshalb erscheint es mir zunächst auch sinnvoll, diese Thematik
etwas näher zu beleuchten.
2.1 Zur Bedeutung der Mehrsprachigkeit
Die Forderung nach Mehrsprachigkeit gewinnt in einem zusammen wachsenden Europa
immer mehr an Bedeutung. Die Wichtigkeit lässt sich dabei nicht nur aus schulpolitischer
Sicht begründen, sondern gerade auch die beruflichen Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt
stellen sich für diejenigen Personen erheblich besser dar, die mehrsprachig geschult sind.
Den Arbeitnehmern von morgen muss in der Schule die Befähigung und auch die Lust
vermittelt werden, sich mehr als nur eine Fremdsprache anzueignen, denn in unserem
heutigen vielsprachigen und multikulturellen Europa ist das Beherrschen nur einer
Fremdsprache schlichtweg zu wenig. Man ist zu der Einsicht gelangt, dass lediglich
Sprachkenntnisse des Englischen, zumeist als
lingua franca
fungierend, den Ansprüchen
der tatsächlich existierenden, überaus vielschichtigen Mehrsprachigkeit innerhalb Europas
nicht mehr gerecht wird und dass zumindest eine zweite Fremdsprache, besser sogar eine
dritte oder eben noch weitere Fremdsprachen in der Schule gelehrt bzw. die Fundamente
zum selbstständigen Weiterlernen dafür gelegt werden sollen (vgl. Vences, 2006, S. 323
f.). Bernecker (2006, S. 158) unterstreicht diese Forderung, indem er die von der
Europäischen Union im Umfeld der Planung des Europäischen Jahres der Sprachen 2001
vertretene sprachenpolitische Position noch einmal klar hervor hebt:
[...] Englisch als einzige moderne Sprache sei für den Bau des europäischen Hauses keinesfalls
ausreichend. Hierfür sei vielmehr ein Konzept der wirklichen Mehrsprachigkeit zugrunde zu
legen! Das Ziel müssen somit mindestens zwei moderne Fremdsprachen sein, so dass also
jedem Bürger insgesamt drei Sprachen zur Verfügung stehen.
Es ist nämlich nicht von der Hand zu weisen, dass Mehrsprachigkeit zur
Horizonterweiterung eines/r jeden Einzelnen beiträgt und für tiefere kulturelle Einsichten
1 Die durchgängige Verwendung der maskulinen Form in der gesamten Arbeit geschieht aus Gründen der
Lesbarkeit und soll in keiner Weise das weibliche Geschlecht diskriminieren.
2
und Vergleiche absolut förderlich ist. Schüler sollen motiviert werden, dass sie sich nicht
entweder für die eine oder andere Sprache entscheiden, sondern dass sie sich vielmehr für
Mehrsprachigkeit begeistern und unter eventueller Eigenregie so viele Sprachen wie
möglich lernen. Vor allem bei den miteinander verwandten romanischen Sprachen wie
Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch sollte es durchaus möglich sein,
Synergieeffekte von der einen auf die andere Sprache übertragen zu können, um das
Sprachenlernen leichter und zugleich auch motivierender zu gestalten (vgl. Bernecker,
2006, S. 158 f.).
Sicherlich ist es wenig realistisch und auch nicht zwingend notwendig in einer dritten oder
gar vierten Fremdsprache eine perfekte Beherrschung anzustreben. Hier ist es oftmals
sinnvoll, den Akzent auf die Kompetenzentwicklung der rezeptiven Fertigkeiten, sprich
dem Lese- und Hörverstehen, zu setzen. Dies lässt sich dadurch begründen, dass sich
Menschen in realen Kommunikationssituationen meist auch schon verständigen können,
wenn jeder seine eigene Sprache spricht und die des anderen zumindest in den
Kernaussagen versteht. Zudem zeigt die berufliche Praxis, dass rezeptive Fertigkeiten einer
Fremdsprache oft schon genügen bzw. überaus hilfreich sind, wenn es z.B. darum geht,
einen Brief oder eine Email in einer fremden Sprache zu lesen. Darüber hinaus bilden in
der Schule gut geförderte rezeptive Fertigkeiten die Grundlage für eine eventuelle, spätere
aktive Sprachverwendung (vgl. Vences, 2006, S. 324 f.).
Da das Hauptaugenmerk in den folgenden Ausführungen dem Spanischen gilt und die
Sprache in der Regel im schulischen Bereich in Deutschland den Status einer
Tertiärsprache inne hat, werden die oben genannten Überlegungen im Verlauf der weiteren
Arbeit an verschiedenen Stellen nochmals aufgegriffen.
2.2 Spanisch als mögliche Brückensprache zur romanischen
Mehrsprachigkeit
Ohne bislang einen wissenschaftlich fundierten Nachweis erbracht zu haben, wird nicht
selten die Meinung vertreten, dass das Lateinische die günstigste Grundlage für das
Erlernen weiterer romanischer Sprachen bilde. Da das Lateinische ja aber keine moderne
Fremdsprache ist und weniger zur Entwicklung einer kommunikativen Kompetenz
beitragen kann, wird diese These zurecht auch mehr und mehr in Frage gestellt. Zudem
haben Studien bei Schülern mit spanischer Muttersprache demonstriert, dass diese
aufgrund ihrer Muttersprache Spanisch große Lernerfolge in relativ kurzer Zeit im
Lateinischen erzielten. Das wirft natürlich im Bezug zur schulischen Sprachenfolge die
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