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Hausarbeit, 2008, 22 Seiten
Autor: Frederick Wiemerslage
Fach: Germanistik - Didaktik
Details
Institution/Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Germanistisches Institut)
Tags: Erich Kästner, Emil und die Detektive, Hausarbeit, Klassenlektüre, Unterricht, Grundschule, Literaturunterricht
Jahr: 2008
Seiten: 22
Note: 1,7
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-36103-8
ISBN (Buch): 978-3-640-36072-7
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Zusammenfassung / Abstract
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Kinderbuch „Emil und die Detektive“ von Erich Kästner. Nach grundlegenden Informationen zum Autor und dessen Werke, richtet sich das Augenmerk auf die Frage, ob es sich um eine für den Schulunterricht geeignete Lektüre handelt und inwiefern man es im Rahmen einer Unterrichtseinheit behandeln kann. Der erste Teil dieser Ausführungen widmet sich dem Leben und den Werken des Autors. Kästners oftmals unterschätzte Wirkung soll durch eine überblicksartige Darstellung seiner Biographie und Veröffentlichungen korrigiert werden. Dadurch wird der Irrtum eines nur als Kinderbuchautor bekannten Kästners ausgeräumt und seiner eigentlichen Bedeutung, auch als Lyriker, Dramatiker, Essayist und Romancier, Rechnung getragen. Nach einer kurzen Inhaltswiedergabe erfolgt eine Zuordnung des Werkes in die literarische Epoche, wobei vor allem Kästners unverkennbarer Sprachduktus, unter Verwendung geeigneter Beispiele, näher analysiert wird. Die Wortwahl und Sprache des Autors führt unweigerlich zu einer spannenden, authentischen und humorvollen Erzählweise, die eine nachhaltige Sympathie mit dem Protagonisten hinterlässt. Ferner wird der Roman in diesem Kapitel auf moralische und gesellschaftskritische Gesichtspunkte hin untersucht. Ob die mittlerweile 80jährige Detektivgeschichte den Kriterien zur Beurteilung einer geeigneten Kinder- und Jugendliteratur genügt, soll im vierten Kapitel geklärt werden. Vor allem dem oftmals umstrittenen Aspekt der Aktualität in „Emil und die Detektive“ soll hier nachgegangen werden. Sowohl die Forderungen der Lehrpläne, als auch Haas´ Bestimmungsmerkmale für eine ideale Lektüre finden in diesem Abschnitt Berücksichtigung. Das letzte Kapitel schließt mit der eigentlichen Zielsetzung dieser Arbeit ab. Neben vielfachen Möglichkeiten zur Umsetzung in der Schule, wird - aufgrund der Begrenztheit einer solchen Darstellung - ein besonders viel versprechendes Unterrichtskonzept vorgestellt.
Textauszug (computergeneriert)
Westfälische Wilhelms- Universität Münster
Germanistisches Institut
Seminar: Kinder- und Jugendliteratur in der Schule (WS 07/08)
,,Emil und die Detektive" als Klassenlektüre
von
Frederick Wiemerslage
,,Für die Zukunft der heranwachsenden Generation ist der Einfluß der Jugendliteratur
genau so wichtig wie der Einfluß des Elternhauses und der Schule"
Erich Kästner
2
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Erich Kästner 5
3. Emil und die Detektive 6
3.1 Inhalt 7
3.2 Sprache und Wirkung 7
3.3 Gesellschaftskritik in einem Kinderroman 9
4. ,,Emil und Die Detektive" als geeignete Kinderbuchlektüre? 11
5. Umsetzung in der Schule 15
5.1 Voraussetzungen und Schwierigkeiten bei der Lektüre 16
5.2 Stundentafel 16
5.3 Vorschläge für Klassenarbeiten, Referate und weitere Projekte 18
6. Fazit 19
7. Literaturangaben 20
Onlinequellen: 21
3
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Kinderbuch ,,Emil und die Detektive" von
Erich Kästner. Nach grundlegenden Informationen zum Autor und dessen Werke, richtet sich
das Augenmerk auf die Frage, ob es sich um eine für den Schulunterricht geeignete Lektüre
handelt und inwiefern man es im Rahmen einer Unterrichtseinheit behandeln kann.
Der erste Teil dieser Ausführungen widmet sich dem Leben und den Werken des
Autors. Kästners oftmals unterschätzte Wirkung soll durch eine überblicksartige Darstellung
seiner Biographie und Veröffentlichungen korrigiert werden. Dadurch wird der Irrtum eines
nur als Kinderbuchautor bekannten Kästners ausgeräumt und seiner eigentlichen Bedeutung,
auch als Lyriker, Dramatiker, Essayist und Romancier, Rechnung getragen.
Nach einer kurzen Inhaltswiedergabe erfolgt eine Zuordnung des Werkes in die
literarische Epoche, wobei vor allem Kästners unverkennbarer Sprachduktus, unter
Verwendung geeigneter Beispiele, näher analysiert wird. Die Wortwahl und Sprache des
Autors führt unweigerlich zu einer spannenden, authentischen und humorvollen Erzählweise,
die eine nachhaltige Sympathie mit dem Protagonisten hinterlässt. Ferner wird der Roman in
diesem Kapitel auf moralische und gesellschaftskritische Gesichtspunkte hin untersucht.
Ob die mittlerweile 80jährige Detektivgeschichte den Kriterien zur Beurteilung einer
geeigneten Kinder- und Jugendliteratur genügt, soll im vierten Kapitel geklärt werden. Vor
allem dem oftmals umstrittenen Aspekt der Aktualität in ,,Emil und die Detektive" soll hier
nachgegangen werden. Sowohl die Forderungen der Lehrpläne, als auch Haas´
Bestimmungsmerkmale für eine ideale Lektüre finden in diesem Abschnitt Berücksichtigung.
Das letzte Kapitel schließt mit der eigentlichen Zielsetzung dieser Arbeit ab. Neben
vielfachen Möglichkeiten zur Umsetzung in der Schule, wird - aufgrund der Begrenztheit
einer solchen Darstellung - ein besonders viel versprechendes Unterrichtskonzept vorgestellt.
4
2. Erich Kästner
Erich Emil Kästner, den meisten lediglich als berühmter Kinderbuchautor bekannt, verfasste
zu Lebzeiten auch Dreh- und Tagebücher, Romane, politische Theaterstücke, satirische
Schriften und Lyrik. Zudem war er freier Mitarbeiter bei verschiedenen Zeitungen.
Somit
spielt er in vielen Bereichen der Literatur eine wichtige Rolle und ist aus der deutschen
Kulturgeschichte nicht mehr wegzudenken.
Am 23. Februar 1899 wurde er in Dresden als Sohn von Emil, einem Sattlermeister,
und Ida Kästner, einer späteren Friseurin, geboren. Sein Verhältnis zur Mutter war Zeit ihres
Lebens von einer engen Beziehung geprägt; mehr als 30 Jahre lang schrieben sie sich fast
täglich Briefe. Auch in seinen Romanen taucht das Motiv einer ,,Übermutter" vermehrt auf.
Dieses enge Verhältnis, das über das normale Maß hinausgeht, ,,prägt(e) ihn für sein Leben
und begründet u.a. sein schwieriges Verhältnis zu Frauen."1
Im Alter von 14 Jahren besuchte er das Fletchersche Lehrerseminar um dort eine
Ausbildung zum Volksschullehrer zu beginnen. Er wurde jedoch 1917 zum Militärdienst
einberufen, aus dem er aufgrund des brutalen Drills einen irreparablen Herzschaden
davontrug und 1918 entlassen wurde. Anschließend beendete er seine Ausbildung und begann
ein Studium der Germanistik, Philosophie, Theaterwissenschaften und Geschichte in Leipzig,
anschließend in Rostock und Berlin, welches er 1925 mit der Promotion2 zum Dr. phil.
abschloss.
1927 zog Kästner endgültig nach Berlin und begann eine Kariere als freier
Schriftsteller3. Es kam zu ersten Veröffentlichungen in der ,,Weltbühne". Seine Berliner Jahre
bis zum Ende der Weimarer Republik gelten als seine produktivste Zeit. Er schrieb
Gedichtbände4, Texte für das Kabarett und veröffentlichte Kinderromane5, von denen vor
allem ,,Emil und die Detektive" von Erfolg gekrönt war.
Das im Jahre 1933 von den Nationalsozialisten auferlegte Publikationsverbot gründete
in der Tatsache, dass sich seine Schriften gegen spießbürgerliche Moral, Militarismus und
Faschismus richteten und somit Kritik am bestehenden System übten. Im Gegensatz zu vielen
anderen staatskritischen Kollegen, emigrierte Kästner nicht, sondern blieb in Deutschland.
1 http://www.erichkaestnergesellschaft.de/1899_-_1918.htm
2 Das Thema hieß: Die Erwiderungen auf Friedrichs des Großen Schrift "De la littérature allmende".
3 Kästner war freier Mitarbeiter für ,,Montag Morgen", Neue Leipziger Zeitung" und ,,Simplicissimus".
4 "Herz auf Taille" (1928), "Lärm im Spiegel" (1929)
5 "Emil und die Detektive" (1929), "Pünktchen und Anton" (1931), "Der 35. Mai" (1931) und "Das fliegende
Klassenzimmer" (1933).
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