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Nachhaltigkeit im Konsumfeld Ernährung

Subtitle: Auswertung einer Konsumentenbefragung zum Tomatenkonsum

Scholarly Research Paper, 2008, 26 Pages
Author: B.A. Sascha Ehrenberg
Subject: Economics / Business, Miscellaneous

Details

Category: Scholarly Research Paper
Year: 2008
Pages: 26
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V129982
ISBN (E-book): 978-3-640-36121-2
ISBN (Book): 978-3-640-36083-3

Abstract

Der Konsum hat in unserer Gesellschaft, welche geprägt ist von einem Überfluss an Nahrungsmitteln und der gleichzeitigen „Sucht“ nach Sparangeboten, einen besonderen Stellenwert. Menschen identifizieren sich mit dem was sie konsumieren, was beispielsweise im Bereich Ernährung durch den Sinnspruch „Man ist was man isst“ seinen Ausdruck findet. Allerdings muss sich der einzelne Konsument angesichts der zunehmenden Umweltschäden, insbesondere in Form des globalen Klimawandels, die Frage stellen, welche Auswirkungen das eigene Konsumverhalten auf die Umwelt hat. Auch der Konsum sollte sich dem Ziel einer Nachhaltigen Entwicklung unterordnen. Das gilt auch speziell für den Konsumbereich Ernährung, der einen nicht zu unterschätzenden Anteil an den globalen Kohlendioxidemissionen hat. Dabei sind nicht nur Produzenten und Händler aufgerufen aktiv zu werden, sondern im Besonderen auch die privaten Konsumenten. Dass große Teile der Bevölkerung diese Notwendigkeit einsehen, zeigt die Tandberg-Mori-Studie aus dem Jahr 2007: 33% der Befragten waren der Meinung, dass jeder Einzelne aktiv werden muss, um die Folgen der globalen Erwärmung zu reduzieren. Ob sich dieses Bewusstsein auch in den Handlungen niederschlägt, ist allerdings eine andere Frage. Das Ziel dieser Arbeit soll es sein, einen Überblick über das Themenfeld „Nachhaltiger Konsum“ im Allgemeinen und den Konsumbereich Ernährung im Speziellen zu geben. Im Fokus werden die ökologischen Auswirkungen des Ernährungsverhaltens stehen. Darüber hinaus soll am Beispiel von Tomaten untersucht werden, inwieweit bei den Konsumenten ein Bewusstsein für die Umweltwirkung von Lebensmitteln vorhanden ist und inwieweit dies das Handeln des Einzelnen beeinflusst.


Excerpt (computer-generated)

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

SoSe 2008









Nachhaltigkeit im Konsumfeld Ernährung

Auswertung einer Konsumentenbefragung zum

Tomatenkonsum



Hausarbeit im Rahmen des Moduls

,,Corporate Social Responsibility"














Institut für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik


Eingereicht von: Sascha Ehrenberg






Oldenburg, September 2008


Nachhaltigkeit im Konsumfeld Ernährung: Auswertung einer Konsumentenbefragung zum Tomatenkonsum I

INHALTSVERZEICHNIS


Seite

Inhaltsverzeichnis

-I-

Abbildungsverzeichnis

-II-

1 EINLEITUNG

-1-

2 NACHHALTIGKEIT UND KONSUM

-2-

2.1 Was ist ,,Nachhaltige Entwicklung"?

-2-

2.2 Konsum innerhalb der Nachhaltigkeitsdebatte

-3-

3 NACHHALTIGKEIT IM KONSUMFELD ERNÄHRUNG

-4-

3.1 Umwelt und Ernährung: Ein historischer Überblick

-4-

3.2 Ernährung in der Nachhaltigkeitsdebatte

-6-

3.3 Einflussgrößen des Ernährungsverhaltens

-7-

3.4 Ansätze zur Beeinflussung der Ernährung in Richtung

Nachhaltigkeit

-8-

4 KONSUMENTEN UND NACHHALTIGE ERNÄHRUNG:

DAS BEISPIEL TOMATEN

-11-

4.1 Einleitung: Tomate ist nicht gleich Tomate

-11-

4.2 Ergebnisse einer Konsumentenbefragung zum Thema

Tomatenkonsum

-12-

4.3 Bewertung der Ergebnisse

-18-

5 FAZIT

-19-

Literaturverzeichnis

-20-


Nachhaltigkeit im Konsumfeld Ernährung: Auswertung einer Konsumentenbefragung zum Tomatenkonsum II


ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Seite

Abb. 1: Befragte nach Geschlecht, Alter und Schulabschluss

-13-

Abb. 2: Halten Sie sich selbst für umweltbewusst?

-13-

Abb. 3: Wie häufig kaufen Sie Bio-Tomaten?

-14-

Abb. 4: Wie wichtig sind Ihnen folgende Faktoren beim Tomatenkauf?

-15-

Abb. 5: Wie wichtig ist Ihnen eine umweltfreundliche Erzeugung?

-16-

Abb. 6: Welche Anbaumethode ist die umweltfreundlichste?

-17-

Abb. 7: Würden Sie mehr Geld für eine umweltfreundlich produzierte

Tomate ausgeben?

-17-


Nachhaltigkeit im Konsumfeld Ernährung: Auswertung einer Konsumentenbefragung zum Tomatenkonsum 1

1 EINLEITUNG

Der Konsum hat in unserer Gesellschaft, welche geprägt ist von einem Überfluss an Nahrungsmit-

teln und der gleichzeitigen ,,Sucht" nach Sparangeboten, einen besonderen Stellenwert. Menschen

identifizieren sich mit dem was sie konsumieren, was beispielsweise im Bereich Ernährung durch

den Sinnspruch ,,Man ist was man isst" seinen Ausdruck findet. Allerdings muss sich der einzelne

Konsument angesichts der zunehmenden Umweltschäden, insbesondere in Form des globalen

Klimawandels, die Frage stellen, welche Auswirkungen das eigene Konsumverhalten auf die

Umwelt hat. Auch der Konsum sollte sich dem Ziel einer

Nachhaltigen Entwicklung

unterordnen.

Das gilt auch speziell für den Konsumbereich Ernährung, der einen nicht zu unterschätzenden

Anteil an den globalen Kohlendioxidemissionen hat. Dabei sind nicht nur Produzenten und Händ-

ler aufgerufen aktiv zu werden, sondern im Besonderen auch die privaten Konsumenten. Dass

große Teile der Bevölkerung diese Notwendigkeit einsehen, zeigt die Tandberg-Mori-Studie aus

dem Jahr 2007: 33% der Befragten waren der Meinung, dass jeder Einzelne aktiv werden muss,

um die Folgen der globalen Erwärmung zu reduzieren. Ob sich dieses Bewusstsein auch in den

Handlungen niederschlägt, ist allerdings eine andere Frage.

Das Ziel dieser Arbeit soll es sein, einen Überblick über das Themenfeld ,,

Nachhaltiger

Konsum"

im Allgemeinen und den Konsumbereich Ernährung im Speziellen zu geben. Im Fokus

werden die ökologischen Auswirkungen des Ernährungsverhaltens stehen. Darüber hinaus soll am

Beispiel von Tomaten untersucht werden, inwieweit bei den Konsumenten ein Bewusstsein für

die Umweltwirkung von Lebensmitteln vorhanden ist und inwieweit dies das Handeln des Einzel-

nen beeinflusst.

Die Arbeit ist in fünf Hauptkapitel gegliedert. Im Anschluss an diese Einleitung folgt ein

Überblick über das Themenfeld ,,Nachhaltigkeit und Konsum

"

, wobei erläutert wird, was unter

,,Nachhaltiger Entwicklung" verstanden werden kann und welche Rolle der Konsum in der Nach-

haltigkeitsdebatte hat. Danach folgt eine detaillierte Untersuchung des Konsumfelds Ernährung.

Ausgangspunkt ist dabei ein kurzer historischer Überblick über das Verhältnis zwischen der

menschlichen Ernährung und der Umweltnutzung. Es wird auf die Rolle der Ernährung innerhalb

der Nachhaltigkeitsdiskussion eingegangen und es werden die Möglichkeiten zur Beeinflussung

nicht nachhaltigen Ernährungsverhaltens aufgezeigt. Dabei wird, unter anderem, auch die Rolle

von Lebensmittelhändlern im Kontext von Unternehmensverantwortung thematisiert. Im an-

schließenden Kapitel wird das Lebensmittel Tomate beispielhaft untersucht. Dazu wird verdeut-

licht, welche Umweltwirkung, insbesondere Kohlendioxidemissionen, verschiedene Anbauweisen

und Transportketten haben. Im Anschluss wird eine selbst durchgeführte Konsumentenbefragung


Nachhaltigkeit im Konsumfeld Ernährung: Auswertung einer Konsumentenbefragung zum Tomatenkonsum 2

ausgewertet, welche das

Umweltbewusstsein1

und das

Umwelthandeln

der Konsumenten am Bei-

spiel von Tomaten näher untersucht. Die Arbeit wird mit einem zusammenfassenden Fazit enden.

2 NACHHALTIGKEIT UND KONSUM

2.1 Was ist ,,Nachhaltige Entwicklung"?

Zum besseren Verständnis sei an dieser Stelle kurz erläutert, was unter

Nachhaltiger Entwicklung

verstanden wird. Die Vorstellung von ,,Nachhaltigkeit" stammt bereits aus dem 18. Jahrhundert,

wobei der Begriff ursprünglich in der Forstwirtschaft verwendet wurde. Hier beschriebt der Beg-

riff die Grundregel, dass nur so viele Bäume gefällt werden dürfen, wie durch Neupflanzungen

nachwachsen können. Größere Popularität erlangte der Begriff erst im Zuge des

Brundtland-

Berichts der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung

aus dem Jahr 1987. Die Kommission

hatte das Ziel, Lösungsvorschläge für gesellschaftliche Probleme wie Umweltbelastung, Armut

und Unsicherheit zu entwickeln, wobei drei Aspekte zentrale Bedeutung hatten. Zum einen die

Erhaltung der natürlichen Umwelt für die heutige und zukünftige Generationen, zum anderen die

Reduzierung der Ungleichheit zwischen den Industrie- und Entwicklungsländern und schließlich

die Sicherstellung der politischen Mitbestimmung (BRUNNER 2007, S.1). Im Zuge des Brundt-

land-Berichts wurde so eine Definition von Nachhaltiger Entwicklung geschaffen, die eine welt-

weite Bekanntheit und weitgehende Akzeptanz erlangt hat. Danach ist eine

Nachhaltige Entwick-

lung eine dauerhafte Entwicklung, welche die Bedürfnisse der heute lebenden Generation befrie-

digt, ohne aber die Fähigkeit zukünftiger Generationen negativ zu beeinflussen, ihre Bedürfnisse

zu befriedigen

(HAUFF 1987, S.46). Neben den ökologischen Aspekten sind dabei auch soziale

und ökonomische zu berücksichtigen, weshalb sich in zunehmendem Maß das gedankliche Kon-

strukt eines

Drei-Säulen-Modells

durchgesetzt hat. Danach besteht Nachhaltige Entwicklung so-

wohl aus einer ökologischen als auch sozialen und ökonomischen Dimension. Die Betrachtung

von Wechselbeziehungen und Konflikten zwischen diesen Dimensionen ist somit notwendig. In

dieser Arbeit wird allerdings die ökologische Dimension von Nachhaltiger Entwicklung im Mit-

telpunkt stehen.

Das Ziel einer Nachhaltigen Entwicklung ist mittlerweile zu einem Leitbild der gesell-

schaftlichen Entwicklung geworden, eine Grundlage für die zukünftigen Beziehungen zwischen

der menschlichen Gesellschaft und der Natur (KNAUS/RENN 1998, S.31). Es existieren aller-

dings beträchtliche Unterschiede in der Vorstellung, welche Strategien und Handlungsweisen

notwendig sind, um dieses Leitbild zu verwirklichen (JÖRISSEN et al. 2000, S.11).

1 Unter Umweltbewusstsein wird ein Komplex aus Umweltwissen und Umwelteinstellungen verstanden.


Nachhaltigkeit im Konsumfeld Ernährung: Auswertung einer Konsumentenbefragung zum Tomatenkonsum 3

2.2 Konsum innerhalb der Nachhaltigkeitsdebatte

Nachdem im vorigen Kapitel erläutert wurde, was unter Nachhaltiger Entwicklung verstanden

wird, soll in diesem Abschnitt die Rolle des Konsums in der Nachhaltigkeitsdiskussion untersucht

werden. Der Fokus wird dabei auf die ökologische Dimension, insbesondere auf die Auswirkun-

gen des Klimawandels, gelegt. Gerade dieses Thema steht derzeit im Mittelpunkt der öffentlichen

Diskussion und wird, das zeigt die DIALEGO-Befragung ,,Klimawandel" aus dem Jahr 2007, von

der Bevölkerung als besonders wichtig erachtet. Über 88% der Befragten waren davon überzeugt,

dass der Klimawandel anthropogen verursacht ist. Dieses Bewusstsein erfordert Handlungen, da-

mit die Auswirkungen der globalen Erwärmung reduziert werden können. Die Konsumaktivitäten

sind ein Bereich, in welchem, neben den Produzenten und Händlern von Konsumartikeln, jeder

einzelne Bürger einen effektiven Beitrag zu einer Nachhaltigen Entwicklung leisten kann.

Zu Beginn stellt sich jedoch die Frage, was generell unter

Nachhaltigem Konsum

zu ver-

stehen ist. Es existieren eine Vielzahl von Definitionen, eine Definition mit explizitem ökologi-

schen Bezug ist beispielsweise bei SCHERHORN (et al. 1997, S.7) zu finden. Danach ist ein

Konsumverhalten nachhaltig, dass die Bedürfnisse der Konsumenten befriedigt, ohne die Regene-

rationsfähigkeit der Umwelt zu überfordern. Eine allgemeinere Definition lässt sich direkt aus der

Definition für Nachhaltige Entwicklung im Brundtland-Bericht ableiten:

So ist Konsum nachhal-

tig, wenn die Konsumbedürfnisse der heutigen Generation befriedigt werden, ohne dass die Be-

dürfnisbefriedigung zukünftiger Generationen beeinträchtigt wird

(SCHRADER/HANSEN 2001,

S.22).

Innerhalb der Nachhaltigkeitsforschung nimmt das Streben nach Veränderung nicht nach-

haltiger Konsummuster seit langem eine wichtige Rolle ein. Der Grund dafür liegt im hohen E-

nergie- und Ressourcenverbrauch des Konsums in den Industriestaaten, den sozialen Ungleichhei-

ten in Bezug auf die Konsummöglichkeiten und, vor allem in den letzten Jahren, der Übernahme

ressourcenintensiver Konsummuster auch in sich entwickelnden Staaten wie China oder Indien

(WELLER 2007, S.1). Die Anzahl der Menschen, die weltweit, in unterschiedlichem Umfang, die

Möglichkeit haben am Konsum teilzunehmen, nimmt zu. Diese so genannte

,,Globale Konsumen-

tenklasse"

(vgl. GARDNER et al. 2004, S.34ff.) setzt sich aus Personen zusammen, welche über

ein Jahresmindesteinkommen in Höhe von 7000 Dollar verfügen2. Das entspricht der Armuts-

grenze in Westeuropa. Derzeit umfasst die Globale Konsumentenklasse etwa 1,7 Milliarden Men-

schen, das sind 28% der Weltbevölkerung. Der Anteil der Konsumenten an der regionalen Bevöl-

kerung ist hingegen weltweit höchst unterschiedlich. So liegt er in Westeuropa bei 89%, in Afrika

dagegen nur bei 5%. Wie bereits erwähnt nimmt die Globale Konsumentenklasse stark zu, was in

2 Errechnet nach Kaufkraftindex (Errechnungsmaßstab für die Kaufkraft, welcher sich an der lokalen Währung orien-

tiert)



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