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Sprechakttheorie nach John Langshaw Austin

Hausarbeit, 2009, 21 Seiten
Autor: Josephin Reichert
Fach: Anglistik - Linguistik

Details

Veranstaltung: Pragmatik
Institution/Hochschule: Universität Leipzig (Anglistik)
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2009
Seiten: 21
Note: 2,7
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V130187
ISBN (E-Book): 978-3-640-35990-5
ISBN (Buch): 978-3-640-35997-4

Zusammenfassung / Abstract

Der Begriff des Sprechaktes wurde schon immer, auch im Hinblick auf de Saussure „nahezu als Synonym zu Sprechen, zur parole zur Verwendung (im Gegensatz also zur Sprache, zur langue, zum System) aufgefasst und damit als sekundär bzw. peripher angesehen […]“1 Doch ist die Grundeinheit der Kommunikation nicht, wie allgemein angenommen das Wort oder der Satz oder das symbolische Zeichen, sondern die Produktion eben jener im Vollzug des Sprechaktes.2 In der Sprechakttheorie stellt „sich die grundsätzliche Frage […] nach dem, was wir tun, wenn und indem wir sprechen, und wie wir auf diese Weise auch einen anderen dazu bringen können, etwas zu tun (das vielleicht mit Sprache gar nichts mehr zu tun hat).“3 Denn, „[sowohl] Reden als auch konkretes praktisches Tun sind Handlungen […]“4. Somit liegt die Begründung, warum Sprechakte untersucht werden darin, dass „zu jeder sprachlichen Kommunikation sprachliche Akte gehören.“5 Wenn wir also „davon ausgehen, dass einen Satz sagen bedeutet: eine Äußerung machen, d.h. in einer Situation und zu einem Gegenüber etwas sagen, dann müssen wir damit rechnen, dass jede Äußerung dazu bestimmt ist, eine Handlung zu vollziehen, dass Sprechende mit jeder Äußerung ´´etwas tun´´.“6 Zusammenfassend kann also festgehalten werden „dass Sätze natürlicher Sprachen nicht immer deskriptiv sind, dass sie nicht immer wahr oder falsch sind, sondern dass es auch ganz andere Arten von Sätzen gibt- solche, mit denen man Handlungen vollzieht.“7 Wie man diese Äußerungen nun klassifizieren und unterscheiden kann, damit beschäftigt sich die Sprechakttheorie.


Textauszug (computergeneriert)

Sprechakttheorie nach Austin

Universität Leipzig

Institut für Anglistik

Hauptseminar: Pragmatics

Hausarbeit:

Sprechakttheorie nach John Langshaw Austin

Vorgelegt von: Josephin Reichert

Studiengang: Kommunikations- und Medienwissenschaft, Amerikanistik

Fachsemester: 7

1


Sprechakttheorie nach Austin

Nun geben wir zwar zu, dass wir Unsinn reden;

aber sogar wir Philosophen setzen da Grenzen.

John L. Austin

How to do Things with Words

2


Sprechakttheorie nach Austin

Inhaltsverzeichnis

1

Sprechakte

4

2

Sprechakttheorie nach Austin

5

2.1

Performative Äußerungen

5

2.2

Von Unglücken und anderen Fällen: Gelingensbedingungen performativer

Äußerungen

7

2.3

Konstative Äußerungen

10

3

Die Teile des Sprechakts

11

3.1

Lokution, Illokution, Perlokution ­ der Sprechakt und seine Teile

12

3.2

Klassifikation von Sprechakten nach Searle

15

3.3

Beschreibung der klassifizierten Typen

16

4

Fazit

17

5

Literaturverzeichnis

19

6

Onlinequellen

20

3


Sprechakttheorie nach Austin

1 Sprechakte

Der Begriff des Sprechaktes wurde schon immer, auch im Hinblick auf de Saussure

,,nahezu als Synonym zu Sprechen, zur parole zur Verwendung (im Gegensatz also

zur Sprache, zur langue, zum System) aufgefasst und damit als sekundär bzw.

peripher angesehen [...]"

1

Doch ist die Grundeinheit der Kommunikation nicht, wie

allgemein angenommen das Wort oder der Satz oder das symbolische Zeichen,

sondern die Produktion eben jener im Vollzug des Sprechaktes.

2

In der

Sprechakttheorie stellt ,,sich die grundsätzliche Frage [...] nach dem, was wir tun,

wenn und indem wir sprechen, und wie wir auf diese Weise auch einen anderen

dazu bringen können, etwas zu tun (das vielleicht mit Sprache gar nichts mehr zu tun

hat)."

3

Denn, ,,[sowohl] Reden als auch konkretes praktisches Tun sind Handlungen

[...]"

4

. Somit liegt die Begründung, warum Sprechakte untersucht werden darin, dass

,,zu jeder sprachlichen Kommunikation sprachliche Akte gehören."

5

Wenn wir also

,,davon ausgehen, dass einen Satz sagen bedeutet: eine Äußerung machen, d.h. in

einer Situation und zu einem Gegenüber etwas sagen, dann müssen wir damit

rechnen, dass jede Äußerung dazu bestimmt ist, eine Handlung zu vollziehen, dass

Sprechende mit jeder Äußerung ´´etwas tun´´."

6

Zusammenfassend kann also festgehalten werden ,,dass Sätze natürlicher Sprachen

nicht immer deskriptiv sind, dass sie nicht immer wahr oder falsch sind, sondern dass

es auch ganz andere Arten von Sätzen gibt- solche, mit denen man Handlungen

vollzieht."

7

Wie man diese Äußerungen nun klassifizieren und unterscheiden kann,

damit beschäftigt sich die Sprechakttheorie.

1 Helbig, Gerhard: Entwicklung der Sprachwissenschaft seit 1970. VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1988,

S.179

2 Vgl. Searle, John R.: Sprechakte. Ein sprachphilosophischer Essay. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main

1971, S.30

3 Helbig, Gerhard: Entwicklung der Sprachwissenschaft seit 1970. VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1988,

S.180

4 Hindelang, Götz: Einführung in die Sprechakttheorie. Max Niemeyer Verlag GmbH, Tübingen 2004, S.4

5 Searle, John R.: Sprechakte. Ein sprachphilosophischer Essay. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1971,

S.30

6 Linke, Angelika; Markus Nussbaumer; Paul R. Portmann (Hrsg.): Studienbuch Linguistik. Reihe

Germanistische Linguistik, Kollegbuch 121, Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2004, S.210

7 Linke, Angelika; Markus Nussbaumer; Paul R. Portmann (Hrsg.): Studienbuch Linguistik. Reihe

Germanistische Linguistik, Kollegbuch 121, Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2004, S.207

4


Sprechakttheorie nach Austin

2 Sprechakttheorie nach Austin

Entwickelt wurde die Sprechakttheorie 1955 von John Langshaw Austin im Laufe

einer Vorlesungsreihe, deren Nachschrift nach seinem Tode unter dem Titel ,,How to

do Things with Words" veröffentlicht wurde.

8

2.1 Performative Äußerungen

In seiner Vorlesung widerspricht Austin der weit verbreiteten Meinung, dass ,, das

Geschäft von ,,Feststellungen" oder ,,Aussagen" [einzig und allein sei], einen

Sachverhalt zu ,,beschreiben" oder ,,eine Tatsache zu behaupten", und zwar

entweder [als] zutreffend oder unzutreffend."

9

Denn es gibt Aussagen, mit denen

man etwas tut. D.h., ,,dass ich [Austin] mit ihnen nicht beschreibe, was ich tue, oder

feststelle, dass ich es tue; den Satz äußern heißt: es tun."

10

Als Beispiele verwendet

Austin hier unter anderem ,,Ich taufe dieses Schiff auf den Namen ``Queen

Elizabeth``"

11

Indem der Sprecher also diesen Satz äußert, vollzieht er gleichzeitig

eine Handlung, in diesem Fall eben eine Schiffstaufe. Die oben genannte Äußerung

ist also nicht deskriptiv oder als wahr oder falsch bewertbar, ,,das Äußern dieses

Satzes ist, jedenfalls teilweise, das Vollziehen einer Handlung, die man ihrerseits

gewöhnlich nicht als ``etwas sagen`` kennzeichnen würde."

12

Als Bezeichnung für Äußerungen dieser Art, die ,,allesamt (welch ein Zufall) ganz

alltägliche Verben in der ersten Person Singular des Indikativ Präsens Aktiv"13

enthalten, schlägt Austin den Begriff performativ vor. Dies begründet er mit er

Übersetzung von ``to perform``, etwas ``vollziehen``, was andeuten soll, ,,dass

8 Vgl. Linke, Angelika; Markus Nussbaumer; Paul R. Portmann (Hrsg.): Studienbuch Linguistik. Reihe

Germanistische Linguistik, Kollegbuch 121, Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2004, S.207

9 Austin, John L.: Zur Theorie der Sprechakte. Reclam Verlag, Stuttgart 2002, S. 25

10 ebd. S.29

11 ebd. S28

12 ebd.

13 ebd.

5



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