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Im Roten Kloster: Das Journalistikstudium in der DDR

Seminararbeit, 2008, 14 Seiten
Autor: Stefan Noack
Fach: Medien / Kommunikation - Mediengeschichte

Details

Veranstaltung: Grundstrukturen des Mediensystems, Kommunikationspolitische Konflikte
Institution/Hochschule: Freie Universität Berlin
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2008
Seiten: 14
Note: 1.3
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V130232
ISBN (E-Book): 978-3-640-40657-9
ISBN (Buch): 978-3-640-40681-4

Zusammenfassung / Abstract

Das Bild bundesdeutscher Wissenschaftler vom Journalistikstudium in der DDR wurde, laut Joachim Schlevoigt , von „[d]ümmliche[n] Vorurteile[n]“ bestimmt. Journalistikstudenten im ‚Osten’ galten als überzeugte Sozialisten, als Marionetten der SED. „Dümmliche Vorurteile“, doch was steckt dahinter? Wie dachten, lernten und lebten Journalistikstudenten in der DDR wirklich? Wie wurde mit ihnen umgegangen?


Textauszug (computergeneriert)

Im Roten Kloster

Journalistikstudium

in der DDR

Proseminar:

Kommunikationspolitische Konflikte

an der

Freien Universität Berlin

Institut für Publizistik- und

Kommunikationswissenschaft

vorgelegt von:

Stefan Noack

Berlin, Juni 2008


Inhaltsverzeichnis

1. Vorurteile und Realitäten 3

2. Die Grundprinzipien der DDR-Journalistik 3

3. Der Studienstandort Leipzig 4

4. Auswahlkriterien 5

5. Grundversorgung der Studenten 5

6. Der Unterricht 6

7. Wehrdienst 7

8. Praktika 8

9. Die Macht der Partei 8

10. Überwachung durch die Stasi 9

11. Journalistische Karrieren nach der Wende 10

12. ,Das Rote Kloster′ nach der Wende 10

13. Schlusswort 11

14. Quellen 12

2


1. Vorurteile und Realitäten

Das Bild bundesdeutscher Wissenschaftler vom Journalistikstudium in der DDR wurde, laut

Joachim Schlevoigt1, von ,,[d]ümmliche[n] Vorurteile[n]"2 bestimmt. Journalistikstudenten

im ,Osten′ galten als überzeugte Sozialisten, als Marionetten der SED.3 ,,Dümmliche

Vorurteile", doch was steckt dahinter? Wie dachten, lernten und lebten Journalistikstudenten

in der DDR wirklich? Wie wurde mit ihnen umgegangen?

2. Die Grundprinzipien der DDR-Journalistik

Bei der Beantwortung dieser Frage muss ein erster Blick den Grundprinzipien der DDR-

Journalistik gelten. Lenin4, der Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus, sprach dem

bedeutendsten Medium seiner Epoche, der Zeitung, drei wichtige Funktionen zu. ,,Die

Zeitung ist [...] kollektiver Propagandist[,] Agitator, [und] Organisator."5 Was steht hinter

diesen Begriffen? Laut Herrmann Budzislawski6 ist der Propagandist ein ,,Aufklärer". Er

vermittelt Wissen. Der Agitator hingegen ist eine Art ,,Führer". Er regt zum Handeln an.

Gemeinsames Wissen und gemeinsames Handeln geben Gruppen unabhängiger Individuen

eine gemeinsame Organisationsstruktur. Daher kann ,,keine [...] Massenbewegung in einem

halbwegs zivilisierten Land [ohne Zeitung, d.h.: ohne einen journalistischen Apparat]

auskommen".7

Laut SED war die Deutsche Demokratische Republik ein Arbeiter- und Bauernstaat. Dieser

Arbeiter- und Bauernstaat sollte auf dem Fundament einer ,sozialistischen′

Gesellschaftsordnung stehen. Große Teile der DDR-Gesellschaft, das wurde spätestens am

17. Juni 19538 klar, waren relativ ,unsozialistisch′. Hier kamen nun die Medien ins Spiel. Ihre

1

Ehemaliger Student und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Leipziger ,Sektion Journalistik′.

2 Maik Henschke, Johannes David, Vom Roten Kloster zum Institut für KMW,

www.uni-leipzig.de, Letzter Zugriff: 21.06.2008.

3

SED, Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, 1946 unter Druck
der Sowjets aus der KPD und SPD hervorgegangen.

4

Wladimir Iljitsch Lenin (1870 ­ 19 24), Politiker, ,Vater′ der Sowjetunion.

5 Wladimir I. Lenin, Womit beginnen?, in: Brennende Fragen unserer Bewegung,

17. Auflage, Berlin 1983, S. 12.

6

Hermann Budzislawski (1901 ­ 1978), erster Vorsitzender des Volksfrontausschusses
in Prag, Herausgeber der ,Neuen Weltbühne′, erster Dekan der ,Sektion Journalistik′

7 Vgl. Winarski, Andreas, Agitation mit Propaganda, Zur Theorie und Praxis von

Agitation und Propaganda in der ehemaligen DDR, Berlin 2004.

8

Auf Grund schlechter ökonomischer und sozialpolitischer Verhältnisse wurden in der DDR am 17.
Juni 1953 Proteste laut. Es kam zum sogenannten ,Volksaufstand′, der von der DDR Regierung mit
sowjetischer Hilfe gewaltsam beendet wurde.

Vgl.: www.ddr-wissen.de, letzter Zugriff: 21.06.2008.

3



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