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Agenda-Setting: Entwicklung & Facetten eines Forschungsansatzes

Scholary Paper (Seminar), 2009, 14 Pages
Author: Stefan Noack
Subject: Communications: Theories, Models, Terms and Definitions

Details

Event: Praxisseminar: Nachrichten und Politik
Institution/College: Free University of Berlin
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2009
Pages: 14
Grade: 1.7
Language: German
Archive No.: V130233
ISBN (E-book): 978-3-640-38706-9
ISBN (Book): 978-3-640-38687-1

Abstract

Ein grundlegendes Problem der Publizistik- & Kommunikationswissenschaften ist die Alltagsgebundenheit ihres Fachgegenstands. Schriftliche und verbale Kommunikation „schein[en] dem Laien, der sie [jeden Tag] praktiziert, problemlos erkennbar.“ Die Gefahr, dass Begriffe aus der Umgangssprache „unhinterfragt und undefiniert in die Wissenschaft“ übernommen werden, ist deshalb groß. Ebenso groß ist die Gefahr, dass Laien Wissenschaftsbegriffe, ohne Verständnis der ihnen zu Grunde liegenden Konzepte, im Alltag verwenden. So zum Beispiel den Begriff des ‚Agenda-Settings’. Längst schmückt er zahllose Berichte in Zeitung, Fernsehen und den neuen Medien. „Betreibt der Bundestrainer Agenda-Setting?“, fragt Onlinejournalist Oliver Fritsch. Sein Kollege, Wolf Schneider schreibt mit Blick auf die Politik in Hessen: „In der Zeitung stand [Roland Koch] jeden Tag. [A]uch den kritischsten Journalisten blieb nichts anderes übrig, als ihm [ein] Forum zu verschaffen.“ Koch bestimmte die Tagesordnung. Er bestimmte „worüber sich die Menschen aufregen.“ – „,Agenda Setting’ heißt das in der Publizistik.“ Schneider und Fritsch gehen auf einzelne Aspekte des Agenda-Setting-Ansatzes ein. Diese Aspekte integrieren sie in ihre eigenen, simplen Erklärungsmodelle. Agenda-Setting ist jedoch ein komplexer Prozess und muss als solcher dargestellt werden. 40 Jahre Forschung fordern ihren Tribut.


Excerpt (computer-generated)

Agenda-Setting

Entwicklung & Facetten eines

Forschungsansatzes

Praxisseminar:

Nachrichten und Politik

an der

Freien Universität Berlin

Institut für Publizistik- und

Kommunikationswissenschaft

Sommersemester 2009

vorgelegt von:

Noack, Stefan

Berlin, Mai 2009


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Wissenschaftsbegriffe im Alltagsgebrauch 3

2. Der Ursprung des Agenda-Setting-Ansatzes 3

3. Prägung und Weiterentwicklung des Agenda-Setting-Ansatzes 4

3.1. Die erste Forschungsphase: Der Nachweis des Agenda-Settings 5

3.2. Die zweite Forschungsphase: Rahmenbedingungen des

Agenda-Settings 6

3.3. Die dritte Forschungsphase: Neue Perspektiven 7

3.2.1. Neue Wirkungsdimensionen: Second-Level-Agenda-Setting 7

3.2.2. Neue Wirkungsräume: Ranglisten und Beziehungen 8

3.4. Die vierte Forschungsphase: Wie entsteht eine Agenda? 9

3.4.1. Intermedia-Agenda-Setting 9

3.4.2. Agenda-Building 10

4. Fazit: Die Suche lohnt sich 11

5. Literaturverzeichnis 12

6. Webverzeichnis 13

2


1. Einleitung: Wissenschaftsbegriffe im Alltagsgebrauch

Ein grundlegendes Problem der Publizistik- & Kommunikationswissenschaften ist

die Alltagsgebundenheit ihres Fachgegenstands.1 Schriftliche und verbale

Kommunikation ,,schein[en] dem Laien, der sie [jeden Tag] praktiziert, problemlos

erkennbar."2 Die Gefahr, dass Begriffe aus der Umgangssprache ,,unhinterfragt

und undefiniert in die Wissenschaft" übernommen werden, ist deshalb groß.

Ebenso groß ist die Gefahr, dass Laien Wissenschaftsbegriffe, ohne Verständnis

der ihnen zu Grunde liegenden Konzepte, im Alltag verwenden. So zum Beispiel

den Begriff des ,Agenda-Settings′. Längst schmückt er zahllose Berichte in

Zeitung, Fernsehen und den neuen Medien. ,,Betreibt der Bundestrainer Agenda-

Setting?", fragt Onlinejournalist Oliver Fritsch.3 Sein Kollege, Wolf Schneider

schreibt mit Blick auf die Politik in Hessen: ,,In der Zeitung stand [Roland Koch]

jeden Tag. [A]uch den kritischsten Journalisten blieb nichts anderes übrig, als ihm

[ein] Forum zu verschaffen." Koch bestimmte die Tagesordnung. Er bestimmte

,,worüber sich die Menschen aufregen." ­ ,,,Agenda Setting′ heißt das in der

Publizistik."4 Schneider und Fritsch gehen auf einzelne Aspekte des Agenda-

Setting-Ansatzes ein. Diese Aspekte integrieren sie in ihre eigenen, simplen

Erklärungsmodelle. Agenda-Setting ist jedoch ein komplexer Prozess und muss

als solcher dargestellt werden. 40 Jahre Forschung fordern ihren Tribut.

2. Der Ursprung des Agenda-Setting-Ansatzes

Bereits in den zwanziger Jahren gingen Wissenschaftler davon aus, dass die

Medien, im Besonderen die Presse, durch ihre Berichterstattung das Realitätsbild

der Menschen beeinflussen. In seinen Buch ,Public Opinion′ analysierte Walter

Lippmann das Verhältnis der ,,world outside" zu den ,,pictures in our head".5 Mit

seinen Untersuchungen erregte Lippmann nur wenig Aufsehen. In der

Kommunikationsforschung konzentrierte man sich damals auf den Nachweis der

direkten Wirkung von Medien auf Einstellungen und Verhalten der Rezipienten.6

1 Vgl. Klaus Merten, Einführung in die Kommunikationswissenschaft, 1. Band: Grundlagen,

Münster 1999, S. 15.

2 Klaus Beck, Kommunikationswissenschaft, Konstanz 2007, S. 1.

3 Oliver Fritsch, Betreibt der Bundestrainer Agenda-Setting?, www.direkter-freistoss.de,

letzter Zugriff: 04.05.2009.

4 Wolf Schneider, Was Hessen über Moden und Kampagnen lehrt, www.sueddeutsche.de,

letzter Zugriff: 04.05.2009.

5 Vgl. Walter Lippmann, Public Opinion, New York 1949.

6 Vgl. Wolfgang Eichhorn, Agenda Setting-Prozesse. Eine theoretische Analyse individueller und

gesellschaftlicher Themenstrukturierung, München 2005, S. 6 ­ 8.

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