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Olympische Idee, Olympische Bewegung und Olympischer Friede

Hausarbeit, 2008, 18 Seiten
Autor: Ole Bartussek
Fach: Sport - Sportgeschichte

Details

Institution/Hochschule: Christian-Albrechts-Universität Kiel
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2008
Seiten: 18
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V130587
ISBN (E-Book): 978-3-640-41428-4
ISBN (Buch): 978-3-640-40733-0

Zusammenfassung / Abstract

Die olympischen Spiele werden seit langem mit großem weltweiten Interesse beachtet. 3,8 Milliarden Zuschauer verfolgten die Spiele in Sydney 2000 vor dem Fernseher und die sportlichen Wettkämpfe der Athleten. In Athen nahmen zum ersten Mal in der Geschichte mehr als 200 Nationen an den Sommerspielen teil. Die olympischen Spiele sind in fast allen Bereichen so weit gewachsen, dass ihre Ausrichtung Städte und Länder heutzutage vor enorme wirtschaftliche und logistische Herausforderungen stellt, sie gelten als das größte sportliche Event der Welt. Für die Dauer der Wettkämpfe haben sie einen festen Platz in den Medien. Dadurch werden aber nicht nur sportliche Erfolge, sondern auch negative Ereignisse von der Weltöffentlichkeit wahrgenommen. Dopingskandale, Korruptionsvorwürfe und Teilnahmeboykotte sind Beispiele von Nachrichten, die die olympischen Spiele seit geraumer Zeit begleiten und teilweise überschatten. Angesichts der negativen Ereignisse werden der olympische Geist und seine Werte regelmäßig von Presse und Forschung in Frage gestellt. Ein bekanntes Szenario lautet, dass die zunehmende Kommerzialisierung und Ausrichtung nach ökonomischen Gesichtspunkten einen viel zu großen Rahmen für das eigentliche sportliche Ereignis bilden, so dass die Spiele ihren ursprünglichen Charakter verloren haben. Eine andere Debatte ist um die Ausrichtung der olympischen Spiele in Peking entbrannt.Bei der Austragung in China, so der Vorwurf, würde der Sport instrumentalisiert und die Menschenrechte würden weiterhin missachtet werden. Oft wird argumentiert und behauptet, dass die Spiele in der Moderne ihre „Werte“ oder „Ideen“ verloren hätten. Angesichts dieser Diskussion erscheint es sinnvoll, Kenntnisse über die eigentlichen Hintergründe und Ideen der olympischen Spiele zu erlangen.


Textauszug (computergeneriert)

Olympische Idee, Olympische Bewegung, Olympischer Friede


Inhaltverzeichnis

Inhaltsverzeichnis I

1. Einleitung 1

2. Olympische Idee, Bewegung, Frieden in der Antike 2

3. Olympische Idee, Bewegung, Frieden der Neuzeit 7

4. Die Olympischen Werte in Peking 2008 3

Literaturverzeichnis II


1. Einleitung

Die olympischen Spiele werden seit langem mit großem weltweiten Interesse

beachtet.

3,8 Mil iarden Zuschauer verfolgten die Spiele in Sydney 2000 vor dem Fernseher

und die sportlichen Wettkämpfe der Athleten. In Athen nahmen zum ersten Mal in der

Geschichte mehr als 200 Nationen an den Sommerspielen teil.

Die olympischen Spiele sind in fast al en Bereichen so weit gewachsen, dass ihre

Ausrichtung Städte und Länder heutzutage vor enorme wirtschaftliche und

logistische Herausforderungen stel t, sie gelten als das größte sportliche Event der

Welt.

Für die Dauer der Wettkämpfe haben sie einen festen Platz in den Medien. Dadurch

werden aber nicht nur sportliche Erfolge, sondern auch negative Ereignisse von der

Weltöffentlichkeit wahrgenommen. Dopingskandale, Korruptionsvorwürfe und

Teilnahmeboykotte sind Beispiele von Nachrichten, die die olympischen Spiele seit

geraumer Zeit begleiten und teilweise überschatten. Angesichts der negativen

Ereignisse werden der olympische Geist und seine Werte regelmäßig von Presse

und Forschung in Frage gestel t. Ein bekanntes Szenario lautet, dass die

zunehmende

Kommerzialisierung

und

Ausrichtung

nach

ökonomischen

Gesichtspunkten einen viel zu großen Rahmen für das eigentliche sportliche Ereignis

bilden, so dass die Spiele ihren ursprünglichen Charakter verloren haben. Eine

andere Debatte ist um die Ausrichtung der olympischen Spiele in Peking entbrannt.

Bei der Austragung in China, so der Vorwurf, würde der Sport instrumentalisiert und

die Menschenrechte würden weiterhin missachtet werden.

Oft wird argumentiert und behauptet, dass die Spiele in der Moderne ihre ,,Werte"

oder ,,Ideen" verloren hätten. Angesichts dieser Diskussion erscheint es sinnvol ,

Kenntnisse über die eigentlichen Hintergründe und Ideen der olympischen Spiele zu

erlangen.

In dieser Arbeit werden die Leitbegriffe der olympischen Spiele, die olympische Idee,

die olympische Bewegung und der olympische Friede untersucht, dabei sol die

Entstehung dieser Begriffe, ihre Bedeutung und ihre Veränderung in der Geschichte

der Spiele aufgezeigt werden. Im ersten Teil wird die Ausgangssituation im antiken

Olympia beschrieben und gezeigt, welche Zusammenhänge schon damals mit der


modernen olympischen Idee bestanden. Der zweite Teil beschäftigt sich mit der

eigentlichen Entstehung des Olympismus in der Neuzeit. Anschließend wird die

Situation heute dargestel t und mit den vorhergegangenen Erkenntnissen verglichen.

2. Olympische Idee, olympische Bewegung, olympischer Frieden in der Antike

Die olympische Idee, wie sie heute als ,,Lebensphilosophie1" definiert ist, gab es im

antiken Olympia nicht. Dennoch gab es Aspekte, die in der Neuzeit wieder

aufgegriffen und in den Mittelpunkt des Olympismus gestel t wurden. Deshalb sol en

im Folgenden die Funktionen des antiken Olympias dargestel t, und Wurzeln für die

moderne olympische Idee aufgezeigt werden. Dabei wird weitestgehend darauf

verzichtet, die Geschichte der Spiele zu beschreiben, welche das Thema anderer

Arbeiten ist.

Die olympischen Spiele der Antike müssen vor dem Hintergrund der Götterverehrung

der Griechen gesehen werden. Olympia, der Austragungsort der Spiele auf dem

Peloponnes, war somit vor al em eine Kultstätte. Der griechische Name

ta Olympia

=

,,die Olympien" bedeutet: das Fest des olympischen Zeus2. Der gesamte Götterkanon

war zwar auf dem Gelände vertreten, hauptsächlich war Olympia aber ein Heiligtum

des Zeus, der Kriegsgott der Griechen. In diesem Zusammenhang muss die

al gemein kriegerische Haltung der Griechen gesehen werden. Bewaffnete

Auseinandersetzungen zwischen Städten und Herrschern im antiken Griechenland

waren der Normalfal 3, nicht die Ausnahme.

Insofern scheint die Vermutung zulässig, daß zumindest teilweise vor

bevorstehenden Kriegen durch die Teilnahme an den Wettkämpfen versucht wurde,

die Gunst der Götter (vor al em des Zeus) zu erlangen. Außerdem war es möglich,

dass durch Kriege und Auseinandersetzungen verfeindete Regionen oder Städte,

Athleten in Olympia bewusst gegeneinander antreten ließen, da Siege offiziel unter

Angabe des Namens des Athleten, des Namens seines Vaters und seiner

Heimatstadt, verkündet wurden. Somit wären die olympischen Spiele schon damals

ein Vorreiter des unbewaffneten Austragens von Konflikten. Der Tempel- und

Kultbetrieb wurde von Priestern mit einer Hierarchie aufrechterhalten und koordiniert.

1 Vgl. Altenberger, Haag & Holzweg (2006)

2 Vgl. Röthig und Prohl (2003)

3 Vgl. Sinn (2004)



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