Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Aristoteles Nikomachische Ethik close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Aristoteles Nikomachische Ethik

Subtitle: Der Zusammenhang zwischen dem Begriff des Guten, des Glücks und der spezifisch menschlichen Tätigkeit im ersten Buch

Scholary Paper (Seminar), 2006, 15 Pages
Author: Marie-Luise Leise
Subject: Philosophy - Philosophy of the Ancient World

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 15
Grade: 1,5
Language: German
Archive No.: V130694
ISBN (E-book): 978-3-640-36302-5


Abstract

Die Nikomachische Ethik gilt als wichtigster Text der aristotelischen Ethikkonzeption, bei welchem es sich, im Gegensatz zur fragmentarisch überlieferten Eudemischen Ethik und zur Magna Moralia, deren Authentizität umstritten ist, um ein in sich kohärentes, abgeschlossenes Buch mit systematisch - logischem Aufbau handelt. Das inhaltlich dichte und komplexe Werk, das zu den Moralphilosophien des Altertums zählt, beeinflusste die Philosophiegeschichte des Abendlandes bedeutsam und scheint bis heute kaum an Aktualität eingebüßt zu haben. Keine „Anleitung“ zum vollkommenen Leben gibt sie oder postuliert solch einen Menschen, was sie von den anderen Denkschriften der Antike absetzt. Ihr Thema, als erste Abhandlung überhaupt, besteht aus der phänomenologischen Bestandsaufnahme der gegebenen ethischen Tatsachen, was auch die gegenwärtige Philosophie als eine ihrer bedeutsamsten Aufgaben ansieht. Ausgearbeitet wird in der Nikomachische Ethik die Lehre von der Sittlichkeit oder Tugend, durch welche der Mensch seine Bestimmung erfüllt, seine eigentümliche Vollendung, und infolgedessen glücklich wird. Ein Gut, das höchste Ziel, wird erstrebt von allem Lebendigen, ebenso vom Menschen, für welchen die Glückseligkeit dies darstellt. Auf die jenseitige Glückseligkeit jedoch legt Aristoteles sein Augenmerk kaum, vielmehr setzt er sich mit der diesseitigen und irdischen auseinander. Mit der im ersten Buch der Nikomachischen Ethik eingeführten Begriffskonstellation agathon, eudaimonia und areté soll sich nun die folgende Arbeit auseinandersetzen. Zunächst werden die Begriffe einzeln gemäß ihrer Herleitung und Bedeutung erläutert, und anschließend ihr Zusammenhang gründlich herausgearbeitet und kurz diskutiert. Den Ausgangspunkt der Nikomachischen Ethik und die Grundlage der zu erklärenden Begriffskonstellation bildet die Frage nach dem letzten Ziel des Handelns, dem höchsten Gut des Menschen.


Excerpt (computer-generated)

Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung 2

2.) Die Konstellation der Begriffe

agathon ­ eudaimonia - areté

3

2.1.) Der Begriff des Guten (agathon) 3

2.2.) Der Begriff der Glückseligkeit (eudaimonia) 5

2.3.) Der Begriff der Tüchtigkeit (areté) 9

3.) Grundgedanken zur Beziehung zwischen

areté

und

eudaimonia

10

4.) Schlussbetrachtungen 12

5.) Verwendete Literatur 14

Primärliteratur 14

Sekundärliteratur 14


1.) Einleitung

Die

Nikomachische Ethik

gilt als wichtigster Text der aristotelischen Ethikkonzeption, bei

welchem es sich, im Gegensatz zur fragmentarisch überlieferten

Eudemischen Ethik

und zur

Magna Moralia

, deren Authentizität umstritten ist, um ein in sich kohärentes,

abgeschlossenes Buch mit systematisch - logischem Aufbau handelt. Das inhaltlich dichte und

komplexe Werk, das zu den Moralphilosophien des Altertums zählt, beeinflusste die

Philosophiegeschichte des Abendlandes bedeutsam und scheint bis heute kaum an Aktualität

eingebüßt zu haben.1

Keine ,,Anleitung" zum vollkommenen Leben gibt sie oder postuliert solch einen Menschen,

was sie von den anderen Denkschriften der Antike absetzt. Ihr Thema, als erste Abhandlung

überhaupt, besteht aus der phänomenologischen Bestandsaufnahme der gegebenen ethischen

Tatsachen, was auch die gegenwärtige Philosophie als eine ihrer bedeutsamsten Aufgaben

ansieht.

Ausgearbeitet wird in der

Nikomachische Ethik

die Lehre von der Sittlichkeit oder Tugend,

durch welche der Mensch seine Bestimmung erfüllt, seine eigentümliche Vollendung, und

infolgedessen glücklich wird. Ein Gut, das höchste Ziel, wird erstrebt von allem Lebendigen,

ebenso vom Menschen, für welchen die Glückseligkeit dies darstellt. Auf die jenseitige

Glückseligkeit jedoch legt Aristoteles sein Augenmerk kaum, vielmehr setzt er sich mit der

diesseitigen und irdischen auseinander.

Mit der im ersten Buch der

Nikomachischen Ethik

eingeführten Begriffskonstellation

agathon

,

eudaimonia

und

areté

soll sich nun die folgende Arbeit auseinandersetzen. Zunächst

werden die Begriffe einzeln gemäß ihrer Herleitung und Bedeutung erläutert, und

anschließend ihr Zusammenhang gründlich herausgearbeitet und kurz diskutiert.

Den Ausgangspunkt der

Nikomachischen Ethik

und die Grundlage der zu erklärenden

Begriffskonstellation bildet die Frage nach dem letzten Ziel des Handelns, dem höchsten Gut

des Menschen.

1 Kindlers neues Literaturlexikon: thika Nikomacheia. Band 1, München 1998, S. 691.

2


2.) Die Konstellation der Begriffe agathon ­ eudaimonia - areté

2.1.) Der Begriff des Guten (agathon)

,,Jedes praktische Können und jede wissenschaftliche Untersuchung, ebenso alles Handeln

und Wählen strebt nach einem Gut, wie allgemein angenommen wird. Daher die richtige

Bestimmung von ,,Gut" als ,,das Ziel, zu dem alles strebt."2

Mit diesem Satz leitet Aristoteles seine Nikomachische Ethik ein, was, formal verstanden,

bedeutetet, dass das Gute als das Erstrebte und somit Gewollte festgelegt wird. Was dieses

Gut, vielmehr das Ziel, beinhaltet, gilt zunächst zu untersuchen.

Ein Streben verlangt nach einem Objekt, einem Ziel (

telos

). So kann beispielsweise die

Schusterei, als ein Werk, das zur Kunst oder Kunstfertigkeit (

techné

) gehört, solch ein Ziel

oder Zweck sein. So ist bei einer

techné

wie dem Schusterhandwerk ist folglich das

telos

das

ergon

3. Jedes Ziel, das angestrebt wird, birgt also etwas Gutes, weshalb das Gute das ist,

wonach alles strebt.

Am Beispiel des ,,Lebens" lässt sich jedoch zeigen, dass eine Tätigkeit auch selbst das Ziel

sein kann, was Aristoteles Selbsttätigkeit, Selbstbewegung benennt. In diesem Falle ist das

telos

also die

energea4

selbst.

Folglich unterscheidet Aristoteles zwei verschiedene Formen von Zielen, zum einen liegt es

in der Tätigkeit selbst, oder eben außerhalb dieser. Zielgerichtet sind jedoch alle Tätigkeiten,

Aristoteles geht immer vom (erlangbaren) Ziel, dem Ergebnis aus.

Ein Gut steht somit für ein Ziel, nach dem sich alles Streben und Handeln richtet. Dieses

,,höchste Gut" soll hier jedoch nicht verstanden werden als ein bestimmtes, einziges Gut;

Aristoteles weist auf die Mannigfaltigkeit der Ziele hin.5 Ein ,,Gut als das Ziel, zu dem alles

strebt"6 sollte man also, sodass der Begriff des Guten im aristotelischen Sinne genau

verstanden wird, folgendermaßen umformulieren, dass nämlich ein Jedes jeweils auf ein Gut

hinstrebt, welches das Ziel der jeweiligen Handlung darstellt. Das

agathon

stellt also immer

das Ziel einer einzelnen Handlung bzw.

techné

und eben nicht ein allumfassendes Ziel allen

Strebens dar.

2 Aristoteles: Nikomachische Ethik. Reclam, Stuttgart 2004, 1094a 1.

3 Ergebnis, Produkt

4 Tätigkeit, Aktivität; vgl. auch Ursula Wolf: Aristoteles´ Nikomachische Ethik , Darmstadt 2002, S. 25.

5 vgl. ebd. 1094a

6 ebd. 1094a

3


Unter ,,Handlungen" werden jedoch keine individuellen Einzelhandlungen verstanden,

weshalb nicht von den Einzelzielen bestimmter Handlungssituationen und -trägern

gesprochen werden soll, denn vielmehr vom tatsächlichen Wesen des einzelnen

Handlungstyps sowie seinem Ziel insgesamt im Dasein. Nicht zu denken ist das Gute

(

agathon

) als das ethisch - moralisch gute Strebeziel einer handlungsausübenden Person,

vielmehr bezieht es sich auf das durch Handeln erstrebte und erwünschte Gute.

Häufig werden auf Ziele nicht um ihrer selbst willen, als vielmehr wegen anderer Ziele

hingesteuert, weshalb diese von Aristoteles unterschieden werden. Nochmals definiert er das

höchste Gut als dasjenige, das um seiner selbst willen fokussiert werden soll;

dementsprechend reiner Zweck und niemals nur ein Mittel oder expliziter: ein vollkommener

Zweck, d.h., es kann keine Steigerung nach Erreichung geben. Nach Aristoteles soll eben

dieses höchste Gut die Glückseligkeit (

eudaimonia

) sein.

Allerdings ist der Begriff des Guten inhaltlich und formal bisher nur schwer greifbar. Deutlich

wurde jedoch, dass ein Gut das Ziel des Strebens sein muss, da eine Handlung ihrem Wesen

zufolge immer zielgerichtet ist. Durch die besprochene Vielzahl von Handlungen jedoch,

deren Ziele und folglich einer Fülle von erstrebten Gütern, ist der Begriff ,,Gut" bisher noch

nicht ausreichend bestimmt worden.

Um Ziele differenzierter betrachten zu können, denn gleichwertig sind sie nicht, gliedert

Aristoteles die zu einem Handlungsbereich gehörenden

technai

im weiteren Verlauf des

ersten Buches der

Nikomachischen Ethik

hierarchisch. Nach und nach erschließt sich so die

führende

techné

, deren Ziel nicht das Mittel zum höchst näheren Zweck darstellt, sondern

eben nur um seiner selbst willen erstrebt wird. Ein von Aristoteles angeführtes Beispiel zur

Verdeutlichung: Die Sattlerei dient der Reitkunst, diese wiederum dem Zweck der

Kriegsführung und die

techné

der Kriegskunst zielt auf das Gute für die Polis ab.7

Eine Steigerung widerfährt im folgenden dem bislang verwendeten Begriff des Guten: das

ariston

, das so viel bedeutet wie das Beste, das vollkommene Gute, das höchste Gut, das ein

Ziel darstellt, welches nicht wegen eines anderen Gutes anstrebt wird, sodass es folglich das

letzte und höchste Ziel sein muss. Da das Wesen des menschlichen Strebens einen Endpunkt

fordert, so argumentiert Aristoteles, muss es von allen Gütern ein bestes geben, denn

7 vgl. ebd. 1094a

4



Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit

Author: Claudia Nickel
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens

Author: Maik Philipp
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/130694/aristoteles-nikomachische-ethik
please wait Please wait