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Hausarbeit, 2007, 12 Seiten
Autor: Lena Binder
Fach: Latein
Details
Institution/Hochschule: Universität zu Köln (Institut für Altertumskunde)
Jahr: 2007
Seiten: 12
Note: 2,3
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-36769-6
ISBN (Buch): 978-3-640-36799-3
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Zusammenfassung / Abstract
Diese Hausarbeit soll sich mit den Versen 513-530 des zweiten Buches der Ars Amatoria von Ovid auseinandersetzen. Die soeben genannten Verse sind etwa im letzten Drittel des Liber Secundus anzuordnen. Während das erste Buch der Ars Amatoria dem Liebenden Ratschläge gibt, auf welche Weise er ein Mädchen erwerben kann, werden nun im zweiten Buch Tipps zur dauerhaften Erhaltung der Liebe aufgeführt. Der zu analysierende Textabschnitt klärt über die zahlreichen Leiden der Liebe auf, auf welche der Liebende sich gefasst machen muss. Ovid spart dabei nicht an Beispielen und Metaphern, die den Liebenden auf seine Leiden vorbereiten bzw. ihn vor Problemen warnen sollen. In Teil II dieser Arbeit wird eine Übersetzung der Verse 513-530 geliefert. Im Anschluss soll in Teil III mithilfe der Kommentare von Brandt und Janka der Originaltext analysiert und interpretiert und die Übersetzung ins Deutsche, die in Teil II geliefert wurde, erläutert werden. Der zugrundeliegende lateinische Text ist in der Oxford Ausgabe von E. J. Kenney von 1994 zu finden.
Textauszug (computergeneriert)
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
1
II.
Übersetzung 1
III. Analyse der Textstelle und Kommentar zur Übersetzung
2
Literaturverzeichnis
10
I. Einleitung
Diese Hausarbeit soll sich mit den Versen 513-530 des zweiten Buches der Ars
Amatoria von Ovid auseinandersetzen. Die soeben genannten Verse sind etwa im
letzten Drittel des Liber Secundus anzuordnen. Während das erste Buch der Ars
Amatoria dem Liebenden Ratschläge gibt, auf welche Weise er ein Mädchen
erwerben kann, werden nun im zweiten Buch Tipps zur dauerhaften Erhaltung der
Liebe aufgeführt.
Der zu analysierende Textabschnitt klärt über die zahlreichen Leiden der Liebe
auf, auf welche der Liebende sich gefasst machen muss. Ovid spart dabei nicht an
Beispielen und Metaphern, die den Liebenden auf seine Leiden vorbereiten bzw.
ihn vor Problemen warnen sollen.
In Teil II dieser Arbeit wird eine Übersetzung der Verse 513-530 geliefert. Im
Anschluss soll in Teil III mithilfe der Kommentare von Brandt und Janka der
Originaltext analysiert und interpretiert und die Übersetzung ins Deutsche, die in
Teil II geliefert wurde, erläutert werden. Der zugrundeliegende lateinische Text ist
in der Oxford Ausgabe von E. J. Kenney von 1994 zu finden.
II. Übersetzung
Und nicht immer geben die Furchen das Darlehen mit Zins zurück,
und nicht immer hilft günstiger Fahrtwind schwankenden Schiffen.
Es gibt wenig, was Liebende erfreut,
es gibt mehr, was ihnen schadet.
Sie müssen sich vor Augen halten, dass ihr Herz viel ertragen muss.
Wie viel Hasen auf dem Athos weiden,
wie viel Bienen sich in Hybla nähren,
wie viel Früchte der blaue Ölbaum der Pallas trägt,
wie viel Muscheln am Strand liegen,
so viel Schmerzen gibt es in der Liebe.
Die Pfeile, die wir ertragen, sind nass von dem Gift der Galle.
Man wird sagen, dass die Geliebte ausgegangen ist, vielleicht wirst du sie aber
daheim sehen.
1
Glaube, dass sie ausgegangen ist und du die Falsche siehst!
Die Tür bleibt dir verschlossen, obwohl dir die Nacht versprochen wurde:
Ertrage es, deinen Körper sogar auf den schmutzigen Boden zu legen.
Und vielleicht wird die lügnerische Dienerin mit hochmütigem Blick sagen:
,,Was besetzt dieser Kerl unsere Türen?"
Sprich zur Tür und zum unnachgiebigen Mädchen unterwürfig Schmeicheleien
Und hänge die Rosen, die du von deinem Haupt genommen hast, an ihre Tür.
Wenn sie will, trittst du heran, wenn sie dich meidet, gehst du weg.
Es schickt sich nicht für Freigeborene, dass man ihrer überdrüssig wird.
III. Analyse der Textstelle und Kommentar zur Übersetzung
Bereits in Vers 513/514 des vorliegenden Textes vermittelt Ovid seine Kenntnisse
über die Liebe mithilfe von Metaphern. So erläutert Janka, dass die Analogien aus
dem Bereich des Ackerbaus sowie aus der Seefahrt den Leser ,,vor allzu
leichtfertiger Zuversicht"1 bewahren mögen: Wenn man sät, heißt dies noch nicht,
dass der Acker einem mehr zurückgibt; wenn man auf die See fährt, heißt dies
nicht, dass man problemlos zum Ziel kommt, weil der Wind einem hilft. Verstärkt
wird die Warnung durch die Anapher
non semper/nec semper
, welche auf die
wiederkehrenden Mühen, die jedoch oftmals vergeblich sind, hinweist. Brandt
merkt an, dass ,,das Verhältnis zwischen dem den Acker bebauenden Menschen
und der gabenspendenden Erde [...] nach alter und bekannter Auffassung"2 auf
Darlehen beruht. Diese Saatmetaphorik ist laut Janka seit Tibull im erotischen
Sinne bekannt.
Die Verwendung von
sulcus
ist als eine erotische Anspielung aufzufassen, da
sulcus
als Metapher für das weibliche Sexualorgan durchaus üblich ist. Janka
erklärt die Verwendung dieser Metapher als Bild der ,,Abträglichkeit weiblicher
Bewegung beim Geschlechtsakt für die Empfängnis."3
Der Vorschlag zur Übersetzung von
aura
als ,,günstiger Fahrtwind" stammt von
Janka4, der dem Verb
adiuvare
die Bedeutung ,,helfen" entnommen und diese
1 Janka, M., Ovid Ars Amatoria: Buch 2, Heidelberg 1997, S. 380.
2 Brandt, P., P. Ovidi Nasonis De Arte Amatoria Libri Tres, Hildesheim 1963, S. 106.
3 Janka, M., Ars Amatoria: Buch 2, S. 380.
4 Janka, M., Ars Amatoria: Buch 2, S. 381.
2
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