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Subtitle: 'Hannelies und Wiltrud' und 'Wehr dich doch, Ivo!' im Vergleich
Termpaper, 2009, 18 Pages
Author: Daniela Schulze
Subject: German Studies - Didactics
Details
Institution/College: Bielefeld University (Universität Bielefeld)
Tags: Hannelies, Wiltrud, Ivo, Wehr, Dich, Doch, Mia, Geschlecht, Kinderbuch, Erziehung, Familie, Familienstruktur, geschlechtsspezifisch, Lesekultur, Stereotyp, Jungmädelliteratur, Backfischroman, Literaturdidaktik, Germanistik, typisch, Mädchen, Junge, Feigling, Gruppendruck, Courage, Freundschaft
Year: 2009
Pages: 18
Grade: 2,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-36770-2
ISBN (Book): 978-3-640-36800-6
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Abstract
In dieser Hausarbeit werde ich zunächst den Begriff der Geschlechterrolle genauer definieren, um daraufhin kurz den Wandel der Familienstrukturen und der Erziehung zu untersuchen. Folglich werde ich den Wandel der Lesekultur klären, um dann auf das geschlechtsspezifische Verhalten von Mädchen und Jungen einzugehen. Die Intention des Autors spielt bei Entwicklung der Literatur ebenso eine Rolle, deshalb werde ich auch darauf eingehen. Im Hauptteil werde ich dann zwei Kinderbücher bezüglich des Wandels analysieren, das erste Buch "Hannelies und Wiltrud" gehört zur Gattung der Jungmädelliteratur, das Zweite mit dem Titel "Wehr dich doch, Ivo!" ist erst letztes Jahr veröffentlicht worden. Schlussendlich werde ich die Ergebnisse des Vergleichs darstellen und auf die Auswirkung der geschlechtsspezifischen Rolle auf die Leser und Leserinnen und die germanistische Literaturdidaktik erläutern.
Excerpt (computer-generated)
Universität Bielefeld
Germanistik (BA)
Epochen und Epochenumbrüche im Literaturunterricht (230383)
Modul Fachdidaktik, Fachdidaktik II: Literaturdidaktik
Der Wandel der Geschlechterrolle in Kinderbüchern von den
1950er Jahren bis zur Gegenwart
Ein Vergleich
von
Daniela Schulze
Anglistik (KF) / Germanistik (NF), Semester 5
Abgabetermin: Mitte April
Inhaltsverzeichnis
1
Der Wandel der Geschlechterrollen in Kinderbüchern von den 1950er Jahren bis zur
Gegenwart eine Hinführung 3
2
Der Wandel der Familienstrukturen und der Erziehung 3
3
Der Wandel der Lesekultur 5
4
Die Autorenintention zum Verfassen einer Kinderlektüre 6
5
Die Geschlechterrolle im Kinderbuch der 1950er Jahre 6
6
Die Geschlechterrolle im Kinderbuch der Gegenwart 9
7
Die Ergebnisse des Vergleichs 12
8
Auswirkungen der geschlechtsspezifischen Rolle in Kinderbüchern auf LeserInnen 14
9
Auswirkungen der geschlechtsspezifischen Rolle in Kinderbüchern auf die
germanistische Literaturdidaktik 15
10 Schlußbemerkung 16
11 Literaturverzeichnis 17
11.1 Primärliteratur 17
11.2 Sekundärliteratur 17
2
1
Der Wandel der Geschlechterrollen in Kinderbüchern von den 1950er
Jahren bis zur Gegenwart eine Hinführung
Seit den 1950er Jahren hat sich die Gesellschaft in Deutschland durch die
Globalisierung, die Weiterentwicklung der Welt und die Emanzipation sowohl von Frauen als
auch von Männern sehr verändert, einhergehend damit auch die Geschlechterrolle. In dieser
Hausarbeit werde ich zunächst den Begriff der Geschlechterrolle genauer definieren, um
daraufhin kurz den Wandel der Familienstrukturen und der Erziehung zu untersuchen.
Folglich werde ich den Wandel der Lesekultur klären, um dann auf das geschlechtsspezifische
Verhalten von Mädchen und Jungen einzugehen. Die Intention des Autors spielt bei
Entwicklung der Literatur ebenso eine Rolle, deshalb werde ich auch darauf eingehen. Im
Hauptteil werde ich dann zwei Kinderbücher bezüglich des Wandels analysieren, das erste
Buch
Hannelies und Wiltrud
gehört zur Gattung der Jungmädelliteratur, das Zweite mit dem
Titel
Wehr dich doch, Ivo!
ist erst letztes Jahr veröffentlicht worden. Schlussendlich werde
ich die Ergebnisse des Vergleichs darstellen und auf die Auswirkung der
geschlechtsspezifischen Rolle auf die Leser und Leserinnen und die germanistische
Literaturdidaktik erläutern.
Was versteht man unter ,,Geschlechterrolle"? Um überhaupt eine Analyse der
vorliegenden Kinderliteratur vorzunehmen, muss der Begriff zunächst genauer definiert
werden. Er ist kulturell determiniert, wobei die ursprünglichen Unterschiede zwischen
männlich und weiblich bei jedem Menschen genetisch festgelegt sind. Doch die Gegensätze
von Mann und Frau gehen über die biologischen Merkmale hinaus, hin zum von der
Gesellschaft erwarteten geschlechtsspezifischen Rollenverhalten (Frei 178). Durch die
Sozialisation der Kinder, die ab den ersten Lebensjahren stattfindet, werden die Werte fest im
Unterbewußtsein verankert. Der Mensch verhält sich dann gemäß der Rollenerwartung der
jeweiligen Kultur (Lin 85). Der Wandel der Geschlechterrolle innerhalb Deutschlands ist
durch viele Faktoren bedingt.
2
Der Wandel der Familienstrukturen und der Erziehung
Einer dieser Faktoren ist die veränderte Familienstruktur in der Bundesrepublik
Deutschland. Der Trend geht weg von der Großfamilie hin zur Ein- bis Zwei-Kinder-Familie.
Auch Patchworkfamilien und Alleinerziehende sind modern. Dementsprechend ändern sich
unter anderem auch der Zeitaufwand, der von den Eltern (oder den jeweiligen
3
Betreuungspersonen) für jedes der Kinder aufgebracht wird, sowie die Last der
Verantwortung, die auf die Kinder übertragen wird. Mussten die älteren Kinder vor knapp
sechzig Jahren noch auf die jüngeren Geschwister acht geben und bereits in jungen Jahren im
Haus und auf dem Hof mitarbeiten, so haben die Kinder heutzutage mehr Zeit für sich selbst.
Eigentlich können die Eltern sich mehr Zeit für die individuelle Betreuung jedes Kindes
nehmen, wenn sie nur eins oder zwei haben, anstatt fünf oder mehr. Allerdings sind sie auch
häufig mit ihren eigenen Interessen beschäftigt oder teilweise sogar doppelt berufstätig. Es
strömen auch vermehrt Medieneinflüsse auf die Kinder der Gegenwart ein und die Auswahl
an Freizeitangeboten hat sich enorm ausgeweitet. Viele erleichtern die Förderung der Talente
und die Ausschöpfung von Potentialen. Andererseits führen diese neuartigen Faktoren häufig
zu Problemen und Überforderung.
Die Erziehung hat sich im Laufe der Jahre ebenso stark gewandelt wie die
Familienstrukturen. Das geschlechtstypische Verhalten entfaltet sich immer als Resultat des
,,Wechselspiels zwischen Grundausstattung und Umwelt" (Kloehn 189). Die genetische
Veranlagung und körpereigene Faktoren wie Hormone beeinflussen das Verhalten enorm.
Andererseits spielt der Druck, der durch Eltern, Schule und Gesellschaft auf die Kinder
ausgeübt wird, eine größere Rolle als die gar nicht so weitreichenden Unterschiede des
männlichen und weiblichen Körpers. Die Unterscheidung von typisch Junge, typisch
Mädchen war in den 50er Jahren noch von großer Bedeutung. Deshalb wurde Wert auf
unterschiedliche Kleidung schon vom Säuglingsalter an (Jungen blau, Mädchen rosa) sowie
auf getrennt-geschlechtliche Spielzeuge und Freizeitspiele gelegt. Experimente zeigen, dass es
Jungen oft peinlich war, zu typischen Mädchenspielzeugen zu greifen (Kloehn 103). Hier
wird der sexistische Erziehungsdruck, der von der Gesellschaft auf die Kinder ausgeübt
wurde, besonders deutlich. Man hat nichts außer Acht gelassen, um die weitestgehend
überlappenden genetischen Grundlagen so geschlechtsspezifisch wie möglich auszubilden
und an ihre Extreme zu bringen (Kloehn 209).
Doch die Erziehung entwickelt sich immer mehr in Richtung der Emanzipation beider
Geschlechter zur geschlechtsneutralen Erziehung (Kloehn 50, 210). Durch die oben genannte
Veränderung der Familiensituation ist es für beide Geschlechter wichtig, möglichst alle
Alltagsaufgaben selbstständig zu lösen und dementsprechend nicht mehr typisch männlich
oder typisch weiblich zu sein. Sowohl Männer als auch Frauen müssen in der Lage sein, mit
technischen Geräten umzugehen, sich im Haushalt zurechtzufinden und den Lebensunterhalt
zu bestreiten. Die traditionelle Erziehung ist also nicht mehr notwendig und neue
pädagogische Konzepte schlagen eine möglichst geschlechtsneutrale Erziehung vor. Der
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