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Der Wandel der Geschlechterrolle in Kinderbüchern von den 1950er Jahren bis zur ... close

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Der Wandel der Geschlechterrolle in Kinderbüchern von den 1950er Jahren bis zur Gegenwart

Subtitle: 'Hannelies und Wiltrud' und 'Wehr dich doch, Ivo!' im Vergleich

Termpaper, 2009, 18 Pages
Author: Daniela Schulze
Subject: German Studies - Didactics

Details

Category: Termpaper
Year: 2009
Pages: 18
Grade: 2,0
Language: German
Archive No.: V130748
ISBN (E-book): 978-3-640-36770-2
ISBN (Book): 978-3-640-36800-6

Abstract

In dieser Hausarbeit werde ich zunächst den Begriff der Geschlechterrolle genauer definieren, um daraufhin kurz den Wandel der Familienstrukturen und der Erziehung zu untersuchen. Folglich werde ich den Wandel der Lesekultur klären, um dann auf das geschlechtsspezifische Verhalten von Mädchen und Jungen einzugehen. Die Intention des Autors spielt bei Entwicklung der Literatur ebenso eine Rolle, deshalb werde ich auch darauf eingehen. Im Hauptteil werde ich dann zwei Kinderbücher bezüglich des Wandels analysieren, das erste Buch "Hannelies und Wiltrud" gehört zur Gattung der Jungmädelliteratur, das Zweite mit dem Titel "Wehr dich doch, Ivo!" ist erst letztes Jahr veröffentlicht worden. Schlussendlich werde ich die Ergebnisse des Vergleichs darstellen und auf die Auswirkung der geschlechtsspezifischen Rolle auf die Leser und Leserinnen und die germanistische Literaturdidaktik erläutern.


Excerpt (computer-generated)

Universität Bielefeld

Germanistik (BA)

Epochen und Epochenumbrüche im Literaturunterricht (230383)

Modul Fachdidaktik, Fachdidaktik II: Literaturdidaktik

Der Wandel der Geschlechterrolle in Kinderbüchern von den

1950er Jahren bis zur Gegenwart

Ein Vergleich

von

Daniela Schulze

Anglistik (KF) / Germanistik (NF), Semester 5

Abgabetermin: Mitte April


Inhaltsverzeichnis

1

Der Wandel der Geschlechterrollen in Kinderbüchern von den 1950er Jahren bis zur

Gegenwart ­ eine Hinführung 3

2

Der Wandel der Familienstrukturen und der Erziehung 3

3

Der Wandel der Lesekultur 5

4

Die Autorenintention zum Verfassen einer Kinderlektüre 6

5

Die Geschlechterrolle im Kinderbuch der 1950er Jahre 6

6

Die Geschlechterrolle im Kinderbuch der Gegenwart 9

7

Die Ergebnisse des Vergleichs 12

8

Auswirkungen der geschlechtsspezifischen Rolle in Kinderbüchern auf LeserInnen 14

9

Auswirkungen der geschlechtsspezifischen Rolle in Kinderbüchern auf die

germanistische Literaturdidaktik 15

10 Schlußbemerkung 16

11 Literaturverzeichnis 17

11.1 Primärliteratur 17

11.2 Sekundärliteratur 17

2


1

Der Wandel der Geschlechterrollen in Kinderbüchern von den 1950er

Jahren bis zur Gegenwart ­ eine Hinführung

Seit den 1950er Jahren hat sich die Gesellschaft in Deutschland durch die

Globalisierung, die Weiterentwicklung der Welt und die Emanzipation sowohl von Frauen als

auch von Männern sehr verändert, einhergehend damit auch die Geschlechterrolle. In dieser

Hausarbeit werde ich zunächst den Begriff der Geschlechterrolle genauer definieren, um

daraufhin kurz den Wandel der Familienstrukturen und der Erziehung zu untersuchen.

Folglich werde ich den Wandel der Lesekultur klären, um dann auf das geschlechtsspezifische

Verhalten von Mädchen und Jungen einzugehen. Die Intention des Autors spielt bei

Entwicklung der Literatur ebenso eine Rolle, deshalb werde ich auch darauf eingehen. Im

Hauptteil werde ich dann zwei Kinderbücher bezüglich des Wandels analysieren, das erste

Buch

Hannelies und Wiltrud

gehört zur Gattung der Jungmädelliteratur, das Zweite mit dem

Titel

Wehr dich doch, Ivo!

ist erst letztes Jahr veröffentlicht worden. Schlussendlich werde

ich die Ergebnisse des Vergleichs darstellen und auf die Auswirkung der

geschlechtsspezifischen Rolle auf die Leser und Leserinnen und die germanistische

Literaturdidaktik erläutern.

Was versteht man unter ,,Geschlechterrolle"? Um überhaupt eine Analyse der

vorliegenden Kinderliteratur vorzunehmen, muss der Begriff zunächst genauer definiert

werden. Er ist kulturell determiniert, wobei die ursprünglichen Unterschiede zwischen

männlich und weiblich bei jedem Menschen genetisch festgelegt sind. Doch die Gegensätze

von Mann und Frau gehen über die biologischen Merkmale hinaus, hin zum von der

Gesellschaft erwarteten geschlechtsspezifischen Rollenverhalten (Frei 178). Durch die

Sozialisation der Kinder, die ab den ersten Lebensjahren stattfindet, werden die Werte fest im

Unterbewußtsein verankert. Der Mensch verhält sich dann gemäß der Rollenerwartung der

jeweiligen Kultur (Lin 85). Der Wandel der Geschlechterrolle innerhalb Deutschlands ist

durch viele Faktoren bedingt.

2

Der Wandel der Familienstrukturen und der Erziehung

Einer dieser Faktoren ist die veränderte Familienstruktur in der Bundesrepublik

Deutschland. Der Trend geht weg von der Großfamilie hin zur Ein- bis Zwei-Kinder-Familie.

Auch Patchworkfamilien und Alleinerziehende sind modern. Dementsprechend ändern sich

unter anderem auch der Zeitaufwand, der von den Eltern (oder den jeweiligen

3


Betreuungspersonen) für jedes der Kinder aufgebracht wird, sowie die Last der

Verantwortung, die auf die Kinder übertragen wird. Mussten die älteren Kinder vor knapp

sechzig Jahren noch auf die jüngeren Geschwister acht geben und bereits in jungen Jahren im

Haus und auf dem Hof mitarbeiten, so haben die Kinder heutzutage mehr Zeit für sich selbst.

Eigentlich können die Eltern sich mehr Zeit für die individuelle Betreuung jedes Kindes

nehmen, wenn sie nur eins oder zwei haben, anstatt fünf oder mehr. Allerdings sind sie auch

häufig mit ihren eigenen Interessen beschäftigt oder teilweise sogar doppelt berufstätig. Es

strömen auch vermehrt Medieneinflüsse auf die Kinder der Gegenwart ein und die Auswahl

an Freizeitangeboten hat sich enorm ausgeweitet. Viele erleichtern die Förderung der Talente

und die Ausschöpfung von Potentialen. Andererseits führen diese neuartigen Faktoren häufig

zu Problemen und Überforderung.

Die Erziehung hat sich im Laufe der Jahre ebenso stark gewandelt wie die

Familienstrukturen. Das geschlechtstypische Verhalten entfaltet sich immer als Resultat des

,,Wechselspiels zwischen Grundausstattung und Umwelt" (Kloehn 189). Die genetische

Veranlagung und körpereigene Faktoren wie Hormone beeinflussen das Verhalten enorm.

Andererseits spielt der Druck, der durch Eltern, Schule und Gesellschaft auf die Kinder

ausgeübt wird, eine größere Rolle als die gar nicht so weitreichenden Unterschiede des

männlichen und weiblichen Körpers. Die Unterscheidung von typisch Junge, typisch

Mädchen war in den 50er Jahren noch von großer Bedeutung. Deshalb wurde Wert auf

unterschiedliche Kleidung schon vom Säuglingsalter an (Jungen blau, Mädchen rosa) sowie

auf getrennt-geschlechtliche Spielzeuge und Freizeitspiele gelegt. Experimente zeigen, dass es

Jungen oft peinlich war, zu typischen Mädchenspielzeugen zu greifen (Kloehn 103). Hier

wird der sexistische Erziehungsdruck, der von der Gesellschaft auf die Kinder ausgeübt

wurde, besonders deutlich. Man hat nichts außer Acht gelassen, um die weitestgehend

überlappenden genetischen Grundlagen so geschlechtsspezifisch wie möglich auszubilden

und an ihre Extreme zu bringen (Kloehn 209).

Doch die Erziehung entwickelt sich immer mehr in Richtung der Emanzipation beider

Geschlechter zur geschlechtsneutralen Erziehung (Kloehn 50, 210). Durch die oben genannte

Veränderung der Familiensituation ist es für beide Geschlechter wichtig, möglichst alle

Alltagsaufgaben selbstständig zu lösen und dementsprechend nicht mehr typisch männlich

oder typisch weiblich zu sein. Sowohl Männer als auch Frauen müssen in der Lage sein, mit

technischen Geräten umzugehen, sich im Haushalt zurechtzufinden und den Lebensunterhalt

zu bestreiten. Die traditionelle Erziehung ist also nicht mehr notwendig und neue

pädagogische Konzepte schlagen eine möglichst geschlechtsneutrale Erziehung vor. Der

4



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